Tiger-Schwalbenschwanz

Pterourus glaucus


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Tiger-Schwalbenschwanz (Pterourus glaucus) gehört mit einer Spannweite von 13 bis 15 cm zu den grössten Tagschmetterlingen Nordamerikas. Wie bei allen Schwalbenschwanz-Arten, von denen es weltweit über 600 gibt, weisen die Hinterflügel des Tiger-Schwalbenschwanzes auffällige Verlängerungen auf, welche für die Namensgebung dieser leuchtend gefärbten Insekten verantwortlich sind.

Wie die meisten Tagschmetterlinge ernährt sich der Tiger-Schwalbenschwanz von Nektar (Blütensaft), den er mit seinem langen, biegsamen Rüssel vom Grund der Blütenkelche aufnimmt. Da er bei der Nahrungssuche unwillentlich Blütenpollen von einer Blüte zur anderen trägt, spielt er hinsichtlich der Bestäubung seiner Wirtspflanzen eine wichtige Rolle.

Seine Blüten findet der Tiger-Schwalbenschwanz teils mit seinem Geruchssinn, der sich in Form kleiner Riechhaare auf seinen Fühlern befindet, teils mit seinen Facettenaugen, die ihm zwar nur ein grobes, rasterartiges Bild der Umwelt vermitteln, jedoch farbempfindlich sind. Auf der Blüte angelangt, überprüft der Falter die Geniessbarkeit des Nektars mit seinem Geschmackssinn, der sich - in Form von Geschmacksknospen - an den Endgliedern seiner Beine befindet.

Nach der Begattung klebt das Weibchen seine 80 bis 100 Eier einzeln oder paarweise unter die Blätter der Raupenfutterpflanzen. Nach 4 bis 7 Tagen durchnagen die Jungraupen die Eihülle und beginnen schon bald, sich von ihrer Wirtspflanze zu ernähren, wobei sie eine verblüffende Fresslust an den Tag legen. Sie wachsen schnell heran und müssen sich mehrmals häuten. Dabei ändern sie jeweils auch ihre Färbung.

Nach einem Monat unermüdlichen Fressens sind sie 4 bis 5 cm lang. Nun verpuppen sie sich, indem sie sich in aufrechter Haltung an einen Pflanzenstengel heften und sich ein letztes Mal häuten. In diesem Stadium überwintern die Tiere. Im darauffolgenden Frühjahr platzen dann die Puppenhüllen an vorgebildeten Nahtstellen auf und heraus zwängen sich die prächtigen, fortpflanzungsfähigen Falter.




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