Schauen, schätzen, schützen

Naturerlebnis als Grundlage des Umweltbewusstseins


© 1984 Markus Kappeler



Mit Schulzimmer-Naturkundeunterricht - trockener Vermittlung und Anhäufung von Wissen - lässt sich die Erziehung der Jugend zu umweltgerechtem Verhalten nicht erreichen. Das solideste Fundament für einen verantwortungsvollen, «gewissenhaften» Umgang mit der Natur sind Interesse, Verständnis und Achtung ihr gegenüber. Und solches lässt sich nur im unmittelbaren Erfahren des Lebendigen - beim Unterricht im Freien - wecken.

Erst der unmittelbare Kontakt mit der Natur - zuerst mit den Sinnen, dann mit dem Verstand - schafft Einsicht in die komplexen ökologischen Zusammenhänge und vermag die Ehrfurcht vor dem Leben zu entfachen. Für die erfolgreiche Umwelterziehung ist darum die regelmässige und direkte Auseinandersetzung mit der Natur unabdingbare Voraussetzung.

Diese Forderung nach Naturerlebnis, nach Ansprechen von «Kopf, Herz und Hand», wie Heinrich Pestalozzi sich ausdrückte, stellt den verantwortungsbewussten Lehrer oft vor grössere Probleme. In vielen Fällen ist die Distanz zwischen Schule und natürlicher Landschaft derart gross, dass regelmässige Exkursionen einfach nicht möglich sind. In anderen Fällen kann der wiederholte Besuch naturnaher Gebiete im Klassenverband zur erheblichen Belastung für Flora und Fauna werden, ist also aus naturschützerischer Sicht nicht empfehlenswert.

Diese Probleme kommen nicht auf, wenn der Lehrer über einen Schulbiotop verfügt. Dieses naturnahe, wenig empfindliche Stück Land vor der Schulhaustüre ist ein einzigartiges Mittel, um die Beziehung Kind-Natur zu fördern. Es ermöglicht Kurzexkursionen in einer einzigen Schulstunde und bietet unbegrenzte Möglichkeiten zur Beobachtung und Betätigung.




ZurHauptseite