Kojote

Canis latrans


© 1990 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Hunde»)



Kopfrumpflänge: 70 - 97 cm
Schulterhöhe: 45 - 53 cm
Gewicht: 10 - 18 kg

«Jip, jip, jip, juuuuuuuuh» - so ertönt die «Heulstrophe des Kojoten in zahlreichen Wildwestfilmen, wenn sich die Nacht allmählich über die Prärie senkt. Für viele Menschen ist der schlanke Wildhund darum untrennbar mit den weiten Grasländern der USA verbunden.

Tatsächlich ist der Kojote jedoch viel weiter verbreitet: Man findet ihn vom eisigen Norden Alaskas südwärts bis zum tropischen Costa Rica. Und man kann ihm durchaus auch in Wäldern und Wüsten begegnen. Ja, er hat sogar einige Grossstädte wie Los Angeles besiedelt. Er ist ein aussergewöhnlich vielseitiges und lernfähiges Raubtier, das sich mühelos unterschiedlichsten Lebensbedingungen anpasst. Und zwar in jeder Beziehung: Kojoten gehen sowohl am Tag als auch in der Nacht auf Pirsch. Sie ernähren sich von selbsterbeuteten Tieren und von tot aufgefundenen. Sie sind ebenso bereit, im Wasser nach Fröschen und Krebsen zu jagen, wie sie Melonenfelder nach reifen Früchten absuchen. Sie ziehen ihre Jungen in selbstgegrabenen Höhlen oder auch in Kanalisationsröhren gross. Und sie schlagen sich je nach den örtlichen und jahreszeitlichen Umständen als Einzelgänger, in fest verbundenen Paaren oder sogar in kleinen Rudeln durch.

So verwundert es denn auch nicht, dass dieser lebenstüchtige Wildhund, der seit jeher vom Menschen als «Viehdieb» verketzert und verfolgt wird, bisher allen Ausrottungsversuchen widerstanden hat. Man schätzt, dass es heute mehr Kojoten gibt als je zuvor!




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