Florida-Waldkaninchen

Sylvilagus floridanus


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Das Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus) gehört innerhalb der Ordnung der Hasentiere zur Gattung der Baumwollschwanz-Kaninchen, von denen allein in den USA acht verschiedene Arten vorkommen. Sein ausgesprochen grosses Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Atlantischen Ozean bis zu den Rocky Mountains und von Südkanada bis nach Kolumbien und Venezuela. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge bis 40 cm und ein Gewicht bis 2 kg.

Das Florida-Waldkaninchen ist ein ausgesprochener Kulturfolger und bevölkert selbst die Grünanlagen von Grossstädten. Es bevorzugt deckungsreiches Gelände und ist sehr standorttreu. Im Sommer ernährt es sich von allerlei Kräutern und Gräsern, im Winter von Rinde, Knospen und Zweigen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kaninchenarten gräbt sich das Florida-Waldkaninchen keine Erdhöhlen, sondern bevorzugt als Tagesaufenthalt sogenannte «Sassen» - wind- und sichtgeschützte Mulden an der Erdoberfläche. Bei schlechtem Wetter sucht es aber häufig Waldmurmeltier-Baue auf, und auch bei der Verfolgung durch Fressfeinde rettet es sich gern in einen Murmeltierbau.

Das Florida-Waldkaninchen hat viele Feinde: Neben Schlangen, Greifvögeln, Raubkatzen und Wildhunden aller Art macht ihm auch der Mensch das Leben schwer. 85 Prozent der friedlichen Hasentiere überleben ihr erstes Lebensjahr nicht! Das Florida-Waldkaninchen schützt sich gegen dieses Heer von Feinden durch eine besonders hohe Fortpflanzungsrate. Alljährlich zwischen Februar und September bringt jedes Weibchen vier- bis fünfmal 3 bis 6 Junge in einer mit trockenem Heu und ausgezupfter Bauchwolle weich gepolsterten Mulde zur Welt.

Die Neugeborenen messen rund 10 cm, wiegen etwa 30 g und sind anfänglich nackt, blind und völlig hilf los. Ihre Jugendentwicklung verläuft aber rasant: Schon nach einer Woche vermögen sie im Nest herumzukrabbeln und bereits nach 3 bis 4 Wochen sind sie völlig entwöhnt und zerstreuen sich. Manche im Frühjahr geborene Weibchen pflanzen sich schon im Sommer erstmals fort.




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