Serval

Felis (Leptailurus) serval


© 1988 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Kleinkatzen»)



Kopfrumpflänge: 70 - l00 cm
Schwanzlänge: 30 - 40 cm
Gewicht: 7 - 18 kg

Keine andere Katze hat so grosse Ohren wie der Serval, der in Afrikas Savannen südlich der Sahara lebt. Die trichterförmigen «Riesenlöffel», deren Innenkanten am Scheitel fast zusammenstossen, deuten auf ein besonders scharfes Gehör hin. Tatsächlich ist das Hörvermögen des Servals aussergewöhnlich gut.

Auf der Jagd streift der Serval am liebsten durch dichtes Pflanzengewirr - mannshohes Gras etwa oder auch Gestrüpp aller Art. Je «undurchsichtiger» die Pflanzendecke ist, desto wohler fühlt sich die mittelgrosse, schlank gebaute Katze. In solchem Gelände, wo man kaum über die eigene Nasenspitze hinaus sieht, sind natürlich «Superohren» eine hilfreiche Sache. Mit ihnen vermag der Serval auch die schwächsten Geräusche - etwa das Raffeln eines Nagers vor seinem Erdbau oder das Trippeln eines Vogels am Boden - wahrzunehmen. Ungesehen kann er sich dann bis dicht an die «Geräuschquelle» anschleichen und sein Opfer mit einem gut gezielten Satz überraschen. Nagetiere schlägt der Serval häufig mit zwei, drei harten Schlägen seiner Vorderpfoten k.o., dann erst erfolgt der Tötungsbiss.

Neben den grossen Ohren sind die stark verlängerten, äusserst beweglichen Vorderpfoten ein auffälliges Körpermerkmal des Servals. Mit ihnen tastet er auf seinen Streifzügen öfter Nagetierbaue nach darin steckenden Bewohnern ab, hakt diese blitzschnell mit den Krallen fest und zieht sie heraus. Auch hierbei ist ihm sein Hochleistungs-Gehör von grossem Nutzen. Durch die Erde hindurch kann er nämlich die in ihren Gängen buddelnden Tiere orten und weiss darum, wo sich ein «Angelversuch» lohnt.

Servalkinder sind ausgeprägte Nesthocker. Ihre ersten vier bis fünf Lebenswochen verbringen sie gut geschützt in einem verlassenen Erdferkelbau, zwischen Felsen oder im dichten Gebüsch. Dann erst wagen sie sich hervor und unternehmen zusammen mit ihrer Mutter die ersten Ausflüge. In Menschenobhut können Servale bis zwanzig Jahre alt werden.




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