Sunda-Fischuhu

Ketupa ketupu


© 1989 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Eulen»)



Länge: 38 - 45 cm
Gewicht und Flügelspannweite: Nicht ermittelt

In Südostasien und auf den drei Sundainseln Sumatra, Borneo und Java ist der Sunda-Fischuhu zu Hause. Seinem Namen zum Trotz ist er mit den richtigen Uhus nicht näher verwandt; er sieht nur ähnlich aus.

Am liebsten wohnt der Sunda-Fischuhu an trägen Urwaldflüssen, in unzugänglichen Mangrovensümpfen und in abgelegenen Küstenwäldern. Er wird gegen Abend munter und macht sich schliesslich bei Einbruch der Dämmerung auf die Jagd. Jetzt heisst es für die Fische aufgepasst, denn der Sunda-Fischuhu ist ein grosser Fischjäger! Aber auch alle anderen Tiere im und am Wasser - Krebse und Krabben, Frösche und Schlangen, Vögel und Nagetiere - müssen nun auf der Hut sein, denn auch sie verschmäht der tüchtige Jäger mit den seitlich abstehenden Federohren keineswegs.

Auf der Jagd wendet der Sunda-Fischuhu zweierlei Methoden an: Im allgemeinen lauert er bewegungslos am Ufer auf einem Baumstumpf, einem toten Ast oder einem anderen Stammplatz, bis er ein mögliches Opfer erspäht. Dann schiesst er unvermittelt los. Fische fängt er, indem er sie - ohne seinen Flug zu unterbrechen - mit den Krallen an der Wasseroberfläche packt. Mitunter geht der Sunda-Fischuhu aber auch zu Fuss im seichten Wasser auf die Pirsch. Ruhig watet er umher und überrascht hier einen kleinen Krebs, dort eine unvorsichtige Insektenlarve. Erstaunlicherweise fängt er seine Opfer auch bei dieser Jagdweise mit den Füssen und nicht mit dem Schnabel.

Für die Fischjagd ist der Sunda-Fischuhu hervorragend ausgerüstet: So besitzt er besonders stark gebogene Krallen mit einer messerscharfen Unterkante. Ausserdem sind seine Fusssohlen mit vielen spitzen Schuppen ausgestattet. Aus diesen «Fängen» - so nennt man die krallenbewehrten Greiffüsse der Eulen - gibt es für die schlüpfrige und zappelnde Beute kein Entrinnen mehr.

Im Gegensatz zu fast allen anderen Eulenarten hat der Sunda-Fischuhu im übrigen völlig unbefiederte Beine. Auch dies ist eine praktische Sache bei der Fischjagd: So bekommt er nämlich nicht dauernd nasse «Socken».

Zur selben Gattung (Ketupa) gehören der Riesen-Fischuhu, der Wellenbrust-Fischuhu und der Himalaja-Fischuhu.




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