Konvergierender Marienkäfer

Hippodamia convergens


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Konvergierende Marienkäfer (Hippodamia convergens) - eine von weltweit 4000 Marienkäfer-Arten - ist in der östlichen Hälfte Nordamerikas zu Hause. Die erwachsenen Käfer sind 6 bis 7 mm lang und weisen auf jedem ihrer beiden orangeroten Deckflügel sechs schwarze Punkte auf. Ihr schwarzes Nackerschild trägt zwei weisse, nach hinten «konvergierende», das heisst zusammenstrebende Streifen auf - daher der Artname.

Die auffällige Färbung der Marienkäfer ist eine «Warntracht»: Sie soll Vögel und andere Raubfeinde auf die Ungeniessbarkeit der kleinen Insekten aufmerksam machen. Bei Gefahr lassen Marienkäfer nämlich aus kleinen Drüsen an den Beingelenken eine gelbe, ausgesprochen widerlich schmeckende Flüssigkeit austreten, welche unerfahrene Vögel dazu veranlasst, ihren vermeintlichen Leckerbissen unverzüglich wieder fallenzulassen.

Marienkäfer überwintern in grossen Gesellschaften an geschützten Stellen - so etwa in Ritzen und Spalten von Bäumen, unter dürrem Laub oder auch in Häusern. Im März kriechen sie aus ihren Winterquartieren hervor und verpaaren sich alsbald. Im Mai legen die Weibchen ihre 200 bis 400 winzigen gelben Eier in Gruppen von 5 bis 35 Stück an Blattunterseiten.

Nach 1 bis 2 Wochen schlüpfen die orange-schwarz gefärbten Larven. Wie die erwachsenen Tiere sind sie gefrässige Jäger, welche Blattläuse, Schildläuse, Milben und andere Pflanzenschmarotzer in grosser Zahl vertilgen: Sie bringen es täglich auf etwa 50 Blattläuse! Nach etwa drei Wochen verpuppen sie sich und entwickeln sich im Lauf einer Woche zum fertigen Käfer.

Für den Menschen sind die Marienkaefer sehr nützliche Tiere, da ihre pflanzensaugenden Beutetiere grosse Schäden in Pflanzungen anrichten können. Mehrere Firmen haben sich in jüngerer Zeit auf die Zucht und den Verkauf von Marienkäfern spezialisiert. Eine Gallone (3,8 l) Marienkäfer - das sind etwa 40 000 Individuen - reichen aus, um 50 000 m2 Pflanzland zu «entlausen». Erfreulicherweise ziehen immer mehr Farmer diese biologische Art der Schädlingsbekämpfung der chemischen vor.




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