Weisskopf-Seeadler

Haliaeetus leucocephalus


© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)



Der Weisskopf-Seeadler (Haliaeetus leucocephalus), das Wappentier der USA, ist über den ganzen nordamerikanischen Kontinent verbreitet - vom Pazifik ostwärts bis zum Atlantik und von Alaska südwärts bis Florida. Das war nicht immer so: Vor rund 30 Jahren waren ganze Teilpopulationen des Weisskopf-Seeadlers plötzlich zusammengebrochen. Untersuchungen zeigten, dass DDT und andere hochgiftige Schädlingsbekämpfungsmittel hierfür verantwortlich waren. Dank des Verbots der Anwendung dieser Chemikalien sowie weiterer gezielter Schutzmassnahmen gibt es heute auf dem Gebiet der 48 traditionellen Bundesstaaten wieder rund 10 000 der majestätischen Vögel.

Männchen und Weibchen des Weisskopf-Seeadlers sehen äusserlich gleich aus, die Weibchen sind aber grösser und schwerer als die Männchen: Ihre Länge beträgt bis 109 cm, ihre Flügelspannweite 180 bis 230 cm und ihr Gewicht 4,5 bis 6,4 kg. Männliche Tiere wiegen lediglich 3,6 bis 4,1 kg.

Trotz seiner Grösse ist der Weisskopf-Seeadler ein geschickter Jäger, der praktisch jedes andere Tier fangen kann - gleich, ob es sich auf dem Boden, im Wasser oder in der Luft fortbewegt. Fische bilden den Hauptbestandteil seiner Nahrung. Daneben nimmt er Wasservögel aller Art, und er geht sogar an Aas, das vom Meer an den Strand geworfen wird.

Von allen Vögeln Nordamerikas bauen die Weisskopf-Seeadlerpaare die grössten Nester, denn sie benützen Jahr für Jahr denselben Horst und erweitern ihn im Lauf der Zeit immer mehr. Den Rekord hält ein Seeadler-Horst, der über 2,5 m breit, 6 m hoch und 2000 kg schwer war. Mitunter brechen Bäume unter dem Gewicht solch riesiger «Bauwerke» zusammen.

Das Gelege des Weisskopf-Seeadlers besteht meistens aus zwei Eiern. Sie sind 54 mm lang und 29 mm dick und werden während 34 bis 35 Tagen bebrütet. 72 bis 75 Tage nach dem Schlüpfen sind die jungen Seeadler flügge, müssen aber noch mehrere Monate lang von den Altvögeln betreut werden, bis sie sich ihre Nahrung selbst beschaffen können.




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