Ozelot

Felis (Leopardus) pardalis


© 1988 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Kleinkatzen»)



Kopfrumpflänge: 70 - l00 cm
Schwanzlänge: 27 - 45 cm
Gewicht: 11 - 16 kg

Der Ozelot bewohnt ganz Mittel- und Südamerika. Er ist sehr anpassungsfähig und fühlt sich in vielen Lebensräumen wohl: im feuchtwarmen Dschungel ebenso wie im nebelverhangenen Bergwald, im überfluteten Mangrovendickicht genauso wie in der halbtrockenen Dornbuschsavanne. Nur das offene Feld betritt er niemals; er ist ein strikter Busch- und Waldgänger.

Obwohl er ein gewandter Kletterer ist, geht der Ozelot zumeist am Boden auf Jagd. Drei bis sechs Kilometer legt er auf seinen nächtlichen Pirschgängen durchschnittlich zurück und macht sich dabei über Tiere unterschiedlichster Grösse her - von Mäusen und Fröschen über Schildkröten und Vögel bis hin zu kleinen Hirschen und Neuweltschweinen. Es wird sogar von einem Ozelot berichtet, der eine zweieinhalb Meter lange Boa-Schlange getötet hat!

Das Ozelotfell gilt als eines der prächtigsten Raubkatzenfelle der Welt. Das wunderschöne Fleckenmuster ist keinesfalls eine «Laune der Natur»; es dient der Tarnung des Ozelots im Unterholz, so dass sich der tüchtige Jäger unbemerkt an seine Opfer anpirschen kann. So nützlich dieser «Tarnanzug» auf der Jagd ist, so schädlich hat er sich für seinen Träger ausgewirkt, als in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts Pelzmäntel aus Katzenfellen in Mode kamen. Die Nachfrage nach Ozelotfellen war riesig. Allein die USA führten beispielsweise im Jahr 1969 sage und schreibe 133 069 Ozelotfelle aus Südamerika ein! Kein Wunder, dass die hübsche Katze schon bald in manchen Regionen ihres Verbreitungsgebiets vollständig ausgerottet war.

Glücklicherweise scheinen sich in jüngerer Zeit, nachdem Fellhandel und Jagd dank neuer Schutzgesetze eingedämmt worden sind, die Ozelotbestände wieder etwas zu erholen. Allerdings macht der gefleckten Kleinkatze heute zunehmend die Zerstörung ihrer südamerikanischen Waldheimat durch den immer weiter vordringenden Menschen zu schaffen.




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