Niederländische Antillen


© 1991 Markus Kappeler
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)



Und Holland hat doch einen Berg! Ein wuchtiger Berg ist es sogar, 887 Meter hoch und ausgesprochen steil. Er hört auf den Namen Mount Scenery und liegt auf Saba, dem kleinsten Mitglied der Niederländischen Antillen.

4,5 karibische Inseln sind es, welche das Überseegebiet «Niederländische Antillen» bilden: Curaçao, Bonaire, die südliche Hälfte von San Martin (Sint Maarten), Sint Eustatius und Saba. Seit 1954 sind sie keine Kolonien mehr, sondern bilden einen innenpolitisch autonomen Teil des Königreichs der Niederlande. Staatsoberhaupt ist die niederländische Königin, derzeit also Königin Beatrix, welche sich und ihre Interessen auf den Inseln durch einen Gouverneur vertreten lässt.

Die heutige politische Einheit der Niederländischen Antillen beruht keineswegs auf naturgegebenen Verhältnissen, sondern allein auf der gemeinsamen kolonialen Vergangenheit. Nicht nur liegen zwischen dem Inselduo Curaçao und Bonaire einerseits und dem Trio Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba andererseits 900 Kilometer tiefblaue Karibische See. Die beiden südlichen Unionspartner unterscheiden sich auch durch ihren geologischen Aufbau, ihr Klima, ihre Geschichte, die Umgangssprache ihrer Bevölkerung und vieles mehr von den nördlichen dreien. Es dürfte im übrigen nur eine Frage der Zeit sein, wann sich die nördlichen drei Unionspartner von den südlichen beiden loslösen werden, um ungebremst eigene Wege gehen zu können - so, wie sich 1986 schon Aruba vom Rest abgetrennt hat.

 

Curaçao - Klein-Holland in den Tropen

Als Likör kennen Curaçao die meisten von uns. Und tatsächlich hat die Likördestillation auf Curaçao Tradition. Die frühen spanischen Siedler brachten Orangenbäume aus Valencia auf das karibische Eiland. Da das Inselklima ohne Jahreszeiten den Pflanzen aber schlecht bekam, waren grüne, ledrige, kaum essbare Früchte das Ergebnis. Findige Holländer stellten dann um 1750 fest, dass die Schale dieser «Bitterorangen» überaus würzig ist und dass sich aus ihr - zusammen mit hochprozentigem Getreidealkohol aus den USA - ein geschmackvoller Likör herstellen lässt: «Curaçao von Curaçao». War der Likör damals noch farblos, so ist er heute gemäss Slogan (und dank Farbstoffen) «so blau wie das Meer, das Curaçao umspült».

Curaçao liegt rund 60 Kilometer vor der Nordküste Venezuelas im Karibischen Meer und gehört offiziell zu den Kleinen Antillen. Erdgeschichtlich hat es allerdings mit den «echten» Kleinen Antillen, die weiter östlich das Karibische Meer gegen den Atlantik abgrenzen und allesamt aufgrund untermeerischer Vulkanausbrüche entstanden sind, wenig zu tun. Curaçao gehört grundsätzlich zum südamerikanischen Festland; es ist die Spitze eines untergetauchten Hügelzugs. Nicht zu vergleichen mit der zumeist saftig grünen Pflanzendecke der «echten» Kleinen Antillen ist denn auch seine Vegetation, die sich aus Kandelaberkakteen, Aloen, Mesquitesträuchern, Dornakazien, Dividivibäumen und anderen trockenheitsliebenden Pflanzen zusammensetzt. Der Untergrund Curaçaos besteht nämlich aus wasserdurchlässigem Kalkstein, in der die ohnehin spärlichen Niederschläge (ca. 400 Millimeter im Jahr) restlos versickern.

Curaçao wurde 1499 vom spanischen Seefahrer Alonso de Ojeda entdeckt, einem ehemaligen Schiffsoffizier von Christoph Kolumbus. Die Spanier setzten das trockene Eiland jedoch auf die Liste der «Islas inutiles», der «unbrauchbaren Inseln»: Es gab weder Gold noch Holz, und die wenigen indianischen Ureinwohner, Arawaken vom Stamme der Caiquetios, waren schon nach kurzer Zeit allesamt nach Hispaniola deportiert, wo sie für die Spanier in den Bergwerken und auf den Plantagen arbeiten mussten.

Gerade weil die Spanier die Insel für unbedeutend hielten, konnten die Holländer sie 1634 leicht in ihren Besitz bringen. Damit fiel einer der hervorragendsten Naturhäfen der Welt in ihre Hand: eine grosse, blattförmige Bucht an der Südwestküste Curaçaos, die nur durch einen schmalen Kanal mit dem Meer verbunden ist. Einen solchen Hafen konnten die Holländer bestens gebrauchen für ihre 1621 gegründete «Westindische Kompanie», eine im mittelamerikanischen Raum operierende Handelsgesellschaft. In der Tat entwickelte sich Curaçao im 17. und 18. Jahrhundert zum Hauptumschlagplatz der Kompanie. Und eine der wichtigsten «Handelswaren» bildeten Negersklaven aus Westafrika...

Noch immer ist Curaçaos Naturhafen, «Schottegat» genannt, einer der grössten Häfen der Erde. Schiffe mit insgesamt fast 100 Millionen Tonnen Rauminhalt können in ihm gleichzeitig vor Anker gehen. Und noch immer reihen sich links und rechts der schmalen Hafeneinfahrt gut erhaltene altholländische Kaufmannshäuser mit Glocken- und Treppengiebeln aneinander. Sie sind - nebst vielen weiteren Zeugnissen aus der niederländischen Kolonialzeit - dafür verantwortlich, dass Curaçao häufig «Klein Holland» genannt wird.

1863, mit der Abschaffung der Sklaverei, begann eine wirtschaftliche Flaute für Curaçao. Viele arbeitsfähige Männer mussten sich nun auf anderen karibischen Inseln ein Auskommen suchen.

Die Eröffnung von Raffinerien, in welchen Erdöl aus dem nahen Venezuela verarbeitet wird, brachte jedoch ab 1916 wieder den gewünschten wirtschaftlichen Aufschwung. Und ab den sechziger Jahren ging es mit Curaçao wirtschaftlich nochmals steil bergauf: «Tourismus» heisst das Zauberwort, und «duty-free» das Lockmittel. Erneut ist die Insel zum florierenden Warenumschlagplatz geworden. Europa, Asien und Amerika sind hier im Sonderangebot zu haben: französische Parfums neben japanischen Kameras, Schweizer Uhren neben mexikanischem Silber, italienische Mode neben kubanischen Zigarren. Curaçao ist heute für Shopper und Nebenbei-Urlauber das richtige Reiseziel.

 

Bonaire - die Insel der Roten Flamingos

«Bon bini, con ta bai?» («Herzlich willkommen, wie geht es Dir?»). «Masha danki, mi ta bon! («Vielen Dank, mir geht es gut!»). Das ist Papiamento, die Umgangssprache auf den niederländischen «ABC-Inseln» (Aruba, Bonaire, Curaçao), die sich einst als «Lingua franca» zwischen Sklaven und Kolonialherren wie auch zwischen den aus unterschiedlichen Völkern stammenden Sklaven herausgebildet hatte. Spanisch und Holländisch bilden gewissermassen die Basis dieser Mischsprache, Wörter aus dem Afrikanischen, Englischen, Französischen, Portugiesischen, Indianischen, Jiddischen usw. die Zutaten. Die ABC-Inseln waren lange Zeit aufgrund der vergleichsweise toleranten Rassenpolitik der Niederländer Auffangbecken für unterdrückte Angehörige aller Nationen und Religionen gewesen, und das hat sich im Papiamento hörbar niedergeschlagen.

Papiamento ist eine reiche, musikalische Sprache mit vielen Wortspielen und Sprachbildern wie «Si dos man laba otro tur, dos ta bira limpi» («Wenn eine Hand die andere wäscht, werden beide sauber»). Ein Wort allerdings fehlt im Papiamento: das Wort für «Wetter». Auf den ABC-Inseln heisst das Wetter nämlich schlicht «Sonne, Sonne, Sonne» - das ganze Jahr über. Regen ist äusserst selten, und zudem liegen die drei Inseln - im Gegensatz zu den «echten» Kleinen Antillen - ausserhalb des berüchtigten karibischen Hurrikangürtels.

Seit der österreichische Zoologe und Pionier der Unterwasserfotografie Hans Hass von seinen ersten meeresbiologischen Forschungen vor der Küste Bonaires berichtete, ist Bonaire zum international bekannten Taucherparadies geworden. Rund 120 000 Tauchgänge werden alljährlich registriert. Um die Schäden durch die in den prächtigen Unterwassergärten spazierengehenden Taucher möglichst gering zu halten, wurden bereits 1979 die Riffgebiete um Bonaire und Klein Bonaire zum Unterwasser-Naturschutzpark erklärt. Lediglich 44 Tauchstellen sind seither für die Besucher freigegeben. So beschränkt sich die Belastung durch die Taucher auf ein kontrollierbares Mass. Und da die Unterwasserjagd mit der Harpune bereits seit 1971 verboten ist, fressen die Fische den Tauchern inzwischen buchstäblich aus der Hand.

Auch für Vogelfreunde ist Bonaire ein Paradies. 51 Brutvögel und 91 Durchzügler oder Wintergäste aus Nordamerika hat Bonaire vorzuweisen. Hinzu kommen 21 gelegentliche Besucher aus dem nördlichen Südamerika und 24 Seevogelarten, die hier zeitweilig Rast machen. 187 Vogelarten gibt das insgesamt. Viele Landvögel Bonaires, so etwa die Gelbflügelamazone, kann man im landschaftlich sehr reizvollen, 60 Quadratkilometer grossen und seit 1969 bestehenden Washington-Slagbaai-Nationalpark im hügeligen Norden der Insel beobachten. Im flachen südlichen Inselbereich, bei der Pekelmeer-Lagune, findet sich hingegen jene weltberühmte Brutkolonie des Roten Flamingos, welche mit etwa 10 000 Exemplaren zu den umfangreichsten unseres Planeten gehört.

Bonaire setzt auf die Karte «Naturerlebnis», wenn es um Touristen wirbt. Und es ist in der Tat eine im Vergleich zu Curaçao ruhige Insel - ein Paradies für Taucher und Vogelfreunde, die sich fernab vom Touristenrummel erholen und sich geistig, nicht materiell, bereichern wollen.

 

Sint Marteen - Hektik in der Karibik

Was in Europa nicht möglich ist, kann auf San Martin jedermann problemlos tun: Die Grenze zwischen Holland und Frankreich zu Fuss überschreiten. Denn auf der am 11.11.1493 von Christoph Kolumbus entdeckten und nach dem Tagesheiligen benannten Insel San Martin leben Niederländer und Franzosen freundnachbarschaftlich zusammen. Der nördliche Teil ist französisches Überseeterritorium und heisst «Saint-Martin», der südliche Teil ist Unionspartner der Niederländischen Antillen und heisst «Sint Maarten».

Nach seiner Entdeckung wurde San Martin von den Europäern lange Zeit kaum beachtet. Erst im 17. Jahrhundert benutzten französische Piraten, welche im karibischen Raum ihr Unwesen trieben, die Insel als Unterschlupf. 1640 wurden diese durch die Spanier vertrieben, die in der Folge ihre niederländischen und französischen Kriegsgefangenen hierherbrachten. Die Deportierten bereiteten der spanischen Herrschaft jedoch 1648 mit einem erfolgreichen Aufstand ein Ende und teilten die Insel in der Folge unter sich auf. Die Geschichte berichtet von einem Wettlauf, bei dem je ein Franzose und ein Niederländer vom gleichen Ausgangspunkt der Küste entlang in entgegengesetzter Richtung losrannten. Von diesem Punkt zu jenem, an dem sie wieder aufeinandertrafen, wurde an schliessend die Grenze gezogen. Der Franzose war offensichtlich beträchtlich schneller als der Niederländer, denn rund zwei Drittel der Insel (54 km2) gehören seither den Franzosen, nur ein Drittel (34 km2) gehört den Niederländern. Zöllner und Schranken, ja selbst einen Strich auf der Strasse sucht man an der Grenze zwischen den beiden Territorien allerdings vergeblich. Die ganze Insel ist ohnehin Zollfreihandelsgebiet. Lediglich zwei Schilder mit den Aufschriften «Bienvenue Partie Francaise» bzw. «Welcome to Sint Maarten» machen auf die Zweiteilung der Insel aufmerksam.

«Verborgenes Juwel» - unter dieser Überschrift erschien 1957 eine Reportage in einem vielgelesenen amerikanischen Magazin, welche für das verschlafene San Martin und seine überwiegend dunkelhäutigen Bewohner tiefgreifende Folgen haben sollte. Der Autor schwärmte von «paradiesischer Ursprünglichkeit», von «jungfräulichen Stränden mit im Wind sich wiegenden Palmen» und von «unvergleichlich gastfreundlichen Einheimischen» - und machte damit ganze Schwärme von Touristen und Investoren mobil. Aus dem verschlafenen Eiland mit exakt einem Hotel, null Restaurants und null Tankstellen wurde innerhalb kürzester Zeit eine geschäftige Touristenmetropole. Über 200 Restaurants haben sich mittlerweile auf der Insel etabliert. Die Bettenkapazität wurde kürzlich auf 10 000 aufgestockt. Und Nachtklubs, Spielkasinos und Golfplätze gibt es zuhauf. Von 3000 Personen im Jahr 1950 hat sich im übrigen die Bevölkerung allein im niederländischen Sint Marteen auf nunmehr 70 000 erhöht. Und der Boom hält an - zum Schaden aller, denn das Paradies platzt förmlich aus den Nähten. San Martin ist laut und hektisch geworden. Die letzten einsamen Strände sind verbaut. Immer tiefer fressen sich die modernen Hotelbauten in die einst grün bewaldeten Hügel hinein. Nicht zuletzt hat der Goldrausch aber auch die einst fröhliche Gelassenheit der Menschen zerstört. Auf San Martin droht bald das letzte Stückchen karibischer Atmosphäre im Touristenrummel zu ersticken.

 

Sint Eustatius - historisches Schmuckstück

Fliegt man von Sint Maarten nach Sint Eustatius hinüber, kommt einem der kurze Hopser wie ein Flug in die Vergangenheit vor. «Statia», wie die Insel von den überwiegend dunkelhäutigen Einheimischen genannt wird, gehört zu den wenigen noch kaum für den Tourismus entwickelten Antilleninseln. Dafür finden sich viele interessante historische Relikte auf Sint Eustatius, denn dieses kleine Inselchen mit nur einer Ortschaft, Oranjestad, welche hübsch in einer fruchtbaren Senke zwischen zwei Vulkankegeln eingebettet liegt, hat eine bewegte Vergangenheit: Ganze 22 Mal wechselte Sint Eustatius im Laufe der letzten 500 Jahre den Besitzer, bis es definitiv der Niederlande zufiel. Diese unruhige Vergangenheit erfreut heute nicht nur den Taucher, der im Umfeld des Inselchens über 200 versunkene Schiffswracks aus allen kolonialen Epochen zu erkunden vermag. Sie zeigt sich auch in einer reichen Vielfalt historischer Bauten und Denkmäler, welche teils zu Ruinen verfallen, teils schön restauriert sind.

Seine Hochblüte erlebte Sint Eustatius im 17. und 18. Jahrhundert als Handels- und Umschlagplatz zwischen Europa und dessen nord-, mittel- und südamerikanischen Kolonien. Einer ganzen Reihe mehr oder weniger ehrbarer Kaufleute bescherte der zwar nicht immer legale, dafür aber umso einträglichere Handel mit Sklaven, Waffen, Rum und vielen anderen Waren eine goldene Nase - und dem Inselchen den Beinamen «Golden Rock» («Goldener Felsen»). Oft lagen gegen 100 Handelsschiffe gleichzeitig hier vor Anker. Bis zu 9000 Einwohner, heute kaum vorstellbar, zählte Sint Eustatius um die Mitte des 18. Jahrhunderts.

Die Wende kam am 16.11.1776 mit einem historischen Kuriosum: In vermutlich angetrunkenem Zustand schoss der Hafenmeister an jenem Tag einem eben einlaufenden Schiff mit eigenartigem Sternenbanner einen Ehrensalut. Sint Eustatius erkannte damit als erstes Territorium der Welt die «Rebellenflagge» jener 13 britischen Kolonien an, welche sich kurz zuvor, am 4.7.1776, als «Vereinigte Staaten von Amerika» für unabhängig erklärt hatten. Das war ein Affront gegen England, welches später furchtbare Rache nahm: 1781 besetzte die britische Flotte den Hafen von Sint Eustatius, plünderte die prall gefüllten Lagerhäuser in Oranjestad und verwüstete die Insel vollständig.

Von diesem Schlag hat sich Sint Eustatius nie wieder erholt. Bis heute zeugt nichts mehr vom vergangenen Glanz der «guten alten Zeit». Die Inselbevölkerung erhofft sich aber jetzt einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Tourismus. Noch sind die wenigen Hotels und Pensionen auf Sint Eustatius klein. Noch wird die Gastfreundschaft grossgeschrieben. Und noch machen sich erst wenige Wanderer zum Gipfel des Mount Quill auf, in dessen Krater ein herrlicher Regenwald wächst. Diese ruhigen Tage dürften aber auch auf Sint Eustatius gezählt sein.

 

Saba - Hollands höchster Berg

Ein steiler, kreisrunder Vulkankegel im Meer. Vier Dörfer mit holländischen Puppenhäuschen. Überall blonde Kinder, die mit schwarzen Krausköpfen spielen. Das ist Saba, die kleinste der sechs Karibikinseln, auf denen Königin Beatrix und Gemahl von den Wänden der Amtsstuben lächeln. Mit kürzeren Unterbrüchen gehört das winzige Eiland seit 1640 der niederländischen Krone.

Auch bei genauerem Hinsehen ist Saba nichts anderes als ein steiler, längst erloschener Vulkan, der abrupt aus der Karibik auftaucht. Immerhin entstand 1963 aus einem Süsskartoffelacker im Nordosten der Insel ein «Airport». Und seit 1947 gibt es auch eine 15 Kilometer lange Strasse, die heute, bei 250 angemeldeten Autos, eine beachtliche Verkehrsdichte aufweist. Sie schlängelt sich in ein paar scharfen Haarnadelkurven quer über das Inselchen hinweg - vom Flugplatz über Hell's Gate nach Windwardside und St John's, weiter zum Hauptort The Bottom und schliesslich zur Fort Bay, wo im kleinen Inselhafen Jachten, Fähren und kleine Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Touristische Attraktionen hat Saba keine vorzuweisen: keine Diskos, keine Bars, keine Kasinos. Als wohl einzige Insel der Karibik hat es überdies keinen Strand - sieht man einmal von jenem winzigen Sandstreifen ab, der nur während der Hurrikan-Saison zum Vorschein kommt und lediglich in dreistündigem, schweisstreibendem Fussmarsch zu erreichen ist. Dafür gibt es aber ein paar sympathische Hotels und Pensionen, in denen sich zivilisationsmüde Besucher sorglos entspannen können. Hier hat man die Ruhe und Musse, um zu sich selbst zu finden. Wer sich ein paar Tage auf Saba niederlässt, wird sich schnell heimisch fühlen, denn die etwas über 1000 Insulaner, welche zur einen Hälfte von holländischen, englischen und schottischen Siedlern, zur anderen Hälfte von afrikanischen Sklaven abstammen, sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Und wer gerne wandert, kommt auch auf seine Kosten: Sabas Naturschutzamt unterhält eine ganze Reihe markierter Wege, unter anderem zur Spitze des Mount Scenery, Hollands höchstem Berg.

 

 

 

Bildlegenden

Willemstad, die auf Curaçao liegende Hauptstadt der Niederländischen Antillen, hat einen ausgeprägt holländischen Charakter. Besonders Punda, der malerische älteste Stadtteil mit seinen schmalen Gassen und pastellfarbenen Kolonialbauwerken, erinnert stark an ein altniederländisches Städtchen. Mitten durch Willemstad führt Sint Annabaai, der schmale Zugang zum Naturhafen Schottegat, welcher zu den geräumigsten Häfen der Welt gehört.

Am Kai De Ruyterkade versammeln sich jeden Tag Dutzende von kleinen Schonern vom benachbarten südamerikanischen Festland zum «Schwimmenden Markt» und bieten im Schatten ihrer farbigen Segel frisches Obst und Gemüse feil. Da auf Curaçao die landwirtschaftliche Produktion wegen des starken Wassermangels sehr erschwert ist, müssen nahezu alle Nahrungsmittel importiert werden.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig auf Bonaire ist die Meersalzgewinnung, und tatsächlich kolonisierten die Holländer die flache Insel einst hauptsächlich ihrer natürlichen Salzpfannen wegen, die sich ohne grosse Investitionen wirtschaftlich nutzen liessen. Ganz im Inselsüden befindet sich eine Gruppe restaurierter Hütten, welche bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Schlafstätten für Sklaven dienten, die in den Salinen arbeiten mussten.

Philipsburg, der Hauptort von Sint Maarten, liegt auf einer 1,5 Kilometer langen Landbrücke zwischen dem landwärts gelegenen Creat Salt Pond (links) und der meerwärts gelegenen Groot Baai (rechts). Der rasante wirtschaftliche Aufschwung, den das kleine Territorium durch den Fremdenverkehr erlebt, hat mittlerweile zu erheblichem Platzmangel geführt. Um neues Bauland zu gewinnen, hat man darum mit der Auffüllung des Great Salt Ponds begonnen.

90 Prozent der Bevölkerung der Niederländischen Antillen sind Nachfahren von Negersklaven, haben also eine dunkle Hautfarbe. So auch diese beiden «sonnigen» Sicherheitsbeamten auf Sint Maarten, die ihren Job der Tatsache verdanken, dass der Touristenboom leider allerlei lichtscheue Gestalten angelockt hat und Einbruchdiebstähle schon fast an der Tagesordnung sind.

The Bottom, der Hauptort von Saba, liegt im Südwesten des bergigen Inselchens in einer schüsselförmigen Talweitung. Gänzlich unkaribisch präsentieren sich die schmucken rotweissen Unterkünfte der Einheimischen in ihren grünen Gärtchen. Es sieht so aus, als seien sie ständig zum Empfang von Königin Beatrix herausgeputzt (die ihren adeligen Fuss immerhin schon zweimal auf Saba gesetzt hat).




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