Slowenien


© 1992 Markus Kappeler
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)



«Ich bin das Oberhaupt von einem Land mit zwei Alphabeten, drei Sprachen, vier Religionen, fünf Nationalitäten, die in sechs Teilrepubliken leben, von sieben Nachbarstaaten umgeben sind und mit acht nationalen Minderheiten auskommen müssen», hatte Marshall Josip Broz, genannt «Tito», gesagt, kurz nachdem er 1945 Ministerpräsident der neugeschaffenen «Föderation Volksrepublik Jugoslawien» geworden war. Wie schwer der grosse Balkanstaat zu regieren war, hatte Tito damit treffend umrissen. Und dennoch gelang es ihm, dem Volkshelden, der im Zweiten Weltkrieg erfolgreich den Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzer geführt hatte, dank seiner persönlichen Macht und seiner Integrität, Jugoslawien bis zu seinem Tod im Jahr 1980 fest zu einen.

Heute, ein Dutzend Jahre später, liegt Titos Lebenswerk in Trümmern. Es war nicht zuletzt der drohende Wirtschaftsbankrott Jugoslawiens zufolge Misswirtschaft seiner Nachfolger gewesen, der die alten Nationalitätenkonflikte im Land mit voller Kraft wiederaufflackern liess und letztlich zum Auseinanderbrechen des «Vielvölkerstaats» führte.

«Schrittmacher» bei dieser Entwicklung waren die jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien gewesen. Hier ein kurzer Überblick über die Ereignisse in Slowenien: Im April 1990 fanden die ersten freien Wahlen statt. Dabei gewannen die vereinigten Oppositionsparteien; sie lösten die bis dahin regierenden Kommunisten ab. Im Juli 1990 beschloss das neue Parlament den Vorrang der slowenischen Verfassung vor der gesamtjugoslawischen und setzte sich in der Folge systematisch für eine Umwandlung des jugoslawischen Bundesstaats in einen lockeren Bund souveräner Republiken ein. Dies geschah mit Unterstützung durch Kroatien, aber gegen den Widerstand der serbisch dominierten Zentralregierung in Belgrad. Im Dezember 1990 sprachen sich in einer Volksabstimmung 88,5 Prozent der slowenischen Wähler für die Unabhängigkeit der «Republik Slowenien» aus, und im Februar 1991 beschloss die Volksvertretung Sloweniens die Trennung von Jugoslawien, da sie der Umwandlung der jugoslawischen Föderation in eine Konföderation unabhängiger Einzelstaaten keine Chance mehr gab. Am 25. Juni 1991 erklärte schliesslich das Parlament Sloweniens - zeitgleich mit Kroatien - die Souveränität seiner Republik.

Die jugoslawische Zentralregierung in Belgrad bezeichnete Sloweniens Unabhängigkeitserklärung umgehend als «null und nichtig» - und erteilte der jugoslawischen Volksarmee den Befehl, für Ordnung in der abtrünnigen Teilrepublik zu sorgen. Diese ging denn auch ab dem 27. Juni 1991 mit Infanterie, Panzern und Kampfflugzeugen gegen Einheiten der slowenischen Miliz vor. Sloweniens Hauptstadt Ljubljana wurde von Panzern umstellt und von Kampfflugzeugen angegriffen. Etwa fünfzig Personen wurden bis zum 3. Juli 1991 bei diesen Auseinandersetzungen getötet, weitere 300 verletzt. Dann willigte die Führung der Volksarmee in einen von der Europäischen Gemeinschaft (EG) vermittelten Waffenstillstand ein.

Inzwischen hatte sich der politische Machtkampf zwischen Belgrad und den nach Unabhängigkeit strebenden Teilrepubliken Slowenien und Kroatien zum offenen Krieg zwischen den beiden grössten (und seit jeher rivalisierenden) jugoslawischen Bevölkerungsgruppen - den Serben mit einem Anteil von 36 Prozent an der jugoslawischen Gesamtbevölkerung und den Kroaten mit 20 Prozent - ausgeweitet. Besonders in den überwiegend von Serben bewohnten Regionen des östlichen Kroatiens war ein erbitterter serbisch-kroatischer Krieg ausgebrochen, bei dem sich ganze Einheiten der kroatischen Nationalgarde, serbischer Freischärler und der (überwiegend serbisch befehligten) Volksarmee gegenseitig bekämpften.

Gewissermassen die «Nutzniesser» dieses serbisch-kroatischen «Bruderkriegs» (der sich später noch auf die Teilrepublik Bosnien-Herzegowina ausweitete) waren die Slowenen, mit einem Anteil von 8 Prozent die drittgrösste Bevölkerungsgruppe Jugoslawiens. Am 19. Juli 1991 ordnete Belgrad nämlich auf Initiative der Militärführung den Rückzug der Volksarmee aus Slowenien an - wohl um nicht an zu vielen Fronten deren Kräfte zu verschleissen. Seither ist die Lage in Slowenien ruhig, und es ist der jungen Republik zu wünschen, dass es dabei bleibt.

 

Liebliche Hügel, romantische Täler

Slowenien ist mit einer Fläche von 20 251 Quadratkilometern halb so gross wie die Schweiz und liegt im äussersten Nordwesten der Balkanhalbinsel. Im Norden grenzt es an Österreich, im Osten an Ungarn, im Süden an Kroatien und im Westen an Italien. Ausserdem stösst es im Westen ans Adriatische Meer, wo es mit der Stadt Koper einen grossen, leistungsfähigen Hafen besitzt.

Die Landschaft Sloweniens gleicht in weiten Bereichen der österreichischen: Hochgebirge, romantische Täler, liebliche Hügel und fruchtbare Ebenen bilden hier den Übergang von den Alpenländern zur Mittelmeerwelt. Ganz im Norden Sloweniens erheben sich die Karawanken und die Julischen Alpen, welche im 2864 Meter hohen Triglav den höchsten Berg der Republik aufweisen. Seine Silhouette findet sich im Wappen Sloweniens. Gegen Süden nehmen die Gebirgshöhen allmählich ab und gehen in hügeliges, für die westliche Balkanhalbinsel typisches Karstgebiet mit vielen Höhlen und Grotten über. Auch gegen Osten werden die Berge immer niedriger und fallen schliesslich bei den Donauzuflüssen Save und Drau in das tiefliegende Pannonische Becken ab.

Sloweniens Hauptstadt Ljubljana liegt am Fuss der Karawanken und der Julischen Alpen in einem breiten Becken, das von der Ljubljanica, einem Nebenfluss der Save, durchflossen wird. Gut 300 000 Einwohner zählt die alte Handels- und Universitätsstadt, deren Bild von der mächtigen Anlage auf dem Burgberg und zahlreichen Barockbauten in der Altstadt geprägt wird. Ljubljana ist in jeder Hinsicht, selbst geografisch, der Mittelpunkt Sloweniens.

In vorgeschichtlicher Zeit war Slowenien, wie der ganze Nordwesten der Balkanhalbinsel, von den indogermanischen Illyrern besiedelt gewesen. Im 3. Jahrhundert v. Chr. bekamen die Römer «Appetit» auf das östlich ihres Stammlands gelegene Gebiet, eroberten es kurzerhand und gründeten die römische Provinz Illyrium. Mit dem allmählichen Zerfall des römischen Reichs drangen dann im 7. Jahrhundert n. Chr. südslawische Stämme aus dem Dnjepr-Gebiet nach Illyrium ein und vertrieben die ansässige Bevölkerung. Einer dieser Stämme, die Slowenen, liessen sich ungefähr in den Grenzen des heutigen Sloweniens sowie des benachbarten Kärntens und der Steiermark nieder und gründeten einen eigenen Staat namens Karantanien (das Wort lebt im heutigen «Kärnten» weiter). Dieser währte jedoch nur ein Jahrhundert, dann kam er zu Bayern, das sein Territorium über die Alpen ausgedehnt hatte, und schliesslich wurde er als «Mark Krain» in das Frankenreich Karls des Grossen eingegliedert. Die Slowenen wurden nun christianisiert; Deutsch war fortan die Sprache der gehobenen Stände.

Daran änderte sich wenig, als Ende des 13. Jahrhunderts das Gebiet an Habsburg fiel und - von einem kurzen napoleonischen Intermezzo (1809-1813) abgesehen - bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, also über sechs Jahrhunderte lang, im Herrschaftsbereich der Habsburger Monarchie blieb. Mit der Auflösung Österreich-Ungarns im Jahr 1918 wurden die slowenisch besiedelten Gebiete dann Teil des neugeschaffenen «Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen», aus dem später (1929) Jugoslawien, zu deutsch «Südslawien», hervorging. Die allgemeine Blickrichtung der Slowenen blieb jedoch weiterhin, trotz der politischen Verbündung mit den übrigen südslawischen Völkern auf dem Balkan, der Westen. Die über tausendjährige Zugehörigkeit zum deutsch-österreichischen Kulturkreis war nicht spurlos an ihnen vorübergegangen.

 

Slawisches «Musterländle»

Interessanterweise blieb die Bevölkerungsstruktur Sloweniens der mehrhundertjährigen Fremdherrschaft zum Trotz überraschend homogen: So lebten 1990 neben rund 90 Prozent Slowenen lediglich 3 Prozent Kroaten, 2 Prozent Serben, 1 Prozent Ungarn, 1 Prozent Italiener und 3 Prozent Angehörige anderer Nationalitäten innerhalb der Grenzen Sloweniens. Das aus dieser Einheitlichkeit in bezug auf Kultur, Sprache und Denkweise entspringende Gemeinschaftsgefühl des slowenischen Volks und seine traditionelle Hinwendung zum Westen trugen zweifellos massgeblich dazu bei, dass Slowenien stets die wirtschaftlich führende Region Jugoslawiens war. Als Jugoslawiens «Musterländle» wurde Slowenien von den anderen jugoslawischen Teilrepubliken stets etwas beneidet. Zu dieser Einschätzung trugen der vergleichsweise höchste Lebensstandard, das bei weitem höchste Pro-Kopf-Einkommen und die niedrigste Arbeitslosenquote bei. Die Neider schienen jedoch zu übersehen, dass Jugoslawiens Allgemeinheit nicht unerheblich von Sloweniens Abgaben profitierte, erwirtschafteten doch die lediglich 8 Prozent Slowenen 17 Prozent des gesamtjugoslawischen Bruttosozialprodukts.

Nach der Loslösung Sloweniens vom jugoslawischen Verband
hatten Skeptiker die Frage aufgeworfen, ob denn die kleine Republik ohne das restliche Jugoslawien überhaupt lebensfähig sei. Angesichts obiger Tatsachen hätte die Frage wohl eher umgekehrt lauten müssen. Zum einen verfügt Slowenien über eine modern entwickelte Industrie, welche sich unter anderem der Verarbeitung der reichen slowenischen Bodenschätze (Kohle, Eisenerz, Blei, Zink, Quecksilber) widmet. Zum anderen besitzt Slowenien eine gut funktionierende Landwirtschaft, in welcher neben Ackerbau und Viehzucht auch Wein- und Obstbau von Bedeutung sind. Besonders in den dicht besiedelten weiten Tälern von Save und Drau werden auf grossen Flächen Mais, Weizen, Zuckerrüben und Kartoffeln angebaut, während die Zentren des Weinbaus im Nordosten, die der Milchwirtschaft im Nordwesten des Landes liegen. Im übrigen ist Slowenien reich an Wasserkraft, die es mittels zahlreicher Staustufen in den Flüssen nutzt.

Für den Wohlstand Sloweniens mitverantwortlich ist aber auch der Fremdenverkehr. Vor der Krise kamen jährlich über 2,5 Millionen Touristen nach Slowenien, wovon rund die Hälfte aus dem westlichen Ausland stammte, und es ist anzunehmen, dass der Tourismus dereinst - wenn auf der Balkanhalbinsel wieder Friede herrscht - rasch wieder aufblühen wird. Sloweniens «Hauptpforte» für motorisierte Reisende aus Deutschland und Österreich ist der Wurzenpass. Er ist mit 1070 Metern Höhe der niedrigste der Karawankenpässe und wird auch im Winter stets offengehalten.

Slowenien wird hauptsächlich von Urlaubern besucht, die sich nicht nach dem Strandrummel an der Adriaküste, sondern nach der Ruhe der Berge und Täler auf der Alpensüdseite sehnen. Obgleich Slowenien stark industrialisiert ist, hat es sich erfreulicherweise in weiten Bereichen bäuerlichen Frieden zu bewahren gewusst - mit hübschen Dörfern, deren Häuser geraniengeschmückt sind, weissen Kirchen, die von den Hügeln grüssen, und freundlichen Menschen, die ihr Brauchtum lebendig erhalten. Angler kommen im bachreichen Westslowenien auf ihre Rechnung, Kulturfreunde in den altehrwürdigen Städten Ljubljana («Laibach») und Maribor («Marburg an der Drau»), Wanderer in den Bergwäldern der Julischen Alpen, Pferdefreunde in Lipica mit seinem weltberühmten Gestüt, Erholungssuchende in den Thermalbädern von Bled, Skifahrer im durch Schlepplifte erschlossenen Pohorje-Berggebiet - und jedermann in der weltberühmten Adelsberger Grotte bei Postojna, von der nachfolgend die Rede sein soll.

 

Stalakmiten und Grottenolme

Der Südwesten Sloweniens ist sogenanntes «Karstgebiet». Der Geologe bezeichnet damit eine Landschaft, die aus leicht wasserlöslichem Kalkgestein aufgebaut ist und wegen der immerwährenden Einwirkung des Regens nicht nur eine bizarre Oberflächenstruktur aufweist, sondern auch reich an Erscheinungen wie Höhlen, Grotten und Dolinen ist, welche durch die Korrosion des Kalksteins entstanden sind. Dringt ein Fluss in ein Karstgebiet ein, so arbeitet er sich oftmals im Laufe langer Zeiträume immer tiefer und bildet letztlich unterirdische Kanäle, in denen er vollständig verschwindet, um erst weit entfernt wieder an die Oberfläche zu treten.

Alle diese Erscheinungen lassen sich im Karstgebiet Sloweniens beispielhaft beobachten. Unter ihnen finden sich einige der grössten Sehenswürdigkeiten des Landes, so die Adelsberger Grotte (Postojnska jama). Sie befindet sich auf halbem Weg zwischen Ljubljana und Koper bei der Ortschaft Postojna und bildet mit einer bislang untersuchten Länge von 24 Kilometern eines der grössten Höhlenlabyrinthe der Welt. «Urheber» der unterirdischen Anlage ist der Fluss Pivka, der vor rund zwei Millionen Jahren seinen Lauf von der Oberfläche in den Untergrund verlegte und hier ein Höhlensystem schuf, das heute riesige Gewölbe, tiefe Klammen und mächtige Katarakte auf zwei Ebenen umfasst: Das obere Stockwerk ist - vom überall von der Decke herabtröpfelnden und prächtige Tropfsteine bildenden Sickerwasser abgesehen - trocken und steht Besuchern offen. Im unteren Stockwerk, das nur Höhlenforschern zugänglich ist, tobt die Pivka weiterhin reissend durch die Schluchten der Unterwelt, um schliesslich viel weiter westlich unter dem neuen Namen Unica wieder zum Vorschein zu kommen.

Die Adelsberger Grotte ist seit dem Jahr 1213 bekannt. Doch erst 1818 erkannte man die ungeheuren Ausmasse dieser Karsthöhle, worauf man sie für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Anfangs liessen sich begüterte Herrschaften noch auf komfortablen Bahren durch die Grotte tragen. Ab 1872 wurde dann eine Höhlenbahn eingerichtet, die noch heute in Betrieb ist.

So kann der Besucher sicher und bequem in diese einzigartige Tropfsteinwelt eintauchen. Gleich hinter dem Grotteneingang besteigt man die elektrische Bahn mit ihren offenen Wagen und fährt gemächlich vier Kilometer weit durch die märchenhafte Unterwelt bis zum «Grossen Berg», wo das Gewölbe über 300 Meter weit und der Boden ein einziger Tropfsteinwald ist. Dort steigt man aus und wandert mit einem Führer auf einem 2,5 Kilometer langen, prächtig beleuchteten Rundweg über Steige, Treppen und Brücken - vorbei am «Giganten», durch den «Gang der Brillanten», in den «Grossen Dom». Überall schimmern Stalagmiten und Stalagtiten in den verschiedensten Farben und überraschendsten Formen - von kleinsten Miniaturen bis hin zu tonnenschweren Kolossen.

In einem Wasserbecken kann man im übrigen Grottenolme bestaunen - jene rosaroten, augenlosen Schwanzlurche, die nur in den Karsthöhlen der westlichen Balkanhalbinsel vorkommen. Die eigenartigen Höhlenbewohner sind sowohl hinsichtlich ihrer Atmung als auch bezüglich ihrer Vermehrung «zwiespältig»: Sie nehmen Sauerstoff sowohl mit Kiemen als auch mit einer einfach gebauten Lunge auf. Und die Weibchen legen gewöhnlich Eier, bringen mitunter aber auch lebendige Junge zur Welt. Früher wurden die Grottenolme für Drachenbabys gehalten, wenn sie hin und wieder bei Hochwasser aus ihrer unterirdischen Heimat herausgeschwemmt wurden.

Zehn Kilometer nordwestlich von Postojna lädt ein Karstphänomen besonderer Art zum Besuch: Dort erhebt sich bei der Ortschaft Predjame eine hohe, schroffe Felswand, in welcher der riesige Schlund einer Karsthöhle gähnt. Vor dem Schlund und halb in ihn hinein wurde im späteren Mittelalter eine wahrhaft unbezwingbare Festung gebaut: die Grottenburg von Predjame (Predjamski grad). Die Legende erzählt, dass die Burg im 15. Jahrhundert Ritter Erasmus Lueger gehörte, der sich als letzter slowenischer Raubritter betätigte. Da er regelmässig die Handelskarawanen in der Gegend um Postojna überfiel, liess Kaiser Friedrich III. die Burg umzingeln. Doch unerklärlicherweise schien es Ritter Erasmus trotz fast einjähriger Belagerung an nichts zu fehlen. Ja, er verhöhnte die Truppen sogar noch, indem er ihnen gelegentlich ein knusprig gebratenes Stück Ochsenfleisch oder frische Kirschen von der Mauer hinunterwarf. Des Rätsels Lösung war ein Geheimgang im hinter der Burg liegenden, über sechs Kilometer langen Höhlensystem, durch den er sich in den umliegenden Dörfern problemlos versorgen konnte. Man kann die originelle Burg heute besichtigen. Ein kleines Museum enthält eine kunterbunte Sammlung historischer Gegenstände aus der Umgegend - von Gefässen aus der Bronzezeit über römische Münzen und Jagdtrophäen aller Art bis hin zu alten Gemälden.

Ein weiteres Naturwunder, welches die slowenische Karstlandschaft nur zwanzig Kilometer südöstlich von Postojna zu bieten hat, ist der Zirknitzer See (Cerk nisko jezero). Ihn gibt es nämlich nur vom Herbst bis zum Frühjahr, wenn unterirdische Wasserläufe das Becken füllen. In den trockenen Sommermonaten versickert der zehn Kilometer lange See jedoch vollständig in den Karstritzen des Untergrunds. Dann wird Heu und Getreide geerntet, wo man im Winter Fische fängt.



Legenden

Ljubljana, hier vom Burgberg aus aufgenommen, ist nicht nur Sloweniens Hauptstadt, sondern auch das pulsierende Herz der jungen Republik auf der Balkanhalbinsel. Rund 300 000 Einwohner zählt das heutige Ljubljana, das am Fuss der Karawanken und der Julischen Alpen in einer breiten Senke liegt und von der Ljubljanica durchflossen wird.

Etwa zwanzig Kilometer nordwestlich von Ljubljana befindet sich Skofja loka, eines der ältesten und altertümlichsten Städtchen Sloweniens. Die Mehrzahl seiner Häuser stammt aus den Jahrzehnten nach 1511, als ein heftiges Erdbeben die ursprüngliche Ortschaft fast vollständig vernichtete. Skofja loka steht heute unter Denkmalschutz.

Sloweniens Anteil an der Adriaküste beläuft sich zwar nur auf einige Dutzend Kilometer südlich von Triest, doch befindet sich hier mit Piran eines der schönsten Küstenstädtchen weit und breit. Seinen Charme bezieht Piran aus seinen vielen altehrwürdigen Bauten im venezianischen Stil und aus dem südländischen Leben im Gewirrs einer verwinkelten Gässchen.

Volksmusik ist für die gesangsfreudigen Slowenen ein fester Bestandteil des täglichen Lebens Ihre fröhlich klingenden Lieder und Melodien ähneln denen der benachbarten österreichischen Bundesländer Kärnten und Steiermark, die bei uns als «Oberkrainer» bekannt sind.

Aus dem kleinen slowenischen Ort Lipica unweit von Triest stammt eine der berühmtesten Pferderassen der Welt: die Lipizzaner. 1580 war das Gestüt von Lipica, auf dessen Weiden die eleganten Schimmel heranwachsen, von den Habsburgern gegründet worden. Heute ist es Anziehungspunkt für Pferdeliebhaber aus aller Welt.

Nur wenige andere Höhlen der Welt können sich hinsichtlich Tropfsteinreichtum und Weitläufigkeit mit der Adelsberger Grotte im südwestlichen Slowenien messen. Vor der politischen Wende auf dem Balkan besuchte fast eine Million Menschen im Jahr das imposante Höhlenlabyrinth, dessen Kalkgebilde ausnehmend «rasch», nämlich rund einen halben Millimeter im Jahr, wachsen.

Bled, unweit der slowenisch-österreichischen Grenze am gleichnamigen See gelegen, ist seiner landschaftlichen Schönheit, seines milden Klimas und seiner Thermalquellen wegen ein vielbesuchter Kurort. Vorwiegend ältere Jahrgänge aus Mitteleuropa bevölkern im Sommerhalbjahr die grosszügigen Parkanlagen am See, besuchend as Wallfahrtskirchlein auf der kleinen Insel und lassen sich in den Kaffeehäusern die anerkanntermassen besten Kremschnitten der Welt schmecken.




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