Breitschwanzkolibri

Selasphorus platycercus


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Breitschwanzkolibri (Selasphorus platycercus) brütet im Bereich der Rocky Mountains zwischen Mexiko im Süden und Montana im Norden. Im Spätsommer zieht er nach Mittelamerika und verbringt dort den Winter.

Ausgewachsene Breitschwanzkolibri-Männchen erreichen eine Länge von 11,5 cm, eine Flügelspannweite von 14 cm und ein Gewicht von 3,2 g. Die Weibchen sind etwas grösser und wiegen bis 4,3 g. Solch ein kleiner Vogel braucht naturgemäss zum Aufrechterhalten seiner Körperwärme ungleich mehr Energie als ein grosser. Tatsächlich nimmt der Breitschwanzkolibri Tag für Tag mehr als das Doppelte seines Körpergewichts an Nektar zu sich! Er verzehrt auch gern allerlei kleine Insekten, die er beim Blütenbesuch antrifft oder im Flug erbeutet.

Wie alle Kolibris vermag der Breitschwanzkolibri dank seines speziellen Flügelbaus auf der Stelle zu fliegen, plötzlich blitzschnell nach jeder Richtung davonzuschiessen und sogar rückwärts und seitwärts zu schweben. Bei der Balz führt das Männchen Sturzflüge in U-förmiger Flugbahn an immer wieder wechselnden Orten vor dem sitzenden Weibchen aus. Dabei entsteht infolge der speziell geformten äussersten Handschwingen ein lautes metallisches Pfeifen.

Das auf einem Nadelbaum angebrachte Nest des Breitschwanzkolibris ist ein napfförmiges Gebilde mit einem Durchmesser von 6 cm und einer Höhe von 4 cm. Es besteht aus weichen Pflanzenfasern und Flaumfederchen, welche mit Spinnenfäden zusammengeklebt sind, und ist zur Tarnung mit Flechten besetzt.

Das Gelege besteht aus zwei weissen Eiern, welche 13 mm lang und 9 mm dick sind. Das Weibchen brütet allein und zieht auch die Jungen, welche nach 16 Tagen schlüpfen, allein auf. Es ernährt sie mit vorverdautem Nahrungsbrei, indem es seinen Schnabel bis in den Kropf der Jungen versenkt. Die Jungen verlassen das Nest nach 21 bis 23 Tagen. Sie sind dann voll flugfähig und können für sich allein sorgen.




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