Rosalöffler

Ajaia ajaia


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Rosalöffler (Ajaia ajaia) gehört mit Reihern, Störchen und Ibissen zusammen zur grossen Ordnung der Stelzvögel. Er ist ein kälteempfindlicher Tropenvogel, dessen Heimat vor allem das südliche und mittlere Amerika ist. In Nordamerika kommt er nur im südlichen Florida und an den Küsten von Louisiana und Texas vor und ist seit alters her nirgends häufig.

Ausgewachsene Rosalffler sind überwiegend rosa gefärbt; lediglich Hals, Brust und Rücken sind weiss. Ihre Länge beträgt bis 86 cm, die Flügelspannweite bis 132 cm und ihr Gewicht ungefähr 1,6 kg. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äusserlich nicht.

Das auffälligste Merkmal des Rosalöfflers ist zweifellos sein langer, an der Spitze löffelförmig verbreiterter Schnabel. Er stellt eine Anpassung an die besondere Ernährungsweise des Vogels dar: Der Rosaloeffler geht in seichten, offenen Gewässern auf Nahrungssuche. Bedächtig schreitet er durch das Wasser und bewegt dabei seinen leicht geöffneten Schnabel mit seitlichen Bewegungen auf dem Grund des Gewässers hin und her. Eine grosse Zahl von Nervenenden im Innern der Schnabelverbreiterung meldet dabei «Fremdkörper» aller Art. Fühlt der Löffler ein Beutetier, so schnappt er blitzartig zu. Auf diese Weise fallen ihm neben allerlei Krebstieren, Schnecken, Muscheln und Wasserinsekten selbst kleine Fische zum Opfer. Sein empfindlicher Tastschnabel erlaubt es dem Rosalöffler, sowohl in trübem Wasser als auch nachtsüber auf Nahrungssuche zu gehen, was er vielerorts tatsächlich tut.

Rosalöffler nisten in Kolonien unterschiedlicher Grösse, oftmals in Gesellschaft mit Reihern. Ihre einfachen, aus Zweigen hergestellten Nester befinden sich in Mangrovendickichten oder anderen undurchdringlichen, direkt am Wasser stehenden Gehölzen. Die Gelege bestehen aus 2 bis 3 weissen Eiern mit braunen Tupfen, welche durchschnittlich 65 mm lang und 44 mm dick sind. Nach einer Brutzeit von 23 bis 24 Tagen schlüpfen die Jungen und sind nach weiteren 43 bis 49 Tagen flugfähig.




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