...und Nutzungsobjekt des Menschen


© 1985 Markus Kappeler
(erschienen im Pro-Natura-Sonderheft Nr. 4/85)



Der Boden ist auch Lebensgrundlage des Menschen. Seit Jahrtausenden greift er mit Forstwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht in die natürlichen Stoffkreisläufe ein. Uralte Kulturböden zeigen aber, dass er es vielerorts durchaus verstanden hat, den Boden über lange Zeiträume hinweg fruchtbar zu erhalten.

In der Jungsteinzeit - also vor gut 5000 Jahren - wurde der Mensch in der Schweiz sesshaft. Er begann, den Wald zu roden, mit dem die Schweiz grösstenteils bedeckt war, schuf Ackerflächen für seine Kulturpflanzen und Weideland für sein Vieh. So entstand aus der Naturlandschaft im Laufe der Jahrhunderte die Kulturlandschaft.

Schon früh lernten unsere Vorfahren, dass man im Umgang mit dem Boden bestimmte Regeln befolgen muss, wenn man auf Dauer gute Ernten einbringen will. Und je nachhaltiger der Mensch durch Forst-, Vieh und Landwirtschaft in die natürlichen Kreisläufe eingriff, desto ausgereifter wurden diese «Spielregeln». Dass er bisweilen teures Lehrgeld bezahlen musste, davon zeugt die Verkarstung ganzer Regionen im Mittelmeerraum infolge radikaler Entwaldung.

Besonders ausgeprägte Massnahmen wurden zur Pflege des Ackerlands entwickelt. So wurden Stallmist und Jauche auf die Felder zurückgeführt, und Laubstreu aus den Wäldern eingebracht. Die Anbauflächen wurden in dreijährigem Rhythmus jeweils für ein Jahr brach liegengelassen (Dreifelderwirtschaft). Mit ausgeklügelten Fruchffolgen wurde eine einseitige Bodennutzung vermieden. All diese landwirtschaftlichen Pflegemassnahmen dienten nicht nur dem Ersatz entzogener Nährstoffe. Sie stellten auch eine «Fütterung» der Bodenorganismen dar, wodurch die Humuserneuerung und die Bodenkrümelstruktur gewährleistet wurden. Schliesslich schützten diese Massnahmen den entblössten Boden vor Abtrag durch Wind und Wetter (Erosion). Auf diese Weise erwirkte der Bauer die langfristige Fruchtbarkeit seiner Böden. Leider figurieren heute diese ausgereiften bodenpflegerischen Massnahmen vielerorts nur noch in den Heimatkundebüchern.




ZurHauptseite