Wieselkatze

Felis yagouaroundi


© 1988 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Kleinkatzen»)



Kopfrumpflänge: 55 - 77 cm
Schwanzlänge: 33 - 60 cm
Gewicht: 5 - 9 kg

Von allen Kleinkatzen sieht die Wieselkatze wohl am wenigsten katzenhaft aus: Mit ihrem langgestreckten Körper, den kurzen Beinen, dem dunklen, einfarbigen Pelz und den kleinen, runden Ohren erinnert sie an einen Otter, einen Marder oder auch - wie ihr Name sagt - an ein Wiesel. Eine Besonderheit für eine Kleinkatze sind auch die Pupillen der Wieselkatze, die sich nicht spaltförmig, sondern völlig rund, fast punktförmig zusammenziehen.

Wieselkatzen gibt es in zwei verschiedenen Farben: Die einen sind schwarz bis graubraun, die anderen fuchsrot bis kastanienbraun. Früher hielt man die schwärzlichen Tiere für eine eigene Art, den Jaguarundi, und die braunroten für eine andere, die Eyra. Heute weiss man, dass das nicht richtig ist. Wieselkätzchen unterschiedlicher Färbung können nämlich in ein und demselben Wurf vorkommen.

Die Wieselkatze ist eine Amerikanerin: Man findet sie in den Wald- und Buschgebieten Mittel- und Südamerikas. Als Jagdgebiet sind der Wieselkatze ausgedehnte Buschsteppen und verbuschte Waldränder lieber als der Wald oder das freie Land. Mit ihrer «windschlüpfrigen» Gestalt ist sie denn auch sehr zweckmässig an das Leben im dichten Gebüsch und Gesträuch angepasst und erweist sich in diesem Lebensraum als überaus geschmeidiges und behendes Tier. Zum Opfer fallen der im Dickicht «herumwieselnden» Kleinkatze hauptsächlich Vögel aller Art, dann aber auch Kleinsäuger wie Kaninchen und Meerschweinchen.

Älteren Berichten zufolge hatten die Indianer die Wieselkatze früher oft gezähmt und als Vertilgerin von Ratten und Mäusen bei ihren Hütten gehalten. Wir wissen allerdings nicht, ob sie es ihr auch abgewöhnen konnten, die Haushühner zu überfallen. Das ist nämlich bis jetzt noch keinem Europäer gelungen - so zahm und zutraulich die Tiere bei guter Pflege sonst werden.




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