Maultierhirsch

Odocoileus hemionus


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Maultierhirsch (Odocoileus hemionus), der auch Grossohrhirsch genannt wird, ist in den Berggebieten des nordamerikanischen Westens zuhause. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Alaska südwärts bis Mexiko und von der Pazifikküste ostwärts bis nach Nord- und Süddakota. Im Gegensatz zum nah verwandten Weisswedelhirsch ist der Maultierhirsch kein Kulturfolger, sondern führt ein sehr heimliches, «unsichtbares» Leben in möglichst ungestörten Gegenden.

Männliche Maultierhirsche weisen im Durchschnitt eine Schulterhöhe von 100 cm, eine Kopfrumpflänge von 180 cm und ein Gewicht von 80 bis 90 kg auf. Besonders grosse Individuen können allerdings bis zu 215 kg schwer werden. Imposant ist der Kopfschmuck der männlichen Maultierhirsche: Durch Zweiteilung einer jeden Geweihsprosse können sich im Alter Geweihe mit über fünfzig Enden bilden.

Seinen Namen verdankt der Maultierhirsch seinen besonders langen, bis 28 cm messenden Ohren, die ihm ein maultierähnliches Aussehen verleihen. Im Volksmund wird er manchmal auch «Springhirsch» genannt, weil er auf der Flucht des öftern mit allen vier Läufen gleichzeitig hoch in die Luft springt.

Maultierhirsche halten sich im Sommer hoch in den Bergen auf und ziehen jeweils mit Einbruch des Winters in tiefergelegene Winterquartiere. Hier versammeln die kräftigeren Männchen während der Brunftzeit im Dezember kleinere Gruppen von Weibchen um sich, mit denen sie sich paaren und von denen sie eifersüchtig jeden Nebenbuhler fernhalten.

Die Jungen kommen nach einer Tragzeit von ungefähr 210 Tagen im Juni und Juli, beim gemächlichen Zurückwandern in die Sommereinstände, zur Welt. Bei der Geburt wiegen sie 2 bis 3 kg und tragen ein geflecktes Fell. In den ersten Tagen verstecken sie sich im Dickicht und werden von der Mutter nur zum Säugen besucht. Dann folgen sie ihr nach und schliessen sich der Herde an. Viele von ihnen fallen in den ersten Lebensmonaten Pumas, Kojoten und Rotluchsen zum Opfer.




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