Die Hauskatze

Felis silvestris catus


© 1988 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Kleinkatzen»)



Unsere Hauskatze stammt von der Wildkatze ab. Allerdings nicht von deren europäischen Form, so naheliegend diese Annahme auch sein mag, sondern von der nordafrikanischen, welche man «Nubische Falbkatze» nennt. Vor rund 4000 Jahren haben sich Angehörige dieser Wildkatzenrasse in Ägypten dem Menschen angeschlossen - wie es scheint aus freien Stücken. Vermutlich konnten sie den fetten Mäusen, die sich in den Getreidespeichern der Ägypter gütlich taten, nicht widerstehen, und legten allmählich ihre Scheu vor den «Zweibeinern» ab.

Die alten Ägypter fanden offenbar an den zutraulichen Katzen grossen Gefallen, denn schon bald weihten sie diese der Göttin Bastet und erklärten sie als heilige Tiere. Wer damals eine Katze tötete, wurde schwer bestraft. Und wenn eine Katze starb, so schnitten sich ihre Besitzer zum Zeichen der Trauer die Haare ab. Die toten Tiere wurden einbalsamiert und in wertvollen Holzsärgen auf speziellen Friedhöfen bestattet.

Mit der Zeit gelangten die zahmen Falbkatzen den grossen Handelsstrassen entlang auch in den Mittleren Osten, nach China und nach Südeuropa. Vor 2000 Jahren waren sie bei den Römern bereits zu beliebten Haustieren geworden. Später kamen sie über die Alpen nach Mitteleuropa. Hier kreuzten sie sich wohl mit den einheimischen Wildkatzen. Jedenfalls zeigen viele unserer heutigen Dorfkatzen mehr den europäischen Wildkatzentyp als den afrikanischen Falbkatzentyp. Südländisches Blut scheint allerdings noch immer in den Adern unserer Hauskatze zu fliessen. Oder weiss jemand eine bessere Erklärung dafür, warum unsere Mieze so wärmehungrig ist, im Sommer ihre Glieder wohlig an der Sonne dehnt und sich im Winter am Ofen geradezu rösten lässt?

 

Sie ist sich selbst geblieben

Interessanterweise hat sich die Hauskatze in all den langen Jahren, in denen sie in der Gesellschaft des Menschen lebt, in ihrem Wesen kaum verändert. Tatsächlich kann sie noch heute sehr rasch verwildern und ihre ursprüngliche Lebensweise wieder annehmen, wenn man sich nicht um sie kümmert. Das gelingt sonst keinem Haustier. Die Hauskatze aber hat sich dem Menschen nie restlos unterworfen. Sie ist und bleibt die kleine, selbständige, eigenwillige, rätselhafte Tierpersönlichkeit, die sie schon immer war. Und gerade dies ist für uns von immer neuem Reiz.

Natürlich ist auch der Mensch ein wenig «schuld» daran, dass die Hauskatze über all die Jahrhunderte hinweg so unabhängig und ursprünglich blieb. Nie hat er nämlich planmässig die Hauskatze für bestimmte Aufgaben gezüchtet. Der Hund als Jagdhelfer, das Pferd als Beförderungsmittel, die Kuh als Milch- und Fleischlieferant: Sie alle waren dem Menschen von Nutzen, und er züchtete sie nach seinen Wünschen weiter. Bei der Katze ist das anders. Wir behaupten zwar zuweilen, sie nütze uns durch ihren Mäusefang. In Wirklichkeit aber gefällt sie uns einfach, so wie sie ist, und wir pflegen sie aus reiner Freude. Man könnte sie als «Luxushaustier» von den «Nutzhaustieren» abgrenzen.

 

Die Pirschjagd ist ihr Beruf

Die Hauskatze - und mit ihr die ganze Sippe der Kleinkatzen - gehört innerhalb des Tierreichs zur Ordnung der Raubtiere. Sie ernährt sich nicht von Blättern, Gräsern, Früchten oder anderen pflanzlichen Stoffen, wie das viele Tiere tun; ihre Kost besteht aus Frischfleisch. Solches spriesst aber, wie wir alle wissen, nicht aus dem Boden. Die Katze kann also nicht einfach losziehen und sich an einer geeigneten Stelle den Bauch vollschlagen. Ihre «Nahrung» besitzt Beine und Flügel und nimmt sofort Reissaus, wenn eine hungrige Mieze daherkommt. Die Katze muss zuerst einmal Beute schlagen, wenn ihr Magen knurrt. Und dazu ist nicht nur eine gute Jagdtechnik erforderlich, sondern ebenso eine ganze Kiste voll «Jagdausrüstung». Beides ist der Katze in perfekter Ausführung von der Natur in die Wiege gelegt worden.

Zuerst zu ihrer Jagdtechnik: Im Gegensatz zum Hund ist die Katze keine Hetzjägerin, die ihre Opfer im Dauerlauf verfolgt, bis diese erschöpft sind. Sie ist eine Pirschjägerin, die ihre Beutetiere unbemerkt anschleicht und durch einen Überraschungsangriff erlegt. Langsam und lautlos bewegt sie sich durch ihr Revier. Aufmerksam äugt und lauscht sie nach auffälligen Bewegungen und Geräuschen. Manchmal lauert sie auch lange Zeit geduldig an einem Platz, von dem sie weiss, dass gelegentlich Beutetiere dort aufkreuzen. Nimmt sie ein mögliches Opfer wahr, so nähert sie sich ihm ganz, ganz sacht. Sie nutzt jeden Stein, jeden Baumstrunk und jedes Grasbüschel zur Deckung aus, duckt sich, lauert und schleicht, bis sie schliesslich so nahe ist, dass sie das Beutetier mit einem einzigen Sprung fassen kann. Dann schiesst sie los!

Für das Opfer erfolgt der Ansprung in der Regel wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Meist bleibt ihm überhaupt keine Zeit mehr für irgendeine Flucht- oder Abwehrbewegung. Ehe es sich versieht, hat die Katze es mit den scharfen Krallen ihrer Vorderpfoten gepackt und mit einem kräftigen Biss in die Nackenwirbel oder in die Kehle getötet. Zum Opfer fällt der Hauskatze so ziemlich alles, was ihr auf ihren Pirschgängen an Kleintieren über den Weg läuft: Vor allem handelt es sich um Mäuse und Kleinvögel, weil es davon im Siedlungsraum besonders viele gibt. Auf ihrem Speisezettel stehen aber auch Heuschrecken und Schmetterlinge, Eidechsen und Frösche, Maulwürfe und Ratten. Ja selbst Eichhörnchen und Junghasen sind vor ihr nicht sicher. Wenn die Hauskatze herumschleicht, dann müssen sämtliche Kleintiere auf der Hut sein!

 

Messerscharfe Krallen und hochempfindliche Augen

Die Jagdausrüstung der Hauskatze ist ebenso ausgezeichnet wie ihre Jagdtechnik. Ich will hier nur drei «Werkzeuge» herausgreifen: Da sind einmal ihre spitzen, sichelförmigen Krallen - gefährliche Waffen, mit denen die Katze ihre Opfer unnachgiebig packt. Im Ruhezustand sind die Krallen in schützenden Hauttaschen eingebettet. Dadurch berühren sie beim Schreiten nicht den Boden, werden also nicht abgenutzt und sind immer messerscharf. Erst beim Beutefang werden sie mit Hilfe besonderer Muskeln ausgestreckt. Die Katze ist sich der grossen Bedeutung ihrer Krallen bewusst und benutzt jede Gelegenheit, sie zu wetzen - sei es an der Rinde eines Baumes oder an Grossvaters Polstersessel..

Unentbehrliche Ausrüstungsstücke der Katze sind ferner ihre scharfen Augen. Sowohl das Auflösungsvermögen als auch die Lichtempfindlichkeit der Katzenaugen ist etwa sechsmal so gross wie beim Menschen. Dadurch vermag die Katze selbst in stockdunkler Nacht noch auf die Jagd zu gehen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei eine rückstrahlende Gewebeschicht, welche unter den Sehzellen liegt und «Tapetum lucidum» («Leuchttapete») heisst. Wie ein Spiegel wirft sie jeden Lichtstrahl vom Augenhintergrund zurück, so dass die empfindlichen Sehzellen von jedem Lichtstrahl gleich zweimal getroffen werden - einmal beim Eintritt ins Auge und einmal, wenn er von der reflektierenden Schicht zurück kommt. Das Tapetum lucidum ist im übrigen für das Aufleuchten der Katzenaugen verantwortlich, wenn sie im Dunkeln von hellem Licht getroffen werden.

Eine weitere wichtige Eigenschaft der Katze ist - so widersinnig dies klingen mag - etwas, das gar nicht vorhanden ist: ihr fehlender Körpergeruch. Die Katze widmet der Körperpflege viel Aufmerksamkeit. Immer wieder putzt sie ausgiebig ihr Fell und entfernt sorgsam alle Fremdkörper daraus. Diese beinahe übertriebene Reinlichkeit hat durchaus ihren Sinn: Viele Beutetiere besitzen nämlich eine ganz feine Nase; sie würden die pirschende Katze wittern und sich in Sicherheit bringen, lange bevor sich diese nahe genug hätte anschleichen können - sofern sie eben nach Katze duften würde. Und genau dem beugt unsere Mieze durch ihre gewissenhafte «Katzenwäsche» vor.

Einzigartige Jagdtechnik und einmalige Jagdausrüstung - sie zusammen machen die Katze zu einer meisterhaften Jägerin, die selten Mangel an Nahrung leidet. Darum kann sie ja auch die meiste Zeit des Tages - oft achtzehn Stunden und mehr - verschlafen! Sie besitzt nämlich Freizeit in Hülle und Fülle; die Arbeit - sprich: die Jagd - erledigt sie gewissermassen mit der linken Pfote.

 

Man geht einander aus dem Weg

Die Hauskatze ist kein Herdentier wie etwa die Kuh und auch kein Rudeltier wie der Hund. Nein: Die Katze ist eine Einzelgängerin. Jedes Tier lebt und jagt für sich allein. Das hat seinen guten Grund: Als Einzelgängerin hat sie die besseren Chancen, ihre Beutetiere unbemerkt anzupirschen und schliesslich durch Überraschung zu erlegen. Im Rudel oder gar in der Herde wäre das erheblich schwieriger.

Die Hauskatze ist überdies sehr ortstreu. Sie verbringt am liebsten ihr ganzes Leben in einem festen Wohngebiet, in dem sie alles vorfindet, was sie zum Leben braucht und in dem sie jeden Winkel kennt. Sie weiss, wo ihre Beutetiere am ehesten zu finden sind, von wo man eine gute Aussicht aufs Gelände hat, wo man sich bei Gefahr am schnellsten in Sicherheit bringt und wo man ungestört ein Nickerchen machen kann. Ihr Leben gestaltet sich dadurch viel einfacher, als wenn sie ziellos durch die Gegend streichen würde und nie wüsste, wo Beute suchen, wo sich verstecken, wo bei einem Gewitter unterkriechen.

Den grössten Teil ihres Wohngebiets beansprucht die Katze nicht für sich allein. Nur gerade das engere Heim um den Hauptschlafplatz und um den Geburtsplatz der Jungen wird energisch verteidigt; das weitere Jagdgebiet nicht. Grundsätzlich stört es die Katze nicht, wenn sich noch andere Artgenossen dort herumtreiben - vorausgesetzt, man kommt einander nicht ständig in die Quere. Denn sonst verscheucht einer dem anderen die Beutetiere.

Das «Einander-aus-dem-Weg-Gehen» fällt den Katzen überhaupt nicht schwer. Unverhoffte Begegnungen sind ausserordentlich selten, obwohl im allgemeinen mehrere Katzen die gleichen Schleichpfade und Pirschwege benützen. Gute Dienste leisten den ungeselligen Tieren hierbei sicherlich ihre leistungsfähigen Augen, mit denen sie einander schon von weitem zu erkennen vermögen. Daneben scheinen Duftmarken eine Rolle zu spielen: Vor allem die Männchen bespritzen auf ihren Streifzügen durchs Revier immer wieder Grasbüschel, Steine und andere auffällige Geländepunkte mit ihrem durchdringend riechenden Harn. Wahrscheinlich können alle anderen ansässigen Katzen aus diesen «Visitenkarten» erkennen, wer hier wann vorbeigekommen ist.

 

Keine Katzenhochzeit ohne Heulkonzert

Von Zeit zu Zeit legt natürlich auch die Hauskatze ihren Hang zum Einsiedlertum ab - wenn sie nämlich den Drang verspürt, sich zu paaren und für Nachwuchs zu sorgen. Vor lauter Leidenschaft vergisst sie dann manchmal sogar zu jagen!

Gärten und Dächer sind die bevorzugten Liebestreffpunkte der Katzen. Hier stossen die paarungswilligen Weibchen ihre Schreie aus, um die Freier anzulocken. Und hier stimmen die Kater ihr rauhes Heulkonzert an, mit dem sie ihr grosses Verlangen nach dem Weibchen ausdrücken. Finden sich mehrere «Liebhaber» ein, so brechen oft hitzige Kämpfe zwischen ihnen aus. Zerschlissene Ohren, zerkratzte Nasen und verbissene Pfoten kann es da schon geben. Aber das tut ihrer Verliebtheit keinen Abbruch: Raufhändel gehören nun mal zu einer richtigen Katzenhochzeit - genauso wie die «Katzenmusik».

Die Begattung selbst, bei der der Kater dem Weibchen seinen Samen einspritzt und damit den Nachwuchs zeugt, dauert nur wenige Sekunden. Meistens wendet sich die Katze gleich anschliessend fauchend und tatzenschlagend gegen den Kater um, der sich denn auch schleunigst aus dem Staub macht. Warum sich die «Dame» ihrem Liebhaber gegenüber so kratzbürstig verhält, ist nicht ganz klar. Dem Kater kann es aber eigentlich nur recht sein. Von Vaterpflichten will er nämlich sowieso nichts wissen.

 

Die Kätzchen kommen blind zur Welt

Nach einer Tragzeit von etwa neun Wochen bringt das Weibchen drei bis fünf, in seltenen Fällen sogar bis acht Junge zur Welt. Rechtzeitig vor der Geburt hat es sich ein sicheres Versteck für den Wurf ausgesucht, zum Beispiel eine leere Pappschachtel auf dem Dachboden oder einen dunklen Winkel im Heustock. Hier verbringen die Jungen, die anfangs blind und völlig hilflos sind, vor Wind und Wetter geschützt, ihre ersten Lebenswochen. Kommt der fürsorglichen Mutter während dieser Zeit irgend etwas verdächtig vor, so zügelt sie ihre Jungen kurzerhand - eines nach dem anderen - in einen anderen Schlupfwinkel, der ihr sicherer erscheint.

Das Geburtsgewicht der jungen Kätzchen beträgt nur ungefähr hundert Gramm. Sie wachsen aber dank des hohen Eiweissgehalts der mütterlichen Milch, mit der sie gesäugt werden, rasch heran. Am neunten oder zehnten Tag öffnen sich ihre Augen. Nun bricht für die Mutter eine anstrengende Zeit an, denn die Katzenkinder krabbeln bald überall herum und sind ständig zu irgendwelchem Schabernack aufgelegt. Mit rührender Geduld lässt sich das Weibchen von den kleinen Wollknäueln alles gefallen und passt unermüdlich auf sie auf.

Etwa ab der vierten Woche unterrichtet die Mutter ihre Jungen im Jägerhandwerk: Sie bringt lebende Mäuse herbei und lässt sie vor ihnen springen. Anfangs entschlüpfen die Opfer den tollpatschigen Kleinen immer wieder. Sie üben aber mit wachsender Geschicklichkeit und lernen überraschend schnell, worum es geht. So werden aus den kleinen verspielten Katzenbabys alsbald geschickte Jäger.

Wenig später beginnen die Jungen, mit ihrer Mutter umherzuziehen, zuerst in kurzen, dann in zunehmend längeren Strecken. Allmählich lernen sie auf den gemeinsamen Pirschgängen mit der Mutter die verschiedenen Beutetiere kennen und auch worauf es bei der Schleichjagd genau ankommt. Bald beherrschen sie alle Tricks und Kniffe, um sich selbständig durchschlagen zu können. Schliesslich, mit etwa sechs bis sieben Monaten, trennen sie sich von ihrer Mutter und ziehen auf eigene Faust los. Vor ihnen liegt ein ungefähr fünfzehn Jahre langes abwechslungsreiches Leben als zuweilen anschmiegsames Schmusetier, manchmal ungebändigtes Wildtier - als Freund des Menschen, doch niemals als dessen Untertan!

 

 

Legenden

Würde sich die Katze tatsächlich über die Hühner hermachen, wie es auf dieser Schweizer Holzform (zur Herstellung von Honigkuchen) aus dem 18. Jahrhundert dargestellt ist, so hätte der Bauer wohl keine grosse Freude an ihr.

In Kunst, Religion und Sage vieler Völker hat die Katze ihren festen Platz. So spielt auch in einem der berühmtesten europäischen Märchen eine Katze die Hauptrolle: «Der Gestiefelte Kater» erschien 1697 in Frankreich, geschrieben von Charles Perrault.

Im Mittelalter wurden Katzen - besonders schwarze - zuweilen als Verbündete von Hexen und bösen Zauberern gehalten und darum verfolgt, gefoltert und getötet. Dieser Aberglaube lebt noch heute in der Meinung vieler Leute weiter, dass es Unglück bedeute, wenn ihnen eine schwarze Katze über den Weg läuft.

Bei Sonnenschein ziehen sich die Pupillen der Hauskatze zu einem schmalen Spalt zusammen und schützen dadurch die empfindlichen Sehzellen vor Überbelichtung. Bei schwachem Licht erweitern sie sich hingegen zu einem grossen Rund. Dank dieser «Belichtungsautomatik» kann die Katze sowohl tagsüber als auch in dunkelster Nacht auf die Jagd gehen.

Der «Trick» mit den Krallen: Beim Gehen sind die Krallen geschützt in Hauttaschen zurückgezogen. So werden sie nicht abgewetzt. Bei Bedarf verwandeln sich die «Sammetpfötchen» dann blitzschnell zu waffenstarrenden Pranken.

Trägt die Katzenmutter ihre Jungen in ein neues Versteck, so verfallen diese in Tragstarre. Das erleichtert den Kindertransport sehr.

Hund und Katz' gelten sprichwörtlich als Erzfeinde. Das trifft aber keineswegs immer zu. Die beiden hier sind jedenfalls dicke Freunde.

«Nur» ein Katzensprung? Nein: Die Katze ist eine wahre Meisterin im Weit- und Hochsprung. In der Luft dient ihr der Schwanz als Steuerruder.

Bei plötzlicher Überrumpelung durch einen Feind macht die Katze den berühmten Katzenbuckel. Sie will damit grösser erscheinen als sie in Wirklichkeit ist und so bei ihrem Gegenüber Eindruck «schinden».

Neben den gewöhnlichen «Rinnstein-, Hinterhof- und Scheunenkatzen« gibt es die sogenannten «Rassekatzen», welche nach genau festgelegten Gesichtspunkten gezüchtet werden.

 

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Da sitzt sie, unsere Hauskatze, und sagt «Auf Wiedersehen». Zugegeben: Dieses Wort kann sie nicht aussprechen. Fest steht aber, dass die Hauskatze eine unglaublich reiche Sprache besitzt: Über fünfzig verschiedene Laute stehen ihr zur Verfügung, um ihren Stimmungen und Regungen Ausdruck zu verleihen! Dazu gehört natürlich das «Miau» in allen seinen Abstufungen. Die Katze kann aber auch noch gurren, fauchen, knurren, kreischen, grollen, heulen, krächzen, schnattern und vieles mehr. Und nicht zuletzt kann sie schnurren - das heisst jenes eigenartige, ununterbrochene «Summbrummen» hören lassen. So wie das Schnurren Wohlbehagen ausdrückt, hat jedes Katzenwort seine ganz bestimmte Bedeutung. Ein aufmerksamer Katzenbesitzer kann darum durchaus mit seiner Katze «palavern».




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