«Hilfe! Eine Siebenschläfer-Familie
tanzt den Hochzeitstanz auf dem Dachboden!»





1. Vier Zuschriften



20. Mai 2000

Hallo Herr Kappeler,

Vielleicht können Sie uns einen Tipp geben: Unser Schlafzimmer ist unter dem Dachboden, und derzeit tanzt - nach dem Krach zu urteilen - eine ganze Siebenschläfer-Familie jede Nacht den Hochzeitstanz auf dem Dachboden.

Was sollen wir tun? Man darf ja laut Gesetz den possierlichen Tierchen kein Haar krümmen. Aber andererseits stehen wir jede Nacht senkrecht im Bett, können nicht mehr schlafen und sind am nächsten Tag wie gerädert.

Ich wollte schon Lautsprecher auf dem Dachboden aufstellen. Ob das etwas nützt? Und immer dann Musik machen, wen das Spektakel wieder losgeht. Vielleicht haben Sie einen besseren Tipp für uns?

Wo kann man eine Falle kaufen, welche die Tierchen unverletzt lässt, damit man sie weit weg von zu Hause aussetzen kann?

Viele Grüsse
Gabi und Jürgen Fries



6. Juli 2000

Hallo Markus,

Wir wohnen seit ca. fünf Jahren in einem Haus direkt am Wald. Schon vor unserem Einzug hat sich in unserem Dach ein Siebenschläfer eingerichtet. Naja, wieso eigentlich nicht? Inzwischen ist aber die Dachdämmung ziemlich zerfressen, und in unserer Garage ist nichts mehr vor ihnen sicher. Denn mittlerweile sind es sehr viele!

Jetzt habe ich angefangen, sie einzufangen und in einem nahegelegenen Vogelschutzgebiet auszusetzen. Aber jeden Morgen ist wieder einer in der Falle! Von Dir hätte ich jetzt gerne gewusst, ob diese hübschen kleinen Kerle immer wieder zurückkommem können? Das Vogelschutzgebiet ist etwa vier Kilometer von uns entfernt. Ob es wirklich so viele Tiere in unserer Umgebung geben kann? Hilfe!

Beste Grüsse und danke im voraus!
Iris Mayer



26. Juli 2000

Sehr geehrter Herr Kappeler,

Vielleicht können Sie mir bei meinem Problem helfen: In unserem Haus haben sich seit etwa zwei Jahren Siebenschläfer eingenistet. Da die Tiere überall herumnagen, hätten wir gerne ein siebenschläferfreies Haus. Frage: Wie kann man die Tiere (es sind mehrere) am besten lebend einfangen (Lebendfalle wurde aufgestellt, jedoch ohne Erfolg; als Köder wurde Apfel, Traube und Pfirsich versucht)? Und wo sollte man diese Tiere anschliessend freilassen?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüssen
Andres Koch



7. August 2001

Hallo Herr Kappeler,

Auch bei uns haben sich Siebenschläfer eingenistet. Leider zerfressen sie alles - vor allem alles, was essbar ist. Ich möchte sie einfangen und weiter weg aussetzen. Ich habe die an Sie gerichteten Zuschriften gelesen und weiss nun, wie ich die kleinen Nager fangen kann, ohne sie zu verletzen.

Nun habe ich noch eine Frage: Wie weit entfernt kann ich sie wieder frei lassen? Sind 5 Kilometer Entfernung genug, oder sollten es 50 sein? Ich habe ja gelesen, dass sie immer wieder zurück finden können...

Hier noch ein Foto. Ich hatte das Glück, einem der Siebenschläfer ganz nah zu sein.

Viele Grüsse aus Österreich,
Nicole Pijawetz



Foto © Nicole Pijawetz





2. Zwei meiner Antworten:



3. August 2000

Hallo Thomas!

Ich erhalte immer wieder Anfragen wegen des Siebenschläfer-Problems. Hier die Infos, die ich Dir als - bisher von Siebenschläfern verschonter - Zoologe geben kann:

Siebenschläfer sind in der Schweiz wie in Deutschland eine gefährdete und deshalb geschützte Tierart. Vergiften oder so wäre also nicht nur unschön, sondern auch ungesetzlich. Selbst wenn sie Schaden anrichten oder durch ihr nächtliches Treiben empfindlich die Nachtruhe stören, dürfen wir sie nicht töten. Einfangen in einer Lebendfalle und irgendwo aussetzen ist die einzige legale Methode, die Kobolde loszuwerden. Versuche, Siebenschläfer mit lauter Musik, durchdringenden Tönen oder penetrantem Duft (Parfum, Hunde-Urin usw.) zu vertreiben, sind zwar gemacht worden, waren jedoch oft nicht erfolgreich. Vielleicht würde ein «Automarder-Schutzgerät» etwas nützen; darüber liegen mir keine Erfahrungswerte vor.

Zum Fang: Lebendfallen oder «Kastenfallen» kannst Du in einer Zoohandlung, im Laden einer landwirtschaftlichen Genossenschaft («Landi») oder in Geschäften für den Jagdbedarf kaufen. Viele Jäger, Wildhüter und Tierärzte besitzen solche Utensilien; vielleicht kannst Du Dir also auch eine ausleihen. Bei Naturschutz- und Jagdämtern können unter Umständen ebenfalls Kastenfallen ausgeliehen werden. Sie können Dir zudem oftmals erfahrene Fänger benennen, falls Du den Fang nicht selbst versuchen willst. Als Lockmittel verwenden Forscher eine «wohlriechende Mischung von Erdnussbutter, Rosinen und Haferflocken».

Unterschätze im Übrigen das Heimfindevermögen der Tierchen nicht. Obige Iris Mayer hatte vermutlich wiederholt dieselben Individuen in ihrer Falle. Ich habe auch schon gelesen, dass jemand mit schöner Wohnlage direkt am Wald innerhalb von drei Monaten über 60 Siebenschläfer gefangen hat! Auch da vermute ich, dass das Heimfindevermögen der Tiere unterschätzt wurde. Ähnliches gilt für einen Freund von mir, der bereits mehrere Dutzend Siebenschläfer in seinem Baumhaus am Waldrand gefangen hat. Die Siebenschläfer laufen sicher gern ein paar Kilometer, wenn sie dann wieder ihr Paradies haben - und dass viele Tiere ein enormes Orientierungs- und Heimfindevermögen haben, ist ja bekannt.

Möchtest Du noch etwas «Forschung» betreiben? Falls Du nach drei bis fünf Individuen noch keine Ruhe im Chalet hast, so markiere die gefangenen Siebenschläfer doch mit etwas ungiftiger (lösungsmittelfreier) Farbe auf dem Kopf oder schnippsle ihnen, sofern das möglich ist, als Markierung irgendwo etwas Fell weg - und schau dann, ob es immer wieder dieselben Individuen sind, die Dir in die Falle gehen, oder ob tatsächlich so viele bei Dir in Untermiete wohnen bzw. gewohnt haben. Das wäre sehr wissenswert und gegebenenfalls einen Bericht in einer Tierzeitschrift wert.

Letztlich müsstest Du natürlich auch versuchen, den Siebenschläfern den Zugang zum Chalet zu verwehren, denn sonst hast Du über kurz oder lang wieder dasselbe Problem. Hierfür empfehle ich Dir Rat und Hilfe durch Baufachleute.

Schreib mir mal über Deine Erfahrungen!

Viel Erfolg wünscht Dir
Markus



7. August 2001

Liebe Frau Pijawetz,

Meines Wissens hat noch nie jemand untersucht, über wie viele Kilometer hinweg die Siebenschläfer zurückfinden. Ich kann also auch nur mutmassen: 5 Kilometer würde ich als zu wenig einstufen, wenn dazwischen kein Berg, keine Stadt, kein Fluss liegt. Ich persönlich würde, um die Kobolde wirklich loszuwerden, etwa 20 Kilometer weit fahren und möglichst noch ein «Hindernis» in Form z.B. eines Bergs einplanen. Aber dass das genügt, kann ich Ihnen nicht garantieren. Schreiben Sie mir doch gelegentlich von Ihren Erfahrungen!

Mit besten Grüssen
Markus Kappeler





3. Fünf Erfahrungsberichte



8. August 2001

Hallo Herr Kappeler,

Auf der Suche nach allgemeinen Infos über Siebenschläfer entdeckte ich auch Ihre Homepage und möchte Ihnen meine Erfahrungen mit diesen Tieren mitteilen.

Ich bin in einer Gastronomie tätig, welche ihren Sitz in weit über 800 Jahre alten Gemäuern hat. Auch wir sind nicht verschont worden von diesen süssen kleinen, unter Naturschutz stehenden Tierchen. In den letzten 8 bis 10 Wochen habe ich ca. 30(!) Siebenschläfer gefangen

- Ich fange generell alle Siebenschläfer mit Lebendfallen.

- Als Köder benutze ich nur Äpfel, und das funktionierte bis heute sehr gut.

- Erfahrungsgemäss (Angaben von Geschäftsleitung und Mitarbeitern) wurden früher schon öfter Siebenschläfer gefangen, welche ca. 10! Kilometer weiter markiert ausgesetzt wurden - alle fanden sie den Weg nach Hause!!!

- Meine Siebenschläfer setze ich jetzt immer auf dem Nachhauseweg aus. Keines fand bis heute den Weg zurück, da ich die Tierchen auf der rechten Rheinseite fange und auf der linken Rheinseite freilasse - der Fluss ermöglicht keine Rückkehr.

Vielleicht kann ich mit diesen kleinen Hinweisen anderen bei der Bekämpfung helfen?

Gruss,
Ruediger Wolf



4. August 2003

Sehr geehrter Herr Kappeler,

Wir liessen 1995 ein Blockhaus in Klamm am Semmering (Ostalpen, Niederösterreich) aufstellen, welches wir anfänglich nur in der warmen Jahreszeit am Wochenende bewohnten.

Schon im zweiten Sommer stellte sich heraus: Wir hatten Untermieter, welche vom Geräteschuppen (Marke «1-Stern-Hotel») in unser Haus (Marke «5-Stern-Hotel») übersiedelt waren. Anfangs fanden wir diese pelzigen Tierchen ja so herzig, dass wir sie abends auch noch mit Birnen und Melonen, mundgerecht in Häppchen geschnitten, verwöhnten. Der Nachwuchs war fast handzahm, kam schon den Kamin heruntergeklettert, wenn wir nur den Teller auf den Boden stellten.

Da sich dieser «All-inclusive Club» scheinbar schnell in der Umgebung herumsprach, hatten wir es schon wenige Sommer später (1999) mit einer wahren Plage zu tun. Der Lärm störte uns nicht so sehr, da wir nahe der Südbahnstrecke wohnen und intensive Lärmbelästigung gewöhnt sind. Was vielmehr zum Problem wurde, waren die baulichen Schäden, die uns bisher einige tausend Euro gekostet haben:

- Beschädigung der Wärmedämmung: Die Wärmedämmung in den Dachschrägen (Glaswolle) eignet sich hervorragend zum Unterminieren und Nestbau. Konsequenzen für uns: runter mit den Wandverkleidungen, Erneuerung der Dämmmasse, Einbau von Stahlgittern zwecks Durchgangssperre.

- Holz-Biss-Spuren: Um sich ins Haus und wieder raus zu beissen, ist keine Holzschicht zu dick, ob Wandpaneel oder Fussbodenbrett. Faustgrosse Löcher sind keine Seltenheit. Die Dachpappe ist an vielen Stellen durchnagt.

- Verschmutzung des Dachraums: Wir haben sicher schon einige -zig Kilo «Bemmerl» aufgesaugt (Gott sei Dank verfügen wir über einen Industriesauger). Überall liegen Glaswollefusseln herum.

Unsere Recherchen ergaben viele gute Tipps, die sich bei Anwendung leider mehrheitlich als Flops herausstellten:

- Das erste Gegenmittel, das wir einsetzten, war Lärm. Der Pop-Sender Ö3, der bei anderen angeblich gute Wirkung gezeigt hatte, half gar nichts. Wir versuchten es ferner mit den Zillertaler Schürzenjägern, ebenso ohne Erfolg. CDs, sorgfältig ausgewählt nach dröhnenden Bässen, brachten zeitweilig Ruhe, aber gewiss keine Flucht für immer. Kurzum, die Musik half nicht.

- Hunde- und Katzenfellballen wurden freudig zum Nestbau verwendet.

- Ein Wühlmauspiepser wurde genauestens untersucht und markiert.

- Eine Lebendfalle wurde ignoriert bzw. zunehmend als Futterspender benutzt! Insofern kann man wohl annehmen, dass Siebenschläfer unheimlich lernfähig sind.

Die Fichtenhecke hinter dem Haus, die viele Jahre als Sprungschanze vom und zum Haus diente, wurde gefällt. Seither dient der Blitzableiter als Kletterhilfe (was uns sehr erstaunt, da wir in mehreren Berichten über Siebenschläfer gelesen haben, dass sie nicht auf den Boden steigen).

Als letztes schweres Geschütz haben wir uns im Herbst zwei Katzen zugelegt, eine kampferprobte fünfjährige Katze und einen halbjährigen jungen Kater. Seitdem sinkt die Mäusepopulation ums Haus, aber einen buschigen Schwanz haben wir noch nicht vorgelegt bekommen. Allerdings hat sich zu bestimmten Uhrzeiten der Lärmpegel (entrüstetes heiseres Gekreische "iiii, iiii") gehoben.

Uns bleibt vorerst als einzige Hoffnung, dass die neue Lebendfalle Marke Eigenbau (ein leerer Dispersionsfarbkübel mit einem Loch im Deckel, in dem ein etwa 20 cm langes Abflussrohr steckt) weiterhin von den jungen, unerfahrenen Siebenschläfern bevölkert wird, die wir etwa 20 km und drei Gebirgstäler weiter aussetzen (die Leute dort werden es uns danken...).

Und wir können nur versuchen, bei den neuerlichen Renovierungsarbeiten wirklich alles abzudichten, was nur geht, und die Siebenschläfer so systematisch aus allen Bereichen im Haus auszusperren.

Letztes Jahr hat das österreichische Fernsehen einen Bericht gebracht, wonach die Moderatorin Regina Preloznik im Turnschuh ihres Mannes ein Siebenschläferkind fand, welches sie aufzog und das nun handzahm in einem Hasenkäfig wohnt. Kommentar am Schluss des Berichts: Sie würde jetzt nach einem Männchen suchen, damit sie herzige kleine Siebenschläferkinder bekomme! Ein Siebenschläfer mag vielleicht als ein niedliches Haustier erscheinen und domestizierbar sein, in erster Linie ist es aber ein Wildtier, das heute - ähnlich dem Marder - in den menschlichen Bereich zurückdrängt, nachdem der Mensch in seinen Bereich vorgedrungen ist. Insofern kann ich heute nicht mehr in Entzücken ausbrechen, wenn ich Fotos von niedlichen Siebenschläfern sehe, die auch ich übrigens früher gerne gemacht habe.

Ich hoffe, mein Bericht gibt einen Einblick in das Leben mit Siebenschläfern am Rand der Ostalpen und spendet jedem anderen Leidensgenossen zumindest den Trost, dass er mit seinen Problemen nicht allein ist.

Mit herzlichen Grüssen
Karin Zoubek



8. Januar 2004

Lieber Herr Kappeler,

Hier noch ein Nachtrag zu meinen Zeilen vom vergangenen August, denn in der Zwischenzeit habe ich einen neuen, guten Hinweis erhalten, wie man die Siebenschläfer austreiben kann: Weihrauch!!!

Wir haben den Tipp beim Stammtisch von einem «Einheimischen» erhalten, der schon jahrelang sämtliche Holzvillen am Semmering auf diese Art und Weise ausräuchert. Wichtig sei, dass es regelmässig gemacht werde, denn spätestens in der nächsten Saison seien die Bilche jeweils wieder da.

Wir haben im Herbst regelmässig eine Weihrauchpfanne auf den Dachboden gestellt - und die Siebenschläfer richtig in die Flucht geschlagen. Bei den ersten Versuchen stellten wir fest, dass die Tiere nervös wurden und das Haus fluchtartig verliessen (sie tänzelten nervös auf der Dachrinne auf und ab), jedoch wiederkehrten, wenn der ärgste Geruch weg war. Die besten Erfolge haben wir schliesslich mit Petersdom-Atmosphäre erzielt, d.h. dreimal in der Woche räuchern. Da wie erwähnt zu befürchten ist, dass sie im Frühjahr wieder kommen (zumindest die hartnäckigen), werden wir rechtzeitig - ab den ersten regelmässig wiederkehrenden wärmeren Nächten (5-10°C) im März/April - neuerliche Räucherorgien veranstalten.

Weihrauch gibt es im Klerikalbedarf und in altmodischen Reformhäusern zu kaufen, sowie auf den Weihnachtsmärkten. Neben den klassischen Weihrauchpfannen kann man auch jede beliebige Eisenpfanne (massiv) verwenden. Bei uns ist z.B. eine Gusspfanne im Einsatz, die schon ausgedient hat. Entweder verwendet man glühende Kohlen aus dem Zusatzherd (wenn vorhanden) oder man besorgt sich ebenfalls in der Drogerie (eventuell auch im Lagerhaus) Kohletabletten für Räucherpfannen. Diese sind etwa so gross wie eine grössere Brausetablette und haben eine Vertiefung auf einer Seite. Sie lassen sich leicht anzünden und glosen dann vor sich hin. Weihrauch in die Vertiefung streuen und zentral aufstellen. Ist der Dachboden gross und hoch, empfiehlt sich eine weitere Pfanne - oder das Herumgehen wie in den Raunächten...

Ich hoffe, das hilft auch anderen Betroffenen. Zumindestens wäre es einmal einen Feldversuch auf weiter Ebene wert!

Liebe Grüsse
Karin Zoubek



13. September 2007

Lieber Herr Kappeler,

Hier ein Kurzbericht, was sich bei uns in den letzten Jagdsaisons getan hat: Die Weihrauchorgien haben beträchtlichen Erfolg gezeigt, sobald sie regelmäßig und intensiv gemacht wurden. Dazu kommt, dass wir rund um unser Blockhaus sämtliche Bäume und Großhecken gefällt haben und somit alle attraktiven Aufstiegshilfen und Sprungschanzen entfernt haben. Unsere Katze geht immer noch nächtlich auf Jagd, und Obst haben wir bis auf einen Apfelbaum auch keines mehr. Ich wage zu behaupten, dass wir außer von lebensmüden Einzeltieren keinen Besuch mehr bekommen.

Ganz herzliche Grüße aus den Ostalpen
Karin Zoubek



25. August 2004

Hallo Herr Kappeler,

Im Laufe der letzten paar Jahre fühlen sich in unserer Dachisolation immer mehr Siebenschläfer wohl. Nachdem im Jahr 2003 der Durchbruch ins Hausinnere geschafft war, sahen wir uns zur Bevölkerungskontrolle gezwungen. Eine Falle wurde konstruiert mit der Massgabe, die Tiere auf keinen Fall zu verletzen. Dies wurde erreicht, indem die Falle so lang gebaut wurde, dass das Tier den Auslösemechanismus erst erreicht, wenn der Schwanz sicher innerhalb der Falle ist. Köder ist jeweils ein Stückchen Milchsemmel, am Auslösemechanismus mit Erdnussbutter festgeklebt. Fangergebnis in 2003: 6 Tiere.

Anfang August fanden wir dann neben der Haustür 4 oder 5 Bilchbabies, die ein erwachsenes Tier aus einem Dachspalt geworfen hatte (einen Wurf konnten wir beobachten, es geschah richtig mit Schmackes). Zwei der Kleinen haben den 9-Meter-Sturz überlebt, einer starb allerdings 3 Tage später an seinen Verletzungen. Den letzten haben wir dann aufgezogen, er war anfangs 6 Gramm schwer und mit Katzenaufzuchtmilch und vielen anderen Leckereien haben wir ihn aufgepäppelt.

Bisher hatten wir noch nie ein Tier mit einem derartigen Unterhaltungswert, «Düse» machte seinem Namen wirklich alle Ehre, es ist erstaunlich, welche Energie ein solch kleines Tier entwickeln kann. Ende September war dann Schluss mit lustig, an Nachtruhe nicht mehr zu denken und etliche Türen im Haus waren fachmännisch mit einer Nagefase am unteren Rand versehen worden. Düse musste wieder zurück in die Natur, er war nicht mehr zu bändigen. In seinem angestammten Behälter durfte er nach draussen umziehen, und relativ schnell haben wir ihn dann aus den Augen verloren und waren sehr in Sorge, ob er gut über den Winter kommt.

In 2004 muss es sich dann rumgesprochen haben, dass es sich in 12 cm Naturkork unter unserem Dach gut leben lässt. Innerhalb kürzester Zeit gingen uns 14 Tiere in die Falle. Etliche wurden strafversetzt, wobei die Distanz etwa 2 km betrug. Ich denke nicht, dass diese Tiere wieder hier auftauchten, habe sie aber auch nicht markiert. Drei Tiere wurden in den Hühnerstall ca. 80 m vom Haus deportiert, es gefällt ihnen dort, sie fressen inzwischen aus der Hand und bleiben auch dort.

Einer erhielt die Duldung und durfte im Haus und unter dem Dach bleiben. Er holt sich sein Futter vom Schreibtisch und sieht mir beim Arbeiten zu oder guckt fern. Leider hat er sich inzwischen schon wieder Verstärkung geholt, aber auch zwei der Rabauken halten wir noch gut aus. Wie die Dachisolation leidet, kann ich nur vermuten, aber ich ahne Schlimmes... Dennoch möchte ich die kleinen Kerlchen nicht missen.

Die Schäden im Haus halten sich bislang in Grenzen, ein Uhrenarmband aus weichem Leder wurde fein säuberlich zu winzigen Chipsen verarbeitet und der Rücken eines Algebrabuches aus meiner Schulzeit scheint zum Knabben anzuregen, letzte Nacht wurde auch ein Teil der Seiten geschreddert, sie haben es sogar fast geschafft, das fest eingeklemmte Buch aus seiner Reihe zu ziehen. Was solls, ich hasse Algebra!

Ach ja, und vor zwei, drei Wochen hat uns dann auch Düse wieder besucht. Man erkennt ihn eindeutig daran, dass etwa 2-3 cm Schwanz fehlen, und er hatte sich prächtig entwickelt! Er ist inzwischen mehrmals wieder im Haus aufgetaucht, aber nie lange geblieben. Aber es hat uns natürlich riesig gefreut, ein Lebenszeichen vom ihm zu erhalten.

Beste Grüsse
Bjoern Clauss



Foto © Bjoern Clauss



18. August 2006

Hallo Herr Kappeler,

Da auch ich einen Mitbewohner im Dach hatte, habe ich mit grossem Interesse Ihre Seiten ueber den Siebenschlaefer gelesen. Nach all den «Symptomen», die Ihre Gäste beschreiben, bin ich mir sicher, dass dies ein Siebenschlaefer war.

Der Hinweis mit der Musik hat mich auf eine Idee gebracht: Zuerst dachte ich an Heino - nein, Spass beiseite - nachdem starke Bässe die Tiere nicht vertreiben konnten, habe ich Folgendes gemacht: Ich habe mir Ohropax in die Ohren gestopft, Frau und Kinder in den Keller geschickt und dann meine Flöte genommen, eine Irische Tinwhistle, weil man mit der besonders gemeine Töne erzeugen kann. Ich habe dann mit voller Lunge in das Gerät geblasen; dabei entsteht ein Ton, der durch Mark und Bein geht und noch vier Stockwerke tiefer schmerzlich wahrgenommen wurde. Noch eine halbe Stunde später hatte ich das Gefühl, mir einen Tinnitus eingehandelt zu haben. Mein Mitbewohner muss aber das gleiche Gefühl gehabt haben; ich habe seit Tagen nichts mehr von ihm gehört. Vielleicht wars ja Zufall, aber einen Versuch ist es allemal wert.

Mit freundlichen Grüssen
Michael Benecke



8. Oktober 2007

Hallo Herr Kappeler,

wir haben mit Interesse Ihre Berichte über Siebenschläfer gelesen. Danke! Hier unsere Geschichte:

Wir wohnen in einer Mansardenwohnung mit seitlichen Kammern. In der Kammer neben der Küche werden auch Lebensmittel gelagert, in der Kammer neben der Toilette das Werkzeug. In beiden Kammern stellten wir vor drei Wochen fest, dass ein Nagetier am Werk war. Wir jagten nun mit etlichen Fallen «eine Maus» und wunderten uns, da die Fallen jeden Tag leer waren, was sich da für eine intelligente Maus wohl eingenistet hat.

Vor fünf Tagen, am Mittwoch, hörten wir wieder Geräusche und sahen, als wir die Tür öffneten, ein - so dachten wir - «graues Eichhörnchen». Am nächsten Tag erfuhren wir, dass es sich um einen Siebenschläfer handelt.

Die schnelle Suche nach einer Lebendfalle scheiterte. Da kam uns die Idee, einen Vogelkäfig aufzustellen. Schon zwei Stunden später waren die Apfelstückchen daraus verschwunden. Also legten wir einen ganzen Apfel hinein und auch dieser war schnell angenagt. Wenn wir Geräusche hörten, setzten wir uns bei geöffneter Kammertür in der Küche auf den Boden und warteten. Am Samstagabend konnten wir dann tatsächlich beobachten, wie das niedliche kleine Tier im Käfig verschwand. Allerdings war es so flink, dass wir die Tür nicht schnell genug schließen konnten.

Sonntag früh ab 6 Uhr lagen wir wieder auf der Lauer. Zutraulich kam der Siebenschläfer bis in die Küche und schnupperte an uns herum. Wenn wir mit ihm sprachen, störte ihn das gar nicht. Diesmal hatten wir eine Schnur an der Käfigtür festgebunden und oben durch den Käfig gezogen. Das lange Ende hielten wir in der Küche in der Hand. Als unser Siebenschläfer im Käfig war, genügte ein schnelles Ziehen der Schnur und wir hatten ihn ohne die geringste Verletzung gefangen. Anschließend durfte er mit uns Auto fahren. Wir brachten ihn auf die andere Seite des Chiemsees (30 km) und ließen ihn auf einer Wiese in der Nähe von Bauernhäusern frei. Nach drei großen Sprüngen von uns weg kam er zurück, legte sich in die Wiese und schaute uns ganz traurig an, so als wollte er wieder mitkommen.

Obwohl wir uns schon an ihn gewöhnt hatten, sind wir nun aber doch froh, dass er wieder «draußen» lebt.

Liebe Grüße vom Chiemsee
Frank und Marion





4. Zwei Berichte im «Tier»



Siebenschläfer sorgen für schlaflose Nächte

«Siebenschläfer lieben offenbar Dachböden, auf denen sie nachts mit Begeisterung umhertoben - sehr zum Ärger der menschlichen Bewohner, die darunter Schlaf zu finden versuchen. Einer der Geschädigten meinte sogar, sie klängen «wie Miniatur-Fussballmannschaften mit Stollenstiefeln»...

Vom Dachgeschoss erreichen sie leicht - etwa über hölzerne Wandverkleidungen - ihren zweiten Lieblingsplatz: die Küche mit ihrem reichen Nahrungsangebot. Einige Häuser sind offenbar bei den Siebenschläfern besonders beliebt. So eines an einem Waldrand, dessen heutige Besitzer bei ihrem Einzug vor ein paar Jahren innerhalb weniger Wochen 66 der Tiere fingen.

Eines Nachts hörte die Dame des Hauses seltsame Geräusche aus der Toilette und fand darin einen halb ertrunkenen Nager - den sie schnell rettete und mit dem Fön trocknete. Ein andermal wurde ihr Mann von einem Siebenschläfer auf seiner Bettdecke geweckt. Und in einem anderen Haus rennen Siebenschläfer gern die Wohnzimmerwände hoch, während die Bewohner dort fernsehen.

Wahrscheinlich lieben die Schlafmäuse die Dachböden wegen der Wärme und ungestörten Dunkelheit, aber auch wegen der Isoliermasse als Nestbaumaterial.

Meistens sind die «häuslichen Aktivitäten» der Siebenschläfer erheiternd oder allenfalls ein wenig ärgerlich. Doch manchmal können die Nager auch grösseren Schaden anrichten, z.B. wenn sie Kunststoff-Wasserrohre durchnagen, elektrische Leitungen durchbeissen oder (wie Steinmarder in einigen Gegenden Mitteleuropas) Kabel in Autos beschädigen.»

Auszug aus einem Bericht von Pat Morris
in «Das Tier», Oktober 1990



Von wegen Schlafmützen!

«Unsere Schläferfamilie haust mitten im Siedlungsgebiet in einem Schrebergarten. Kein ungewöhnliches Ausweichrevier für die grossen Bilche. In den unterholzreichen Wäldern, in denen sie eigentlich zu Hause sein müssten, herrscht Wohnungsnot: Ausgefaulte Astlöcher, Risse und Spalten in Bäumen, Spechthöhlen oder hohle Baumstümpfe sind zunehmend seltener geworden. Fehlen solche Unterkünfte, wandern die Tiere aus und nehmen beispielsweise - wie in unserem Fall - dankbar eine Gartenhütte an.

Seinen Winterschlaf verbringt der Siebenschläfer vielfach in einer Erdhöhle oder in einer Felsspalte, wo es zwar kalt ist, die Temperaturschwankungen aber gering sind. Gern macht er es sich aber auch in einem kühlen Keller oder auf einem kühlen Dachboden bequem. (...) Jetzt im Spätsommer sind die Bilche aber noch putzmunter und quicklebendig. Oder besser «quieck-lebendig». Schnalzend, brummend und murrend unterhält sich die Schläferfamilie. Gibt es Streit, summen die kleinen Kerle zuweilen wie gereizte Wespen oder klappern bedrohlich mit den Zähnen.

Besonders stürmisch und laut geht es bei ihnen im Frühsommer zu. Dann ist Balzzeit. Da kann es in manch einem Dachboden am Waldrand ganz schön geräuschvoll werden. Denn die Siebenschläfer kennen kein sanftes Liebesgeflüster. Sie bevorzugen lautes Quietschen und Quengeln. Manch ein Hausbesitzer braucht ein dickes (Trommel-)Fell, wenn sich die Frischverliebten ausgerechnet über seinem Schlafzimmer näherzukommen versuchen. Zwar sind die Siebenschläfer am Tag echte Schlafmützen. Bei Dunkelheit sind sie aber umso grössere Nachtschwärmer.»

Auszug aus einem Bericht von Marc Tschudin
in «Das Tier», September 1995




5. Drei Berichte im WorldWideWeb



«Der Siebenschläfer-Fangdienst: eine ganz besondere Dienstleistung

"Die meisten kennen den Begriff Siebenschläfer nur von einer alten Bauernregel, die besagt, dass das Wetter am 27. Juni ausschlaggebend sei für die nächsten sieben Wochen. Aber der Siebenschläfer - wissenschaftlich Glis glis - existiert wirklich. Er ist ein süsses kleines Kuscheltier und gehört der Familie der Bilche an. Als Dauerpenner liegt der Siebenschläfer sieben Monate im Jahr im Winterschlaf unter der Erde (er ist nur 13 Prozent seines Lebens richtig wach), was ihm auch seinen Namen eingebracht hat (nicht das Wetter und auch nicht der Siebenschläfertag, 27. Juni). Allerdings: Wenn er wach ist, dann ist er auch aktiv - nachtaktiv! Und so kommt es vor, dass sich der Siebenschläfer schon mal mit seiner Sippschaft in kuschelig warmen Speichern einnistet und mit seinen Kumpanen des Nächtens dort herumtobt und -springt, als ob eine ganze Minifussballmannschaft da oben mit Stollenstiefeln trainiert. Und so mutieren kleine niedliche Kuscheltiere zu nagenden Nervensägen. Da die lieben Tierchen unter Naturschutz stehen, darf keiner ihnen was antun. Insofern ist für manchen geplagten Mitbürger guter Rat teuer...

Die Tatsache, dass ich selber zu einem dieser genervten Mitbürger wurde, brachte bei meinem Bruder und mir einen gewissen Aktivismus zu Tage, um die Tierchen (so süss sie auch sein mögen) auf legale Weise los zu werden. Nach einigen vergeblichen Versuchen hatten wir dann eine Lebendfalle entwickelt, mit der man tatsächlich der Plage Herr werden konnte. Und so fing man binnen kürzester Zeit 30 kleine Nager und setzte sie wohl behalten in sicherer Entfernung (mindestens 10 Kilometer, sonst finden sie zurück) im Forstenrieder Park aus. Da diese Vorgehensweise nach Auskunft des Forstamtes absolut legal war, liess sich das Problem schliesslich lösen. Für mich...

Dass viele andere immer noch vor dem selben Problem standen, merkte ich, als kurze Zeit später das Decker'sche Telefon klingelte und das Landratsamt Starnberg anfragte, ob man nicht auch in anderen Haushalten auf Siebenschläferjagd gehen könnte. Daraufhin wurde ein Gewerbe angemeldet (offizieller Titel: Fa. Alexander Decker, Fangen von Bilchen mittels selbstgebauter Fallen). Seitdem konnte der Siebenschläfer- Fangdienst im Zeitraum von 1986 bis 1994 eine Vielzahl von Kunden im Grossraum München von insgesamt über hundert Siebenschläfern befreien. Seit 1994 muss diese Tätigkeit leider aufgrund anderer beruflicher Verpflichtungen ruhen.

Auszug aus einem Bericht von Alexander «Sascha» Decker
auf www.ku-eichstaett.de (der Bericht wurde inzwischen gelöscht)



Die Supra-Kleintierfalle

«Die Idee: Aus uralten Zeiten hat jeder Mann mit ein bisschen Talent zum Basteln einen unerklärlichen, inneren Trieb die eigene Idee für eine Tierfalle zu verwirklichen. In mir reifte im Februar 1993 der Gedanke eine Lebendfalle mit berührungslosem Auslöser zu bauen. Mit der Lizenz zum Löten hatte ich die richtige Basis um eine Kleintierfalle mit Lichtschranke zu bauen.

Die Durchführung: Nun, eine Kleintierfalle soll ja möglichst wenig Geld kosten. Aus diesem Grund suchte ich diverse Materialen aus dem Keller zusammen und bestellte noch ein paar billige Elektronikkomponenten. Das Ergebnis der Ausführung meiner Idee für eine Kleintierfalle zeigt das folgende Bild. Die Falle ist sowohl für Mäuse, als auch für etwas grössere Tiere wie Marder oder Siebenschläfer geeignet. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man links vorne mehrere Kerben im Holz (auf dem Bild nur schwer zu erkennen), die Aufschluss darüber geben, wieviel Tiere schon mit der Falle gefangen wurden. Zur Zeit sind es 11 Kerben. Keine falschen Schlüsse bitte, ich habe keine Mäuseplage in der Wohnung. Die Falle ersetzte auch das ein oder andere Mal bei meinen Freunden und Bekannten den Kammerjäger.

Die Technik: Das Tier läuft unter dem Falltor in die Falle hinein und unterbricht den Lichtstrahl der Lichtschranke. (Natürlich liegt der Köder hinter der Lichtschranke!) Eine Elektronik in Verbindung mit etwas Mechanik lässt das Falltor herunterfallen und das Tier ist gefangen. Ursprünglich sollte durch die Elektronik ein Hubmagnat betätigt werden, der den Bolzen unter dem Falltor herauszieht. Der Hubmagnet kann aber nur ein Newton und das ist zu wenig, um den Bolzen zu bewegen, wenn das Falltor darauf liegt. Ich benötigte also ein Kraftverstärkung. Ich habe das Problem folgendermassen gelöst: Die Elektronik betätigt den Hubmagnet (den ich ja bereits angeschafft hatte) und dieser löst eine konventionelle Mäusefalle aus. An den Bügel der Mäusefalle, der normalerweise die Maus tot schlägt, habe ich eine Schnur befestigt, die den Bolzen unter dem Falltor herauszieht. Das nächste Bild zeigt diese Konstruktion von oben bei gespannter Mäusefalle. In dem silbernen Rohr oben befindet sich die Lampe von der Lichtschranke. In dem schwarzen Rohr unten befindet sich der Phototransistor. Ganz rechts ist der Hubmagnet zu sehen, der bei Unterbrechung des Lichtstrahls die Mäusefalle betätigt. Die rote Schnur ist rechts am Bügel der Mäusefalle befestigt und links am Bolzen, der das Falltor hält. Die Supra-Kleintierfalle kann mit 230V Netzspannung oder mit 12V DC betrieben werden. Dies ermöglicht einen universellen Einsatz."

Tips zum Nachbau: Bei der Lichtschranke handelt es sich um einen einfachen, billigen Lichtschranken-Bausatz von Conrad electronic. Bastler können sich hier den (von Hand gezeichneten) Schaltplan als JPG-Datei downloaden (165KByte). Weitere Unterlagen zur Kleintierfalle habe ich leider nicht.»

Bericht von Hubert Zitt
auf www.mst.fh-kl.de/~zitt (unter «Kreatives»)



In unserem Haus wohnen störende Bilche. Was tun?

«Es ist nicht ganz einfach, Bilche zu vertreiben. Man darf sie nicht umbringen, da sie geschützte Arten sind und es ausserdem schlecht fürs Karma ist. Will man sie fangen, braucht man eine spezielle, grosse Lebendfalle von mindestens 10 x 10 x 25 cm. Zu kaufen gibt es sowas beispielsweise bei www.bruja.de/shop/fallenfangkoerbe.htm oder www.tierfalle.de. Oder man bastelt sich eine Valvasor'sche Bilchfalle, die den Vorteil hat, dass man damit unter Umständen alle Bilche des Hauses auf einen Schlag fangen und gemeinsam umsiedeln kann. Was sich als Köder am besten eignet, muss man ausprobieren - unterschiedliche Bilche haben unterschiedliche Vorlieben. Damit beim Fangen der Schwanz nicht beschädigt wird, ist es gut, wenn die Falltür nicht ganz bis zum Boden reicht; man sollte sie ein Stück kürzen oder hochbiegen. Niemals darf man den gefangenen Bilch am Schwanz festhalten. Man muss ihn mindestens zehn Kilometer weit wegbringen, sonst steht er am nächsten Tag wieder vor der Tür. Danach empfiehlt es sich, alle Einstiegsmöglichkeiten ins Haus bilchdicht zu machen.

Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, dass es der Bilch im neuen Lebensraum nicht leicht haben wird und sein Überleben ungewiss ist. Bilche sind extrem ortstreu und bewegen sich während ihrer ganzen Lebenszeit in einem Radius von wenigen hundert Metern. Man weiss nichts darüber, wie gut sie sich an einem neuen Ort einfügen, ob die Gegend überhaupt für Bilche geeignet ist und ob es dort nicht bereits andere Bilche gibt, die den Zugezogenen wieder vertreiben. Wenn es irgendwie machbar ist, sollte man den Krach vielleicht einfach geduldig ertragen.»

Bericht von Kathrin Passig
auf www.glirarium.org/bilch (unter «FAQ»)





6. Ein schönes Beispiel positiven Denkens



26. Januar 2003

Hallo Herr Kappeler,

Ich habe eine kleine, private Website über Siebenschläfer und habe in meiner Linksammlung Ihre Adresse mit reingenommen. Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen. Anzuschauen unter:

http://ghostfighter.de/start.html

Mit freundlichen Grüssen
Monika Schneider



Foto © Monika Schneider



26. Januar 2003

Liebe Frau Schneider,

Ich freue mich, dass Sie mich bei Ihnen «verlinkt» haben - und ich werde gerne meinerseits auf Ihre höchst interessante Siebenschläfer-Website hinweisen. Denn Sie zeigen, was unter positivem Denken zu verstehen ist und wie spannend die Begegnung mit diesen munteren kleinen Geschöpfen sein kann. Die meisten Leute wollen die Siebenschläfer nur möglichst rasch los werden - und verpassen so eine einzigartige Chance. Ich hoffe, Ihre Website wird gut besucht und Ihre bemerkenswerte Idee findet viele Anhängerinnen und Anhänger!

Mit den besten Grüssen
Markus Kappeler





7. Ein Findelkind



28. September 2004

Hallo Herr Kappeler!

Gestern lugte, ziemlich verängstigt, ein süßer, kleiner Fratz aus dem Schuhregal (im Umkleideraum am Arbeitsplatz)! Die Kollegen waren außer Rand und Band, quiekten und quakten durcheinander, und die Vermutungen darüber, wer oder was da saß, reichten von der Maus zur Ratte bis hin zum Chinchilla.

Der Kleine Kerl war bereits hin und hergejagt worden, als ich dazu kam und die Kollegen kurzer Hand aus dem Raum verbannte. Der wuschlige Zwerg sah recht dankbar aus, doch was nun? Ihn greifen? Nee - ich weiß doch nicht, ob er beißt! Am Schwänzchen packen? Nee - wer weiß, ob er es nicht abwirft! Ich überlegte noch - da kletterte das Kerlchen behändig am Regal aufwärts, hüpfte - und landete prompt auf meinem Arm! Wohl beide von dieser Courage überrascht, glubschten wir uns liebevoll an. Bis das Knäuel wieder davon hüpfte und sichtlich erschöpft von der Treibjagd meiner Kollegen in einer Ecke sitzen blieb.

Hm... was tun? Ich rief meinen Mann an, ließ ihn mit einer Transportbox kommen. Der Kleine lief ohne lange zu zaudern selbst hinein, und wir nahmen ihn kurzerhand bei uns auf. Auf Wasser und Futter (vorerst Futter von unseren Ratten und ein Stück Apfel) sprach er direkt an, und Angst vor Menschen schien diese plüschige Etwas auch nicht zu haben. Dann kam das große Nachdenken - wir wußten immer noch nicht, was wir da eingefangen hatten. Erst das Internet - darunter auch Ihre Seite - bringt die Lösung: Der kleine Pelzball ist ein junger Siebenschläfer!

Nun ist guter Rat nicht teuer, sondern wichtig für den Kleinen. Denn nach allem, was wir so in Erfahrung bringen konnten, ist der Lütte zu schmal, als das er durch den Winter kommt. Der Oktober steht vor der Tür, und es ist nachts schon empfindlich kalt. Was tun? Wenn man all die Fragen und Beiträge da so liest, kann einem ja Angst und Bange werden. Aber andererseits, der Süsse steht unter Naturschutz, und wenn wir ihn vor die Tür setzen, schützt uns das vielleicht, aber den kleinen Knilch bzw. Bilch ganz sicher nicht!

Nun unsere Frage: Ist es sinnvoll, unser kleines Kerlchen aufzupeppen, es in den Winterschlaf zu schicken und dann im Frühjahr, wenn es wieder aufgepäppelt ist nach der langen Pause, weiiiit weg wieder in die Natur zu entlassen? Oder ist es sinnvoller, es direkt wieder in der Nähe des Fundorts auszusetzen und das Risiko einzugehen, daß es im nächsten Frühjahr nicht mit den anderen seiner Art die Gegend unsicher macht?

Die Meinungen über diese Wattebällchen gehen weit auseinander, aber das ist bei Erfahrungs- und Haltungsberichten ja immer so. Sicher können die Süssen zur Plage werden. Aber was macht man mit einem Findelkind? Haben Sie einen Rat? Was sagt der Fachmann? Wir warten gespannt auf Ihre Meinung.

Mit freundlichen Grüssen
Kerstin, Oliver und der kleine «Knilch»



28. September 2004

Liebe Kerstin und Oliver,

Ich bin kein Siebenschläfer-Fachmann, denn ich hatte (glücklicherweise?) noch nie Kontakt mit diesen «Knilchen». Ich bin Wildtierologe und habe als solcher eine Meinung betreffend Natur, die Sie möglicherweise befremdet... Hier ist sie: Es gibt Tiere, die der Mensch züchtet und die als Heimtiere geeignet sind - und es gibt Wildtiere, die meines Erachtens nicht in eine Wohnung gehören.

Der Siebenschläfer zählt zu Letzteren. Und für ihn gilt wie für alle Wildtiere: Das Leben in der freien Natur ist hart, ein Grossteil der diesjährigen Wildtierkinder - so auch viele spät geborene Siebenschläfer - überleben ihren ersten Winter nicht, sondern werden zu Nahrung für andere und erfüllen so eine wichtige Aufgabe im ewigen Kreislauf der Natur. Lassen Sie ihr Findelkind springen und übergeben Sie es seinem Schicksal. Das rät Ihnen der Zoologe...

Mit den besten Grüssen
Markus Kappeler



29. September 2004

Hallo Hr. Kappeler!

Danke für Ihre schnelle Antwort. Befremdend finde ich Ihre Meinung ganz und gar nicht. Ich wäre wohl eher überrascht, wenn sie eine andere gewesen wäre.

Der kleine «Knilch» ist ein Wildtier, ganz klar, und die Natur nimmt für die Nachzügler der Jungtiere ihre eigenen Wege. Dass viele der Spätgeborenen den nächsten Sommer nicht erleben, weiß ich auch. Aber wie viele von Ihnen laufen denn auch freiwillig in hingehaltene Boxen?

Dem Wildtierologen sag ich einfach gar nichts, dann kann er auch nicht verständnislos den Kopf schütteln. Dem Bjoern Clauss, der den süßen Bericht weiter oben über «Düse» geschrieben hat, zwinker ich mal eben zu. Der Entschluß steht nämlich nach reiflicher Überlegung fest. Es ist ein Kompromiss, zwischen Herz und Verstand: Der kleine, pelzige Knilch, nun mit dem Namen «Fuzzi» bleibt über den Winter hier. Dann wird er in der Nähe des Fundorts in einen Laubwald gesetzt. Da sind sicher auch seine Artgenossen. Ihn im Haus behalten wäre nur Quälerei. Er könnte seinen sicheren Käfig nie verlassen, hier wimmelts von Katzen und Schlangen, die gerne kleine Fuzzis fangen. So haben wir alle was davon.

Fuzzi erlebt ganz sicher seinen ersten Frühling! Wir amüsieren uns, wenn er mit riesigen Apfelstücken kämpft und uns aus seinen knopfigen Augen anblinzelt. Und die Natur erhält dann ein gesundes Kerlchen mehr von dieser Art zurück! Und damit, ja damit kann sicher auch der Wildtierologe leben. Keine Bange: Wir kennen den Unterschied zwischen Tierliebe und «Tierliebe».

Danke nochmal, für die ehrliche Meinung!
Viele Grüße
Kerstin, Oliver und Fuzzi, der kleine Knilch





8. Auch Gartenschläfer rumoren!



26. September 2002

Hallo Herr Kappeler,

Ich habe so in letzter Zeit einige Erfahrungen mit Schläfern gemacht. Diesen Spätsommer habe ich bereits sechs Stück gefangen und weit - sehr weit! - wieder ausgesetzt, die vorher in meinem Rolladenkasten mit angrenzender Zwischendecke herumgetobt haben.

Eigentlich entspricht fast alles, was meine «Gefangenen» betrifft, Ihren Beschreibungen des Siebenschläfers. Lediglich der buschige Schwanz ist bei meinen Schläfern immer recht dünn. Auch in einem kürzlich gesehenen TV-Bericht hatten die Siebenschläfer einen buschigen Schwanz.

Im Anhang sehen Sie zwei Fotos von einem meiner Besucher. Vielleicht können Sie mir ja sagen, ob es Siebenschläfer sind. Und wenn nicht, wer sind sie dann?

Vielen Dank und einen schönen Gruss
Hartmut Rupp



Fotos © Hartmut Rupp



26. September 2002

Lieber Herr Rupp,

Gratulation! Sie haben den im Vergleich zum (grauen) Siebenschläfer viel hübscher gefärbten Gartenschläfer (Eliomys quercinus) in ihrer Falle. Typisch die schwarze Gesichtsmaske, die weisse Schwanzspitze, und die - wie Sie schreiben - weniger buschige Behaarung des Schwanzes. Er ist im Übrigen etwas kleiner als der Siebenschläfer. Die Biologie ist in der Tat sehr ähnlich wie beim Siebenschläfer, doch kommt der Gartenschläfer häufiger auf den Boden, und er nimmt mehr tierliche Nahrung (Insekten, Gehäuseschnecken) zu sich als sein Vetter.

Herzlichen Dank für die Information. Ich würde sehr gern einen Bericht über Ihre Erlebnisse in meine Website aufnehmen, denn von Gartenschläfern im Haus habe ich noch nie gehört. Möglicherweise werden Gartenschläfer im Haus häufig für Siebenschläfer gehalten?

Mit freundlichen Grüssen
Markus Kappeler



27. September 2002

Hallo Herr Kappeler

Selbstverständlich können Sie meine Erlebnisse mit den Gartenschläfern gern für Ihre Webseite verwenden. Erst gestern sass übrigens wieder ein Gartenschläfer in der Falle. Nr. 7 für dieses Jahr...

Wir wohnen in einem alten Fachwerkhaus am Stadtrand von Koblenz/Rhein. Im Hintergrund ist ein etwa fünf Fussballfelder grosses, ziemlich verwildertes Garten- und Waldstück und dann kommt eine Schnellstrasse ausser Sichtweite. Wir haben das Haus vor fünf Jahren gekauft und grund-renoviert. Dabei sind uns schon die Spuren von «Mäusen» in der Zwischendecke und im Rolladenkasten in den zum Garten liegenden Fenstern aufgefallen. Zum ersten Mal hat sich unser Gast aber erst zwei Jahre später bemerkbar gemacht.

Seinen ersten Sommer hat er sich recht ruhig verhalten, und wir haben ihn geduldet. Im zweiten wurde es aber dann zu viel. Besonders abends, wenn der Fernseher lief, fing er an zu tanzen. Action-Filme waren ihm ein Graus, und er begann zu toben. Als er dann auch noch nach Mitternacht keine Ruhe gab (das ganze war im Frühsommer), habe ich die Rolladenkästen geöffnet und alle Löcher nach aussen hin (so glaubte ich) geschlossen. Danach war zwei Wochen Ruhe - und dann ging es wieder los. Eine Falle musste her!

In jenem Sommer haben wir dann zwei Gartenschläfer gefangen und mindestens dreissig Kilometer weiter - mit zwei Flussüberquerungen auf der Strecke - ausgesetzt. Winterpause.

Ja und dieses Jahr gings dann wieder los. Bis der erste im Frühsommer in der Falle war, hats lange gedauert. Seit die Falle aber nach Gartenschläfer riecht, geht einer nach dem anderen rein. Als Köder hat sich Dörrfleisch am besten bewährt. Die Falle steht immer auf dem Garagendach, welches halbhoch an das Dach der Terrasse angrenzt, und dieses wiederum endet an den Rolladenkästen unterhalb eines freien Balkons. Hier muss es nachts zugehen wie auf der Autobahn für Gartenschläfer!

Ein Loch in der Wand ist nicht zu entdecken. Also vermute ich, die Kerle kommen durch den Ladenschlitz. Ich habe allerdings noch nie Spuren an der Wand entdeckt. Anscheinend putzen sie sich vorher die Füsse gründlich ab. Jetzt warten wir, dass mit dem Oktober endlich Ruhe eintritt - und dass sich die Spuren zu uns auf unserem Garagendach verwaschen...

Mit freundlichen Grüssen
Hartmut Rupp



10. Februar 2008

Sehr geehrter Her Kappeler,

ich möchte Sie zu Ihrer sehr interessanten sowie informativen Homepage beglückwünschen und mich hiermit ausserdem bedanken. Da ich in Ihrer Dokumentation gelesen habe, dass sie wenig Infos über Gartenschläfer haben, schreibe ich Ihnen folgende Zeilen. Vielleicht ist der Text ein wenig aufschlussreich für Sie, und vielleicht können Sie mir raten, was ich nun mit dem armen Tier anfange.

Wir haben heute morgen unseren Nussdieb und Obstklau gefangen - es ist ein kleiner hübscher Gartenschläfer. An sich sollte er ja noch schlafen, aber das hat er schon lange nicht mehr getan. Ich meine, schon im Dezember wenn nicht sogar November einen ziemlichen Krach unter uns und neben uns gehört zu haben. Um das zu verstehen, muss ich Folgendes erklären: Wir wohnen in einem alten Haus, dessen Decken im ersten Stock tiefer gehängt wurden, und in diesem Zwischenraum hatte sich der Nager heimisch eingenistet. Durch die Heizungsrohr-Zuleitungen konnte er in unsere Küche und ins Esszimmer und sich bedienen. Manchmal saß ich im Esszimmer und hörte ihn knabbern. Oder nachts hörte man, wie er versuchte, die geklauten Nüsse durch das Loch im Boden zu kullern, worin das Heizungsrohr verschwindet.

Das hat uns alles nicht so sonderlich gestört, aber vorgestern hat er sich an unserer Obstschale «vergriffen». Ausserdem hatte mein Mann eh' schon eine gewisse Panik bei dem Gedanken, ein Nagetier in der Zwischendecke wohnen zu haben. Er meinte, die könnten alles kaputtknabbern, Leitungen, Balken etc., und ausserdem alles verkoten und «beduften».

Daher hat mein Mann nun eine Lebendfalle aufgestellt, und prompt ist der Kobold reingetappt. Seither wissen wir also, dass es ein Gartenschläfer ist - was mir lieber ist als Ratten oder so. Nur leider habe ich erst jetzt konkrete Angaben über das Verhalten und das Leben der Bilche gelesen und weiß nun nicht, ob ich ihn jetzt schon rauslassen kann, da er ja eigentlich noch Winterschlaf hält bzw. halten sollte. Oder ob wir ihn bis zum Anfang des Frühjahrs in einem Hamsterkäfig halten sollen und dann rauslassen.

Bin sehr gespannt auf Ihre Antwort
und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ricarda Holly



11. Februar 2008

Liebe Frau Holly,

Zunächst vielen Dank für Ihre interessanten Zeilen. Ich werde Ihren Bericht gern in meine Website aufnehmen. Ich persönlich würde Ihren Gartenschläfer jetzt, an einem dieser herrlich frühlingshaften Morgen aussetzen. Er hat dann eine gewisse Chance und bis zum Abend Zeit, einen neuen Unterschlupf zu finden und sich dorthin zurückzuziehen. Er findet nötigenfalls auch etwas Nahrung in Form von Knospen und Blüten. Ich denke nicht, dass er bessere Überlebenschancen hat, wenn Sie ihn noch ein paar Wochen durchfüttern und dann erst springen lassen.

Alles Gute wünscht Ihnen
Markus Kappeler





9. Ein Rätsel



4. Oktober 2003

Betreff: Siebenschläfer-Massenselbstmord

Lieber Herr Kappeler,

Eine seltsame Begebenheit auf der Schwäbischen Alb bewog mich, Ihnen dieses Mail zu schreiben.

Wir haben auf der Schwäbischen Alb bei Geislingen/ Steige ein Ferienhaus im Wald. Dort leben schon immer viele Siebenschläfer, die sich bisher offenbar auch sehr wohl fühlten. Gestern kamen wir nach fünfwöchiger Abwesenheit wieder zu unserer Hütte, um nach dem Rechten zu schauen. Dabei entdeckten wir zu unserem Entsetzen, dass sich in unserer Regentonne, die dort seit Jahren steht, mindestens 60 Siebenschläfer ertränkt hatten! Nicht nur ältere waren dabei, sondern auch neugeborene, die noch kein Fell hatten.

Für uns ist es ein grosses Rätsel, was die Tiere dazu bewogen haben mag. Sicher ist es auch für Sie eine interessante und sonderbare Geschichte. Uns hat sie an die Geschichte der Lemminge erinnert, die sich in die Fluten stürzen, dort umkommen und dadurch eine Überbevölkerung verhindern. Könnte dies auch der Fall bei den Siebenschläfern sein?

Mit freundlichem Gruss
Monika Fischer-Langenbein



7. Oktober 2003

Liebe Frau Fischer-Langenbein,

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Zeilen. Das muss ja ein Schock für Sie gewesen sein!

Im Moment kann ich mir keinen Reim auf diese seltsame Begebenheit machen. An Massenselbstmord glaube ich (als Naturwissenschaftler...) nicht. Die Lemminge stürzen sich ja auch nicht in die Fluten, um sich umzubringen, sondern aus dem Trieb heraus, Neuland jenseits des Wassers zu besiedeln. Ist das Wasser ein Fluss oder See, dann hat das Vorhaben Erfolg; ist es das Meer, dann halt leider nicht.

Solche «Expansionsbewegungen« von Tierbeständen, zumal übervölkerten, sind nichts Aussergewöhnliches. Auch die Wanderphase von Jungfüchsen und anderen jungerwachsenen Tieren, welche das Territorium ihrer Eltern verlassen müssen (und auf der Suche nach einem eigenen Grundstück - beim Überqueren von Schnellstrassen usw. - oftmals umkommen), gehören hierzu.

Was jedoch die Siebenschläfer in Ihre Regentonne getrieben hat, ist mir wie gesagt im Moment völlig unklar. Irgend einen Grund muss es meiner Meinung nach geben. Aber welchen? Ich weiss es nicht.

Mit besten Grüssen
Markus Kappeler





10. Ein Autobilch



26. Juli 2005

Hallo Herr Kappeler

Frage: Ist das ein Jungmarder? Oder etwa ein Siebenschläfer?

Die Aufnahme habe ich vorgestern Nacht um 23.00 Uhr gemacht. Wir haben Carports - und vor ein paar Wochen praktisch bei allen Autos Marderschäden gehabt. Dieses Tier rannte von einem Auto hervor auf diesen Baum. Wo ich es fotografierte und nachher per Hand (mit Handschuhen) einfing. Ich setzte es einige hundert Meter in den Reben wieder frei. Vermutlich war das aber zuwenig und es kommt wieder zurück.

Freundliche Grüsse
Kurt Wulle



Foto © Kurt Wulle



27. Juli 2005

Hallo Herr Wulle,

Sie hätten dem Tier in den Mund schauen müssen - da war garantiert kein Raubtiergebiss drin, sondern ein Nagetiergebiss. Beides vermag übrigens einen Handschuh problemlos zu durchbeissen... Also ein Siebenschläfer, kein Automarder.

Beste Grüsse
Markus Kappeler





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