Manul

Felis (Otocolobus) manul


© 1988 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Kleinkatzen»)



Kopfrumpflänge: 50 - 65 cm
Schwanzlänge: 21 - 31 cm
Gewicht: 2,5 - 4,5 kg

Der Manul bewohnt die kargen Steppen, steinigen Einöden und baumlosen Berghänge in den Hochländern Zentralasiens - von Afghanistan bis zur Mongolei. Mancherorts steigt er im Gebirge bis auf 3000 oder sogar 4000 Meter hinauf.

An das rauhe Klima seiner Heimat, wo der Wind pfeifend über die weiten Ebenen fegt und im Winter klirrende Kälte herrscht, ist der Manul hervorragend angepasst. Er besitzt das langhaarigste und dichteste Fell aller Kleinkatzen! Wenn sich der Manul irgendwo hinkauert, sieht er aus wie ein kugelrundes Fellkissen. Und legt er dann noch seinen buschigen Schwanz um die Pfoten, so können ihm Wind und Kälte überhaupt nichts mehr anhaben; er bietet ihnen keine Angriffsfläche.

Vor kurzem haben Forscher etwas Interessantes festgestellt: Wenn der Manul auf die Jagd geht, so vermag er - etwa über einen Stein hinweg - seine Beute mit der oberen Hälfte eines einzigen Auges zu beobachten. Möglicherweise befähigen ihn seine seltsam geformten Pupillen zu diesem Kunststück: Sie ziehen sich nämlich nicht zu einem Schlitz zusammen wie bei den meisten anderen Kleinkatzen, sondern zu einem Mittelding zwischen Kreis und auf der Spitze stehendem Quadrat.

Die Nahrung des Manuls besteht hauptsächlich aus Pfeifhasen - meerschweinchenartigen Hasenverwandten, die im Hochgebirge zwischen den Felsen herumhuschen. Manchmal fallen dem langhaarigen Gesellen aber auch Nagetiere und Steppenvögel zum Opfer.




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