Kanadagans

Branta canadensis


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Die Kanadagans (Branta canadensis) ist die häufigste Gans Nordamerikas. Im Gegensatz zu vielen anderen Wasservogelarten hat sie es verstanden, aus der Urbarmachung der nordamerikanischen Landschaft durch den Menschen Nutzen zu ziehen. Ihre Population ist deshalb heute grösser als vor der Besiedlung Nordamerikas durch die Weissen.

Kanadagänse ziehen im Herbst in riesigen, wohlgeordneten «Geschwadern» aus ihren hochnordischen Brutgebieten zwischen dem Mackenzie-Fluss und der Labrador-Halbinsel südwärts und überwintern an einem auch in der kalten Jahreszeit eisfreien Gewässer. Zeitig im Frühjahr kehren sie dann an ihre Brutplätze zurück. Viele Kanadagänse sind allerdings in neuerer Zeit zu Kulturfolgern geworden und haben sich zu Standvögeln entwickelt: Sie halten sich das ganze Jahr über in Parkanlagen, auf Industriearealen, Golfplätzen und anderen Grünflächen in Siedlungsräumen auf.

Männliche und weibliche Kanadagänse sind gleich gefärbt. Die Männchen sind aber ziemlich grösser als die Weibchen; sie erreichen eine Länge von 99 cm, eine Flügelspannweite von 193 cm und ein Gewicht von 5,9 kg.

Wie die meisten Gänse und Enten leben Kanadagänse in «Dauerehe». Männchen und Weibchen gehen oft eine so starke Partnerbindung ein, dass sich verwitwete Vögel bis zu ihrem Tod nicht mehr verpaaren.

Kanadagänse legen ihre umfangreichen Nester aus Zweigen, Stengeln und anderen Pflanzenstoffen in Gewässernähe auf dem Erdboden an. Das Gelege besteht aus 5 bis 6 weisslichen Eiern, welche durchschnittlich 89 mm lang und 57 mm dick sind. Die Brutzeit dauert 28 bis 30 Tage. Die Jungen gehören zu den am besten entwickelten Nestflüchtern in der Vogelwelt: Wenige Stunden nach dem Schlupf vermögen sie bereits zu schwimmen, und sie ernähren sich vom ersten Tag an selbständig. Das Elternpaar hat lediglich die Aufgabe, seine Jungen vor Feinden zu beschützen.




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