Elfenkauz

Micrathene whitneyi


© 1989 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Eulen»)



Länge: 13 - 14 cm
Gewicht: Nicht ermittelt
Flügelspannweite: 34 cm

Mit dem Weissbrauenkauz zusammen gilt der Elfenkauz als die kleinste Eule der Welt. Wenn dieser Zwerg in der Dämmerung herumfliegt, sieht er eher aus wie ein grosser Nachtfalter als ein Vogel.

Der Elfenkauz besiedelt die mexikanische Sierra Madre sowie andere Wüsten im südlichen Nordamerika. Ausserdem bewohnt er lockere Wälder in der Umgebung dieser Wüstengebiete. Hauptbeutetiere des Winzlings sind grosse Insekten und deren Larven. Ab und zu erwischt er aber auch eine unvorsichtige Eidechse oder eine kleine Maus.

Als Bruthöhlen dienen den Elfenkauz-Paaren manchmal natürliche Höhlungen in grossen alten Bäumen wie Eichen und Ahorn. Viel lieber sind ihnen aber verlassene Spechthöhlen in Säulenkakteen. Denn zum einen sind diese Kinderstuben bestens vor Nestplünderern geschützt; kein Raubtier hat Lust, sich seine Pfoten beim Erklimmen dieser stacheligen Pflanzen zu verletzen. Zum anderen geniessen die Jungen in diesen Kaktushöhlen eine natürliche Klimaanlage: Wird es tagsüber in der Wüste glühend heiss, so bleibt es im Kauznest angenehm kühl. Und geht nachts die Temperatur stark zurück, bleibt die Nisthöhle noch lange ziemlich warm.

Im April oder Mai legt das Elfenkauz-Weibchen im Abstand von je zwei Tagen zwei bis fünf Eier. Nach ungefähr drei Wochen schlüpfen die Jungen. Sie kommen - wie alle Eulenkinder - mit geschlossenen Augen zur Welt, sind also typische Nesthocker. Sie tragen ein weisses Dunenkleid und sehen aus wie Wollbällchen. Immer wenn es dunkel wird, beginnen sie vor Hunger laut und unüberhörbar zu «schnarchen». Mit diesem Bettelruf treiben sie ihre Eltern zu ununterbrochener Jagd an. Als Futter erhalten die Käuzchen vor allem nahrhafte Insekten (Käfer, Falter, Raupen), zwischendurch aber auch einmal einen Skorpion. Alle fünf bis zehn Minuten kehren die zärtlichen Eltern mit einem Leckerbissen zum Nest zurück. So werden die Kleinen rasch gross und stark.




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