Kanadischer Biber
Castor canadensis
© 1987 Markus Kappeler / Groth AG
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection,
Groth AG, Unterägeri)
Der Kanadische Biber (Castor canadensis) ist
über ganz Nordamerika weit verbreitet und ist hier der grösste
Vertreter der Nagetiere: Die Schulterhöhe ausgewachsener
Tiere beträgt 20 bis 23 cm, die Kopfrumpflänge etwa
90 cm und das Gewicht 18 bis 27 kg. Der flache, beschuppte Schwanz,
mit dem sie bei Gefahr auf das Wasser schlagen und damit ihre
Artgenossen alarmieren, misst ungefähr 25 cm.
Das Lebenselement des Bibers ist das Wasser: Er ist
ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher. Auf dem Land hingegen
wirkt er eher unbeholfen. Innerhalb seines grossen Verbreitungsgebiets
kommt er überall dort vor, wo sich ungestörte, mit
dicht bewachsenen Ufern gesäumte Bäche, Flüsse
und Seen finden. An diesen Gewässern baut er seine berühmten
Burgen aus Ästen und Stämmen, die er mit grossem Eifer
herbeischafft.
In ihrem Innern enthalten die Burgen Gänge und
Wohnräume, wobei die Eingänge zu dieser Festung immer
unter Wasser liegen. So ist der Biber tagsüber, wenn er
in seiner Burg schläft, vor ungebetenen «Gästen»
wie Luchs, Kojote oder Wolf sicher. Und selbst wenn ein Bär
von oben mit Gewalt einzudringen versucht, ist der Biber unten
längst ins Wasser geflüchtet und weggetaucht. Ausgedehnte
Dämme sorgen im übrigen dafür, dass auch bei Trockenheit
der Wasserpegel nicht absinkt und die Burg ihre Schutzfunktion
nicht verliert. So versteht es der Biber wie kein anderes Tier,
seinen Lebensraum zu seinen Gunsten zu verändern.
Jede Biberburg wird von einem in Einehe lebenden Paar
und seinen Nachkommen bewohnt. Das Weibchen bringt nach einer
Tragzeit von 107 Tagen jeweils 3 bis 4 Junge auf einem weichen
«Bettplatz» aus feingeraspeltem Holz zur Welt. Die
Neugeborenen wiegen etwa 450 g und sind rund 30 cm lang. Sie
sind kleine Ebenbilder ihrer Eltern und können schon eine
Stunde nach der Geburt schwimmen. Nach acht Wochen sind sie entwöhnt
und ernähren sich fortan wie die Alttiere von Baumrinde,
Blättern, Gräsern, Uferstauden und Wasserpflanzen.
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