Bengalkatze

Felis bengalensis


© 1988 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Kleinkatzen»)



Kopfrumpflänge: 36 - 90 cm
Schwanzlänge: 15 - 37 cm
Gewicht: 2 - 14 kg

Eine häufige Kleinkatze in Asien ist die Bengalkatze: Sie lebt ziemlich wahllos in Busch- und Waldgegenden Südostasiens - zwischen dem Amur im Norden, dem Indus im Westen und der Insel Java im Süden. Wie es bei Tieren mit solch weiter Verbreitung häufig der Fall ist, können Färbung, Zeichnung und Körpergrösse der Bengalkatze je nach Herkunftsland recht unterschiedlich sein. Am grössten und hellsten sind die Tiere aus der Mandschurei, während diejenigen von den Philippinen dunkel und besonders kleinwüchsig sind.

«Man sagt, dass sie zu den wildesten und raublustigsten Arten ihres Geschlechts zählt», schrieb «Tiervater» Alfred Brehm schon vor ungefähr hundert Jahren über die Bengalkatze. Tatsächlich übertrifft dieses hübsch gezeichnete Tier an Mut und Draufgängertum viele bedeutend grössere Katzen. So fallen ihr neben allerlei Kleintieren durchaus auch wehrhafte Pfauen, ausgewachsene Hasen und sogar Zwerghirsche zum Opfer. Furchtlos dringt sie ferner in die Ställe des Menschen ein: Einmal ertappte man eine Bengalkatze in einem Schafstall, als sie gerade ein Lamm getötet hatte. Und eine andere sah man glücklich ein fettes Huhn fortschleppen, obschon sie vom Hühnerbesitzer mit Geschrei verfolgt und mit allerlei Gegenständen beworfen wurde.

Sehr nah verwandt mit der Bengalkatze ist die Iriomote-Katze , welche erst 1967 auf der japanischen Insel Iriomote entdeckt wurde. Mit einem Bestand von nur etwa 40 bis 80 Exemplaren gilt sie als die seltenste Kleinkatze.




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