Panama-Stummelfussfrosch
Atelopus zeteki
© 1995 Markus Kappeler / Groth AG
(erschienen in der UN-Briefmarkensammlung
«Gefährdete Tierarten», Groth AG, Unterägeri)
Obschon der Panama-Stummelfussfrosch (Atelopus
zeteki) als Frosch bezeichnet wird, gehört er verwandtschaftlich
zur Familie der Echten Kröten. Man darf sich von der schlanken,
froschähnlichen Gestalt des kleinen Amphibs nicht irreführen
lassen: Besonderheiten in seinem Körperbau - darunter das
sogenannte «Biddersche Organ», ein verkümmerter
Eierstock bei den Männchen - zeigen unzweifelhaft seine
Zugehörigkeit zu den Kröten.
Das Vorkommen des Panama-Stummelfussfroschs ist auf
die Regionen Campana und Valle de Anton im zentralen Panama (Mittelamerika)
beschränkt. Er bewohnt dort den tropischen Urwald und hält
sich oft am Waldboden auf, steigt aber auch in die Baumkronen
hinauf. Vornehmlich ist der gelb-schwarze Kleinfrosch am Tag
unterwegs und macht dann Jagd auf Insekten, Spinnen, Tausendfüsser
und andere wirbellose Kleintiere.
Die Luftfeuchtigkeit in Panamas Urwäldern ist
während der sommerlichen Regenzeit dermassen hoch, dass
sich der Panama-Stummelfussfrosch im Laufe seiner Stammesgeschichte
vollständig von stehenden Gewässern als Ort für
die Entwicklung seines Nachwuchses loszulösen vermocht hat:
Er wählt als «Kinderstube» regenwassergefüllte
Astlöcher, Baumhöhlen oder Pfützen.
Jeweils zu Beginn der Regenzeit lassen die männlichen
Panama-Stummelfussfrösche ihre quakenden Paarungsrufe vernehmen
und locken damit paarungswillige Weibchen herbei. Jedes Männchen
umklammert dann ein Weibchen, begleitet es in dieser Stellung,
bis es an einem Regentümpel seinen Laich abgibt, und befruchtet
denselben zeitgleich mit seiner Samenflüssigkeit.
Interessanterweise entfernt sich danach nur das Weibchen
vom «Tatort», während das Männchen väterliche
Brutpflege betreibt: Es verteidigt «seinen» Tümpel
während der drei- bis vierwöchigen Entwicklungszeit
der Kaulquappen gegenüber allen anderen Fröschen. Und
es trägt notfalls - beim zu raschen Verdunsten des Regenwassers
- seine Jungen auf dem Rücken zu einem anderen Tümpel.
Der Panama-Stummelfussfrosch gehört zu einer
Gruppe lateinamerikanischer Amphibien, welche als «Pfeilgiftfrösche»
bezeichnet werden. Diese mehrheitlich kleinwüchsigen und
farbenprächtigen Tiere erzeugen in speziellen Hautdrüsen
giftige Sekrete, die sie bei Gefahr absondern und die zu den
stärksten Giften im gesamten Tierreich zählen. Gerät
diese Mischung aus alkaloiden Nervengiften in die Blutbahn eines
Angreifers, können selbst geringste Mengen innerhalb kürzester
Zeit zu dessen Tod führen. Verschiedene Indianerstämme
Südamerikas machen sich diese hochwirksamen Froschsekrete
zunutze, indem sie mit ihnen die Spitzen ihrer Jagdpfeile präparieren.
Daher der Name «Pfeilgiftfrösche».
Der «Giftcocktail» der Pfeilgiftfrösche
ist ein sehr wirksamer Schutz vor Feinden. Um letztere von vornherein
abzuschrecken, tragen die «Giftzwerge» eine wirkungsvolle
Warntracht: Mit leuchtend bunten Farben weisen sie etwaige Feinde
auf ihre Giftigkeit hin - und können so mitten am Tag völlig
unbehelligt durch die Wälder streifen.
Erst seit kurzem wissen wir, dass die Pfeilgiftfrösche
ihre giftigen Substanzen grossenteils nicht selbst herstellen,
sondern sie aus ihren Beutetieren gewinnen. Aufgefallen war nämlich,
dass in Gefangenschaft gehaltene Frösche mit der Zeit ihre
Giftigkeit verlieren. Versuche haben nun gezeigt, dass dieselben
Frösche ihre Giftigkeit wieder zurückerlangen, wenn
sie «heimatliche» Kost aus Käfern, Spinnen,
Ameisen, Tausendfüssern usw. erhalten.
Leider zählt heute auch der Panama-Stummelfussfrosch
zu den gefährdeten Tierarten. Zwar wird er weder für
die Pfeilgiftgewinnung noch zum Verzehr bejagt. Ferner scheinen
Fang und Export des hübschen Froschs für den Zootierhandel
kaum vorzukommen, denn er geniesst sowohl durch die panamaischen
Artenschutzgesetzgebung wie auch durch die «Konvention
über den internationalen Handel mit gefährdeten Tier-
und Pflanzenarten» (CITES) strikten Schutz. Grosse Gefahr
erwächst ihm hingegen aus der stetig voranschreitenden Rodung
der panamaischen Urwälder, wodurch der ihm zur Verfügung
stehende Lebensraum unwiederbringlich schrumpft.
Erfreulicherweise hat eine grössere Population
des Panama-Stummelfussfroschs im 50 Quadratkilometer grossen
Altos-de-Campana-Nationalpark eine sichere Heimat gefunden. Es
ist dem hübschen Hüpfer indes zu wünschen, dass
noch weitere Teile seines Lebensraums in Form von Schutzgebieten
vor der Vernichtung bewahrt werden.
Panama-Stummelfussfrosch
Atelopus zeteki
Systematik
Klasse: Amphibien
Ordnung: Froschlurche
Familie: Echte Kröten
Körpermasse
Kopfrumpflänge: 3,5-4 cm
Gewicht: nicht bekannt
Bestandssituation
Bestand: nicht ermittelt
Rote Liste: nicht aufgeführt
CITES: Anhang I
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