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Markus Kappeler
Vokalisationen
des Silbergibbons
Referat
im grossen Hörsaal
des Zoologischen Instituts
der Universität Basel,
5.1.1977,
mit Tonbandaufnahmen
der Lautäusserungen
freilebender Silbergibbons
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Im Januar 1977 - zwei Monate nach Beendigung meiner
Feldforschung im Ujung-Kulon-Reservat - habe ich am Zoologischen
Institut der Universität Basel im Rahmen des «Zoologischen
Kolloquiums» über die vielfältigen Lautäusserungen
des Silbergibbons berichtet, wobei Tonaufnahmen das Gesagte untermalten. Hier
das Referat im Wortlaut:
Vokalisationen des Silbergibbons
© 1977 Markus Kappeler
Einleitung
Ujung Kulon, eine Halbinsel im Südwesten Javas,
ist 360 Quadratkilometer gross. Seine Vegetation kann man als
tropischen Regenwald bezeichnen, was jedoch eine zu ungenügende
Beschreibung ist. Die Vegetation ist sehr polymorph: Einzelne
Gebiete sind mit hohem Primärwald bewachsen, andere, lehmige
mit dichtem, dornigem Gestrüpp. Ebenfalls findet man Bambus-,
Sumpf- und Mangrovengebiete.
Der Hauptgrund für den Schutz von Ujung Kulon
war und ist die Tatsache, dass es vom Javanashorn (Rhinoceros
sondaicus) bewohnt wird. Bereits seit 1934 beherbergt es
die letzte Population dieser Tiere. 1928 war das Gebiet als Reservat
erklärt worden, eine effektive Bewachung fand aber selten
statt. Die Nashörner wurden weiterhin bejagt, so dass die
Art um 1960 direkt von der Ausrottung bedroht war. Durch diese
Entwicklung wurde der WWF alarmiert und R. und L. Schenken haben
sich in der Folge (seit 1967) um einen effektiven Schutz des
Reservats bemüht. Seit diesem Jahr sind keine Nashörner
mehr gewildert worden. Jährliche Zählungen haben gezeigt,
dass sich die Population ungefähr verdoppelt hat, nämlich
von rund 25 Individuen im Jahr 1967 auf etwa 50 im Jahr 1975.
Natürlich profitieren auch andere, in ihrer Existenz
bedrohte Tierarten vom Schutz des Gebiets. Ich möchte nur
einige der seltenen Säuger nennen: das Javanische Wildrind
(Bos javanicus), den Rothund (Cuon alpinus), den
Sundalangur (Presbytis aygula) und den Silbergibbon (Hylobates
moloch).
1969 wurde die südliche Hälfte des im Osten
dem Ujung Kulon angrenzenden Bergs Gunung Honje dem Reservat
angegliedert; bis 1978 sollte das auch mit dem nördlichen
Teil geschehen sein. Vom Schutz dieses Bergs, der vor allem als
Pufferzone für Ujung Kulon gedacht ist, profitiert in erster
Linie der Silbergibbon, denn die Art bewohnt den Primärwald,
mit dem der ganze Berg bedeckt ist.
Rund die Hälfte des Gunung Honje-Walds, also
des Habitats des Gibbons, ist bisher menschlichen Rodungen zum
Opfer gefallen, einerseits für die Holznutzung, andererseits
zur Trockenreispflanzung. Die Gibbonpopulation zählt heute
zwischen 1200 und 1600 Köpfe.
Lebensweise des Silbergibbons
Gibbons leben monogam und territorial. Eine Gibbonpopulation
besteht also aus einer Anzahl Familiengruppen (jeweils dem adulten
Paar mit seinen Jungen), die in einem Mosaikmuster verteidigter
Lebensräume über ein Gebiet verteilt sind.
Eine Gibbonfamilie besteht maximal aus fünf Individuen,
nämlich dem adulten Paar und maximal drei Kindern. Dies
erklärt sich folgendermassen: Der Geburtenzyklus beträgt
bei Gibbons rund zwei Jahre; ein Weibchen bekommt also etwa alle
zwei Jahre ein Junges. Besitzt nun ein Paar drei Kinder, so ist
das älteste bereits mehr als vier Jahre als und in diesem
Alter ausgewachsen, subadult. In diesem Stadium werden seine
Eltern zunehmend intoleranter gegen seine Anwesenheit. Es wird
mehr und mehr von der Familie peripherisiert, bis es dann, noch
bevor es sechs Jahre alt ist, also noch vor der Geburt des nächsten,
vierten Kinds der Familie, die Gruppe verlässt und seine
eigenen Wege geht respektive gehen muss. Vorübergehend besteht
die Familie dann nur noch aus vier Tieren, bald darauf, nach
der Geburt des nächsten Kinds, wieder aus fünf, dann
wieder aus vier, usw. Die Jungen sind dabei immer in verschiedenen
Altersstufen, nämlich dem Kind-, dem Juvenil- und dem Subadult-Stadium.
Die durchschnittliche Gruppengrösse in der Population
beträgt 3,4 Exemplare.
Jede solche Gibbonfamilie verteidigt ganzjährig
ein bestimmtes Waldstück, das alle ihre Ansprüche,
insbesondere ihren Nahrungsbedarf, befriedigt. Diese Territorien
sind etwa 25 Hektaren gross, wovon rund zwanzig Prozent (also
etwa 5 Hektaren) mit angrenzenden Territorien überlappen.
Artgleiche, auch eigene, adulte Jungen, werden ausgeschlossen
durch ritualisiertes Singverhalten und ritualisiertes oder offenes
Kampfverhalten. Die Grenzen des Territoriums sind klar definiert,
einerseits durch das Verhalten der Gibbons, andererseits durch
die Topografie des Gebiets.
Um zu zeigen, wie ein solches Territorium von seinen
Eigentümern benützt und erhalten wird, soll kurz der
Ablauf eines Tags im Leben der Gibbons beschrieben werden:
Schon beim ersten Morgengrauen um etwa halb 6 Uhr
kommt Bewegung in die Gibbonfamilie, die auf einem ihrer Schlafbäume
- das sind besonders grosse und hohe Bäume - im zentralen
Teil des Territoriums geschlafen hat. Die Tiere strecken sich,
pflegen sich ein wenig und wechseln vielleicht ihren Standort
im Baum. Ansonsten ruhen sie aber noch fast bis zum Sonnenaufgang
um etwa 6 Uhr. Dann verlässt meist das Männchen (manchmal
auch das Juvenile) als erstes den Baum und führt seine Gruppe
bei der Nahrungssuche an, der nun während etwa drei Stunden
nachgegangen wird.
Hier muss nun ein wenig ausgeholt werden: Gibbons
sind Vegetarier. Etwa drei Viertel ihrer Nahrung besteht aus
Früchten verschiedener Reifestadien, ein Viertel aus Blattknospen,
jungen Blättern und Blüten. Gelegentlich nehmen sie
auch Insekten (vor allem Termiten) auf.
Die Futtersuche ist ein langsames, jedoch stetiges
Wandern der ganzen Gruppe im Territorium, wobei praktisch an
jeder Pflanze etwas Essbares gefunden wird (es wurden über
120 verschiedene Futterpflanzen bestimmt). Die Tiere bewegen
sich aber nicht als geschlossene Einheit vorwärts, sondern
sind oft hundert, zweihundert Meter voneinander entfernt. Auch
halten sie sich unabhängig voneinander in verschiedenen
Höhen, zwischen etwa 5 und 40 Metern auf. Kurze Unterbrüche
des Wanderns von 10 bis 20 Minuten und vorübergehendes Zusammenfinden
der Gruppe erfolgen dann, wenn sie auf einen Baum trifft, der
besonders beliebte Früchte trägt. Solche Bäume
scheinen manchmal auch kurzfristig die Richtung des Umherwanderns
zu bestimmen. Dieses Herumziehen als primäre Weise, Futter
zu erlangen, ist insofern wertvoll für die Tiere, als es
sie mit ihrem Lebensgebiet vertraut erhält, ihnen ein breites
Nahrungsspektrum verschafft und gleichzeitig auch die Territoriumsgrenzen
kontrollieren lässt.
Während dieser ersten Phase des Essens und Umherstreifens
steigt gelegentlich einmal das Weibchen auf einen der durch ihre
freistehende Krone ausgezeichneten Rufbäume und stimmt seinen
morgendlichen, weithin hörbaren Territorialgesang an, der
bis 30 Minuten lang dauern kann. Darüber soll später
noch gesprochen werden. Die restlichen Gruppenmitglieder halten
sich in der Nähe, auf tieferem Niveau, auf, essen weiter,
ruhen eventuell kurzfristig und beobachten - vor allem das Männchen
- die Umgebung.
Am Ende der Nahrungssuche, um etwa 9 Uhr, ruht die
Gruppe beisammen. Die einzelnen Individuen pflegen sich und einander
leicht. Rund eine halbe Stunde später begeben sie sich erneut
auf Futtersuche, ruhen dann über Mittag nochmals eine Stunde
oder länger, und suchen dann wiederum nach Nahrung. Nach
einer letzten Ruhepause um zirka 14 Uhr und der tagesletzten
Phase der Nahrungsaufnahme begeben sich die Tiere noch vor 16
Uhr in einen ihrer Schlafbäume, wo sie schon bald ihre Schlafposition
einnehmen.
Die Gruppe ist so normalerweise etwa zehn Stunden
lang täglich aktiv, wovon rund drei Viertel der Nahrungssuche
dienen. Mit zunehmender Tageszeit werden die Essphasen kürzer,
die Ruhepausen länger.
Manchmal trifft die Gruppe in Grenznähe auf eine
Nachbargruppe. In einem solchen Fall ziehen sich die Jungen und
das Weibchen etwas zurück. Die beiden Männchen jagen
sich während längerer Zeit - mit Unterbrüchen
bis zu einer Stunde lang - über dem Grenzgebiet hin und
her. Die Weibchen beginnen dazu manchmal zu singen, manchmal
liefern sich auch sämtliche Mitglieder der beiden Nachbargruppen,
zusätzlich zum Hinundherjagen der Männchen, ein Schreiduell.
Aus diesen Begegnungen gehen keine Sieger und keine
Verlierer hervor, sondern die Gruppen wandern am Ende ruhig voneinander
weg in ihre Territorien zurück.
Die Territorien werden also erhalten durch regelmässiges
Besuchen und somit kontrollieren aller Grenzen zu Nachbarterritorien,
durch das territoriale Singen der Weibchen und durch gelegentliche
ritualisierte Konflikte mit Nachbargruppen. Auf diese Weise erlangt
die residente Gruppe exklusive Benutzung ihres Habitatteils,
in welchem ihre sämtlichen Bedürfnisse gedeckt werden.
Vokalisationen des Silbergibbons
Grundsätzlich unterscheiden lassen sich leise
Vokalisationen, die nur innerhalb der einzelnen Gruppe von Bedeutung
sind, von lauten, bis ein Kilometer weit hörbaren Vokalisationen.
Die letzteren sind auf Distanz, also mindestens auch von den
Nachbargruppen vernehmbar.
Von der ersten Gruppe, den leisen Vokalisationen,
wären zu nennen: Weinen von Kleinkindern, Quitschen von
Juvenilen beim Spiel, Schreie von Juvenilen und Subadulten als
Antwort auf Aggression seitens der Eltern, und Lautgebung in
erregtem Zustand.
Situationen, in denen Erregungslaute geäussert
werden (leise «uh-uh»-Laute in Sequenzen), sind zum
Beispiel: Entdecken bevorzugter Früchte, Entdecken eines
ungewöhnlichen, unbekannten oder feindlichen Objekts, Verlust
und in der Folge Suche nach Kontakt mit den übrigen Gruppenmitgliedern
beim Herumwandern, Unsicherheit beim Aufhalten in einem fremden
Gebiet. Auch äussert sich die Erregtheit des Weibchens,
bevor es seinen Territorialgesang beginnt, in diesen Lauten.
Lautstärke und Geschwindigkeit der Lautsequenz sind je nach
Situation sehr unterschiedlich. Ein hoher Erregungsgrad wird
vor allem durch lautes Einatmen gekennzeichnet, so dass mehrsilbige
Laute ertönen.
Von den lauten Vokalisationen ist der vom Weibchen
geäusserte Territorialgesang am auffälligsten und am
häufigsten zu hören.
Fast täglich steigt das adulte Weibchen der Familie
auf einen seiner Rufbäume und kündigt durch lautes
Singen die Präsenz seiner Familie im Territorium an. Durch
simultanes Herumturnen im Geäst dieser über das Kronendach
des Walds hinausragenden Baumriesen demonstriert es zudem optisch
seine Anwesenheit auf Distanz. Der Gesang ist aufgebaut als eine
Sequenz einzelner, im Muster stereotyper Strophen, welche zehn
bis zwanzig Sekunden dauern und im Durchschnitt etwa ein Mal
je Minute wiederholt werden.
Die Strophen beginnen mit einer Reihe von in der Lautstärke
zunehmenden Einzellauten und erreichen dann nach einigen langgezogenen
Tönen ihren Höhepunkt bezüglich Tonhöhe,
Intensität und Geschwindigkeit im Endcrescendo. Simultan
zu diesem Crescendo erfolgt auch das wilde Herumhangeln des Weibchens.
Zwischen den einzelnen Strophen sitzt das Weibchen ruhig und
beobachtet den Horizont.
Diesem eigentlichen Gesang, dieser Sequenz von Strophen,
geht je nach Motivationsgrad eine unterschiedlich lange, meist
jedoch mehrminütige Einleitung aus einsilbigen Rufen voraus.
Auch bei dieser Einleitung schwillt die Intensität fortlaufend
an und gipfelt in der ersten Strophe. Hervorgegangen sind die
einleitenden Rufe aus anfangs sehr leisen Erregungslauten.
Das Weibchen singt meist im Chor mit Weibchen von
Nachbargruppen oder zumindest im Dialog mit einem Nachbarweibchen.
Dies deshalb, weil sich die Weibchen gegenseitig zum Singen animieren.
Das Singen am Morgen kann sich so, einmal angefangen, wie ein
Lauffeuer über ein ganzes Gebiet verbreiten. Bei Dialogen
wartet jedes Weibchen das Strophenende des anderen ab, bevor
es weitersingt. Sie singen also alternierend. Die Männchen
singender Weibchen sitzen meist ruhig auf tieferem Niveau und
beobachten die Umgebung, speziell den Boden, vermutlich, um das
Risiko des auffälligen Verhaltens des Weibchens bezüglich
Feinden zu verringern.
Das territoriale Singen informiert so alle in der
Nähe befindlichen Artgleichen - seien es Nachbarn oder durchziehende,
besitzlose Tiere - über die Anwesenheit einer gesunden,
kampffähigen Familie, respektive über die Besetztheit
des betreffenden Waldstücks.
Es soll hier nochmals festgehalten werden, dass die
einzige Reaktion etablierter Gruppen auf Gesänge von Nachbargruppen
ebensolches Singen ist. Eine Bekräftigung dieser Distanzsignale
an den Grenzen durch einen Männchenkonflikt findet nicht
statt. Andererseits reagieren durchziehende Tiere, die nicht
im Besitz eines Territoriums sind, mit sofortiger Flucht. Das
Singen der Weibchen hat somit die Bedeutung einer passiven Verteidigung
des Territoriums, im Gegensatz zur seltenen aktiven Verteidigung
durch die Männchen an den Grenzen beim Antreffen von Fremdlingen.
Darüberhinaus ist das territoriale Singen sicher auch von
Bedeutung für die Stärkung der gruppeninternen Bindung.
Kleine Unterschiede im Strophensingen kennzeichnen
einzelne Individuen, Unterschiede zum Beispiel im Frequenzumfang
der langgezogenen Töne im Strophenmittelteil oder in der
Geschwindigkeit des Endcrescendos. Vermutlich besitzen - für
Gibbonohren - alle Weibchen derartige Charakteristika, so dass
Gibbons sich allein akustisch von Anwesenheit und Standort der
verschiedenen Nachbargruppen oder zum Beispiel auch von einem
Wechsel in der Formation einer Gruppe ein Bild machen können.
Trotz dieser geringfügigen Unterschiede ist aber das Muster
der Strophen stereotyp und arttypisch, konstant innerhalb der
Art auch ungeachtet der voneinander getrennten Verbreitungsgebiete.
In seltenen Fällen begleitet das subadulte Weibchen
das adulte Weibchen beim Territorialgesang. Dies geschieht vor
allem dann, wenn ein Paar die Alleinherrschaft über ihr
Gebiet in Frage gestellt sieht. Etwa nachdem Durchzügler
gesichtet worden sind, oder wenn in ihrem Territorium der Gesang
eines fremden Weibchens ertönt. Die Stimmlage des subadulten
Weibchens ist etwas höher, sein Gesang weniger kräftig,
seine Strophen kürzer, obwohl sie gleich strukturiert sind
wie diejenigen des adulten Weibchens. Das subadulte Weibchen
singt zudem nicht allein, sondern hält sich, begleitend,
an den Rhythmus des adulten Weibchens.
Ein anderer Typ lauter Vokalisationen ist, wie bereits
angedeutet wurde, ein Schreikonzert zwischen zwei benachbarten
Gruppen bei Interaktionen an ihrer gemeinsamen Grenze. Ein solches
Konzert erfolgt gleichzeitig zum ritualisierten Kampf, dem Hinundherjagen
der beiden Männchen. Sämtliche Mitglieder beider Familien
schreien dabei, meist ruhig an Ort sitzend, aus voller Kehle.
Von Zeit zu Zeit singen die Weibchen auch einzelne Strophen ihrer
typischen Morgengesänge; oft auch beide simultan, was bei
ihrem normalen Singen sonst nicht vorkommt. Ein Schreikonzert
dauert meist eine halbe Stunde oder länger. Derartige Grenzkonflikte
sind prächtige Darbietungen der akustischen und lokomotorischen
Kraft von Gibbons.
Den dritten Typ lauter Vokalisation kann man hören,
wenn Gibbons einen Bodenfeind - zum Beispiel einen Panther oder
einen Menschen - entdecken. Sie stimmen in einer oberen Etage
des Walds, nachdem sie zuerst Erregungslaute geäussert haben,
ein «Verschreien» an: ein Schreikonzert, wie das
soeben beschriebene, jedoch ertönen in der Regel keine Weibchenstrophen.
Sämtliche Mitglieder der Gruppe schwingen dazu wild durch
das Geäst, vermutlich um die Aufmerksamkeit des Feinds von
einem speziellen Individuum abzulenken. In der Schlussphase,
meist nach mehr als einer halben Stunde, verschwinden dann die
Tiere lautlos, eines nach dem anderen, voran die Jungen und das
Weibchen.
Diese Form der Vokalisation hat meiner Meinung nach
wenig Sinn für die schreienden Tiere selbst; es scheint
mir ein eher riskantes Unterfangen. Der selektive Wert des Verschreiens
von Bodenfeinden liegt vermutlich eher in der Kommunikation zwischen
den sozialen Einheiten der Population, mit anderen Worten im
Warneffekt für benachbarte Gruppen.
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