Waldkauz

Strix aluco


© 1989 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Eulen»)



Länge: 38 - 42 cm
Gewicht: 450 - 600 g
Flügelspannweite: 90 - 100 cm

Den rindenfarbigen Waldkauz kann man in Europa, Nordafrika, Vorder- und Ostasien antreffen. In Mitteleuropa ist er weitaus der häufigste Eulenvogel und fehlt praktisch in keinem grösseren Wald. Auch ist er nicht besonders menschenscheu und brütet gern in Parkanlagen inmitten von Ortschaften.

Hier kann man in klaren Nächten im Frühjahr das zittrig klingende «Huu-hu-huuuuu» des Waldkauzmännchens hören, dem das Weibchen mit seinem gellenden «Kjuwitt» antwortet. Abergläubische Menschen fürchteten sich früher sehr vor diesen Rufen. Sie meinten nämlich, im «Kjuwitt» ein «Komm mit!» zu hören, und waren fest davon überzeugt, dass der «Totenvogel» sie auf den Friedhof locken wolle. Das ist natürlich Unsinn! Die Rufe des Waldkauzpaares haben weit mehr mit dem Leben zu tun als mit dem Tod: Sie sind nämlich immer dann zu hören, wenn Waldkauzmann und Waldkauzfrau eine Familie gründen wollen.

Die Waldkauzkinder kommen meistens in einem hohlen Baumstamm zur Welt. Wie manche anderen Eulenjungen verlassen sie ihre Kinderstube, schon bevor sie richtig fliegen können und landen darum häufig auf dem Erdboden oder im Gezweig des Unterholzes. Begegnet man einem solchen Eulenkind, so darf man es auf keinen Fall mit nach Hause nehmen, auch wenn es in seinem wolligen, quergestreiften Kleid noch so putzig und hilfsbedürftig aussieht. Die Eltern sind nämlich nie weit weg und betreuen ihre Jungen auch weiterhin fürsorglich.

Zur selben Gattung gehören der Fahlkauz, der Pagodenkauz, der Mangokauz, der Malaienkauz, der Fleckenkauz, der Streifenkauz, der Brasilkauz, der Rostfusskauz, der Habichtskauz und der Bartkauz.




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