Monarchfalter

Danaus plexippus


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Monarchfalter (Danaus plexippus) gehört zu jener erstaunlichen Gruppe von Wanderfaltern, welche - wie die Zugvögel - weite jahreszeitliche Wanderungen unternehmen, um so den saisonal ungünstigen Lebensbedingungen in ihrer Heimat auszuweichen. Alljährlich ziehen Millionen erwachsener Monarchfalter im Herbst vom südlichen Kanada und von den nördlichen USA aus nach Süden und kehren dann im Frühjahr wieder zurück. Dabei halten sie sich stets an bestimmte Wanderrouten und legen pro Tag oftmals Strecken von mehr als 100 km zurück!

Bis vor kurzem war es ein grosses Rätsel gewesen, wo und wie die Monarchfalter den Winter verbringen. Erst 1975 konnte das Winterquartier eines Grossteils der Monarchfalter ausfindig gemacht werden: Es befindet sich in den Sierra-Madre-Bergen nordwestlich von Mexiko City auf einer Höhe von 2750 m ü.M. Abermillionen der leichten Wesen bedecken hier auf einer Fläche von mehreren Hektaren dichtgedrängt Bäume und Boden und überwintern in einer Art Kältestarre.

Während die Monarchfalter im Herbst sehr zielstrebig ihr Winterquartier aufsuchen, gestaltet sich ihr Frühjahrszug nach Norden recht gemächlich. Sie paaren sich unterwegs, und die Weibchen legen ihre Eier ab. Viele von ihnen sterben, werden aber schon bald durch ihre eigenen Nachkommen ersetzt, welche - sobald sie sich entwickelt haben - den Zug nach Norden fortsetzen. Im Spätsommer, mit dem Einsetzen kühlerer Nächte, bricht dann der Zug nach Norden unvermittelt ab, und sämtliche Falter wandern nun wieder Richtung Süden.

Wie ihre Raupen ernähren sich die erwachsenen Monarchfalter von giftigen Wolfsmilchgewächsen und sind deshalb ungeniessbar. Sie tragen eine auffällige orange-schwarze «Warntracht», welche jeden Fressfeind auf ihre Ungeniessbarkeit aufmerksam macht. Tatsächlich werden sie kaum von Feinden angegriffen. Dies ist denn auch der Grund dafür, warum die Monarchfalter in so grossen, leicht erkennbaren Gesellschaften überwintern können, ohne zum «Festschmaus» von Raubfeinden zu werden.




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