Nordamerikanischer Pfeifhase

Ochotona princeps


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Nordamerikanische Pfeifhase (Ochotona princeps) bewohnt die Geröllhalden und Felshänge der nordwestamerikanischen Gebirge bis in Höhen von 3600 Metern ü.M. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über alle zehn «Rocky-Mountains-Staaten» der USA sowie über die kanadischen Provinzen Alberta und Britisch-Kolumbien.

Männchen und Weibchen des Nordamerikanischen Pfeifhasen unterscheiden sich weder in ihrer Grösse noch in ihrer Färbung voneinander. Ausgewachsene Tiere messen rund 20 Zentimeter und wiegen ungefähr 120 Gramm.

Von den Hasen und Kaninchen, mit denen zusammen sie in die Ordnung der Hasentiere gestellt werden, unterscheiden sich die Pfeifhasen durch ihre kurzen, rundlichen Ohren. Ausserdem sind ihre Vorder- und Hintergliedmassen gleich lang, weshalb sie sich nicht hoppelnd fortbewegen, sondern nagetierähnlich zwischen den Felsen herumhuschen. Überhaupt sehen sie einem Meerschweinchen weit ähnlicher als einem echten Hasen.

Der Nordamerikanische Pfeifhase führt keinen Winterschlaf durch. Das für einen Pflanzenfresser ungünstige Winterhalbjahr übersteht er dank seines umfangreichen Heuvorrats, den er sich vorsorglich in der warmen Jahreszeit anlegt. Den ganzen Sommer hindurch ist der kleine Hase an den sonnigen Tagen eifrig damit beschäftigt, Gräser und Kräuter abzubeissen und sie auf Felsen zum Trocknen auszulegen. Sachkundig wendet er seine Ernte im Verlauf des Tages, bis sie völlig trocken ist, und trägt sie dann abends in eine seiner Vorratsnischen zwischen den Felsen ein. Jeder Pfeifhase legt sich so zwei bis drei Heustapel an, die zusammen über zwanzig Kilogramm wiegen können.

Der Nordamerikanische Pfeifhase lebt in grossen Kolonien, die sich über ganze Hochflächen hinziehen und aus Tausenden von Tieren bestehen können. Jedes Individuum hat aber seinen eigenen Bau, sein eigenes Gangsystem zwischen den Felsen wie auch seinen eigenen Nahrungsvorrat. Die Weibchen bringen in den Monaten Juni und Juli drei bis vier Junge zur Welt, die bei der Geburt etwa neun Gramm wiegen.




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