Rothund

Cuon alpinus


© 1990 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Hunde»)



Kopfrumpflänge: 75 - 110 cm
Schulterhöhe: 40 - 50 cm
Gewicht: 12 - 25 kg

Der Rothund ist im südlichen und östlichen Asien weit verbreitet und hält sich dort vorzugsweise in ausgedehnten Waldgebieten auf. Er ist überwiegend rostrot gefärbt - daher sein Name.

Rothunde leben in Rudeln von fünf bis zwanzig Tieren und sind ausgeprägte «Grosswildjäger»: In Sibirien stellen sie gerne den Rentieren nach, in Indien überfallen sie die mächtigen Sambarhirsche, und auf Java wagen sie sich sogar an Wildrinder heran.

Bei der Hetzjagd rennen die Rothunde nicht sehr schnell, dafür aber unermüdlich. Immer wieder lösen sie einander bei der Spürarbeit ab und geben nicht auf, bis sie ihr erschöpftes Opfer eingeholt haben und töten können. Die geselligen Wildhunde jagen allerdings nicht immer nach dem gleichen Muster: Manchmal «durchkämmen» sie auch ein Waldstück auf breiter Front und stöbern auf diese Weise ihr «Essen» auf. Mitunter veranstalten sie auch richtige Treibjagden: Einige Rudelmitglieder legen sich auf die Lauer, und die anderen treiben ihnen dann ein Beutetier zu. Rothundrudel sind gut eingespielte Teams!

Auf andere grosse Raubtiere sind die Rothunde nicht gut zu sprechen. Sie betrachten sie als lästige Rivalen, die es unbedingt zu bekämpfen gilt. So hat man schon mehrfach beobachtet, wie sie Leoparden, Braunbären und Lippenbären angegriffen und getötet haben. Selbst Tiger sollen schon von Rothundrudeln überwältigt worden sein. Viele Menschen in Südostasien halten diese unerschrockenen Jäger daher für göttliche, mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Wesen und erzählen sich allerlei wundersame Geschichten über sie.




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