Nordamerikanischer Waschbär

Procyon lotor


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Nordamerikanische Waschbär (Procyon lotor) gehört zur Familie der Kleinbären. Erwachsene Tiere erreichen eine Schulterhöhe von 23 bis 25 cm und ein Gewicht von 8 bis 11 kg. Wie alle Kleinbären ist der Waschbär ein Allesfresser. Gern erbeutet er im Uferbereich von Bächen, Teichen und Seen Flusskrebse, Frösche, Salamander und kleine Fische. Daneben nimmt er aber auch allerlei Früchte sowie Eier, Vögel, Kleinsäuger, Regenwürmer und selbst Aas zu sich.

Der Waschbär macht sich auch gern über die Abfälle des Menschen her. Er scheut die Nähe des Menschen keineswegs; ja er ist sogar in manchen Siedlungsräumen heute häufiger als zu Zeiten da die Gegend noch bewaldet war. Aufgrund der heimlichen und nächtlichen Lebensweise des Waschbären sind sich aber viele Leute der Nähe dieses anpassungsfähigen Wildtiers nicht bewusst und geben Nachbar's Hund oder Katze die Schuld am nächtlichen Umwerfen und Durchstöbern der Abfallbehälter.

Das aus Zoos bekannte Eintauchen von Gegenständen ins Wasser, dem der Waschbär seinen deutschen Namen verdankt, dient keineswegs der Reinigung der Nahrung, wie dies immer wieder behauptet worden ist. Im Freileben «wäscht» der Waschbär überhaupt nicht: Er tastet lediglich im seichten Wasser mit seinen empfindlichen Vorderpfoten nach Beutetieren. In Gefangenschaft aber, wo ihm keine Möglichkeit zur Jagd auf Wasserlebewesen geboten wird, entlädt sich diese angestaute Instinkthandlung im «Waschen» von allerlei Gegenständen.

Wohnung und Kinderstube des Waschbaeren ist ein hohler Baum, eine Felsnische oder ein Erdloch. Hier bringt das Weibchen im April oder Mai, nach einer Tragzeit von 63 Tagen, 3 bis 5 Junge zur Welt. Diese messen bei der Geburt 16 cm, wovon ein Drittel auf den Schwanz entfällt, und wiegen um 70 g. Im Alter von zehn Wochen gehen die Jungen bereits mit der Mutter auf Futtersuche, üben sich im Krebsfangen und lernen, welche Früchte geniessbar sind. Und noch vor dem Winter löst sich dann die Familie auf.




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