Augenzeugenberichte


Unser heutiges Wissen über den Tatzelwurm gründet auf Augenzeugenberichten. Ich habe hier die mir zugänglichen Berichte von vertrauenswürdigen Augenzeugen zusammengestellt.




1.

«Da traf ich neulich einen mir recht vertrauenswürdig erscheinenden Mann, der einen solchen Tazzelwurm wirklich gesehen haben will. Es war Mitte Juli des heissen Jahres 1921, da ging er in Begleitung eines Hirten auf die Sennerbergalpe im hintersten Ridnaunertal. Etwa um zwei Uhr nachmittags sahen sie nun, durch das Davonlaufen der Schafe aufmerksam gemacht, in den Steinlammern einen etwa armdicken, 60 bis 70 Zentimeter langen, schmutzig-weissen Wurm liegen, der sich, als sie näher kamen, sofort im Kampfstellung aufrichtete, sie starren Blickes scharf ansah und einige Mal einen langgezogenen Pfiff hören liess. Der Kopf des Tiers war etwas plattgedrückt; Ohrmuscheln bemerkten sie keine, wohl aber sahen sie, wie es einige Mal eine schmale, dunkle, zweigespaltene Zunge herausstreckte. Füsse sahen sie keine. Hinten war der Wurm dicker, er hatte nach ihrer Beschreibung fast eine birnenförmige Gestalt. Näher als auf etwa zwanzig Schritt wagten sie sich nicht heran, da sie, ihre Bergstöcke ausgenommen, keinerlei Waffen bei sich hatten. Lange hielten sie sich bei diesem ihnen unheimlich erscheinenden Tier nicht auf, sondern machten, dass sie bald wieder weiterkamen.»

Dr. Karl Meusburger, in: «Der Schlern», Heft 9, 1928, S. 189-190




2.

«Es war an einem heissen Julitag des Jahres 1921. Die Schafe der hinter Ridanna gelegenen Sennerberg-Alm waren gegen das Hochgewänd hin hoch über die Holzgrenze hinaufgestiegen und weideten dort in aller Ruhe an einer sonnigen, trockenen Stelle. Da sah der Hirt, dass die Schafe plötzlich unruhig wurden und dann alle davonliefen. Um die Ursache dieses plötzlichen Schreckens zu ergründen, ging er hin und sah sich, als er in die daneben liegende Steinlammer (Geröllhalde) hineingestiegen war, ganz plötzlich einem merkwürdigen Tier gegenüber: Es hatte die Gestalt einer dicken, kurzen Schlange, war etwa 60 bis 70 Zentimeter lang und so dick wie ein Mannesarm. Nach hinten zu schien die Dicke etwas zuzunehmen. Der Kopf war plattgedrückt, nach vorn etwas zugespitzt und ging ohne einen Absatz, also ohne äusserlich sichtbaren Hals in den Rumpf über. Die Stirne trug einen etwas dunkleren, kreisförmigen Fleck. Sonst war die Farbe ein schlangenartig glänzendes, schmutziges Weiss.

Bei seiner Annäherung richtete sich nun dieses Tier in eine Art Kampfstellung auf und stiess einen lauten Pfiff aus. Der Pfiff glich am ehesten dem eines Gimpels, war aber etwas stärker, doch nicht so stark wie ein Gemspfiff. So einen Wurm hatte der Hirte noch nie gesehen. In seiner schlangenartigen Gestalt, mit seinem Pfeifen und in seiner kampfbereiten Stellung erschien er ihm unheimlich, weshalb er es vorzog, das Tier in Ruhe zu lassen und sich eilends zurückzuziehen.

Als er dann abends wieder mit seinen Gefährten zusammenkam, erzählte er ihnen sein Abenteuer und sein Zusammentreffen mit dem unheimlichen Tier. Aber was er damit erreichte, war nur, dass man ihn ob seiner Furchtsamkeit einen Hasenfuss nannte, gehörig auslachte und verspottete.

Am andernächsten Tag nun machten sich, von Neugier getrieben, zwei seiner Gefährten auf, um dieses merkwürdige Tier zu suchen und wohl auch um diesen offenbar giftigen und den Schafen gefährlichen Wurm möglichst zu erlegen. Nachdem sie etwa um zwei Uhr nachmittags die bezeichnete Stelle erreicht hatten, erblickten sie auch schon das fragliche Tier, das ruhig auf einem Stein lag und sich sonnte. Es sah genau so aus, wie es der Hirte ihnen beschrieben hatte. Auch diesmal richtete es, als sie etwas näher kamen, den Vorderkörper sofort in die Höhe und streckte den Kopf waagrecht vor, nahm also wiederum eine Kampf- und Angriffsstellung ein. Dabei liess es wiederholt das bereits beschriebene Pfeifen hören und blickte die beiden mit seinen funkelnden Augen starr an.

Hatten sie vorher über den furchsamen Hirten gelacht und gespottet, jetzt, da sie dem unbekannten Tier wirklich Aug in Aug gegenüber standen, wurde auch ihnen die Sache unheimlich, und da sie keine Waffen hatten, wagten sie es nicht, sich dem Tier mehr als auf etwa zehn Schritt zu nähern. Auf diese kurze Entfernung betrachteten sie nun das Tier während einiger Minuten. Von Füssen oder Ohrmuscheln konnten sie nichts wahrnehmen. Auch von seinem Gebiss, von seinen Zähnen sahen sie nichts, da das Tier wohl des öftern seine schwarze Zunge vorstreckte, das Maul aber immer geschlossen hielt. Die Zunge schien zweispitzig zu sein und glich ganz der der Beisswürmer («Beisswürmer», mitunter auch «Würmer» schlechtweg, nennt in unseren Gegenden der Volksmund alle Schlangen, seien sie nun giftig oder nicht).

Unsere Männer hatten sich zwar vorgenommen, das Tier unschädlich zu machen, jetzt aber, da es sie so unheimlich starr anblickte, wagten sie es nicht, einen Stein danach zu werfen. Schon während sie den Stein aufhöben, meinten sie, könne das offenbar sehr behende Tier auf sie losschiessen, und auf der Flucht würden sie, da die Verhältnisse sehr ungünstig waren, leicht eingeholt und gebissen werden können. Vor dem Tier als solchem fürchteten sie sich zwar nicht, denn um einen Menschen ernstlich zu gefährden, war es ja viel zu klein. Wohl aber fürchteten sie seinen giftigen Biss. Deshalb zogen auch sie sich gleich dem erstgenannten Hirten wieder zurück, kehrten aber noch einmal um und betrachteten dann auf eine Entfernung von etwa fünfzig Schritt das Tier mit ihrem Binokel. Neues sahen sie dabei nicht mehr.

Angeblich war dieses Tier, von dem die Leute schon früher gehört hatten und das sie einen Lindwurm nannten, schon öfters gesehen worden, das erstemal um das Jahr 1890 herum. Es zeigte sich durchaus nicht alle Jahre, sondern nur in ganz besonders heissen Sommern, und zwar immer mehr oder weniger an der gleichen, von allem Touristenverkehr weit abliegenden Stelle. Von den wenigen Hirten und Murmeltierjägern abgesehen kommt jahrelang kein Mensch an diese Stelle, denn die Alpe besteht fast nur aus Steinlammern, bietet also nur wenigen Schafen eine sehr spärliche Weide.

So erzählte mir einer der beiden Männer, die auf die Erzählung des Hirten hin das Tier gesucht und auch gefunden hatten. Er heisst Johann Fischnaller und ist Bauer in Millan bei Bressanone. Er macht den Eindruck eines ruhigen, nüchtern beobachtenden, durchaus verlässlichen Mannes - ein Urteil, das mir auch von anderer Seite bestätigt wurde. Sehr zu seinen Gunsten spricht auch der Umstand, dass er das Vorkommnis, von einer ganz nebensächlichen Abweichung abgesehen (die Entfernung zum Tier wurde einmal mit ungefähr zwanzig, zweimal mit ungefähr zehn Schritten angegeben) dreimal ganz gleich erzählte, obwohl jedesmal zwei bis drei Jahre dazwischen lagen.»

Dr. Karl Meusburger, in: «Der Schlern», 1931, S.458-479




3.

«Bezugnehmend auf den Artikel über den «Tazzelwurm» (im «Schlern» 9, S. 189f.) möchte ich nachstehend berichten. Einer unserer Arbeiter hat als Vierzehnjähriger einmal so ein Tier gesehen. Er erzählte mir folgendes:

«Ich war in Arbeit damals in Schloss Katzenstein. Wir waren eines Morgens im Acker beschäftigt, es war halb acht Uhr und das Unkraut und das Gras war noch nass vom Tau. Ich hörte plötzlich die in der Nähe arbeitenden Mägde laut schreien. Ich lief hin zu sehen, was es gäbe. Ich erschrak selber über das Tier, das da im Gras ganz steif lag. Es hat mir einen scheusslichen Eindruck gemacht. Ich rief den Knecht, der mich um einen Steinhammer schickte und es dann erschlug. Das Tier lag unbeweglich im kalten Gras ausgestreckt. Es war grau und vielleicht auch etwas grünlich. Es war ungefähr 60 bis 70 Zentimeter lang, furchtbar dick, die Dicke eines Mannesarms. Wie der Schwanz absetzte, kann ich mich nicht mehr erinnern. Füsse hatte es nicht. Der Kopf war stumpf, gross, und nur wenig Übergang zum Hals bemerkbar. Wir haben es dann eingegraben. Die Leute nannten es einen Haselwurm.»

Das war im Jahr 1894. Der Knecht, der das Tier erschlug, ist vor einigen Jahren gestorben, aber unser Arbeiter, der mir das erzählte, lebt jetzt hier als Hausbesitzer und Familienvater im Schallhof von Untermais bei Meran. Vielleicht wird man doch einmal mehr über dieses Tier erfahren!»

Ada von der Planitz, Malerin, Meran, in: «Der Schlern», 1928/9, Seite 288




4.

«Es war im Jahre 1894, so erzählt die Meraner Malerin Ada von der Planitz, da war unser jetziger Arbeiter, damals ein vierzehnjähriger Knabe, in der Nähe des Schlosses Katzenstein (bei Meran) auf dem Felde beschäftigt. Plötzlich schreien die Mägde laut auf. Er läuft hin und erschrickt vor dem scheusslichen Tier, das, von der Morgenkälte noch ganz starr, vor ihm im taunassen Gras liegt. Es war 60 bis 70 Zentimeter lang, hatte die Dicke eines Mannesarmes, besass aber keine Füsse. Der Kopf war gross, stumpf, und ging fast unmerklich in den Hals über. Die Farbe war grau, vielleicht etwas grünlich. Wie der Schwanz aussah, kann der Mann sich nicht mehr erinnern. Der Knecht schickte nun unseren Gewährsmann heim, um einen grossen Hammer zu holen. Mit diesem erschlug er das scheussliche Tier und vergrub es dann. Die Leute nannten es einen «Haselwurm».

Mag sein, dass die Einsenderin durch die im «Schlern» (1928/9, S. 190) gegebene Beschreibung unbewusst etwas beeinflusst war. Die Tatsache aber, dass im Gegensatz zum genannten Schlernbericht über den Schwanz nichts Bestimmtes ausgesagt, das Fehlen eines deutlich abgesetzten Halses aber ausdrücklich hervorgehoben wird, lässt schliessen, dass die Berichterstatterin eine gewissenhafte und daher wirklich zutreffende sei.»

Dr. Karl Meusburger, in: «Der Schlern», 1931, S.458-479




5.

«Ein Kalterer Wirt sah, als er sich einst mit einem Gefährten in der Nähe der Eppaner Eislöcher herumtrieb, einen ganz merkwürdigen «Beisswurm». Er war ähnlich wie ein Salamander, grauschwarz und gelb gefleckt, etwa 30 Zentimeter lang, und so dick, dass man ihn mit Daumen und Zeigefinger vielleicht noch hätte umfassen können.

Kaum hatten sie ihn erblickt, da erhob er schon den Vorderkörper, streckte ihn waagrecht vor, nahm also eine sprungbereite Kampfstellung ein. Durch Steinwürfe und Stockschläge wurde das angriffslustige Tier getötet und der Kadaver dann in die Büsche geworfen.

Mein Gewährsmann, Herr Apotheker Eduard Lucerna in Gries bei Bozen, kennt diesen Wirt sehr wohl. Möglich, dass es sich dabei nur um eine an sich gewöhnliche, hier aber abnormal gefärbte Schlange handelt, die, obschon sie übervoll angefressen war, doch noch eine grosse Angriffslust besass. Doch die im Verhältnis zur Länge ausserordentliche Dicke spricht gegen eine solche Auffassung.»

Dr. Karl Meusburger, in: «Der Schlern», 1931, S.458-479




6.

«Dort, wo das Gelände vom Schlosse Katzenzungen gegen den Prissianer Bach ziemlich steil abfällt, sah vor etwa zehn Jahren der damals 61 Jahre alte Johann Dirler auf etwa vier Schritt Entfernung ein merkwürdiges Tier, das ruhig auf einem Steine lag. Es war von grauer Farbe, kurz, aber dick (...). Mit seinem breiten, etwas zusammengedrückten Kopf und seinem fingerlangen Stummelschwanz machte es fast den Eindruck eines riesigen Salamanders. Füsse wurden nur zwei beobachtet. Merkwürdig war der starke, widrige Geruch, den das Tier verbreitete. Dirler hätte das Tier leicht mit einem Stock erschlagen können, wagte es aber nicht, sondern entfernte sich alsbald wieder.»

Dr. Karl Meusburger, in: «Der Schlern», 1931, S.458-479




7.

«Filomena Mair, damals 17 Jahre alt, ging vor etwa 12 Jahren auf den unfern vom Locherhof gelegenen, mit Reben bepflanzten Föbener Bühel. Da lag an einer Perglsäule ein graues, ihr ganz unbekanntes Tier. Erschreckt lief sie zuerst davon, dann aber siegte die Neugierde über die Furcht, und sie kehrte wieder zurück, um das merkwürdige Tier genauer zu betrachten. Dabei bemerkte sie, dass das Tier kurz und dick war, dass sein Kopf dem einer Katze glich und dass es, scheinbar wenigstens, nur zwei Füsse hatte.»

* * *

«Auf dem gleichen Föbener Bühel sah Anton Botzner an einer durch Gebüsch teilweise verdeckten Feldmauer einen Haselwurm, der mit funkelnden Augen herausglotzte. Er war sehr kurz, aber dick und hatte zwei breite Tatzen. Seine Farbe war rötlich; vielleicht war diese Färbung aber nur eine Folge der vom roten Porphyr der Trockenmauer reflektierten Sonnenstrahlen.»

Dr. Karl Meusburger, in: «Der Schlern», 1931, S.458-479




8.

«An einem heissen Julitag, es war noch vor dem Krieg, war Josef Pichler oberhalb des Dorfes Tesimo in der Nähe einer Steinhalde damit beschäftigt, die schadhafte Wasserleitung auszubessern. Da raschelte es plötzlich neben ihm im nassen Laub und dann kam ein grauer, nicht sonderlich dicker Wurm zum Vorschein. Er stützte sich auf seine beiden Vorderfüsse, legte den Schwanz über den Rücken. Dann öffnete und schloss er abwechselnd sein krötenartiges Maul und liess bei dieser Gelegenheit jedesmal seinen feuerroten Rachen sehen. Unserem Pichler kam dieses Tier unheimlich vor. Er liess daher die Arbeit liegen und stehen und schaute, dass er weiter kam.»

Dr. Karl Meusburger, in: «Der Schlern», 1931, S.458-479




9.

«Drei Holzknechte, zuverlässige Leute, die der Ingenieur Hans Flucher kannte und einzeln vernahm, hatten im Sommer 1927 in den Leoganger Steinbergen (im Salzburgischen) einen Tatzelwurm gesehen und übereinstimmend wie folgt beschrieben:

Etwa 50 bis 60 Zentimeter lang und armdick, Kopf katzenartig, doch ohne sichtbare Ohren, mit kleinen feinen Zähnen, Hals nicht deutlich abgesetzt, ganz kurze Vorderbeine, der Körper geht in einen etwa 15 Zentimeter langen Schwanz aus. Unbehaart, nur am Kopf einige Borsten. Farbe graulich. Die Haut so glatt wie die einer Eidechse. Hinterbeine wurden auch beim Wegspringen des Tiers nicht gesehen, scheinen nicht vorhanden zu sein. Angriffslustiges, furchterregendes Aussehen, besonders der Blick. Fauchend-pfeifende Laute wie «von einer böse gemachten Katze».»

aus: Hans Rudolf «Rätselhafte Begegnung im Schweizer Hochgebirge: Der Tatzelwurm», «Berliner Illustrirte Zeitung», Nr. 16, April 1935




10.

«Bei den Leuten, die unsere erste Suche mitgemacht hatten, war inzwischen ein Mann erschienen, der eine wichtige Aussage zu machen hatte. Es war der Bauarbeiter Naegeli aus Aeppigen bei Innertkirchen. Er erzählte mit allen Einzelheiten, ganz klar: Vor einem Jahr (1934) habe er in der Nähe der Brücke, die bei Aeppigen über die Aare führt, ein ihm gänzlich unbekanntes Tier erblickt: ein Tier mit einem plumpen Leib, kleinen Füssen und einem ganz breiten Kopf. (...)

Das Tier, erzählte der Bauarbeiter Nägeli, hatte Miene gemacht, auf ihn zuzukommen, und er hatte sofort die Flucht ergriffen. Seine Leute berichteten, dass er ganz bleich und verstört zu Hause angekommen sei.»

aus: Hans Rudolf «Rätselhafte Begegnung im Schweizer Hochgebirge: Der Tatzelwurm», «Berliner Illustrirte Zeitung», Nr. 17, April 1935




11.

«Beobachter wissen folgendes zu erzählen: Als der heutige Steinbruch der Elektrowerke Reichenbach beim «Unterbalmiweg» noch nicht abgetragen wurde, existierte damals eine kleine «Glunte». In dieser sogenannten «Glunte» soll es nur so von Schlangen und anderem Ungeziefer gewimmelt haben. Eines Tages nahmen Spaziergänger ein ihnen unbekanntes Tier wahr, das sich auf einem Stein sonnte, der aus dem Wasser hervorragte. Sie warfen mit Steinen nach ihm, bis es tot war. Daraufhin soll es fürchterlich gestunken haben, und Schlangen und Ungeziefer waren von da weg wie vom Erdboden verschwunden. Nach den Aussagen dieser Beobachter soll (...) dieses unbekannte Tier mit dem (...) «Tatzelwurm» grosse Ähnlichkeit gehabt haben.»

H.B., in «Der Oberhasler», Nr. 32, 18. April 1935




12.

«(...) erlaube ich mir folgendes bekannt zu geben: Ein vor einigen Jahren verstorbener, angesehener Mann, höherer Beamter, erzählte mir einmal, dass er als Junge von fünfzehn Jahren einst im Herbst gegen Unterstock zu am «strewwenen» gewesen sei, während seine Geissen in der Nähe weideten. Ich lasse den Mann nun selbst erzählen:

«Ich habe mich auf ein Mäuerchen gesetzt und mein mitgebrachtes «Zaben» (Abendessen) in Angriff genommen und liess meine Augen über die nähere Umgebung schweifen. Da auf einmal sah ich in etwa zehn Meter Entfernung ein merkwürdiges Geschöpf sich aus einem Steinhaufen herausarbeiten. Es war ein dickleibiger Wurm, braungelb mit dunklen runden Flecken und zwei Stumpenbeinen an der Brust. Ein Stollenwurm! fuhr es mir durch den Sinn.

Seine schrecklichen Augen waren stechend auf mich gerichtet und ich fühlte eine plötzliche Lähmung der Glieder und konnte mich nicht mehr erheben. Da polterte ein von meinen Geissen gelöster grosser Stein herunter, und wie auf einen Schlag kam wieder Leben in mich, was ich profitierte und mich zur Flucht wandte. Als ich kurz darauf mit einigen steckenbewaffneten Kameraden wieder auf der Szene auftauchte, war der Wurm nicht mehr zu finden, aber auch mein zurückgelassenes «Zaben» war weg.»

Man hat früher viel von Stollenwürmern gehört, die dieser oder jener gesehen haben wollte, aber man glaubte ihnen nur halb. (...) (Hingegen) habe ich volles Vertrauen in die Erzählung meines Gewährsmanns.»

Lux., in «Der Oberhasler», Nr. 33, 23. April 1935




13.

«Eine Haslibürgerin aus Innertkirchen erzählt: Als mein Vater sel., wie jedes Jahr üblich, Haselstauden am Kirchet suchen ging, nahm er nach getaner Arbeit sein wohlverdientes «Znüni» ein. Auf einmal erblickte er von seinem Ruheplatz, einem Mäuerchen, aus einen dicken Wurm mit gestumpten Füssen auf sich zukriechen, mit einem grossen Maul und spitzigen Zähnen und fürchterlich dreinblickenden Augen. Als das Ungeheuer noch pfeifende Laute von sich gab, entfloh er in hellem Entsetzen nach Hause. Dort angekommen belehrte man ihn, dass er so recht gehandelt habe; denn ansonst wären viele solcher «Tiere» auf den pfeifenden Lockruf herbeigekommen. Man klärte ihn dahin auf, dass dieses «Ungeheuer», das er gesehen habe, der «König der Würmer» sei - oder wie man ihn sonst auch nenne: «der Stollenwurm».»

in: «Der Oberhasler», Nr. 33, Dienstag, 23. April 1935




14.

«Noch 1953 erschienen im «Schlern» neueste Augenzeugenberichte - unter anderem jener eines zwölfjährigen Kindes, das in St.Georgen bei Bozen einen dicken «Wurm» gesehen hatte «mit einem Kopf wie ein kleines Kind und einer Eidechse in der Goschen». Das liess den Berichterstatter triumphierend schliessen: «Wir wären somit in der Tatzelwurmforschung wieder einen Schritt weiter. Wir wissen nun auch, was er frisst.»»

aus: Ueli Halder «Der Tatzelwurm: Mythos oder Wirklichkeit?», unpubl. Manuskript, 1984




15.

«Im Jahr 1908 stand ein Berufsjäger, der das volle Vertrauen des österreichischen Hofrats Dr. A. von Drasenovitch besass, eines Tages plötzlich dem Tatzelwurm gegenüber, und zwar bei Murau in der Steiermark, etwa 1500 Meter ü.M. Er sah aus wie ein riesiger Wurm von 50 Zentimetern Länge und 8 Zentimetern Dicke, allerdings mit vier kleinen Tatzen. Da der Jäger den schlechten Ruf des Tatzelwurms kannte, zog er sein Jagdmesser aus der Scheide, bevor er näher ging. Als er dem Tier schon ziemlich nahe war, sprang dieses ihn plötzlich an. Der Mann konnte ihm einige heftige Messerstiche zufügen, allerdings vermochte die Klinge die zähe Haut kaum zu durchdringen. Erst nach einem halben Dutzend wütender Angriffe zog sich der verletzte «Wurm» zurück und verschwand in einer engen Felsspalte. Trotz hartnäckiger Versuche gelang es dem Jäger nicht, ihn dort wieder aufzufinden und hervorzuholen.

Dieser Bericht wurde von Dr. von Drasenovitch verfasst gemäss der Erzählung des ihm gut bekannten Jägers.»

aus: Bernard Heuvelmans «Sur la Piste des Bêtes Ignorées», Paris 1955




16.

«An einem warmen Sommertag im Jahr 1921 befanden sich ein Wilderer und ein Hirte zur Jagd auf der Hochfilzenalm in Südösterreich. Als die beiden eine Zeitlang unterwegs waren, kamen sie in die Nähe eines Felsens, auf dem sie etwas ausmachen konnten. Langsam und vorsichtig näherten sich die beiden dem Felsen und erblickten dort einen etwa 60 bis 90 Zentimeter langen Wurm mit grauer Farbe, welcher etwa so dick wie der Arm eines Mannes war. Weder der Wilderer noch der Hirte hatten zuvor ein solches Tier gesehen, also beschloss der Wilderer, dieses Wesen zu schiessen. Doch der Wurm hielt nicht still, sondern sprang mit einem grossen Satz in Richtung der beiden Männer, so dass diese die Flucht ergriffen. Während des Sprunges konnten die beiden Männer zwei kurze Vorderbeine an diesem Wesen ausmachen.»

Quelle: ?




17.

«Der Eisenbahnmitarbeiter Kaspar Arnold war im Jahre 1883 nahe dem Ort Hochfilzen in Tirol unterwegs, als er unweit vor sich einen etwa 30 bis 40 Zentimeter langen Wurm ausmachte, welcher Arnold mit einem sehr bösartigen Blick anschaute. Da dieser Wurm keine Anstalten machte, sich von der Stelle zu bewegen, schritt Arnold in einigem Abstand an dem Tier vorbei und konnte es so eine ganze Zeitlang beobachten. Er beschrieb es als eidechsenähnliches Wesen, etwa so dick wie der Arm eines Mannes und von grünbrauner Färbung. Am Vorderkörper befanden sich zwei kurze Beine, wohingegen am Hinterkörper keine Beine sichtbar waren. Weiterhin beschrieb er den Blick des Tieres als äusserst bösartig, so dass ihm dieser Blick regelrecht Furcht einflösste. Die Haut war mit feinen glänzenden Schuppen ohne Haare überzogen. Laut seiner Aussage hatte er niemals zuvor etwas Ähnliches gesehen, obwohl ihm alle heimischen Tiere wie Otter, Eidechsen, Schlangen, Wiesel, Murmeltiere und andere bekannt waren.»

Quelle: ?




18.

Der pensionierte Fürstl. Lichtensteinische Jäger Rupert Scheurer in Kleinart schrieb: «(...) teile ich Ihnen mit, was mir aus Erfahrung vom sogenannten Tatzelwurm bekannt ist. Ich habe einen solchen wohl zum öfteren gesehen, er hat sonst das Aussehen einer Schlange, nur hat er vorne, hinter dem Rumpf, zwei ganz kurze Füsse (Tatzel). Er hat eine Länge von ungefähr fünfzig Centimeter und eine Dicke von fünf Centimeter, ist gräulich, schuppig wie eine Schlange und von unten mit gelben Tupfen besetzt. Diese Tiere sind scheinbar sehr zornig, was sie durch Pfeifen und Nichtfliehen kundgeben. Ob deren Biss auch giftig wäre, weiss ich nicht.»

aus: Josef Frh. v. Doblhoff «Altes und Neues vom Tazelwurm», Zeitschrift für österreichische Volkskunde, 1895, 261 ff.




19.

«Einer brieflichen Mitteilung aus Neuwaldegg von Friedrich Graf von Schönborn entnehmen wir, dass der verstorbene Reichsrats-Abgeordnete Graf Friedrich Dürckheim einen «Wurm» auf einer Gemsjagd bei Stoder sah. Das Tier sei dickleibig, gefleckt nach Art der Forelle gewesen und habe kurze Beine gehabt; es sei in einen Steinhaufen gekrochen. Graf Dürckheim habe nun mit dem Bergstocke die Steine zu entfernen begonnen und die begleitenden Jäger aufgefordert, ein Gleiches zu tun, um das Tier fangen zu können. Die Jäger aber hätten sich geweigert, indem sie meinten, so ein Tier blase den Angreifer an und man wird davon hin.»

aus: Josef Frh. v. Doblhoff «Altes und Neues vom Tazelwurm», Zeitschrift für österreichische Volkskunde, 1895, 261 ff.




20.

Herr Gottfried Denemy, Beamter der Gartenauer Zementfabrik, Schloss Gartenau b. Salzburg schreibt: «Im Laufe der zehn Jahre, seit welchen ich hier auf dem Lande lebe, erzählte mir wohl der eine und der andere von dem Bergstutzen. Leider aber konnte ich mich nur mehr mit zweien, die den Bergstutzen selbst gesehen haben, in Verbindung setzen. Der eine: Michel Brandner, der jetzt in Bischofshofen wohnt, war früher Aushilfsjäger. Obwohl ich demselben einen Fragebogen einsandte, schickt er mir doch beigeschlossenes Schreiben ein, welches nur ungenaue Angaben enthält. Trotzdem bin ich überzeugt, dass er einen Bergstutzen gesehen hat.

Mein zweiter Gewährsmann ist Josef Grill, k. bayrischer Postillon in Berchtesgaden, den ich mündlich auszuholen Gelegenheit hatte. Derselbe erzählte mir folgendes: Es war vor fünfzig Jahren - er war damals zwölf Jahre alt - als er mit einem Altersgenossen auf einer Alm, unterhalb des Sattels zwischen dem grossen und den kleinen Watzmann, die Kühe hütete. Um die Mittagszeit herum, als sich die Herde gelegt hatte, beschlossen die beiden Buben zu der Scharte emporzuspringen, um nach Murmeltieren zu schauen, wie sie das schon öfter gemacht hatten. Wie sie nun im Geröll herumsteigen, sehen sie auf einem Stein ein Tier in der Sonne liegen, wie sie früher noch nie eins gesehen hatten. Es war fast mannesarmlang, gut mannesarmdick, in eine plötzlich abfallende, stumpfe Spitze endigend, von rötlicher Farbe und im Sonnenlichte flimmernd, wie wenn's mit «lauter kleinen Sterndln» besäet wäre. Der Kopf war breit gedrückt. Füsse konnte er jedoch keine bemerken, d. h. er erinnert sich nicht mehr, welche gesehen zu haben.

Die beiden Buben warfen nun mit Steinen nach dem Tier, worauf es sich «pfeilgrad» aufrichtete - hiebei bemerkten sie, dass es einen dunkelgelben Bauch hatte - und ihnen, die sich zur Flucht gewendet hatten, in «zweiklafterlangen Sprüngen» nachsetzte. Sie liefen quer den Abhang hinunter, was ihr Glück gewesen sein soll, wie ihnen später der Jäger, dem sie das Abenteuer erzählten, gesagt hat. Der Jäger sagte ihnen auch, dass das Tier ein «Bergstutzen» bzw. «Birgstutzen» gewesen sei und ermahnte sie gleichzeitig, ein solches Tier nie mehr zu beleidigen.

So weit meine Gewährsmänner. Die beiden Berichte ähneln sich in vielen Stücken und man wird fast verleitet zu glauben, dass noch einzelne Exemplare einer grossen Echsenart da und dort existieren.»

aus: Josef Frh. v. Doblhoff «Altes und Neues vom Tazelwurm», Zeitschrift für österreichische Volkskunde, 1895, 261 ff.




21.

Herr Michel Brandner schrieb: «Es wahr im Jahre 1867, Ende August, da wahr ich in Blinbach bei der Jagt, da wurde die sogenante Hauslaibe gedriben. Da habe ich einen Starken Hirsch aufgescheicht. Dieser Hirsch Sätzt gerade zwischen mier und den Jäger Bergmüller durch, dann Sagte ich zum Jäger, ob ich im nachbirschen sol, sonst Stäld er sich hinter uns. Der Jäger Sagt Ja ich Birsche den Hirsch nach und hab im auch öfters aufgescheicht, als ich von den Ladschen hinaussteigen wollte, in einen Lichteren Platz da Sah ich etwas bewegen ungefer 12-16 Schritte vor mir, ich Bücke mich das ich durch die Ladschen hinaus sehe, da sah ich das Thier aufgebeimd, gerade so das die Vorderpratzen über den Albenrosen Stauden herauf schauen

Es war nur ein Momend das ich das Thier Sah, das Thier warf sich nach Vorwerz gegen mich, dann hab ich die Flucht ergriffen, und bin gelaufen was ich nur stark war über und unter Latschen über Stein und Geröll bis ich die Treiber Kette wieder erreicht habe, dann bin ich zum Jäger Rettenbacher gegangen und hab's ihm gesagt dann hat er mich gefragt wie das Thier ausgesehen hat, ich Sah das Thier in gebäumter Ställung nur ein Paar Sekunden, die Vorderpratzen Gleichen genau einen Salamander nur fileicht 20mal Vergrössert, der Kopf ist nich Breid sondern eine Lange gespitzte nach Aufwertz Beträte Schnauze, die Käle ist Gelblich und sonst habe ich nichts Sehen können, weil mir das Liebste war die Flucht, weil ich den Thier ganz Werlos gegenüber Stand.

Der Jäger Rettenbacher sagte das ist ein Bugstutzen er Sagte, ich hatte Glük, das ich so davon gekommen bin, dann hats der Jäger Rettenbacher den Jägern Bergmüller und den Alten Waldmann Gesagt, der Bergmüller Sagte das bestättigt das Abnorme Pfeifen was sie öfters Gehört haben, das keinen Murmelthier, auch nicht den Pfeifen eines Gämses Gleicht.

Etliche Jahre früher soll ein Jäger in Blimbach, ein Tieroller ein gleiches Thier erschossen haben auch in der Hauslalpe. Das Merkwirdige ist das ich in keiner Naturgeschichte noch ein Ähnliches Thier Angetrofen habe.»

aus: Josef Frh. v. Doblhoff «Altes und Neues vom Tazelwurm», Zeitschrift für österreichische Volkskunde, 1895, 261 ff.




22.

Herr Schulleiter Carl Reiter in Donnersbachwald schreibt: «Auch in Donnersbachwald (nordwestliche Steiermark) kennt man den Bergstutzen. Der Volksmund behauptet, diese Tiere hätten eine braune Farbe, wären eidechsenartig mit einem Katzenkopfe. Eine Sennin, die sogenannte Alte Jagerpeter Kathl, erzählte, ihr seien beim Fleckschneiden oft Bergstutzen untergekommen. Sie sagte dann zu ihnen einfach: Geh weg! Dann verkroch sich das Tier, welches sich nichts weniger als bösartig erwies. Wobei noch bemerkt sei, dass das Fleck ein Grünfutter ist, welches man schneidet, um es den Kühen während des Melkens in die Krippe zu geben.»

aus: Josef Frh. v. Doblhoff «Altes und Neues vom Tazelwurm», Zeitschrift für österreichische Volkskunde, 1895, 261 ff.




23.

«Auch in der forellenreichen Einöde von Seehaus trifft man einen tapfern, im traurigen Krieg mit den Wildschützen erprobten Waidmann, der erst vor zwölf Jahren dem grausen Phänomen gegenüberstand. Er schlenderte im Juli durch die nahe Urschlau, als er plötzlich etwas neben sich rascheln hörte. Es war ein Tatzelwurm, der sich um einen Baumstamm schmiegte und ihn mit giftigen Augen anstarrte. Der Waidmann fuhr überrascht zurück und ging, sorgsam umschauend, in den lichtem Wald hinaus, wo er bald einen Rehbock schoss. Dieses Glück erkräftigte ihn, und mit neuem Mut schritt er nun wieder nach dem alten Platz, um den Kampf mit dem «Drachen» aufzunehmen, allein dieser hatte sich mittlerweile in seine Häuslichkeit zurückgezogen und war nicht mehr zu finden. Übrigens sei er vierthalb Fuss lang, schwarz und eidechsenartig gewesen, in der Dicke ungefähr "wie ein Bierkrügel". Füsse habe er sechs gehabt, während ihm die gewöhnliche Meinung deren vier oder gar nur zwei beilegt.»

Quelle: ?




24.

Herr Joh. Scharfer in Uttendorf schreibt: «Ich war im Jahre 1852 auf der Krameralpe im Habachthale bei Hollersbach bedienstet und hatte dort Gelegenheit den Tatzelwurm zu sehen. Derselbe ist circa anderthalb Fuss lang, armdick, der Kopf ist gross, schlangenartig, obenauf weissglänzend, der Rücken ist rot gescheckt, der Bauch und die Brust mehr dunkel, schwarz. Der Hinterleib ist zulaufend spitzig. Ich hörte sagen, dass der Tatzelwurm das giftigste Tier sei und lief so schnell als möglich davon. Vorne hat der Wurm zwei kurze Füsschen.»

aus: Josef Frh. v. Doblhoff «Altes und Neues vom Tazelwurm», Zeitschrift für österreichische Volkskunde, 1895, 261 ff.




25.

«Herr Professor Willebald Löb, Göttweig, schreibt: Freiherr von Doblhoff zitiert mich in seinem Aufsatze über den Tatzelwurm mit der Angabe, in Niederösterreich heisse der Bergstutzen Krautnatter. Dagegen bemerke ich:

1. Der Name lautet nicht Kraut-, sondern Kranlnatter, d. i. die Natter mit dem goldenen Kranl oder Krönlein. Mein Buch bringt die Erklärung im Sachregister. Man sagt übrigens auch Kranzelnatter.

2. Die Kranl- oder Kranzelnatter ist verschieden vom Bergstutzen. Denn erstere hat die Gestalt einer Ringelnatter, ist harmlos, wenn sie nicht gereizt wird, und gilt als die Schlangenkönigin. Letzterer aber ist kurz, dick und schwarz, überfällt sogar Menschen, hat kein Krönlein oder Kranzel und gilt nicht als Schlangenkönig.

Dem schliesse ich folgendes an: Die Bergstutzen passen auf Gemsen, welche auf steile Felsenmauern vortreten, springen auf sie los, stossen sie übers Gewände hinab und fressen sie. Auch Menschen «stossen sie zusammen» und fressen sie.»

Quelle: ?








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