Tristan da Cunha


© 1991 Markus Kappeler
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)



«In der Mitte von Nirgendwo»

Der Boden des Atlantischen Ozeans ist keineswegs flach, wie man gerne annimmt, sondern weist ein lebhaftes Relief auf. Unter Wasser verbirgt sich eine vielfältige Landschaft mit tiefen Schluchten, weiten sandigen Ebenen, steilen Vulkanen und hohen Gebirgszügen. Besonders markant ist der in nordsüdlicher Richtung verlaufende «Mittelatlantische Rücken», ein 1000 bis 2000 Kilometer breiter untermeerischer Gebirgszug, der hinsichtlich seiner Höhenunterschiede den Alpen nicht nachsteht.

Der Mittelatlantische Rücken markiert die Grenze zwischen der amerikanischen Kontinentalplatte im Westen und der eurasischen sowie afrikanischen im Osten. Da sich die Platten auch heute noch voneinander wegbewegen, und zwar um jährlich 1,5 bis 2 Zentimeter, reisst an dieser «Nahtstelle» die Erdkruste immer wieder auf, basaltische Lava dringt aus dem Erdinnern hoch und formt das besagte Gebirge. Im Laufe der Jahrmillionen hat sich der Mittelatlantische Rücken mancherorts bis zum Meeresspiegel erhoben, ja seine höchsten Spitzen ragen sogar darüber hinaus. Wir kennen diese «Berggipfel» im Nordatlantik als Island und die Azoren, im Südatlantik als Ascension, Sankt Helena und Tristan da Cunha.

Tristan da Cunha ist die Hauptinsel des gleichnamigen, aus vier Inseln und einigen Felseilanden bestehenden Archipels. Es liegt etwa auf dem 37. Grad südlicher Breite, rund 2600 Kilometer vom brasilianischen Kap Frio und 2400 Kilometer vom südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung entfernt, also gewissermassen in der «Mitte von Nirgendwo». Mit einer Fläche von 104 Quadratkilometern ist es die grösste der vier Inseln und beherbergt als einzige eine kleine Ortschaft. Bei den anderen drei Inseln handelt es sich um Gough (97 km2), wo sich lediglich eine bemannte Wetterstation befindet, sowie Inaccessible (10 km2) und Nightingale (2 km2), welche beide unbesiedelt sind.

Von oben betrachtet ist Tristan da Cunha praktisch kreisrund. Ein grösseres Stück mehr oder weniger flachen Landes erblickt man nur in der nordwestlichen Ecke der Insel, und dort befindet sich denn auch die besagte Siedlung mit Namen «Settlement of Edinburgh» oder kurz «Edinburgh».

Tristan da Cunha gipfelt im 2060 Meter hohen Queen Mary's Peak und im 1970 Meter hohen Mount Olav, den beiden höchsten Erhebungen des Kraterrands. Neben dem Hauptkrater, der einen kleinen See birgt, bestehen an den Hängen des Bergs mehrere kleinere Nebenschlote, welche früher allesamt als erloschen galten. Dass diese Einschätzung nicht richtig war, bewies 1961 einer dieser Nebenschlote in der Nähe von Edinburgh, der durch seinen überraschenden Ausbruch die gesamte Inselbevölkerung in die Flucht trieb und das abgelegene Eiland zum ersten - und bis heute auch letzten - Mal in die Schlagzeilen der Weltpresse brachte. Doch davon später.

Der Gipfel des Vulkans ist kahl und trägt im südlichen Winter, zwischen Juni und Oktober, häufig eine weisse Kappe aus Schnee. Unterhalb der 1500 Meter Höhenlinie trägt der Berg besonders auf seiner östlichen Hälfte eine ziemlich dichte, teils waldartige Pflanzendecke. Wasser ist auf Tristan da Cunha stets reichlich vorhanden, denn es herrscht ein gemässigtes, ozeanisch ausgeglichenes Klima mit über das ganze Jahr verteilten Niederschlägen.

 

Ein Korporal und zwei Steinmetze

Der portugiesische Admiral Tristao da Cunha war der erste, der - im Jahr 1506 - die kegelförmig aus den Fluten ragende Insel im Südatlantik entdeckte. Er war der Kommandant einer Handelsflotte, welche von Lissabon nach Indien unterwegs war und eine etwas ungewöhnliche Route eingeschlagen hatte. 1509 erschien das abgelegene Eiland dann erstmals auf einer portugiesischen Karte unter der Bezeichnung «Ilhas que achou tristao da cunha» («Inseln, die Tristao da Cunha fand»). Eine erste Landung erfolgte allerdings erst über hundert Jahre später, nämlich 1643, als eine niederländische Schiffsbesatzung im Auftrag der «Vereinigten Ostindischen Kompanie» prüfte, ob sich hier eine permanent besetzte Versorgungsstation einrichten liesse. Sie befand Tristan da Cunha aber als hierfür ungeeignet und vermutlich auch als zu abgelegen. Weiterhin blieb Tristan da Cunha unbesiedelt.

Das änderte sich erst 1810. In jenem Jahr liess sich Kapitän Jonathan Lambert aus Massachusetts (USA) mit zwei weiteren Männern auf Tristan da Cunha nieder. Er hatte die Absicht, hier eine unabhängige Republik zu gründen, und veröffentlichte aus diesem Grund in der «Boston Gazette» eine Proklamation, in der er festhielt, dass er die Insel in seinen Besitz genommen und sie in «Islands of Refreshment» («Inseln der Erfrischung») umgetauft habe. Die Walfangindustrie war damals ein stark expandierender Wirtschaftszweig, und Lambert hoffte, Tristan da Cunha zu einem wichtigen (und lukrativen) Umschlagplatz und Versorgungsposten der im Südatlantik operierenden Walfänger entwickeln zu können.

Einen Strich durch die Rechnung machten ihm aber nicht nur seine beiden Kameraden, die ihn schon bald verliessen und in die Heimat zurückkehrten, sondern vor allem die Briten, welche 1816 vor Tristan da Cunha aufkreuzten und die formelle Annexion der Insel bekanntgaben. Sie wollten mit diesem Schritt verhindern, dass die Franzosen die Insel als Stützpunkt benützen könnten, um die Befreiung ihres Kaisers Napoleon Bonaparte in die Wege zu leiten. Der befand sich zu jener Zeit (von 1815 bis 1821) auf der «Nachbarinsel» Sankt Helena in der Gefangenschaft der Briten. Eine kleine Garnison wurde beim Hottentot Point abgesetzt und war in den folgenden Monaten damit beschäftigt, einen befestigten Aussenposten aufzubauen. Schon ein Jahr später änderte London jedoch seine strategischen Überlegungen und befahl den Abzug der Soldaten.

Beinahe wäre Tristan da Cunha jetzt wieder unbewohnt gewesen, denn Lambert hatte sich inzwischen in der Gesellschaft der Briten buchstäblich zu Tode getrunken. Nun entschloss sich jedoch William Glass, ein schottischer Korporal der Artillerie, zusammen mit zwei südafrikanischen Zivilisten, die als Steinmetze bei der Errichtung der Befestigungsanlage mitgearbeitet hatten, auf Tristan da Cunha zurückzubleiben. Und damit begann im November 1817 die eigentliche Siedlungsgeschichte von Tristan da Cunha.

Glass hatte seine aus Südafrika stammende, farbige Ehefrau bei sich sowie die ersten beiden von später insgesamt sechzehn Kindern. Die beiden Steinmetze waren unverheiratet und blieben nur kurze Zeit auf dem abgeschiedenen Eiland. Sie gehörten zu jenen Vielen, die auf Tristan da Cunha ihr Glück suchten, aber nicht fanden: Matrosen, welche sich von ihren Schiffen absetzten, Wal- und Robbenfänger, die genug hatten von ihrem blutigen Handwerk, Schiffbrüchige, die sich hierher retteten. Sie alle kamen und gingen, während Glass und seine stetig anwachsende Familie blieben.

1827 siedelten fünf Frauen von Sankt Helena nach Tristan da Cunha über und heirateten fünf der damals anwesenden Junggesellen. Und daraufhin wuchs die kleine Siedlergemeinschaft rasch an: 1855 lebten bereits 95 Einwohner, im Alter zwischen ein paar wenigen Monaten und über 70 Jahren, auf der vulkanischen Insel.

Auf dem Plateau beim Hottentot Point bauten die «Tristaner» ihre einfachen, eingeschossigen Steinhäuser und bedeckten sie mit Neuseeland-Flachs, einer importierten Pflanze. Im Umfeld der Siedlung legten sie ihre mit Steinen umfriedeten Gemüsegärten an. Und überall auf der Insel weideten sie ihre Schafe und Rinder, die ihnen Fleisch, Milch, Wolle und Leder lieferten.

Selbstverständlich trug auch das Meer seinen Teil zum Unterhalt der kleinen Gemeinde bei: Etwa einen halben Kilometer vor der Küste von Tristan da Cunha befinden sich ausgedehnte Seetangfelder, welche als eine Art natürliche Wellenbrecher wirken. Hinter diesen Seetangfeldern gingen die Männer auf Fischfang und benützten hierfür spezielle Langboote, die sie hauptsächlich aus angeschwemmtem Holz bauten. Die Boote waren etwa acht Meter lang und konnten gerudert wie gesegelt werden. Zwei- bis dreimal im Jahr, bei günstigem Seegang, unternahmen die Männer mit diesen Booten auch die gut dreissig Kilometer weite Reise zur Nachbarinsel Nightingale, um dort Guano als Düngemittel, Meeresvogeleier für die Ernährung und fette Sturmvogelnestlinge zur Gewinnung von Lampenöl zu sammeln.

Etwa drei Kilometer südlich der Wohnhäuser legten die Siedler im übrigen auf einem ebenen Stück Land Kartoffelkulturen an und benützten die nährstoffreichen Knollen einerseits als Grundnahrungsmittel für sich selbst, andererseits und vor allem aber als «Exportartikel», um von vorbeifahrenden Schiffen Waren einzutauschen. Die Kulturen hatten insgesamt eine Ausdehnung von mehreren Hektaren und waren durch Bruchsteinmauern vielfach unterteilt, um die Pflanzen vor den mitunter heftig wehenden Winden zu schützen.

So gelang es der kleinen Ansiedlung auf Tristan da Cunha, ein zwar bescheidenes, aber erfülltes Leben weitab von der restlichen Welt zu führen. Die Männer gingen auf Fischfang, bauten Häuser, besorgten das Vieh und bestellten die Kartoffelfelder, während die Frauen die Kinder aufzogen, den Haushalt besorgten und die Schafwolle zu Pullovern und Socken verarbeiteten. Was Boden, Vieh und Meer nicht zu liefern vermochten, wie Stoff, Mehl, Tee und Zucker, das beschafften sie sich von vorbeiziehenden Schiffen im Tauschhandel.

 

Eruption erzwingt Evakuation

Der Zweite Weltkrieg liess selbst die «entlegenste bewohnte Insel der Welt», wie Tristan da Cunha schon bezeichnet wurde, mit seinen damals knapp 200 Einwohnern nicht unberührt. 1942 errichteten die Briten bei Edinburgh eine kleine, aber strategisch wichtige Wetter- und Funkstation, die bis zum Kriegsende von Angehörigen der britischen Marine betrieben wurde. Und da geschah etwas Entscheidendes: Der Feldgeistliche, Pfarrer C. P. Lawrence, erkannte die Möglichkeit, auf Tristan da Cunha eine Langustenindustrie aufzubauen. Seiner Idee und auch seinem Enthusiasmus ist es zu verdanken, dass schliesslich im Jahr 1948 eine südafrikanische Gesellschaft, die «South Atlantic Islands Development Corporation» (SAIDC) die Lizenz erhielt, auf Tristan da Cunha tätig zu werden. Sie errichtete alsbald eine Fabrik zur Verarbeitung von Langusten zu Büchsenkonserven (später Tiefkühlprodukten), und die einheimischen Männer hatten fortan alle Hände voll damit zu tun, den Bedarf der Fabrik zu befriedigen. Erstmals zirkulierte Geld auf Tristan da Cunha, und ein Laden wurde eröffnet, der all die Dinge feilbot, die bisher unerschwinglich gewesen waren. Nun schien der britischen Regierung auch die Zeit gekommen, einen Administrator auf der Insel in sein Amt einzusetzen.

Trotz dieses unverhofften Wohlstands ging das Leben auf Tristan da Cunha im Grunde genommen ähnlich weiter wie in den mehr als 100 Jahren zuvor. Bis dann im Oktober 1961 erneut Einschneidendes geschah: Völlig unerwartet begann der bis anhin ruhig vor sich hin dösende Inselvulkan zu rumoren, brach aus und zwang die Siedler dazu, ihre Insel Hals über Kopf zu verlassen.

Alle 264 Inselbewohner erreichten damals unversehrt England - und kehrten so rasch wie möglich wieder auf ihre abgeschiedene Heimatinsel zurück. Nach dem Schock, den die Eruption verursacht hatte, erfuhren sie nämlich einen zweiten, wohl noch heftigeren Schock angesichts des modernen, hektischen und lauten Lebens in England. Es war Winter bei ihrer Ankunft, und obschon sie gute Unterkünfte auf der früheren Luftwaffenbasis Calshot erhielten, waren die meisten von ihnen zutiefst unglücklich, mehrere erkrankten auch. Von einigen Jugendlichen abgesehen sehnten sie sich danach, möglichst bald wieder in die Abgeschiedenheit ihrer südatlantischen Heimat zurückzukehren. Tatsächlich gingen schon 1962 zwölf Männer als Vorhut zurück, um mit dem Wiederaufbau der Siedlung zu beginnen. Und 1963 folgte, von wenigen Ausnahmen abgesehen, der Rest.

Der Schaden auf der Insel hatte sich glücklicherweise in Grenzen gehalten. Die Fabrik war jedoch unter einem Lavastrom begraben worden, und die Landungsstege waren zerstört. Der Bau eines Hafens schien zu diesem Zeitpunkt vordringlich, und wundersamerweise hatte eine Lavazunge einen natürlichen Wellenbrecher geformt, der als Fundament für eine Hafenmole wie geschaffen war. So kam es, dass schon 1967 der erste Hafen, den die Insel je besass, fertiggestellt war.

1966 hatte die SAIDC auch bereits eine neue fisch- und langustenverarbeitende Fabrik errichtet. Und mit personeller und finanzieller Unterstützung der britischen Entwicklungshilfe wurden eine neue Schule, ein Bürogebäude für die Inseladministration, ein kleines Spital und eine Strasse gebaut. Ausserdem erhielten nun alle Häuser fliessendes Wasser, Innentoiletten und Elektrizität. Mit all diesen Annehmlichkeiten hat sich die Lebensqualität der Bewohner von Tristan da Cunha natürlich wesentlich verbessert. Zudem steht die Gemeinschaft ökonomisch heute sehr gut da: Grössere Einnahmen stammen aus den Lizenzgebüren, welche die SAIDC für den Profit aus dem Langustengeschäft bezahlt, sowie aus dem Verkauf von Briefmarken, an denen sich Philatelisten auf der ganzen Welt erfreuen. Auch gibt es heute eine Vielzahl gesellschaftlicher Aktivitäten, darunter Jugendorganisationen, Sportclubs, eine öffentliche Bibliothek und Filmvorführungen. William Glass wäre sicherlich begeistert, wenn er seine Insel heute sehen könnte. Noch immer ist das Leben auf Tristan da Cunha ruhig und friedlich; aber es ist ein Wohlstand eingetreten, von dem er seinerzeit wohl kaum zu träumen wagte.

 

 

Kasten: 15 Ursiedler

Die ganze einheimische Bevölkerung von Tristan da Cunha trägt lediglich acht verschiedene Familiennamen - Cotton, Glass, Green, Hagan, Lavarello, Repetto, Rogers und Swain. Und in der Tat stammen sämtliche «Tristaner» von lediglich 15 «Ursiedlern» ab, welche zwischen 1816 und 1908 die abgeschiedene Insel im Südatlantik zu ihrer Heimat gemacht hatten. Hier ihre Lebensdaten:

1. William Glass, 1787 in Kelso (Schottland) geboren. Kam 1816 als Korporal der Königlichen Britischen Artillerie nach Tristan da Cunha. Hatte 1814 im (damals britischen) Südafrika Maria Leenders geheiratet. 16 Kinder. Starb 1853, 66jährig.

2. Maria Leenders. 1802 in Südafrika geboren. Mulattin. Kam 1816 als Ehefrau von William Glass nach Tristan da Cunha. Starb 1858, 56 jährig.

3. Alexander Cotton. Um 1790 in Hull (England) geboren. War ursprünglich Matrose bei der Britischen Marine gewesen; kam 1821 als Siedler nach Tristan da Cunha. Heiratete 1827 auf Tristan da Cunha Maria Williams. 12 Kinder. Starb 1865, ungefähr 75jährig.

4. Maria Williams. Um 1805 auf Sankt Helena geboren. Mulattin. Kam 1827 nach Tristan da Cunha und heiratete im selben Jahr Alexander Cotton. Starb 1892, ungefähr 90jährig.

5. Thomas Swain. 1774 in Hastings (England) geboren. Hatte als Matrose bei der Britischen Marine gedient; kam 1826 als Siedler nach Tristan da Cunha. Heiratete 1827 Sarah Williams. 10 Kinder. Starb 1862, 88jährig.

6. Sarah Williams, Schwester von Maria Williams. Um 1795 auf Sankt Helena geboren. Mulattin. Kam 1827 nach Tristan da Cunha mit ihrer Tochter Mary aus früherer Verbindung. Heiratete 1827 Thomas Swain. Starb 1875, ungefähr 80jährig.

7. Peter Green. 1808 als Piet Groen in Katwijk (Niederlande) geboren. War Matrose auf Handelsschiff; erlitt 1836 Schiffbruch vor Tristan da Cunha und blieb. Heiratete 1836 Mary Williams. 8 Kinder. Starb 1902, 94 jährig.

8. Mary Williams. Tochter von Sarah Williams. 1815 auf Sankt Helena geboren. Kam 1827 mit ihrer Mutter nach Tristan da Cunha. Heiratete 1836 Peter Green. Starb 1900, 85jährig.

9. Jack Rogers. Um 1815 in den USA geboren. Setzte sich 1836 von einem amerikanischen Walfängerschiff ab. Heiratete Jane Glass, Tochter von William Glass. 1 Kind. Verliess Tristan da Cunha 1838 mit unbekanntem Ziel, blieb verschollen.

10. Andrew Hagan. 1816 in New London (USA) geboren. War Kapitän eines amerikanischen Walfangschiffs; kam 1849 nach Tristan da Cunha und heiratete im selben Jahr Selina Glass, Tochter von William Glass. 10 Kinder. Starb 1898, 82jährig.

11. Susannah Philips. 1844 auf Sankt Helena geboren. Heiratete 1862 auf Sankt Helena Samuel Swain, Sohn von Thomas Swain, und zog im gleichen Jahr mit ihm nach Tristan da Cunha. 11 Kinder. Starb 1932, 87jährig.

12. Gaetano Lavarella. 1867 in Genua (Italien) geboren. War Matrose; erlitt 1892 vor Tristan da Cunha Schiffbruch und blieb. Heiratete 1893 Jane Glass, Enkelin von William Glass. 6 Kinder. Starb 1952, 84jährig.

13. Andrea Repetto. Freund von Gaetano Lavarello. 1867 in Genua (Italien) geboren. War Matrose; erlitt 1892 vor Tristan da Cunha Schiffbruch und blieb. Heiratete 1893 Frances Green, Enkelin von Peter Green. 7 Kinder. Starb 1911, 44jährig.

14. Elizabeth Smith. 1883 in Irland geboren. Kam als Kind nach Südafrika. Heiratete 1898 Robert Glass, Enkel von William Glass, der vorübergehend in Südafrika arbeitete. Kam mit ihm zusammen 1908 nach Tristan da Cunha. 8 Kinder. Starb 1916, 33jährig.

15. Agnes Smith. Schwester von Elizabeth Smith. 1888 in Südafrika geboren. Heiratete 1905 in Südafrika Joseph Glass, Bruder von Robert Glass. Kam mit ihm zusammen 1908 nach Tristan da Cunha. 1915 verwitwet. Heiratete 1919 erneut: William Rogers, Enkel von Jack Rogers. 9 Kinder aus zwei Ehen. Starb 1970, 81jährig.

 

 

 

Bildlegenden

Bei 37°5' südlicher Breite und 12°17' westlicher Länge ragt die kegelförmige Spitze eines mächtigen untermeerischen Vulkans aus den Fluten des Südatlantiks und bildet die bis 2060 Meter hohe Insel Tristan da Cunha, deren höhergelegene Partien im südlichen Winter, zwischen Juni und Oktober, oft schneebedeckt sind. Das Bild wurde bei Anchorstock Point aufgenommen.

Settlement of Edinburgh ist die einzige Siedlung auf Tristan da Cunha, der «entlegensten bewohnten Insel der Welt». Ihren Namen erhielt die kleine Ortschaft von Königin Viktorias zweitem Sohn, Prinz Alfred, seines Zeichens First Duke of Edinburgh. Er hatte der Insel 1867 als Kommandant der H.M.S. «Galatea» einen offiziellen Besuch abgestattet.

Die Häuser der frühen Tristan da Cunha-Siedler waren zwar einfache, aber sehr robuste Bauten gewesen, die jedem Sturm standhielten. Ihre massiven Mauern aus vulkanischen Basaltblöcken sind teils noch immer in Gebrauch. Allerdings schützt heute Wellblech statt Neuseeland-Flachs gegen den Regen. Und im Inneren sorgen elektrische Glühbirnen statt flackernder Öllampen für das nötige Licht im Dunkel.

Das schroffe Terrain auf Tristan da Cunha macht nicht nur den Bau eines Flugplatzes unmöglich. Auch landwirtschaftliche Nutzflächen sind rar: Im wesentlichen sind sie beschränkt auf eine Anzahl kleinflächige, von windabweisenden Bruchsteinmauern umrahmte Felder bei Potato Patches, einem kleinen Plateau im Westen der Insel.

Ab 1851 kamen im Auftrag der englischen «Society for the Propagation of the Gospel» verschiedentlich Geistliche für längere Zeit nach Tristan da Cunha, um sich der christlichen Erziehung der Siedler anzunehmen. Sie waren 1923 auch für die Errichtung der kleinen Saint Mary-Kirche besorgt.

Jeweils im südlichen Sommer besuchen Felsenpinguine die Tristan da Cunha-Inselgruppe, um hier ihre Eier auszubrüten und Jungen aufzuziehen. Wenn der Winter beginnt, tauchen die gelbschopfigen Vögel dann wieder ins Meer zurück, und bis heute weiss niemand, wo sie bis zum nächsten Frühling bleiben.




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