Amboina-Scharnierschildkröte

Cuora amboinensis


© 2005 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)



Aufgrund ihres kennzeichnenden Panzers bilden die Schildkröten besonders leicht identifizierbare Tiere. Ob Land-, Sumpf- oder Meeresschildkröten - sie alle lassen sich mühelos der Ordnung der Schildkröten (Chelonia) innerhalb der Klasse der Kriechtiere (Reptilia) zuordnen.

Aus zwölf Familien mit rund 260 Arten setzt sich die Schildkrötenordnung insgesamt zusammen, wobei die Artenvielfalt wie bei allen Reptilien im äquatorialen Tropengürtel am grössten ist. Besonders schildkrötenreich ist das tropische Südostasien: Mehr als ein Viertel aller Schildkrötenarten sind dort zu Hause. Laos, das 236 800 Quadratkilometer grosse, auf dem indochinesischen Subkontinent gelegene Ausgabeland der vorliegenden Briefmarken, beherbergt unseres Wissens zwölf Arten. Zu ihnen zählt die Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis), von der hier berichtet werden soll.

 

Eine Altwelt-Sumpfschildkröte

Die Amboina-Scharnierschildkröte ist eine von neun bis zwölf oder sogar noch mehr Arten der in Südostasien heimischen Gattung der Scharnierschildkröten (Cuora). Über die genaue Artenzahl sind sich die Fachleute nicht einig. Auch sonst ist hinsichtlich der Gliederung der Schildkrötenordnung in Familien, Gattungen und Arten derzeit manches offen. So wurden die Scharnierschildkröten bis vor kurzem zusammen mit den übrigen eurasiatischen Sumpfschildkröten sowie den nordamerikanischen Sumpfschildkröten zu einer einzigen Familie namens Sumpfschildkröten (Emydidae) zusammengefasst. Nun haben aber molekularbiologische Untersuchungen ergeben, dass sich die nordamerikanischen Sumpfschildkröten sehr früh in der Schildkröten-Stammesgeschichte von den eurasiatischen Sumpfschildkröten getrennt hatten. Tatsächlich sind die eurasiatischen Sumpfschildkröten näher mit den (weltweit verbreiteten) Landschildkröten (Familie Testudinidae) verwandt als mit den nordamerikanischen Sumpfschildkröten. Einige Experten vertreten aufgrund der neuen Erkenntnisse die Ansicht, dass die eurasiatischen Sumpfschildkröten als Unterfamilie in die Familie der Landschildkröten gestellt werden sollten. Die meisten Fachleute sind jedoch für die Auftrennung der Sumpfschildkröten in zwei separate Familien, ohne die Familie der Landschildkröten «anzutasten».

Für die nordamerikanischen Sumpfschildkröten wird als Familienname ziemlich einhellig Nordamerika-Sumpfschildkröten (Emydidae) vorgeschlagen. Eher uneinheitlich sind hingegen die Meinungen darüber, wie der Familienname der eurasiatischen Sumpfschildkröten lauten soll. Wahrscheinlich wird sich Altwelt-Sumpfschildkröten (Geoemydidae) durchsetzen. Als wissenschaftlicher Name ist aber auch Bataguridae im Gespräch. Und «Altwelt-» im volkstümlichen Namen ist nicht ganz korrekt, weil die verwandtschaftlich zweifelsfrei hierzu zählende Gattung Rhinoclemmys mit sechs Arten in der Neuen Welt, von Mexiko südwärts bis Venezuela und Brasilien, vorkommt.

 

Panzer mit Scharnier

Die Amboina-Scharnierschildkröte ist ein mittelgrosses Mitglied der Altwelt-Sumpfschildkröten. Sie erreicht im Allgemeinen eine Panzerlänge von bis zu 22 Zentimeter, in Ausnahmefällen von bis zu 30 Zentimetern. Das Gewicht ausgewachsener Individuen liegt bei ungefähr 1,5 Kilogramm. Erwachsene Amboina-Scharnierschildkröten haben einen glatten, hoch gewölbten Panzer. Junge Tiere besitzen einen deutlich flacheren Panzer, der oberseits drei Längskiele aufweist, die sich im Verlauf des Wachstums zurückbilden. Männchen und Weibchen sind aufgrund ihrer äusseren Erscheinung nur schwer unterscheidbar. Bei den Männchen ist der Schwanzansatz aber durchschnittlich etwas dicker als bei den Weibchen, ihre Kloakenöffnung liegt etwas weiter vom Panzerrand entfernt, und ihr Bauchpanzer ist meistens nicht flach wie derjenige der Weibchen, sondern leicht nach innen gewölbt, was bei der Begattung von Vorteil ist.

Bei Weibchen wie Männchen weist der Bauchpanzer ein Quergelenk aus Bindegewebe auf. Es befähigt die Tiere dazu, bei Gefahr - und natürlich nach erfolgtem Zurückziehen des Kopfs und der Gliedmassen - den vorderen und den hinteren Teil des Bauchpanzers hochzuklappen und so die Öffnungen des Panzers fest zu verschliessen. Diese Einrichtung, von dem die Scharnierschildkröten ihren Namen haben, bietet einen guten Schutz gegen Fressfeinde.

Die Amboina-Scharnierschildkröte hat in Südostasien ein weites Verbreitungsgebiet. Es erstreckt sich von Bangladesch und Assam (Ostindien) südostwärts durch Myanmar, Thailand, Laos und Kambodscha bis Vietnam, zieht sich südwärts durch die Malaiische Halbinsel (Südthailand, Malaysia) bis nach Singapur und umfasst zudem einen Grossteil des Indomalaiischen Archipels, darunter Sumatra, Java, Borneo, Timor, Sulawesi und die Molukken (Indonesien) sowie Mindanao, Palawan und Luzon (Philippinen). Der ganz im Osten des Verbreitungsgebiets gelegenen Molukken-Hauptinsel Ambon (früher «Amboina») verdankt die Art ihren etwas irreführenden deutschen Namen.

 

Anfangs räuberisch, später vegetarisch

Innerhalb ihres Verbreitungsgebiets kommt die Amboina-Scharnierschildkröte zur Hauptsache in tiefen Lagen unterhalb der 500-Meter-Höhenlinie vor. Obschon sie sich an Land gut zurechtfindet, hält sie sich die meiste Zeit ihres Lebens in oder am Rand von Gewässern auf. Seichte Tümpel, Sümpfe und andere flache Gewässer mit weichem Grund und keiner oder höchstens träger Strömung sind ihre bevorzugten Aufenthaltsorte. Auch Reisfelder entsprechen ihren Lebensraumansprüchen. Aktiv ist sie vornehmlich nachts. Tagsüber verbirgt sie sich gewöhnlich unter einem umgefallenen Baumstamm oder an einem anderen sicheren Ort.

Die erwachsenen Amboina-Scharnierschildkröten ernähren sich vor allem von pflanzlichen Stoffen wie Wasserpflanzen, Pilzen und heruntergefallenen Früchten, nehmen aber hin und wieder auch tierliche Stoffe, insbesondere Würmer und Schnecken, zu sich. Die Jungtiere bewegen sich im Unterschied zu den Erwachsenen ausschliesslich im Wasser umher und betätigen sich dort als Beutegreifer: Sie machen Jagd auf Insektenlarven und andere wasserlebende Wirbellose sowie kleine Fische. Pflanzliche Bissen nehmen sie nur selten zu sich.

In den meisten Bereichen des Verbreitungsgebiets zeigt die Fortpflanzung der Amboina-Scharnierschildkröten keine oder keine nennenswerte saisonale Bindung. Jedes Weibchen schreitet unabhängig von der Jahreszeit gewöhnlich zwei Mal im Jahr zur Brut. Ein Gelege besteht normalerweise aus zwei bis drei, manchmal auch aus vier, fünf oder sogar sechs Eiern, welche 4 bis 5,5 Zentimeter lang und 2,5 bis 3,5 Zentimeter dick sind. Das Weibchen lässt dieselben in eine etwa zehn Zentimeter tiefe Grube fallen, die es vorgängig mit seinen Hinterbeinen an einer geeigneten Stelle am Gewässerrand in den Boden gegraben hat. Anschliessend deckt es das Gelege mit Erde zu - und überlässt den Nachwuchs seinem Schicksal.

Die Schildkrötenbabys schlüpfen nach einer Entwicklungszeit von gewöhnlich neun bis elf Wochen aus den Eiern. Sie suchen sofort das nahe Wasser auf und verlassen dieses vorerst nicht mehr. Vom ersten Tag an legen sie einen enormen Appetit an den Tag und verschlingen gierig alles, was ihren Weg kreuzt und sie zu erhaschen vermögen. Entsprechend schnell wachsen sie heran.

Interessanterweise ist das Scharnier an ihrem Bauchpanzer erst im Alter von ungefähr einem Jahr voll funktionstüchtig. Erst danach, wenn sie sich vollständig einkapseln können, wagen sie sich für kurze Ausflüge an Land. Im Alter von vier bis fünf Jahren werden sie geschlechtsreif. Wie viele Reptilien können sie ein recht hohes Alter erreichen. In Menschenobhut liegt der Altersrekord bei 38 Jahren.

 

Keine Geschlechtschromosomen

Wie bei vielen anderen Reptilien - jedoch im Unterschied zu den Säugern und den meisten anderen Tieren wie auch Pflanzen - umfassen bei den Schildkröten die Chromosomensätze, also die im Kern einer jeden Körperzelle enthaltenen Träger der Erbinformationen, keine Geschlechtschromosomen, welche für die Festlegung des Geschlechts zuständig sind. Stattdessen wird das Geschlecht des Schildkrötennachwuchses durch die Temperatur bestimmt, welche während der Reifung der Keimlinge in den Eiern (genauer: während des mittleren Drittels der Reifung, wenn sich die Geschlechtsorgane entwickeln) herrscht. Es dürfte sich hierbei um die Urform der Geschlechtsbestimmung handeln, von der sich die meisten anderen Tiere und auch Pflanzen längst verabschiedet haben.

Bei den meisten Schildkröten haben verhältnismässig tiefe Temperaturen zur Folge, dass sich im Gelege nur Männchen entwickeln, während verhältnismässig hohe Temperaturen (über 30 Grad Celsius) zur Entwicklung von Weibchen führen. Dazwischen liegt ein Temperaturbereich, welcher gemischtgeschlechtliche Bruten zeitigt.

Theoretisch könnte diese urtümliche Form der Geschlechtsfestlegung schwer wiegende Auswirkungen auf das Geschlechtsverhältnis innerhalb eines Schildkrötenbestands haben. Würden sich nämlich alle Gelege bei entweder zu tiefen oder zu hohen Temperaturen entwickeln, so würden alle Nachkommen dem einen oder anderen Geschlecht angehören. Ginge dies immer so weiter, so würde die Schildkrötenpopulation über kurz oder lang aussterben. Allein die Tatsache, dass die Schildkröten trotz Fehlens von Geschlechtschromosomen viele Jahrmillionen mühelos überdauert haben, beweist, dass diese Gefahr real nicht existiert. Offensichtlich ist die Streuung der Umgebungstemperaturen an den zahlreichen, von den Weibchen mit grosser Sorgfalt und sicherem Instinkt gewählten Eiablageplätzen ausreichend gross, dass sich durchschnittlich stets eine gute Mischung von männlichen und weiblichen Nachkommen herausbildet.

 

Verhängnisvolle «Qualitäten»

Die Schildkröten sind die einzigen Reptilien, denen der Mensch ohne Vorurteile begegnet. Im Gegenteil: Der Kreis der Schildkrötenfreunde ist gross. Und dies scheint schon immer so gewesen zu sein. Jedenfalls spielen die Schildkröten in der Mythologie vieler Völker eine wichtige und stets positive Rolle. Im Buddhismus beispielsweise symbolisiert die Schildkröte die Unsterblichkeit. Und im Hinduismus steht sie für Stabilität: Nach einer grossen Sintflut soll sich der Gott Wischnu in eine Schildkröte verwandelt haben, auf deren Rücken anschliessend eine neue Welt entstand. Auch in der chinesischen Mythologie nimmt die Schildkröte einen zentralen Platz ein. Als eines der vier himmlischen Tiere (neben Drache, Phönix und Tiger) war sie der Sage nach bei der Erschaffung der Welt anwesend. Sie versinnbildlicht darum nicht zuletzt die Weisheit, denn sie stammt aus den Uranfängen der Welt und bezieht aus all den seither vergangenen Zeiten ihr Wissen.

Leider hat die auf vielen Überlieferungen gründende Verehrung der Schildkröten dieselben nicht vor der Ausbeutung durch den Menschen bewahrt, ja hat teils sogar die umgekehrte Wirkung gehabt. Dies trifft in besonders dramatischer Weise auf die chinesischen und von China beeinflussten Bereiche Südostasiens zu und ist auf die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) zurückzuführen. Die TCM schreibt zahlreichen Wildtieren besondere Eigenschaften oder Qualitäten zu, welche zur Stärkung des Körpers oder zur Heilung von Krankheiten auf jene Menschen übertragen werden, welche aus diesen Tieren hergestellte Heilmittel zu sich nehmen.

Die Schildkröten gehören aufgrund ihrer hohen Lebenserwartung, ihrer Zähigkeit wie auch des phallischen Aussehens ihres Kopfes zu den meistgefragten Tieren in der TCM. Beinahe allen Schildkrötenteilen einschliesslich des Bluts und der Eier werden spezifische medizinische Kräfte zugeschrieben, weshalb sie als Speise bzw. Trank sowie in ungezählten Heilmitteln - pur oder beigemischt - zum Einsatz kommen. Als Beispiel sei hier der Schildkrötenpanzer erwähnt: Als Gui ban erscheint er in Tabletten, Pulvern, Tinkturen, Umschlägen und weiteren Produkten und wird beispielsweise bei Nierenleiden eingesetzt, ferner zur Stärkung der Sehnen, Knochen und Knorpel, aber auch bei der Behandlung solch verschiedenartiger Beschwerden wie schwacher Stimme, Nachtschweiss und Hexenschuss.

Von alters her werden die südostasiatischen Schildkröten in der TCM eingesetzt - und haben dennoch überlebt. Erst durch den enormen wirtschaftlichen Aufschwung Chinas in den vergangenen zwei Jahrzehnten und die Öffnung des Lands für den internationalen Handel ist die chinesische Heilkunde nun zum überlebensbedrohenden Faktor für die Schildkröten (und eine Vielzahl weiterer asiatischer Tierarten) geworden. Mit der rasch wachsenden Kaufkraft wird die Zahl derer, die sich die teils teuren TCM-Produkte leisten können, immer grösser. Inzwischen werden alljährlich geschätzte zwanzig Millionen Schildkröten verbraucht. Die in China heimischen Bestände sind inzwischen völlig zusammengebrochen. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht, einzelne gelten bereits als ausgestorben, darunter die Yunnan-Scharnierschildkröte (Cuora yunnanensis).

Um den Nachschub zu sichern, hat sich das Einzugsgebiet für die begehrte Ware binnen weniger Jahre auf ganz Südostasien ausgedehnt - bis nach Bangladesch und Pakistan im Westen, und bis nach Indonesien und Papua-Neuguinea im Süden. Eine einzige Zahl möge das Ausmass der derzeit stattfindenden Plünderung der südostasiatischen Schildkrötenbestände illustrieren: Um die Mitte der 1990er-Jahre wurden allein auf der indonesischen Insel Sulawesi jährlich rund 200 000 Amboina-Scharnierschildkröten gefangen und getötet, um deren Panzer nach China zu exportieren.

Noch kommt die Amboina-Scharnierschildkröte im südostasiatischen Raum weit verbreitet und in grösseren Beständen vor. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis auch ihre Bestände zusammenbrechen. Inzwischen ist sie nämlich die häufigste Schildkröte mit hartem Panzer, welche auf den Tiermärkten Südchinas angeboten wird. Mehrere tausend Individuen - importiert aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen und den Ländern Indochinas, darunter Laos - gehen Tag für Tag über die dortigen Ladentische.

Aufgrund dieser erschreckenden Entwicklung wurde die Amboina-Scharnierschildkröte im Jahr 2000 von der Weltnaturschutzunion (IUCN) in der Kategorie «verletzlich» auf die Rote Liste gesetzt. Im selben Jahr wurde sie ausserdem - zusammen mit weiteren asiatischen Schildkrötenarten - in Anhang II der Konvention über den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten (CITES oder Washingtoner Abkommen) aufgenommen. Von den rund 150 Ländern, welche die Konvention unterzeichnet und ratifiziert haben, wird erwartet, dass sie den Handel mit diesen Tieren überwachen und nötigenfalls so einschränken, dass die gehandelte Menge das Überleben der Tiere in der freien Wildbahn nicht gefährdet. Mangels zuverlässiger wildbiologischer Daten lässt sich dieser Anspruch jedoch in vielen Fällen unmöglich erfüllen. Laos ist dem Washingtoner Abkommen erst im Mai 2004 beigetreten, weshalb es wohl noch eine Weile dauert, bis das Land wirksame Verordnungen erarbeitet und den Vollzug geregelt hat.

Die Chancen, dass die genannten Massnahmen der Amboina-Scharnierschildkröte und ihren Schwestern entscheidend helfen werden, sind leider gering. Denn die in China für Schildkrötenprodukte bezahlten Preise klettern immer höher. Für bestimmte Arten - beispielsweise die Dreistreifen-Scharnierschildkröte (Cuora trifasciata), deren Körperteile selbst gegen Krebsleiden wirksam sein sollen - werden inzwischen bis zu 1000 US-Dollar je Tier bezahlt. So ist der Anreiz zum Wildern und Schmuggeln von Schildkröten enorm hoch, umso mehr als die Strafen bei Vergehen gegen die Naturschutzgesetze in Südostasien allgemein sehr gering sind und kaum abschrecken. Es ist darum zu befürchten, dass viele der urtümlichen Panzertiere alsbald nur noch in gut bewachten Schutzgebieten zu überleben vermögen.

 

 

 

 

Legenden

Die Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis) ist ein mittelgrosses Mitglied der Familie der Altwelt-Sumpfschildkröten (Geoemydidae oder Bataguridae). Erwachsene Individuen weisen im Allgemeinen eine Panzerlänge von bis zu 22 Zentimetern auf und wiegen ungefähr 1,5 Kilogramm.

Das Verbreitungsgebiet der Amboina-Scharnierschildkröte erstreckt sich über weite Bereiche Südostasiens - von Bangladesch ostwärts bis Vietnam und südwärts bis Indonesien. Innerhalb dieses Areals kommt die Art zur Hauptsache in tiefen Lagen, unterhalb der 500-Meter-Höhenlinie, vor und bewohnt dort Sümpfe und andere seichte Gewässer mit weichem Grund und keiner oder höchstens träger Strömung.

Erwachsene Amboina-Scharnierschildkröten haben einen glatten, hoch gewölbten Panzer, während dieser bei jungen Tieren deutlich flacher ist und drei Längskiele aufweist. Auf der Bauchseite verfügt der Panzer über ein Quergelenk, das es den Tieren erlaubt, sich bei Gefahr vollständig einzukapseln. Dieser Einrichtung verdanken die Scharnierschildkröten ihren Namen.

Die jungen Amboina-Scharnierschildkröten schlüpfen nach einer Entwicklungszeit von gewöhnlich neun bis elf Wochen aus den Eiern und können von Anfang an für sich selbst sorgen. Die Geschlechtsreife erreichen sie im Alter von vier bis fünf Jahren; die Lebenserwartung liegt bei über dreissig Jahren.

Während sich die erwachsenen Amboina-Scharnierschildkröten gerne im Bereich des Gewässerrands aufhalten und sich dort vor allem von pflanzlichen Stoffen ernähren, bewegen sich die Jungtiere ständig im Wasser umher und machen Jagd auf Insektenlarven und andere kleine Wasserlebewesen. Die vorliegende Aufnahme eines jugendlichen Individuums, das sich an Land umherbewegt, ist darum nicht typisch.




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