Antigua-Schlanknatter

Alsophis antiguae


© 2003 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)



Schlangen haben einen schlechten Ruf. Viele Menschen sind nämlich der Ansicht, dass sie allesamt giftig und gefährlich sind. Dies stimmt natürlich keineswegs: Zum einen ist die grosse Mehrzahl der Schlangenarten ungiftig. Und zum anderen sind nur ganz wenige Giftschlangen angriffslustig. Die meisten von ihnen ziehen es vor, Begegnungen mit «Zweibeinern» nach Möglichkeit zu vermeiden. Schliesslich dient ihr Gift in erster Linie dem Beuteerwerb und nur im Notfall der Feindabwehr - und der Mensch passt bei keiner Giftschlange ins «Beuteschema».

Dessen ungeachtet werden die Schlangen ausgemerzt, wo und wann immer sie sich zeigen. Entsprechend schwer ist es, das Interesse der Öffentlichkeit für den Schutz der Schlangen zu wecken. Leider, muss man hinzufügen, denn zahlreiche Schlangenarten sind heute vom Aussterben bedroht und bedürfen dringend unserer Hilfe.

Ein Ort, wo eine Gruppe engagierter Naturschützer es geschafft hat, sowohl den Fortbestand einer bedrohten Schlangenart zu sichern als auch bei der einheimischen Bevölkerung einen Stimmungsumschwung diesem Wildtier gegenüber herbeizuführen, ist die Karibikinsel Antigua, welche politisch Teil des karibischen Zwergstaats Antigua & Barbuda ist. Die Rede ist von der Antigua-Schlanknatter (Alsophis antiguae), welche mitunter als «die seltenste Schlange der Welt» bezeichnet wird.

 

Eine westindische Schlange

Die Antigua-Schlanknatter gehört der weit verbreiteten Familie der Nattern (Colubridae) an. Sie ist eine von elf Schlanknatterarten der Gattung Alsophis, welche alle im Westindischen Raum heimisch sind, wobei allerdings die Schwarze Schlanknatter (Alsophis ater) auf Jamaika und die Saint-Croix-Schlanknatter (Alsophis santaecrucis) auf der Jungferninsel St. Croix als ausgestorben gelten.

Ungewöhnlich für ein Mitglied der Natternfamilie ist die Tatsache, dass sich die beiden Geschlechter hinsichtlich ihrer Grösse und ihrer Färbung deutlich unterscheiden. Die Weibchen sind im Allgemeinen wesentlich grösser als die Männchen: Sie können eine Länge von nahezu einem Meter und ein Gewicht von bis zu 750 Gramm erreichen, während die Männchen maximal 60 Zentimeter lang und etwa 120 Gramm schwer werden. Obschon unter den Weibchen wie unter den Männchen gewisse Variationen hinsichtlich der Färbung bestehen, weisen die Männchen auf ihrer Oberseite zumeist eine klare dunkelbraun-weissliche Zeichnung auf, während diese bei den Weibchen gewöhnlich verwaschen hellbraun-silbergrau ist.

 

Von Ratten und Mungos

Zur Zeit der Kolonisierung Antiguas durch europäische Siedler - gegen Ende des 15. Jahrhunderts - war die Antigua-Schlanknatter auf ihrer 280 Quadratkilometer grossen Heimatinsel ein häufiges und weit verbreitetes Wildtier. Sie kam in den meisten Bereichen der Hauptinsel Antigua wie auch auf vielen küstennahen Inselchen vor. Die Siedler begannen unverzüglich, die Insel nach ihren Bedürfnissen umzuwandeln. Vor allem rodeten sie die Naturwälder und legten an deren Stelle grossflächige Zuckerrohrplantagen an. Mit den Siedlern und ihren aus Afrika stammenden Sklaven kam auch die Hausratte (Rattus rattus) nach Antigua. Dieser ungeliebte Ernteschädlings vermehrte sich schnell und wurde alsbald zur Plage.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts griffen die Plantagenbesitzer schliesslich zu einer frühen Form der biologischen Schädlingsbekämpfung: Sie führten den in Süd- und Südostasien heimischen Kleinen Mungo (Herpestes javanicus) nach Antigua ein - in der Hoffnung, dass dieses flinke und unerschrockene Raubtier der Rattenplage ein Ende bereiten würde. Der Einbürgerung war zwar Erfolg beschieden: Die Kleinen Mungos fühlten sich auf der Karibikinsel wohl und bauten rasch eine überlebensfähige Population auf. Ihr Einfluss auf den Rattenbestand war jedoch gering. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Ratten mehrheitlich nachts aktiv sind und gerne klettern, also viel Zeit auf Büschen und Zuckerrohrhalmen verbringen, während die Mungos hauptsächlich tagsüber rege sind und vorzugsweise am Boden auf die Jagd gehen.

Statt den Ratten wandten sich die Mungos den verschiedenen auf Antigua heimischen Wirbeltieren zu: bodenbrütenden Vögeln, Fröschen, Echsen -- und nicht zuletzt der Antigua-Schlanknatter. Da die Schlange gegenüber den plötzlich in ihrer abgeschiedenen Inselheimat auftauchenden Mungos kein geeignetes Feindvermeidungsverhalten kannte, waren die Folgen katastrophal: Mitte der 1930er-Jahre, rund sechzig Jahre nach der Einbürgerung des Kleinen Mungos, konnte sich anlässlich einer Befragung niemand daran erinnern, in den vergangenen Jahrzehnten eine Antigua-Schlanknatter gesehen zu haben. Die Art galt als ausgestorben.

Es hielt sich aber hartnäckig das Gerücht, dass die Antigua-Schlanknatter auf einem vorgelagerten Inselchen namens Great Bird Island überlebt habe. Tatsächlich konnten auf dem 2,5 Kilometer von der Nordostküste Antiguas entfernt liegenden und bloss zehn Hektaren grossen Eiland in den 1960er-Jahren drei Individuen und 1989 ein viertes Exemplar gefangen werden. Auf Anfrage des antiguischen Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwesen und Fischerei entsandte die britische Naturschutzorganisation Fauna und Flora International (FFI) schliesslich 1995 ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Reptilienspezialistin Dr. Jenny Daltry nach Great Bird Island. Die Forscher sollten im Rahmen einer sechswöchigen Studie abklären, ob auf dem Eiland ein überlebensfähiger Bestand der Antigua-Schlanknatter existierte und mittels welcher Massnahmen er gegebenenfalls geschützt werden könnte.

Das Ergebnis der Erhebung war insofern positiv, als die Existenz einer Antigua-Schlanknatter-Population bestätigt werden konnte - ohne Zweifel, weil Great Bird Island nie von den Mungos erreicht worden war. Allerdings umfasste der Bestand bloss etwa fünfzig geschlechtsreife Individuen, und das Geschlechtsverhältnis erwies sich mit zwei Dritteln Weibchen zu einem Drittel Männchen als seltsam unausgewogen. Es zeigte sich überdies, dass die Antigua-Schlanknatter auf keinem der anderen Inselchen rund um Antigua herum überlebt hatte. Der Restbestand auf Great Bird Island stellte also den gesamten Artbestand dar. All dies bewog die Weltnaturschutzunion (IUCN), die Antigua-Schlanknatter in der Kategorie «kritisch bedroht» auf die Rote Liste zu setzen.

 

Sie lauert Echsen auf

Great Bird Island ist ein angehobenes Korallenriff, hat also einen porösen Kalksteinuntergrund. Auf der dem Atlantik zugewandten Ostseite finden sich dreissig Meter hohe Klippen. Das Innere der Insel ist tiefer gelegen und von Sandflächen geprägt; hier wächst eine dünne Pflanzendecke aus Gräsern, Agaven, Sträuchern und einzelnen Bäumen. Auf rund einem Drittel der Insel stockt ein trockener Küstenwald, dessen Kronendach etwa sechs Meter hoch ist.

Die Antigua-Schlanknatter zeigt eine deutliche Vorliebe für jene Inselbereiche, in denen die Bäume ein geschlossenes Kronendach bilden und die Laubstreu am Boden dick ist. Sie ist strikt tagaktiv, bewegt sich hauptsächlich am Boden umher und ist eine spezialisierte Echsenjägerin. Von den vier auf Great Bird Island lebenden Echsenarten - Watts-Anolis (Anolis wattsi), Gefleckter Anolis (Anolis bimaculatus), Antigua-Ameive (Ameiva griswoldi) und Antiguabank-Zwerggecko (Sphaerodactylus elegantulus) - fällt ihr zur Hauptsache der Watts-Anolis zum Opfer. Am zweithäufigsten erbeutet sie den Gefleckten Anolis, vergleichsweise selten die Antigua-Ameive und den Antiguabank-Zwerggecko.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Natternarten geht die Antigua-Schlanknatter kaum je aktiv auf die Pirsch, sondern betätigt sich gewöhnlich als Lauerjägerin: Sie verbirgt sich in der Laubstreu, so dass nur ihr Kopf hervorragt, und wartet geduldig, bis eine Echse des Wegs kommt. Diese Jagdform ist eher typisch für Vipern und andere Giftschlangen. Hat die Antigua-Schlanknatter ein Beutetier überwältig und verschlungen, so zieht sie sich normalerweise für ein paar Tage vollständig in die Laubstreu zurück und widmet sich dort ungestört der Verdauung ihrer Mahlzeit.

Anlässlich der Erhebung im Jahr 1995 wurde festgestellt, dass der Bestand an Echsen auf Great Bird Island gross genug ist, um der kleinen Restpopulation der Antigua-Schlanknatter eine ausreichende Nahrungsgrundlage zu bieten. Auch war der bevorzugte Lebensraum der zierlichen Natter in genügendem Ausmass vorhanden. Dennoch schien nicht alles zum Besten zu sein: Erstens war da das sehr ungewöhnliche Geschlechtsverhältnis. Zweitens waren praktisch keine Jungtiere vorhanden. Und drittens wiesen mehr als die Hälfte der Schlangen sichtbare Narben auf oder hatten die Spitze ihres Schwanzes eingebüsst.

Nach der Einschätzung der Wissenschaftler kamen als Verursacher der beobachteten Verletzungen einzig die Hausratten in Frage, welche auf Great Bird Island häufig waren. Wenn aber - so die weiteren Überlegungen - die Ratten auf Great Bird Island die Nattern anfielen, dann taten sie dies wohl kaum in der Absicht, sie zu verletzen, sondern sie zu erbeuten. Und da man davon ausgehen durfte, dass ihnen dies - besonders bei kleineren Exemplaren - gelegentlich auch gelang, bildeten offensichtlich die Ratten die «Antwort» auf die beiden offenen Fragen, weshalb während der Feldstudie erstens kaum Jungtiere und zweitens wesentlich weniger (kleine) Männchen als (grosse) Weibchen zu finden gewesen waren.

 

Erfolgreiche Rattenvernichtung

Da die Ratten ohnehin als Vogelnesträuber bekannt waren, wurde als dringlichste Massnahme zur Erhaltung der Antigua-Schlanknatter die Vernichtung der Rattenpopulation auf Great Bird Island festgelegt. Schon für Ende 1995 wurde eine gezielte Aktion mit dem bei ähnlichen Fällen erprobten, ökologisch unbedenklichen Rattengift «Kleram» (Wirkstoff: Brodifacoum) geplant. Das Gift wurde in Wachstabletten eingebettet, welche mit Bitterstoffen versetzt waren. Diese munden zwar den Ratten, werden aber von Vögeln und Reptilien verschmäht. Im Dezember 1995 begab sich ein gutes Dutzend Mitglieder der örtlichen Naturschutzorganisation EAG (Environmental Awareness Group) unter der Leitung von Henry McRonnie, des Chefs der Forstbehörde Antiguas, nach Great Bird Island und verteilte - an den Schnittpunkten eines imaginären Netzes mit einer Maschenweite von zwanzig Metern - innerhalb eines einzigen Tages mehr als 700 Köder über das gesamte Eiland. Der Sinn dieses militärisch präzis geplanten Gifteinsatzes war es, den Ratten keine Lernphase zu gewähren, sondern sie alle gleichzeitig zu «überrumpeln».

Der Aktion war ein bemerkenswerter Erfolg beschieden: Nach vierzehn Tagen schien die gesamte Rattenpopulation ausgelöscht. Und seither regelmässig durchgeführte Nachkontrollen haben bestätigt, dass das Eiland tatsächlich rattenfrei ist.

Die Wirkung der Rattenvernichtung war verblüffend: Als der Bestand der Antigua-Schlanknatter 1997 erneut erhoben wurde, hatte er sich mehr als verdoppelt und zählte jetzt über 110 Individuen. Das Geschlechtsverhältnis innerhalb des Bestands war nun nahezu ausgeglichen. Und die Anzahl verletzter Individuen hatte erheblich abgenommen.

Die Freude über den anfänglichen Erfolg wurde leider gedämpft, als in den folgenden Jahren ein neuerlicher Bestandsrückgang zu verzeichnen war: 1999 ergab die Bestandserhebung 90 Individuen, im Jahr 2000 sogar nur noch 81. Offensichtlich bildeten die Ratten nur eines der Probleme der Antigua-Schlanknatter. Als ein Grund für den Bestandsschwund wurde der Hurrikan Georges identifiziert, der im September 1998 über Great Bird Island hinweggefegt war und die tief liegenden Teile der Insel unter Salzwasser gesetzt hatte, wodurch vermutlich mehrere Schlangen den Tod gefunden hatten. Die Vermessung der Nattern enthüllte aber auch, dass viele von ihnen unterernährt waren. Daraus musste geschlossen werden, dass einzelne Individuen wohl den Hungertod erlitten hatten - und dass der Beutetierbestand auf Great Bird Island offensichtlich nur etwa hundert Schlanknattern ausreichend zu ernähren vermag.

 

Neue Bestände gegründet

Um diese Risiken zu vermindern und die Überlebenschancen der Antigua-Schlanknatter zu verbessern, werden im Rahmen des 1995 angelaufenen, von der FFI und anderen Organisatiionen getragenen Projekts zur Erhaltung der Antigua-Schlanknatter (Antiguan Racer Conservation Project, ARCP) verschiedene Strategien verfolgt:

Die erste davon ist die Wiedereinbürgerung der Natter in andere geeignete Lebensräume und damit die Schaffung weiterer Populationen. Mehrere küstennahe Inselchen wurden inzwischen von Ratten und teils auch Mungos befreit, und es haben bereits zwei Wiedereinbürgerungsversuche stattgefunden, einer davon auf dem 43 Hektaren grossen Green Island. Die vorläufigen Ergebnisse aus diesen Versuchen sind ermutigend.

Eine andere Strategie zur Rettung der Antigua-Schlanknatter ist der Aufbau einer Zuchtgruppe in Menschenobhut. Schon 1996 wurden drei Weibchen und ein Männchen in den Jersey Zoo verbracht. Noch im selben Jahr legten die Weibchen insgesamt elf Eier, von denen fünf befruchtet waren. Diese wurden künstlich erbrütet, und nach drei Monaten schlüpfte aus jedem von ihnen eine junge Schlanknatter. Die Haltung der Tiere erwies sich jedoch als sehr schwierig, da sie praktisch nur lebende Echsen als Nahrung annahmen. Schlimmer noch war die Empfindlichkeit der Pfleglinge gegenüber der Schlangenmilbe Ophionyssus natricis, einem Parasiten, der sich in praktisch jeder Sammlung lebender Schlangen findet und sich kaum bekämpfen lässt. Für die meisten Schlangen ist dieser Schmarotzer ziemlich harmlos. Die Antigua-Schlanknattern reagierten jedoch mit einer tödlichen Allergie, so dass alle ausser einer starben. Es wurde klar, dass man sich bei den Bemühungen um die Erhaltung der karibischen Schlange vorerst auf die Ausweitung und das Wohlergehen des wild lebenden Bestands zu konzentrieren hatte.

Eine dritte Strategie ist die umfassende Information der Antiguer wie auch der Touristen über die Biologie, die Gefährdung und die Schutzwürdigkeit der für den Menschen harmlosen Antigua-Schlanknatter. Die Informationskampagne hat erfreuliche Ergebnisse gezeitigt: Fast ausnahmslos zeigen die Antiguer wie auch die fremdländischen Inselbesucher grosses Verständnis, ja sogar Sympathie für diesen faszinierenden Bestandteil des natürlichen Erbes der kleinen Antilleninsel.

 

 

Legenden

Die Antigua-Schlanknatter (Alsophis antiguae) ist insofern ein ungewöhnliches Mitglied der Natternfamilie (Colubridae), als die Männchen (Bild) mit einer Länge von maximal 60 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 120 Gramm deutlich kleiner sind als die Weibchen (Titelseite), welche eine Länge von nahezu einem Meter und ein Gewicht von bis zu 750 Gramm erreichen. Das kleine Bild unten illustriert, dass sich die beiden Geschlechter auch hinsichtlich ihrer Färbung deutlich unterscheiden.

Die Antigua-Schlanknatter ist strikt tagaktiv, bewegt sich vornehmlich am Boden umher und ernährt sich praktisch ausschliesslich von kleinen Echsen. Dieses erwachsene Weibchen hat soeben einen Gefleckten Anolis (Anolis bimaculatus) erbeutet.

Ursprünglich war die Antigua-Schlanknatter auf der 280 Quadratkilometer grossen Karibikinsel Antigua ein häufiges und weit verbreitetes Wildtier gewesen. Nachdem die europäischen Siedler ab dem Ende des 15. Jahrhunderts Antigua in eine Zuckerrohr- und Tabakplantage verwandelt und Ratten sowie Mungos eingeschleppt hatten, starb sie praktisch überall aus. Einzig auf einem zehn Hektaren grossen, 2,5 Kilometer von der Hauptinsel entfernten Inselchen namens Great Bird Island hat sie zu überleben vermocht.

Henry McRonnie, der ehemalige Chef der Forstbehörde Antiguas, hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Überlebenschancen der zierlichen Natter heute wieder intakt sind. Unter anderem gelang es ihm als Leiter einer militärisch präzis geplanten Aktion, Great Bird Island rattenfrei zu machen.

Great Bird Island ist ein beliebtes Tagesausflugsziel der Bewohner Antiguas und der dort weilenden Touristen. Gegen 20 000 Personen besuchen im Jahr das Eiland - was für die Antigua-Schlanknatter nicht ungefährlich ist: Inselbesucher schlagen hin und wieder Antigua-Schlank-nattern tot, wenn sie ihnen begegnen. Andere, in der Laubstreu versteckte Individuen werden manchmal unabsichtlich getötet, wenn die Inselbesucher kreuz und quer über das Inselchen marschieren. Ausserdem ist zu befürchten, dass über kurz oder lang wieder Hausratten als blinde Passagiere auf den Booten der Besucher nach Great Bird Island gelangen.

Der Echsenbestand auf Great Bird Island vermag nur etwa hundert Antigua-Schlanknattern ausreichend zu ernähren. Im Rahmen des 1995 gegründeten Projekts zur Erhaltung der Antigua-Schlanknatter (ARCP) werden deshalb weitere Bestände auf von Ratten und Mungos befreiten Inselchen im Umfeld Antiguas aufgebaut, so auf dem 43 Hektaren grossen Green Island.




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