Rotschulterstärling

Agelaius phoeniceus


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Rotschulterstärling (Agelaius phoeniceus) gehört zur vielgestaltigen, nur in der Neuen Welt beheimateten Singvogelfamilie der Stärlinge. Er ist im östlichen Nordamerika weitverbreitet. Die etwa starengrossen, 20 bis 22 cm langen Männchen zeichnen sich durch eine schwarze Körperfärbung und hellrote Flügeldecken aus, während die etwas kleineren Weibchen einfarbig schwarzbraun gefärbt sind.

Rotschulterstärlinge sind ausgesprochen gesellige Vögel. Ausserhalb der Brutzeit ziehen sie in riesigen Schwärmen umher. Dabei fallen sie - zum Ärger der Landwirte - in Mais- und Getreidefelder sowie in Obstpflanzungen ein und richten dabei grosse Schäden an. Seit den fünfziger Jahren haben sich die Rotschulterstaerlinge stark vermehrt; ihr Gesamtbestand wird auf derzeit etwa 200 Millionen Tiere geschätzt.

Rotschulterstärlinge sind Zugvögel, die den Winter in Mittel- und Südamerika verbringen. Im zeitigen Frühjahr treffen zuerst die Männchen schwarmweise in ihren Brutgebieten in Nordamerika ein. Nach 3 bis 4 Tagen spalten sich die Schwärme auf, und jedes Männchen besetzt für sich ein Brutrevier von etwa 30 mal 30 m Grundfläche. Die Weibchen erscheinen rund zehn Tage nach den Männchen in den Brutgebieten. Bis dahin lassen die Männchen bereits eifrig ihren charakteristischen Ruf «kankeriiii» erschallen, mit dem sie Rivalen fernhalten und gleichzeitig Weibchen anlocken wollen.

Hat sich ein Weibchen für ein Männchen entschieden, so beginnt es alsbald mit dem Bau eines kunstvoll gewobenen, an Schilfhalmen oder Zweigen hängenden Beutelnests. Dahinein legt es 4 bis 5 bläuliche Eier, welche durchschnittlich 25 mm lang und 17 mm dick sind. Die nach einer Brutzeit von 12 Tagen ausschlüpfenden Jungen werden anfänglich mit Insekten, dann in zunehmendem Mass mit Sämereien gefüttert. Das Männchen hilft weder beim Nestbau noch beim Brüten, beteiligt sich jedoch an der Aufzucht der Jungen. Jedes Paar zieht je Brutsaison zwei-, manchmal sogar dreimal Junge auf.




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