Kaffernbüffel

Syncerus caffer



© 2002 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)



Afrikanische Safariteilnehmer sprechen oft von den «Big Five» - den fünf grossen afrikanischen Wildtieren, die man «unbedingt» gesehen haben muss. Es sind dieselben fünf Tierarten, denen einst das Hauptinteresse der Grosswildjäger galt, nämlich 1. Löwe (Panthera leo), 2. Leopard (Pan-thera pardus), 3. Elefant (Loxodonta africana), 4. Nashorn (von denen es in Afrika zwei gibt, das Schwarze (Diceros bicornis) und das Weisse (Cerathotherium simum) und 5. Büffel (genauer: Kaffernbüffel, Syncerus caffer).

Von diesen fünf eindrucksvollen Säugetieren ist der zwar häufige, jedoch heimlich und nachtaktiv lebende Leopard zweifellos am schwierigsten zu sehen. Nashorn (bzw. die beiden Nashörner) und Löwe sind verhältnismässig selten und deshalb nicht überall einfach zu beobachten. Die beiden übrigen, der Elefant und der Büffel, sind hingegen in den meisten Bereichen Afrikas ohne grössere Mühe anzutreffen.

Tatsächlich ist der Kaffernbüffel eines der am weitesten verbreiteten Grosssäugetiere Afrikas: Er kommt in den meisten Regionen südlich der Sahara vor. Auch in der Mehrzahl der westafrikanischen Länder ist er zu finden, darunter in Guinea-Bissau, dem im äussersten Westen Afrikas gelegenen Ausgabeland der vorliegenden Briefmarken.

 

Ein grosses Mitglied einer grossen Familie

Der Kaffernbüffel ist ein Mitglied der Familie der Hornträger (Bovidae), der mit rund 140 Arten formenreichsten Sippe der Paarhufer. Innerhalb dieser vielgestaltigen Familie gehört der Kaffernbüffel zur Unterfamilie der Wildrinder (Bovinae).

Wie so häufig bei Tierarten mit riesenhaftem Verbreitungsgebiet ist der Kaffernbüffel hinsichtlich seiner Körpergrösse sehr variabel: Die schmächtigen Büffel, welche die dichten äquatorialen Regenwälder bewohnen, sind nur etwa halb so gross wie die imposanten Büffel, welche in den ostafrikanischen Savannen zu Hause sind. Die maximale Schulterhöhe der «Savannenbüffel» liegt bei etwa 1,7 Metern, die maximale Kopfrumpflänge bei ungefähr 3,4 Metern. Solche «Hünen» (bei denen es sich ausnahmslos um Männchen handelt) bringen rund 900 Kilogramm auf die Waage. Hierzu ist anzumerken, dass die Männchen zwar in jedem lokalen Bestand deutlich grösser sind als die Weibchen, dass aber die weiblichen «Savannenbüffel» gewöhnlich grösser sind als die männlichen «Waldbüffel».

Beim Kaffernbüffel tragen beide Geschlechter Hörner. Allerdings sind die Hörner der Männchen grösser und massiger gebaut als die der Weibchen. Bei alten Bullen kann sich die Hornspannweite auf über einen Meter bemessen. Die Haut- und Haarfarbe variiert von rotbraun bei vielen «Waldbüffeln» bis tiefschwarz bei den meisten «Savannenbüffeln». Allerdings ist die wirkliche Färbung der Tiere zumeist übertüncht durch die Färbung des Bodens im jeweiligen Lebensraum, denn wie Wildschweine, Nashörner, Elefanten und manche anderen Wildtiere nehmen die Kaffernbüffel gerne Schlamm- und Staubbäder. Sie tun dies wohl hauptsächlich, um ihre Haut vor stechenden und saugenden Parasiten zu schützen.

Die Variabilität in Körpergrösse, Hornform und Hautfärbung hat dazu geführt, dass im Laufe der Zeit durch eifrige Zoologen eine ganze Reihe von regionalen Kaffernbüffelunterarten beschrieben und benannt wurde. Verschiedene Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es mindestens vier «echte» Unterarten gibt: den Waldbüffel, Zwergbüffel oder Rotbüffel (Syncerus caffer nanus), den Westafrikanischen Savannenbüffel oder Grasbüffel (Syncerus caffer brachyceros), den Zentralafrikanischen Savannenbüffel oder Sudanbüffel (Syncerus caffer aequinoctalis) und den Südlichen Savannenbüffel, Eigentlichen Kaffernbüffel oder Schwarzbüffel (Syncerus caffer caffer). Gegen diese wissenschaftliche Gliederung der Art in Rassen spricht, dass sich die Büffel in den Randbereichen ihrer Vorkommensgebiete zwanglos kreuzen und vermischen, so dass sämtliche Übergänge von der einen zur anderen Form zu beobachten sind. So findet sich zum Beispiel im Queen-Elizabeth-Nationalpark in Uganda eine «Mischbevölkerung», bei der schwarze, massige Kaffernbüffel mit breiten Hornhelmen neben kleinwüchsigen, kurz gehörnten Rotbüffeln und allen nur denkbaren Zwischenformen in derselben Herde vorkommen. Einmal mehr wird also der seltsame Drang des Menschen zur «Schubladisierung» dem grossen Spielraum, den die Natur ihren Lebensformen zugesteht, nicht gerecht.

 

Die meiste Zeit auf Wanderschaft

Die Kaffernbüffel bewohnen ein breites Spektrum von Lebensräumen, bevorzugen jedoch Gebiete mit einem ganzjährig guten Angebot von Trinkwasser, Nahrung (in Form von Gräsern) und Dickicht. Man findet die Tiere von Meereshöhe bis in Höhen von über 3000 Metern ü.M. Im kenianischen Aberdaregebirge beispielsweise halten sie sich oftmals auf den Bergweiden oberhalb der Baumgrenze auf.

Über die Lebensweise der Savannenbüffel ist erheblich mehr bekannt als über diejenige der Waldbüffel, denn letztere sind - wie die meisten Regenwald bewohnenden Tierarten - überaus schwierige Studienobjekte. Wir wissen immerhin, dass die Waldbüffel ebenso wie die Savannenbüffel Herden bilden. Allerdings ist die Grösse der Verbände bei den Waldbüffeln erheblich kleiner als bei den Savannenbüffeln: Während sich die Savannenbüffel zumeist in geschlossenen Herden von 50 bis 500 Tieren umherbewegen, sind die Waldbüffel selten in Herden von mehr als etwa 20 Tieren unterwegs.

Die kopfstarken Kaffernbüffelherden setzen sich gewöhnlich aus einer Anzahl beständiger Untergruppen zusammen, welche je ein paar Weibchen und deren Junge der letzten zwei Jahrgänge umfassen. Die jugendlichen Tiere, welche zwar entwöhnt, jedoch noch nicht geschlechtsreif sind, bilden ihrerseits kleine Gruppen innerhalb des Verbands. Stets gehört der Herde auch mindestens ein Junggesellentrupp von etwa zehn erwachsenen Männchen an. Alte Bullen wiederum halten sich gewöhnlich etwas abseits von der eigentlichen Herde auf, manchmal einzeln, oft aber auch zu zweit oder zu dritt.

Innerhalb jedes Teils der Kaffernbüffelherde besteht eine klar definierte Rangordnung. Festgelegt und aufrechterhalten wird die Rangordnung vor allem durch verschiedene Formen von Imponier- und Drohverhalten. Zu nennen sind etwa Kopfnicken, Schnauben und Scharren. Es finden aber mitunter auch zünftige Zweikämpfe statt, bei denen die rivalisierenden Tiere einander entweder frontal rammen oder seitlich mit den Hörnern aufzuspiessen versuchen.

Die Kaffernbüffelherden sind die meiste Zeit auf Wanderschaft. Täglich streifen sie etwa 18 Stunden mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 5 Kilometern je Stunde umher. Dabei besuchen sie in regelmässigem Wechsel die guten Weidegebiete, die Salzlecken, die Tränken, die Suhlen und die Raststellen innerhalb ihres Streifgebiets. In die Führung der Herde scheinen sich ein paar hochrangige Individuen beiderlei Geschlechts zu teilen. Jedes von ihnen kann offensichtlich zeitweilig festlegen, wann und in welcher Richtung weitermarschiert wird.

 

Drei Vormägen, ein Hauptmagen

Ihre Grasnahrung nehmen die Kaffernbüffel gewöhnlich während des Wanderns zu sich. Der Nahrungsaufnahme widmen sie sich vor allem am späteren Nachmittag und in der Nacht, Tränken besuchen sie zumeist am frühen Morgen und in der Abenddämmerung, und Ruhephasen legen sie während der heissen Tagesstunden ein. Während des Ruhens frönen die Kaffernbüffel allerdings nicht dem Nichtstun, sondern sie nutzen diese Zeit zum Wiederkäuen.

Wie alle Mitglieder der Hornträgerfamilie ist der Kaffernbüffel ein echter Wiederkäuer. Die deutsche Bezeichnung bezieht sich auf den uns allen vertrauten, weil gut sichtbaren Ausdruck dessen, dass diese Tiere über ein komplexes Verdauungssystem verfügen, welches den Nährstoffgehalt ihrer zellulosehaltigen Nahrung sehr effizient auszuwerten vermag. Wiederkäuer verspeisen gewöhnlich innerhalb kurzer Zeit grössere Mengen von Nahrung. Letztere gelangt jedoch im Unterschied zu den meisten anderen Tieren nach dem Verschlucken nicht einfach in den Magen und von da in den Darm, sondern tritt zunächst in eine geräumige Vormagenkammer ein, den «Pansen». Hier machen sich Milliarden symbiontischer Bakterien daran, die zähen, zellulosereichen Zellwände des Pflanzenmaterials, durch welche die im Zellinneren enthaltenen Nährstoffe geschützt sind, chemisch aufzubrechen.

Dieser Prozess dauert eine ganze Weile. Erst geraume Zeit nach der Nahrungsaufnahme, während einer Ruhephase, würgen die Wiederkäuer jeweils die durch die Bakterien vorverdaute Nahrung bissenweise aus dem Pansen hoch, um sie eben «wiederzukäuen». Dabei wird - durch die mechanische Krafteinwirkung seitens der Mahlzähne einerseits und durch die chemische Wirkung seitens der Enzyme im Speichel andererseits - das pflanzliche Gewebe weiter aufgebrochen. Nun wird die Nahrung zum zweiten Mal verschluckt, gelangt aber nun nicht erneut in den Pansen, sondern in eine zweite Vormagenkammer, den «Netzmagen», und von da später sogar noch in eine dritte Vormagenkammer, den «Blättermagen». In beiden wird das Futter zusätzlich chemisch behandelt. Erst nach diesem komplexen Vorverdauungsprozess wird die Nahrung dem eigentlichen Magen, dem «Labmagen», zugeführt, worauf der bei Säugetieren allgemein übliche Verdauungsprozess beginnt.

Die Wiederkäuer haben also im Laufe ihrer Stammesgeschichte eine einzigartige, überaus effiziente Form der Gewinnung von Nährstoffen aus ihrer zellulosereichen Kost entwickelt. Sie vermittelt ihnen im Nahrungswettstreit mit den anderen Tieren in ihrem Lebensraum erhebliche Überlebensvorteile: Viele von diesen können nämlich - im Gegensatz zu den Wiederkäuern - zähe Gräser nicht oder nur schlecht verwerten, obschon solche vielerorts im Überfluss vorhanden sind.

In den meisten Regionen Afrikas ist das Fortpflanzungsgeschehen der Kaffernbüffel saisonal geprägt, und zwar derart, dass die Kälber mehrheitlich dann zur Welt kommen, wenn das Nahrungsangebot für ihre säugenden Mütter besonders reichhaltig ist. In Ostafrika beispielsweise finden die Paarungen hauptsächlich gegen Ende der von Februar bis Juli dauernden Hauptregenzeit statt, so dass - nach einer Tragzeit von 340 Tagen - die Geburten mitten in der nächstjährigen Regenzeit erfolgen, wenn reichlich frisches Gras spriesst.

Die nicht trächtigen Büffelkühe werden etwa alle 23 Tage brunftig. Die erwachsenen Männchen, die einer Herde angehören, rivalisieren untereinander jeweils heftig um die Gelegenheit zur Paarung mit den brunftigen Weibchen. In diesen Momenten wird die «eingespielte» Rangordnung unter den Männchen vielfach brüchig und es finden ernstliche Zweikämpfe statt.

Die Kaffernbüffelkälber kommen gewöhnlich als Einzelkinder zur Welt. Sie wiegen bei der Geburt etwa 40 Kilogramm und tragen anfangs ein rotbraunes bis dunkelbraunes Fell. Die männlichen Kälber lösen sich im Alter von ungefähr zwei Jahren von ihrer Mutter und schliessen sich einem Junggesellentrupp an, während die weiblichen Jungtiere häufig zeitlebens in der mütterlichen Gruppe verbleiben. Die Geschlechtsreife tritt meistens im Alter zwischen dreieinhalb und fünf Jahren ein. Die Männchen erhalten aber in der Regel erst viele Jahre später sie Gelegenheit, sich fortzupflanzen, da sie sich zuerst in der Rangordnung ihres Junggesellentrupps nach oben kämpfen müssen. Es ist nachweislich bekannt, dass Kaffernbüffel in der freien Wildbahn mindestens achtzehn Jahre alt werden können. In Menschenobhut haben einzelne Individuen nahezu dreissig Jahre lang überlebt.

 

Eine Viertelmillion Büffel in Tansania

Kaffernbüffel sind mächtige Kämpfer, und sie können -- bei der Flucht wie beim Angriff - mit Geschwindigkeiten von bis zu sechzig Kilometern je Stunde dahingaloppieren. Ausserdem halten sie sich, von kräftigen alten Bullen abgesehen, stets im schützenden Verband auf. Kaum ein Raubtier, der Löwe unter Umständen ausgenommen, wagt es deshalb, einen gesunden erwachsenen Kaffernbüffel anzugreifen. Kälber und geschwächte Erwachsene können hingegen durchaus zur Beute von Löwe, Leopard, Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta), Afrikanischem Wildhund (Lycaon pictus) und Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) werden.

Auch dem Menschen gegenüber können Kaffernbüffel gefährlich werden. Nicht zuletzt deshalb gehören sie zu den «Big Five». Allerdings wird ihre Angriffslust häufig übertrieben. Zwar haben einer Statistik zufolge in der Vergangenheit tatsächlich mehr Grosswildjäger ihr Leben durch Kaffernbüffel verloren als durch irgendein anderes afrikanisches Wildtier, den Löwen eingeschlossen. Doch solche Unfälle waren wohl meistens darauf zurückzuführen, dass die Jäger das Verhalten angeschossener Kaffernbüffel nicht genügend kannten. Ein verletzter Büffel pflegt sich nämlich ins Dickicht zurückzuziehen und dort regungslos auf seinen Verfolger zu lauern. Der Angriff ist also im Allgemeinen nur der letzte Ausweg für ein verwundetes Tier, das nicht mehr zu flüchten vermag. Von Natur aus ist der Kaffernbüffel keineswegs «bösartig». Die friedlich grasenden Büffelherden in den Nationalparks Ostafrikas, die den Autos der Touristen kaum mehr ausweichen, beweisen dies zur Genüge.

Umgekehrt gilt das leider nicht: Der Mensch hat die Kaffernbüffelbestände in der Vergangenheit erheblich geschwächt. Zum einen hat er die massigen Wildrinder lange Zeit in ihrem ganzen Verbreitungsgebiet unbarmherzig bejagt - teils ihres Fleischs und Leders wegen, teils des «Sports» willen. Zum anderen hat er sie aus grossen Bereichen ihrer angestammten Lebensräume verdrängt, weil er die Savannen in Anbauflächen für seine Kulturpflanzen und in Weideflächen für seine Nutztiere umwandelte. Vielerorts sind die Kaffernbüffelpopulationen deshalb heute stark vermindert und in unzusammenhängende Bestände aufgespaltet. In verschiedenen Ländern überlebt die Art sogar nur noch in Schutzgebieten und gilt darum national als gefährdet.

Die kopfstärksten Kaffernbüffelbestände finden sich heute in Ostafrika. Allein in Tansania soll eine geschätzte Viertelmillion der massigen Wildrinder leben. Gesunde Bestände kommen auch im südlichen Afrika vor, insbesondere in Sambia, Simbabwe und Südafrika (mit je über 25 000 Individuen). Die Bestandssituation des Kaffernbüffels in Zentralafrika ist dagegen nicht klar, weil die Tiere dort waldlebend und deshalb Bestandserhebungen schwerlich durchführbar sind. Auch für Westafrika liegen kaum verlässliche Zahlen vor. Wir wissen bloss, dass die Kaffernbüffelbestände im westlichen Afrika weit weniger umfangreich sind als im Osten und Süden des Kontinents.

In Guinea-Bissau, dessen Landschaft durch ein Mosaik von Wäldern und Grasländern geprägt ist, war der Kaffernbüffel früher weit verbreitet gewesen. Im Norden des Landes überlebt er heute jedoch nur mehr in ein paar wenigen, weit auseinander liegenden Gegenden, so in den Wäldern entlang des Cacheu-Flusses. Im Süden des Landes kommt er hingegen noch recht weit verbreitet vor. Gebietsweise, etwa im Cantanhez-Wald, weist er sogar grössere Bestände auf.

 

 

Legenden

Der in den meisten Regionen Afrikas südlich der Sahara heimische Kaffernbüffel (Syncerus caffer) ist ein mächtiges Mitglied der Sippe der Wildrinder (Bovinae). Gross gewachsene Männchen (Bild) können eine Schulterhöhe von bis zu 1,7 Metern, eine Kopfrumpflänge von bis zu 3,4 Metern und ein Gewicht um 900 Kilogramm erreichen. Bei solchen «Hünen» bemisst sich die Hornspannweite gelegentlich auf über einen Meter.

Die Kaffernbüffel bewohnen ein breites Spektrum von Lebensräumen - von Trockensavannen bis hin zu Regenwäldern und von Küstentiefländern bis hin zu Bergweiden in über 3000 Metern Höhe. Am dichtesten sind ihre Bestände allerdings in Feuchtsavannen mit ganzjährig gutem Angebot von Trinkwasser, Nahrung (in Form von Gräsern) und Dickicht.

Während die Wald bewohnenden Kaffernbüffel in Kleinherden von selten mehr als 20 Individuen leben, bilden die Savannen bewohnenden Kaffernbüffel zumeist Grossherden von 50 bis 500 Tieren. Diese streifen etwa 18 Stunden täglich umher und besuchen in regelmässigem Wechsel die guten Weidegebiete, Salzlecken, Tränken, Schlammbäder und Rastplätze innerhalb ihres viele Quadratkilometer grossen Wohngebiets.

In den meisten Regionen Afrikas ist das Fortpflanzungsgeschehen der Kaffernbüffel saisonal geprägt, und zwar so, dass die Kälber mehrheitlich während der Hauptregenzeit zur Welt kommen, wenn das Nahrungsangebot für die säugenden Mütter besonders reichhaltig ist. Die Tragzeit dauert ungefähr 340 Tage, und die Kälber wiegen bei der Geburt etwa 40 Kilogramm. In der freien Wildbahn liegt die Lebenserwartung der Kaffernbüffel bei ungefähr 20 Jahren.

Der Mensch - und zwar hauptsächlich der europäische Siedler - hat die Kaffernbüffel in der Vergangenheit durch die Umwandlung der Savannen in Kultur- und Weideland aus weiten Bereichen ihrer angestammten Lebensräume verdrängt. Ausserdem hat er unbarmherzig Jagd auf sie gemacht. Vielerorts sind die imposanten Wildrinder deshalb selten geworden. Die kopfstärksten Bestände finden sich heute in Ostafrika; gesunde Populationen kommen aber auch in Sambia (Bild), Simbabwe und Südafrika vor.




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