Mondspinner

Actis luna


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Mondspinner (Actis luna) ist ein zartgrüner, 13 cm spannender Nachtfalter mit glasig durchscheinenden Augenflecken und langen, schwanzartigen Verlängerungen an den Hinterflügeln. Seine Heimat ist Mittelamerika und das östliche Nordamerika.

Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich und lassen sich nur anhand ihrer gefiederten, als Geruchsorgane dienenden Fühler unterscheiden: Bei den Männchen sind die «Fiedern» wesentlich länger als bei den Weibchen; ihr Riechvermögen ist daher bedeutend besser. Tatsächlich vermögen die Männchen Lockstoffe, welche von den Weibchen abgesondert werden, über Distanzen von mehr als drei Kilometern wahrzunehmen, was für das Zusammenfinden der Geschlechter sehr wesentlich ist.

Das Weibchen legt seine rund 200 Eier in kleinen Gruppen an die Blätter der Raupenfutterpflanzen. Solche sind verschiedene Laubbaumarten wie Hickory, Walnussbaum und Kastanie. Die blassgrünen, 3 mm langen Räupchen, welche nach etwa zehn Tagen aus den Eiern schlüpfen, haben einen enormen Appetit: Innerhalb von 48 Stunden verzehren sie etwa das 8000fache ihres «Geburtsgewichts»!

Den rasch wachsenden Raupen wird ihre nur begrenzt dehnbare Chitinhaut bald zu eng; sie wird kurzerhand abgestreift. Dieser Häutungsvorgang wiederholt sich insgesamt vier Mal im Leben der Mondspinnerraupen. Nach fünf Wochen sind sie 6 bis 7 cm lang. Nun ist die Zeit für die Verpuppung gekommen. Zwischen den Blättern ihrer Wirtspflanze spinnen sich die Raupen in einen spindelförmigen Kokon ein. Obschon der Mondspinner nahe verwandt ist mit dem zum Haustier gewordenen Echten Seidenspinner (Bombyx mori), genügt die Qualität seiner Gespinstfäden nicht zur Herstellung von Seide.

Im Frühjahr kriecht dann der fertigentwickelte Falter aus dem Kokon und unternimmt schon bald seinen ersten Flug. Die Lebenserwartung der erwachsenen Mondspinner beträgt nur wenige Tage, denn ihre Mundwerkzeuge sind rückgebildet, so dass sie keine Nahrung aufnehmen können. In dieser kurzen Zeit müssen sich die Tiere fortpflanzen und so den Fortbestand der Art sicherstellen.




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