Norfolk-Insel


© 1990 Markus Kappeler
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)



Die erste Weltumsegelung (1768 bis 1771) des legendären Kapitäns James Cook war kaum erfolgreich beendet, da beschloss die britische «Royal Society», den tüchtigen Kapitän auf eine weitere Reise auszusenden, die vor allem der Erkundung des sagenumwobenen «Südlands» dienen sollte, das seit langem die Geografen und Seefahrer beschäftigte, aber noch immer nicht entdeckt worden war. Cook fand zwar auch auf seiner zweiten, von 1772 bis 1775 dauernden Expedition den geheimnisvollen südlichen Kontinent nicht, entdeckte dafür aber die Neuen Hebriden (heute Republik Vanuatu), Neukaledonien (heute französisches Territorium), die SüdSandwich-Inseln (heute britisches Territorium) und die Norfolk-Insel (heute australisches Territorium).

Begleitet wurde Kapitän Cook auf seiner zweiten Reise, die er auf der «Resolution» unternahm, vom hochangesehenen Naturforscher Reinhold Forster sowie von dessen 18jährigem, sprachgewandtem Sohn Georg Forster. Hier der Bericht des jungen Forster über die Entdeckung der damals unbewohnten Norfolk-Insel:

«Am 10. Oktober 1774, früh um acht Uhr, erblickte man vom Mastkorb aus eine kleine Insel. Nach einer Stunde befanden wir uns nahe genug, um zu erkennen, dass sie sehr steil, fast ganz mit Wald bedeckt und vermutlich nicht bewohnt war. Das Mittagessen wurde geschwinder als sonst verzehrt, weil wir es kaum erwarten konnten, an Land zu gehen. Der Kapitän hatte mittlerweile zwei Boote in Bereitschaft setzen lassen, in denen wir nach einer kleinen Bucht ruderten. Zwischen zwei Hügeln rieselte ein Bach herab, an dessen Ufern wir hinaufstiegen und mit der grössten Beschwernis in den Wald eindrangen, wo ein dichtes Gewir von Schlingpflanzen uns den Zugang versperrte.

Die meisten Pflanzen waren uns bekannt, da sich hier die Naturalien von Neuseeland mit denen von den Neuen Hebriden und von Neukaledonien vereint fanden. Unter anderem wuchsen Araucaria-Tannen und Rhopalostylis-Palmen in grösster Vollkommenheit nebeneinander. Die Tannen dienten dem Zimmermann zu allerlei Zwecken wie Bramstangen, Rahen und dergleichen, während die Palmen uns ein angenehmes und schmackhaftes Erfrischungsmittel lieferten. Wir liessen eine grössere Anzahl davon fällen und nahmen die mittleren Schossen oder «Herzen» mit aufs Schiff.

Erst am späten Abend kehrten wir zum Schiff zurück und bedauerten, dass wir nicht daran gedacht hatten, ein paar Schweine auszusetzen, die sich in der fruchtbaren Einöde gewiss fortgepflanzt und die Insel in einigen Jahren zu einem günstigen Landeplatz für künftige Seefahrer gemacht hätten.

Kapitän Cook nannte diesen angenehmen Flecken Landes «Norfolk-Insel.»

Nicht im Traum hätte Georg Forster damals gedacht, dass sich der «angenehme Flecken Landes», auf den er soeben als einer der ersten Europäer seinen Fuss gesetzt hatte, schon bald zu einer «Insel des Schreckens», einer der gefürchtetsten Sträflingsinseln in der britischen Kolonialgeschichte, entwickeln würde.

 

Erste Besiedlung: 1788 bis 1813

«It is therefore ordered and adjudged by this court, that you be transported upon the seas, beyond the seas (...) for the term of your natural life.» («Es wird darum von diesem Gericht angeordnet und entschieden, dass Sie fortgeschafft werden über die Meere, nach jenseits der Meere (...) für die Dauer ihres irdischen Lebens.») Kein anderer Urteilsspruch vermochte im England des 18. Jahrhunderts mehr Schrecken in die Seele eines Straftäters zu jagen, als dieser, mit dem die lebenslängliche Verbannung nach Australien, damals ein Kontinent jenseits der bekannten Welt, anbefohlen wurde. Fast 140 000 Menschen wurden zwischen 1787 und 1868 nach dem fernen Australien verschifft, obschon die weit überwiegende Mehrheit von ihnen nur kleine Eigentumsdelikte begangen hatte.

Im England des 18. und 19. Jahrhunderts gehörten Millionen zu einer in Armut lebenden Unterschicht. Einbruch, Diebstahl und Strassenraub waren an der Tagesordnung. Die Obrigkeit reagierte darauf - zur Abschreckung der Kleinkriminellen - mit immer härter werdenden Gefängnisstrafen bis hin zur Deportation. Die Fortschaffung nach Übersee war im übrigen wesentlich billiger, als wenn man die Gefangenen über längere Zeit in Gefängnissen hätte unterbringen müssen, von denen es ohnehin zu wenige gab. Für weniger als zwanzig Shillings anerboten sich die damaligen Schiffahrtsunternehmen, einen Kriminellen an den Rand der Welt zu verfrachten, wobei die Prämie fällig war, ob der Sträfling nun tot oder lebendig ankam.

In der Tat war bei den frühen Gefangenentransporten die Sterblichkeitsrate hoch. Viele überlebten die neunmonatige Reise in den überfüllten, stickigen Laderäumen der Segelschiffe nicht. Aber auch viele der überlebenden Deportierten schafften es am Schluss der Reise nicht mehr, auf eigenen Füssen zu stehen. Sie krochen an Land oder mussten geschleppt werden.

Am 6. März 1788, vierzehn Jahre nach ihrer Entdeckung durch Kapitän James Cook, wurde auch die Norfolk-Insel zur britischen Sträflingskolonie. Damals landete Leutnant Philip G. King zusammen mit neun männlichen und sechs weiblichen Sträflingen sowie Proviant und Mastschweinen auf dem kleinen Eiland, um eine erste Siedlung zu gründen. Er hisste die britische Nationalflagge und ergriff formell Besitz von der Insel.

Die Wahl der Norfolk-lnsel zur Sträflingskolonie kam nicht von ungefähr. Zum einen eignete sie sich vorzüglich als natürliches Gefängnis: Sie war ein vulkanischer Gesteinsblock, der abrupt aus den blauen Fluten des Pazifiks aufragte - 1400 Kilometer von der Ostküste Australiens und 750 Kilometer von der Nordspitze Neuseelands entfernt. Eine Flucht war völlig aussichtslos. Zum anderen war die Norfolk-Insel aus strategischen und ökonomischen Gründen für die Briten wichtig: Mit der Besetzung der Insel hoffte man, die Franzosen und Holländer davon abhalten zu können, im Südwestpazifik Fuss zu fassen. Und die auf der Insel üppig wachsenden Nadelbäume und Flachspflanzen wollte man von den Sträflingen zu Schiffsmasten und Segeltuch verarbeiten lassen, damit die britische Marine nicht mehr über Tausende von Kilometern vom Mutterland aus damit versorgt werden musste.

Anfänglich empfanden die Strafgefangenen ihren Aufenthalt auf der Norfolk-Insel als Privileg, denn nur Deportierte, die sich auf dem Festland durch gute Führung und grossen Fleiss ausgezeichnet hatten, wurden auf die Insel versetzt. Tatsächlich gedieh die Kolonie zu Beginn recht gut. Es wurden Wälder gelichtet, landwirtschaftliche Nutzflächen angelegt und Holz- und Flachsverarbeitungsbetriebe aufgebaut.

Doch mit der Zeit entwickelte sich die Norfolk-Insel zur schlimmsten aller australischen Strafkolonien. Zuerst brachte der kontinuierliche Nachschub an Sträflingen vom Festland der Kolonie Überbevölkerung und Hunger; drakonische Strafen für den Diebstahl von Lebensmitteln und andere Delikte wurden eingeführt. Dann veränderte sich nach und nach die Zusammensetzung der Gefangenen; die Norfolk-Insel war zum Abladeplatz für aufsässige Festlandgefangene geworden. Unter einem der letzten Kommandanten der Kolonie, einem gewissen Foveaux, wurde das Dasein der Gefangenen zur Hölle. Für das kleinste Vergehen gab es 200 Peitschenhiebe, und Folter gehörte zum Alltag.

1813 wurde die Sträflingssiedlung dann plötzlich aufgegeben. Der Hauptgrund dafür dürfte der Zusammenbruch der Holz- und Flachsverarbeitung infolge Übernutzung der wildwachsenden Bestände gewesen sein. Man riss die Gebäude nieder, schlachtete sämtliche Rinder, Schweine und Pferde und liess nichts zurück, was einer anderen Nation die Errichtung eines Stützpunkts auf der Insel hätte erleichtern können.

 

Zweite Besiedlung: 1825 bis 1855

Schon bald wünschte man sich aber in London ein neues «Zentrum des Schreckens» herbei, um Englands Kriminelle einschüchtern zu können. Und erneut fiel die Wahl auf die Norfolk-Insel. Die neuzuschaffende Sträflingskolonie sollte das Nonplusultra der Bestrafung sein - reserviert für die besonders gewalttätigen und unverbesserlichen Fälle. Das Ziel sei es, «diese Siedlung als Ort extremster Strafmassnahmen zu betreiben und die Sträflinge bis ganz dicht an die Schwelle zum Tod heranzuführen», hiess es in einem zeitgenössischen Dokument.

So entstand 1825 auf der Norfolk-Insel ein Arbeitslager schlimmster Prägung: Die Gefangenen wurden zur Schwerarbeit beim Häuser- und Strassenbau, auf den Feldern oder in Steinbrüchen abkommandiert. Besonders hart war der Einsatz in einem küstennahen Riff, wo die Sträflinge unter Wasser Korallenblöcke für die Kalkgewinnung brechen mussten.

Die Gefangenen schufteten vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung mit nur einer Stunde Mittagspause. Die Verpflegung war minimal. Und die Unterkunft im Lager spottete jeder Beschreibung: 800 Mann schliefen zusammengepfercht in einem einzigen Raum, der noch für die Hälfte von ihnen zu klein gewesen wäre. Viele der Gefangenen fügten sich damals willentlich schwere Wunden zu oder assen giftige Kräuter, um den unerträglichen Anforderungen der Schwerarbeit zumindest zeitweilig zu entgehen.

Ganz anders lebten zur selben Zeit die Kommandanten und ihre Offiziere auf der Norfolk-Insel: Sie liessen es sich wohl ergehen und pflegten all die für die bessere englische Gesellschaft typischen Rituale. Man trank Tee, lud zum Tanz, machte sonntägliche Ausflüge und ging angeln. «Wir leben äusserst angenehm, und das nahezu gratis», schrieb ein Kommandant nach Hause...

Die Gefangenen hatten auf der Norfolk-Insel keinerlei Rechtsansprüche. Jedem Widerstand gegen die oft sehr willkürlichen Anordnungen der Gefängnisleitung begegnete man mit grausamen Strafmassnahmen. Standardinstrument zur Aufrechterhaltung der Disziplin war die Peitsche, und ein Strafmass von mehreren hundert Hieben keine Seltenheit. Viele Gefangene starben an den Folgen solcher Auspeitschungen.

Die einzigen Möglichkeiten, diesen Qualen zu entkommen, waren: einen Fluchtversuch zu wagen, gemeinsam zu revoltieren oder sich das Leben zu nehmen. Ein erfolgreicher Fluchtversuch ist in der ganzen Geschichte der Insel nicht vermerkt. Grossangelegte Aufstände gab es zwar mehrere, doch waren sie allesamt schlecht ausgeführt und deshalb rasch unterdrückt. So wurden Selbstmord und sogar Mord aus Gefälligkeit zum fürchterlichen Brauch unter den Gefangenen der Norfolk-Insel.

Drei Faktoren führten letztlich zur Schliessung dieser unmenschlichen und menschenunwürdigen Institution: Zum einen drangen um die Mitte des l9. Jahrhunderts Meldungen über die schrecklichen Zustände und Vorfälle auf der Sträflingsinsel an die britische Öffentlichkeit und führten zu massiven Protesten. Ausserdem hatte sich zu dieser Zeit eine starke politische Bewegung gebildet, die ein generelles Ende der Deportationen verlangte. Und schliesslich stieg nach 1850, als in Südaustralien grosse Mengen Gold entdeckt wurden, die Nachfrage nach Schiffsplätzen durch freie Bürger der britischen Unterschicht, wodurch Australien seine Wirksamkeit als Ort der Abschreckung für die englischen Kriminellen verlor. Im Jahr 1855 wurde die Sträflingskolonie auf der Norfolk-Insel aufgegeben, und die letzten Gefangenen verlegte man nach Tasmanien.

 

Dritte Besiedlung: 1856 bis heute

Die Gebäude liess man diesmal jedoch stehen, denn man beabsichtigte, die Einwohner der rund 6000 Kilometer weiter östlich gelegenen Pitcairn-Insel auf die Norfolk-Insel zu übersiedeln. Es handelte sich um die Nachkommen der legendären Meuterer von der Bounty und ihrer tahitischen Frauen. Deren Gemeinschaft war mittlerweile auf rund 190 Personen angewachsen, und dies hatte zu schweren Versorgungsengpässen mit Quellwasser und Nahrungsmitteln auf dem nur 4,5 Quadratkilometer grossen Inselchen geführt, auf dem sich die Meuterer 1790 aus Furcht vor der Entdeckung niedergelassen hatten. Im Wissen um diese Situation war in London ein wohlwollendes Komitee zur Unterstützung der bedrängten Pitcairner gegründet, Geld gesammelt und eine neue Heimat gesucht worden. Auf Einladung von Königin Viktoria siedelte dann die ganze Gemeinschaft im Jahr 1856 auf die Norfolk-Insel über.

Unklar ist, ob man den Pitcairnern gesagt hatte, dass die Norfolk-Insel bis in die jüngste Vergangenheit hinein Grossbritanniens «Insel des Schreckens» gewesen war. Wahrscheinlich nicht, denn als sie am 8. Juni 1856 an Bord der «Morayshire» auf der Norfolk-Insel landeten, bewunderten sie zwar die Scheunen und Ställe, die Bootsschuppen und die Windmühle. Sie staunten über die Schafe und Kühe auf den Weiden und die fruchtbaren Äcker, die sie vorfanden. Dass dies alles aber durch Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen entstanden war, beunruhigte sie sehr. Die Insel erschien ihnen voll düsterer Vorzeichen für ihre Zukunft. Zwischen 1858 und 1864 liess sich darum eine ganze Reihe von Familien wieder in ihre alte Heimat zurückbringen.

Die meisten Familien jedoch blieben, und schon bald betrachteten sie die Norfolk-Insel als ihre neue Heimat. Ihre Nachfahren machen heute rund ein Drittel der ungefähr l900 Inselbewohner aus. Die anderen zwei Drittel setzen sich aus Australiern und Neuseeländern zusammen, die später zuwanderten. Aufgrund der Isolation und der Enge der Insel kommt es oftmals zu Meinungsverschiedenheiten und Reibereien zwischen den beiden Gruppen. Die «Festländer» sind weltoffener als die «Pitcairner». Sie pflegen vielfältige Verbindungen zum Festland und treiben die wirtschaftliche Entwicklung der Insel voran. Die «Pitcairner» hingegen, die sich als die echten und wahren Norfolk-Inselbewohner betrachten, sind eher konservativ und blicken etwas argwöhnisch auf den Rest der Welt - speziell auf Canberra, die Hauptstadt Australiens, von wo aus die Insel bis zum Jahr 1979 direkt verwaltet wurde. Zwar erhielten sie durch die «Norfolk Island Act» von 1979 ein grosses Mass an Selbständigkeit zugesprochen, mit eigenem Legislativrat, eigenem Gerichtshof, eigener Polizei und eigenem Zoll. Am liebsten würden sie die Norfolk-Insel aber völlig unabhängig sehen.

 

Rückgrat der Inselökonomie ist der Tourismus

Bis vor etwa dreissig Jahren gab es auf der Norfolk-Insel keine Elektrizität und kaum irgendwelche öffentlichen Einrichtungen. Viele junge Leute mussten auf das Festland auswandern, um eine angemessene Arbeit zu finden. Geändert hat sich das erst in jüngerer Zeit dank des stark anwachsenden Tourismus. Er bringt Geld und Arbeit und bildet das Rückgrat der mittlerweile finanziell selbsttragenden Inselökonomie. Die Norfolk-Insel hat inzwischen den Anschluss an den Rest der Welt gefunden, samt Fernsehapparat, Geschirrspülmaschine und Automobil. Rund 20 000 Besucher kommen jährlich von Australien und Neuseeland herüber, um sich an den grünen Hügeln, den schönen Stränden, den pittoresken Klippen und nicht zuletzt den vielen Tax-free-Shops zu erfreuen.

Einer weiteren Zunahme des Tourismus stehen die Bewohner der Norfolk-Insel allerdings skeptisch gegenüber. Besonders die «Pitcairner» befürchten - nicht ganz zu Unrecht - eine Art von moralischer Verschmutzung durch die Fremden; der Tourismus droht in ihren Augen die überlieferten Werte zu zerstören. Die touristische Entwicklung der Insel wird darum derzeit nur sehr zaghaft weiter vorangetrieben. Auch in Zukunft sollen sich nie mehr als 750 Gäste gleichzeitig auf der Insel aufhalten.

 

 

 

Legenden

Die im Südwestpazifik gelegene Norfolk-Insel ist vulkanischen Ursprungs. Sie hat eine hügelige Oberfläche und erreicht beim Mount Bates (318 Meter) und Mount Pitt (316 Meter) ihre höchsten Stellen (auf dem Bild hinten rechts). Über ein Viertel der insgesamt 35 Quadratkilometer grossen Insel steht unter Naturschutz.

Die Norfolk-Insel weist fast rundherum klippenreiche Steilküsten auf. Nur im Süden, wo der Verwaltungsort Kingston liegt, finden sich auch einige flache Sandstrände. Die Insel hat ein angenehmes subtropisches Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 19° Celsius und einer jährlichen Niederschlagsmenge von 1350 Millimetern.

1979 erhielt die Norfolk-Insel vom «Mutterland» Australien ein grosses Mass an Selbständigkeit zugebilligt. Ein Exekutivrat mit acht gewählten Volksvertretern erledigt jetzt die Regierungsgeschäfte. Ausserdem verfügt die Insel nunmehr über einen eigenen Gerichtshof, einen eigenen Zoll und eine eigene, drei Mann starke Polizei

Die alte Sträflingssiedlung in Kingston (oben) wie auch der Sträflingsfriedhof (unten) werden gewissenhaft restauriert. Man will die düstere Vergangenheit der Insel für die Zwecke des Tourismus nutzen. Auf dem oberen Bild ist im Hintergrund die unbewohnte Phillip-Insel zu erkennen, die als Vogelreservat ausgewiesen ist.

Die meisten Inselbewohner sprechen nur ungern von jener unrühmlichen Zeit, als die Norfolk-Insel eine Sträflingskolonie war. Für sie beginnt die Geschichte der Insel mit der Ankunft der «Pitcairner» im Jahr 1856. Mit Urkunden wie dieser wurde den Nachfahren der legendären Bounty-Meuterer damals von der britischen Krone Bodeneigentum auf der Insel übertragen.

Die Norfolk-Insel ist eine Südseeinsel ohne Kokospalmen. Dafür wachsen überall die charakteristischen Norfolk-Tannen, eine Araucaria-Art, die sich bei uns in Europa als «Zimmertanne» grosser Beliebtheit erfreut.

Dank des fruchtbaren vulkanischen Bodens können sich die Inselbewohner mit Nahrungsmitteln weitgehend selbst versorgen. Auf den rund 400 Hektaren Ackerland gedeihen Getreide, Gemüse und Obst derart reichlich, dass ein Teil davon sogar exportiert werden kann. Hauptausfuhrgüter sind aber Briefmarken und Araucaria-Samen.




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