Hongkong


© 1990 Markus Kappeler
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)



Hongkong kennt man gewöhnlich als vibrierende südostasiatische Metropole, angefüllt mit emsiger chinesischer Geschäftigkeit. Man kennt es als brodelnde Grossstadt, in der sich auf wenigen Quadratkilometern Millionen von Menschen so eng zusammendrängen wie nirgendwo sonst auf der Welt. Als mächtigsten Finanzplatz Asiens, Drehscheibe des südostasiatischen Kapitals. Als riesenhaftes Einkaufsparadies, in welchem elektronische und optische Geräte, aber auch Kleider und Schmuck günstiger angeboten werden als irgendwo sonst. Als Kolonie der unbegrenzten Möglichkeiten, in der jeder siebzigste Flüchtling, welcher mit Strohsandalen über die Grenze kam, als Millionär stirbt; und wo mehr Rolls Royce gefahren, mehr französischer Cognac getrunken und mehr Schweizer Luxusuhren getragen werden als an irgend einem an deren Ort auf der Welt.

Bekannt ist auch das unüberblickbare Gewimmel schaukelnder Dschunken, auf denen Abertausende von «Wasserchinesen» ihr ganzes Leben verbringen. Und berühmt-berüchtigt der chronisch überlastete Flughafen, der - als Landnase ins Meer hinausgebaut - zu den gefährlichsten der Welt zählt und deshalb nur von Piloten mit einer Spezialausbildung angeflogen werden darf.

Kaum jemand weiss jedoch, dass hinter den Wolkenkratzern von Kowloon («Kaulun» gesprochen) die britische Kronkolonie noch längst nicht zu Ende ist: Dort beginnt das grüne, hügelige Hinterland Hongkongs, «New Territories» genannt, das mit einer Fläche von rund 800 Quadratkilometern immerhin 75 Prozent der Gesamtfläche Hongkongs ausmacht. In diesem landschaftlich reizvollen, spärlich besiedelten Gebiet bestellen die Bauern ihre Felder teilweise noch mit einem hölzernen Pflug, vor den ein Büffel gespannt ist. Und es lassen sich ausgedehnte Wanderungen unternehmen, vorbei an üppig blühenden Tropenpflanzen, gaukelnden Schmetterlingen, belebten Ententeichen, einfachen Bauernhäusern und freundlich grüssenden Menschen.

Des weiteren sind sich nur die wenigsten bewusst, dass Hongkong noch 235 zumeist unbewohnte Inseln mit verschwiegenen Stränden und kaum begangenen Pfaden sein eigen nennt, die sich rund um das hektische Zentrum der Kolonie verteilen. Manche von ihnen sind so winzig, dass man kaum auf ihnen sitzen kann; andere sind eine Welt für sich. Insgesamt weist dieser Archipel eine Fläche von fast 180 Quadratkilometern auf, das entspricht mehr als 15 Prozent der Gesamtfläche Hongkongs.

Hongkong - das ist also in Wirklichkeit eine überwiegend ländliche Kolonie, mit insgesamt 1069 Quadratkilometern rund siebenmal so gross wie das Fürstentum Liechtenstein und zu rund neunzig Prozent nicht dichter besiedelt als die Lüneburger Heide. An zwei «Brennpunkten» allerdings, den nur durch einen Kilometer Meerwasser getrennten Städten Victoria und Kowloon, da überquillt Hongkong förmlich von Menschen, Gebäuden, Fahrzeugen, Lichtern, Lärm und geschäftiger Aktivität. Und weil die allermeisten der jährlich über fünf Millionen Besucher Hongkongs bei ihrem durchschnittlich 3,5 Tage dauernden Aufenthalt in den Hotels, Bars und Einkaufsstrassen dieser beiden Millionenstädte hängen bleiben (und sich höchstens noch zu einem Besuch der Aussichtsterrasse auf dem Victoria Peak und dem Dschunkenhafen in Aberdeen hinreissen lassen), hat sich in unserer Vorstellung das gängige Bild von Hongkong als einer einzigen fieberhaft aktiven Metropole geformt. Zwei weitere reizvolle Facetten der Kolonie bleiben dabei unbeachtet.

 

Siegesprämie aus Opiumkrieg

Das heutige Hongkong lässt sich also in vier Teile zerlegen: erstens die Insel Hongkong, der die Kolonie ihren Namen verdankt und auf der sich die Hauptstadt Victoria befindet, zweitens die Halbinsel Kowloon, über die sich die gleichnamige Grossstadt ausdehnt, drittens das Festlandgebiet der New Territories, das an die südchinesische Provinz Guangdong (Kanton) grenzt, und viertens die 235 der Küste vorgelagerten Inseln, von denen Lantau die grösste ist. Diese vier Teile sind in drei Etappen - 1842, 1860 und 1898 - zur britischen Kolonie zusammengeschmolzen.

Angefangen hatte es mit dem britisch-chinesischen «Opiumkrieg», der von 1839 bis 1842 währte. Die Ereignisse lassen sich vereinfacht etwa so sehen: Das China des 18. Jahrhunderts war reich an Silber, konnte jedoch seinen immensen Opiumbedarf nicht aus eigenem Anbau decken. In Indien dagegen, das damals von der britischen East India Company verwaltet wurde, gab es im Überfluss Opium - und zudem einen unstillbaren Hunger nach Edelmetallen. So klemmten denn die Briten sozusagen einen Fuss in die Tür des ansonsten unnahbaren chinesischen Kaiserreichs, indem sie bei der Stadt Kanton am südchinesischen Perlfluss eine bescheidene Niederlassung zum Zweck des Opiumhandels gründeten. Das Geschäft kam allerdings erst so richtig in Schwung, als der chinesische Kaiser den Rauschgiftimport in sein Reich untersagte: 1833 wurden gut 20 000 Kisten Opium nach China geschmuggelt, 1837 mehr als 40 000 - immer im Tausch gegen hartes chinesisches Silbergeld.

Schliesslich wurde es dem Kaiser zu bunt: Er schickte einen unbestechlichen Regenten nach Kanton, der nicht nur alle Opiumpfeifen beschlagnahmen und ein paar Schmuggler köpfen liess, sondern auch 20 291 im Besitz der britischen Händler befindliche Kisten Opium konfiszierte und die «Langnasen» aus ihrer Niederlassung bei Kanton vertrieb.

Die britische Regierung war im Grunde genommen nicht daran interessiert, wegen dem Verlangen einer Handvoll Rauschgifthändler nach Schadenersatz und Genugtuung einen Krieg mit China zu entfesseln. Andererseits stand das Prinzip des freien Warenaustauschs auf dem Spiel, und zudem war Opium Indiens ertragreichster Exportartikel. Der Opiumkrieg konnte beginnen...

Der Zwist war lange Zeit vor allem ein Kampf der Worte, Drohgebärden und Täuschungsmanöver. Entscheidend war schliesslich im Jahr 1841, dass Kapitän Charles Elliot von der Royal Navy mit seinen Kanonenbooten im Handstreich die Hafenfestung bei Kanton eroberte. Die Chinesen wurden zur Kapitulation und zu grösseren Zugeständnissen gezwungen: Volle Entschädigung für die 20 000 beschlagnahmten Kisten Opium, Wiederbelebung des britischen China handels, Abtretung der Insel Hongkong als unantastbare britische Handelsstation.

Damit war der Grundstein für die britische Kolonie an der Mündung des Perlflusses gelegt. Im britisch-chinesischen «Vertrag von Nanking» (1842) wurden die Besitzverhältnisse der Insel eindeutig festgehalten: «... auf dass sie in Ewigkeit Eigentum Ihrer Britischen Majestät, Ihrer Erben und Nachfolger sei».

Königin Viktoria war keineswegs begeistert, als ihr ein Bote die Nachricht überbrachte, Hongkong sei nun dem Empire einverleibt. Denn die 78 Quadratkilometer grosse Insel hatte in der Tat wenig zu bieten: eine rauhe Küste, kaum pflügbares Ackerland, keine Spuren von Bodenschätzen. Auch Aussenminister Palmerston ärgerte sich anfänglich über Elliot. «Sie haben ohne zwingende Notwendigkeit Bedingungen akzeptiert, die von den Ihnen anbefohlenen weit entfernt waren. Namentlich haben sie die Abtretung Hongkongs erwirkt, einer nackten Insel mit kaum einem Haus darauf. Es sieht nun ganz so aus, als werde in Südchina niemals ein Markt entstehen», liess er ihn wissen.

Elliot, der erfahrene Kapitän, hatte jedoch den Wert der Insel Hongkong wohl bemerkt: Die Meerenge zwischen der Insel und dem Festland bildete einen riesenhaften natürlichen Tiefseehafen, in welchem beliebig viele Schiffe jeglicher Grösse vor Stürmen Zuflucht suchen konnten - seien es nun heimtückische Taifune mit ihren Wolkenbrüchen oder aber die stürmischen Wutausbrüche eines chinesischen Kaisers.

Und tatsächlich war es dieser Hafen mit seiner geografisch und strategisch optimalen Lage, sozusagen am Knotenpunkt der Weltschiffahrtswege, der schliesslich zum ungeahnten wirtschaftlichen Wachstum und zum beispiellosen Wohlstand der britischen Kolonie am Perlfluss führte.

Kowloon kam 18 Jahre später, 1860, zu Hongkong, ebenfalls «auf ewig». Die Briten hatten die Chinesen im Anschluss an deren Niederlage im «Zweiten Opiumkrieg» zum Verzicht auf die Halbinsel gegenüber dem Victoria-Hafen gezwungen. Kowloon war für England vor allem aus militärischen Überlegungen, zur Sicherung des Hafenbeckens, von grossem Interesse.

Weitere 38 Jahre später, 1898, wurde Hongkong um die New Territories und die 235 vorgelagerten Inseln erweitert, und zwar wurden sie nachdrücklich für 99 Jahre dazugepachtet, zum lächerlichen jährlichen Mietpreis von 5000 Hongkong-Dollar, das sind gegenwärtig rund 600 US-Dollar. England hatte China zu diesem Pachtvertrag drängen können, als das Kaiserreich infolge seiner Niederlage im Krieg gegen Japan stark geschwächt war. Das unerschlossene Hügelland der New Territories sollte der florierenden Kolonie als Gemüsegarten und Trinkwasserspeicher dienen, die diversen Inseln waren aus militärischen Gründen interessant.

 

Stadt der China-Flüchtlinge

Königin Viktoria würde sich wahrscheinlich wundern, wenn sie die von ihr so beiläufig in Besitz genommene Kolonie an der südchinesischen Küste heute sehen könnte!

Hongkong zählt mittlerweile zu den zwanzig führenden Handelsnationen der Welt. Es ist unter anderem der Welt bedeutendster Exporteur von Kleidung, Spielsachen, Radios und Plastikblumen. Seine ökonomischen Erfolge werden in ganz Asien nur noch von Japan übertroffen.

Hongkongs Hafen steht in der Rangliste der leistungsfähigsten Tiefseehäfen der Welt an dritter Stelle. Gegen hundert Ozeanfrachter können gleichzeitig gelöscht und beladen werden. Zudem besitzt Hongkong die fünftgrösste Handelsflotte der Welt mit einem Volumen von 40 Millionen Registertonnen.

Die einst «nackte» Insel Hongkong ist, als Sitz der Koloniehauptstadt Victoria, übersät von riesigen Wolkenkratzern, opulenten Hotelpalästen, futuristischen Bankgebäuden und unzähligen Luxusresidenzen an den Hängen des Victoria Peak.

Kowloon ist eine einzige, von Industrie durchsetzte Grossstadt mit über 1,5 Millionen Einwohnern, wobei der Bezirk Mongkok die zweifelhafte Ehre hat, als Ort mit der weltweit grössten Wohndichte (165 000 Bewohner je Quadratkilometer) im «Guiness-Buch der Rekorde» erwähnt zu werden.

In den New Territories sind aufgrund des rapiden Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums mancherorts surrealistische Satellitenstädte mit Fabrikhochhäusern und Wohnwolkenkratzern entstanden. So expandierten etwa der ehemalige Marktflecken Tsuen Wan oder der winzige Piratenschlupfwinkel Tuen Mun zu Städten mit heute nahezu einer Million Einwohnern. In den New Territories befinden sich ferner riesige künstliche Wasserreservoirs, darunter die ehemalige Meeresbucht Plover Cove mit 230 Millionen Kubikmetern Süsswasser. Und hier finden etwa 100 000 Bauern als Gemüsepflanzer und Viehzüchter ihr Auskommen.

Unter den heute 5,7 Millionen Einwohnern Hongkongs befinden sich weniger als 150 000 westliche und indische Geschäftsleute. Die weit überwiegende Mehrzahl der Hongkonger (98 Prozent) sind Chinesen. Sie kamen als Flüchtlinge aus der benachbarten Volksrepublik, wo die wirtschaftlichen Erfolge Hongkongs und die demokratischen Freiheiten in der britischen Kolonie von jeher wie ein Magnet wirkten. 1916 zählte die Einwohnerschaft 0,5 Millionen Menschen, 1941 waren es 1,5 Millionen, und 1956 bereits 2,5 Millionen.

 

Ein Land, zwei Systeme?

Am l. Juli 1997 wird Hongkong in den Schoss des Mutterlands China zurückkehren. Denn am 30. Juni 1997 läuft der 1898 zwischen China und England auf 99 Jahre geschlossene Pachtvertrag für die New Territories und die 235 vorgelagerten Inseln ab. Eigentlich würde den Briten dann noch die Insel Hongkong sowie die Halbinsel Kowloon bleiben, welche die Chinesen seinerzeit «auf ewig» an die Briten abgegeben hatten. Doch die Regierung der heutigen Volksrepublik China hat jene erzwungenen Verträge nie anerkannt. 1997 werden die Chinesen darum die Souveränität über die gesamte Kolonie erlangen.

1984 fanden Verhandlungen zwischen London und Peking über die Rückgabe der Kolonie an China statt. Überraschenderweise kam es zur Unterzeichnung eines Abkommens, in welchem die Zukunft Hongkongs nach Ablauf des Pachtvertrags geregelt wird und dem die Formel «Ein Land, zwei Systeme» zugrunde liegt: Peking versprach darin, dass Hongkong auch nach der Wiedervereinigung mit dem kommunistischen Mutterland das kapitalistische Gesellschafts- und Wirtschaftssystem während mindestens 50 Jahren beibehalten kann und zu diesem Zweck den Status einer «Administrativen Sonderzone» mit einem «maximalen Mass an Souveränität» erhält.

Weshalb diese grosszügigen Zugeständnisse seitens der Volksrepublik China? Schliesslich wäre es für den kommunistischen Riesen ja ein leichtes, sich den kapitalistischen Zwerg sang- und klanglos einzuverleiben.

Die Antwort ist einfach: China profitiert seit jeher mächtig von der geschäftigen Kolonie an seiner Südküste. Hongkong ist der grösste Handelspartner der Volksrepublik; rund fünfzig Prozent aller rotchinesischen Devisengeschäfte werden über Hongkong abgewickelt. Zudem überweisen die Hongkong-Chinesen jedes Jahr Geld im Wert von vielen Millionen US-Dollar an ihre Verwandten auf dem Festland. Und sie gehören zu den grössten Investoren: In der Nachbarprovinz Guangdong haben sie rund drei Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Weil China von Hongkong so stark profitiert, hat Peking auch nach 1997 ein vitales Interesse am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlergehen des ideologischen Fremdlings. Kein vernünftiger Mensch schlachtet ein Huhn, das goldene Eier legt.

So sagten und beruhigten sich die Hongkonger jedenfalls bis vor kurzem. Tief sass daher der Schock, als am 4. Juni 1989 die Panzer der chinesischen Volksbefreiungsarmee die studentische Demokratiebewegung auf dem Tienanmen-Platz in Peking niederwalzten. Seit dem blutigen Massaker ist das 5,7 Millionen Volk nicht mehr so sicher, ob sich Peking an sein Versprechen
von 1984 halten wird. Aus Angst vor der ungewissen Zukunft versuchen nun viele Bewohner Hongkongs, sich noch rechtzeitig ins Ausland abzusetzen.

Das ist allerdings für viele nicht so einfach. Denn die meisten Hongkong-Chinesen sind lediglich im Besitz von «British Dependent Territory Passports» - Pässen, mit denen sie sich in Grossbritannien nicht niederlassen können. Mit der Angst der Hongkong-Chinesen machen jetzt vor allem Immobilienfirmen in Kanada, Australien und den USA das grosse Geschäft. Denn wer sich in diesen englischsprachigen Ländern Wohneigentum leisten kann, erhält sofort eine Niederlassungsbewilligung und nach kurzer Zeit auch das Bürgerrecht. Die Nachfrage sei «schlicht überwältigend», heisst es aus Maklerkreisen.

1997 - das Schicksalsjahr für über 5,5 Millionen Hongkonger rückt mit jedem Tag näher. Was die Bevölkerung der geschäftigen Kolonie dann erwartet, bleibt abzuwarten. Vielleicht ist China das kapitalistische Fleckchen an seiner roten Weste ja - allen Pessimisten zum Trotz - im wörtlichen Sinn Gold wert. Den Hongkongern wäre dies jedenfalls zu wünschen.

 

 

 

Kasten: Was bedeutet «Hongkong»?

In die europäischen Sprachen ist der Name «Hongkong» aus einem chinesischen Dialekt übernommen worden, den unter den heutigen Einwohnern der britischen Kolonie nurmehr eine Minderheit spricht, nämlich die Dschunkenbewohner vom Stamme der Tankas. In der vorherrschenden kantonesischen Aussprache klingt «Hongkong» dagegen wie «Hönggong», und im Hochchinesischen (Mandarin) heisst es gar «Hsiangkang». Die chinesische Schreibweise ist dabei aber allemal die gleiche.

Das zweite, für «Kong» stehende Zeichen bedeutet gewöhnlich «Hafen» und bezeichnet oft grössere Buchten und Sunde, die sich als natürliche Häfen eignen. Die Deutung des ersten Namensteils, des «Hong», ist schwieriger: Das chinesische Zeichen bedeutet im Grunde «Duft» und «wohlriechend», kann aber auch Weihrauch oder Gewürze bezeichnen.

«Hongkong» könnte also mit «Wohlriechender Sund» übersetzt werden, und vermutlich besagt der Name, dass hier einst - lange vor dem Eintreffen der Europäer - ein florierender Handel entweder mit Räucherstäbchen und Weihrauch oder aber mit Gewürzen stattgefunden hatte.

Ursprünglich bezog sich der Name «Hongkong» wahrscheinlich nur auf das Fischerdorf Aberdeen im Süden der Insel Hongkong, ging dann aber auf die ganze Insel und später sogar auf die gesamte Kolonie über. Wer sich heute durch die verkehrsreichen, mit Auspuffgasen angefüllten Einkaufsstrassen Hongkongs bewegt, der dürfte allerdings bezweifeln, ob dies der passendste Name für die geschäftige Kolonie ist...

 

 

 

Bildlegenden

Der Central District der Hauptstadt Victoria ist das finanzielle und politische Machtzentrum der britischen Kronkolonie an der südchinesischen Küste. Hier befinden sich nicht nur die protzigen Türme der grössten Banken, sondern auch das Regierungsgebäude, die Residenz des Gouverneurs und das Rathaus.

Spricht man vom Einkaufsparadies Hongkong, so meint man in erster Linie die Geschäftsstrassen Kowloons, wo dichtes Menschengedränge, bunte Neonreklamen, überladene Schaufenster, lautstarker Verkehr und eine Art permanente Winterschlussverkaufsstimmung die Atmosphäre prägen.

Im Dschunkenhafen von Aberdeen an der Südküste der Insel Hongkong leben viele hundert Fischerfamilien, zumeist Angehörige des Stammes der Tanka, permanent auf ihren schaukelnden Booten. Kleine Sampans besorgen den Verkehr zwischen den Dschunken und dem Land.

Überraschungen an jeder Ecke kann man in Victorias Western District erleben, wo die traditionelle städtische Gesellschaft Chinas vorherrscht. Zwar ist es nicht besonders schön hier, aber zweifellos sehr farbig, und über und unter den Ladentischen kann man neben den alltäglichsten auch die unmöglichsten Sachen kaufen.

Fährt man von der geschäftigen Nordküste der Insel Hongkong hinüber auf die Südseite, so gelangt man in eine andere Welt: Sanfte grüne Hügel umrahmen liebliche Buchten mit hübschen weissen Sandstränden. 14 von Hongkongs 36 öffentlichen Badestränden befinden sich hier, darunter die populäre Repulse Bay (Bild).

Viele Bewohner der New Territories sind Hakkas - zähe, kleinwüchsige, von der harten Feldarbeit gezeichnete Menschen. Die Frauen tragen grosse schwarze Hüte, deren Krempe mit einem volantartigen Vorhang zum Schutz gegen die Sonne versehen ist. Und sie zünden sich ganz gerne zwischendurch eine Pfeife an.




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