Nordamerikanischer Fischotter
Lutra canadensis
© 1987 Markus Kappeler / Groth AG
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection,
Groth AG, Unterägeri)
Der Nordamerikanische Fischotter (Lutra canadensis)
war einstmals über ganz Nordamerika verbreitet gewesen.
Die Verfolgung durch den Menschen, die Veränderung seiner
Lebensräume und die Abnahme der Fischbestände (infolge
allgemeiner Gewässerverschmutzung) hatten aber schon früh
zu einem starken Rückgang seiner Bestände geführt.
Heute nimmt glücklicherweise die Fischotter-Population dank
sinnvoller Jagdgesetze, wirksamer Massnahmen zur Abwasserreinigung
und Wiedereinbürgerungsprogrammen vielerorts wieder zu.
Erwachsene Fischotter-Männchen erreichen eine
Schulterhöhe von 18 bis 23 cm, eine Gesamtlänge von
115 bis 140 cm und ein Gewicht von 7 bis 9 kg. Die Weibchen sind
im allgemeinen etwas kleiner.
Fischotter sind ausserordentlich gewandte, ausdauernde
und dementsprechend erfolgreiche Raubtiere. Sie bewegen sich
auf ihren Jagdausflügen vorwiegend im Wasser fort und ernähren
sich - wie ihr Name sagt - hauptsächlich von Fischen. Daneben
fallen ihnen aber auch Krebse, Lurche, Schlangen, kleine Vögel,
Mäuse, Ratten und sogar Hasen zum Opfer.
Fischotter sind sehr verspielte Tiere. Eindrucksvoll
ist zum Beispiel das «Rodeln», bei dem sie kopfvoran
geneigte Schlamm- oder Schneeflächen hinunterrutschen. Unten
angekommen klettern sie den Hang sofort wieder hoch und gleiten
abermals hinunter. Dies kann sich mehrfach wiederholen.
Das Fischotter-Weibchen bringt im allgemeinen zwischen
Februar und April 2 bis 3 Junge zur Welt. Als Kinderstube benutzt
es gern ein verlassenes Bisamrattennest, eine Biberburg oder
einen ufernahen Murmeltierbau. Die Neugeborenen messen 18 bis
20 cm und wiegen zwischen 85 und 115 g. Die ersten zwei Monate
kümmert sich das Weibchen allein um seinen Nachwuchs. Dann
gesellt sich auch das Männchen, das vom Weibchen kurz vor
der Geburt der Jungen aus dem gemeinsamen Bau vertrieben worden
war, wieder zur Familie und trägt fortan ebenfalls zur Aufzucht
der Jungen bei. Im Spätherbst löst sich dann die Familie
auf, und jedes Tier geht seine eigenen Wege.
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