Defassa-Wasserbock

Kobus ellipsiprymnus defassa


© 2009 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)



Der Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) gehört zu den etwa sechzig Antilopenarten, welche in Afrika heimisch sind. Als «Antilopen» bezeichnet man - innerhalb der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla) - sämtliche Mitglieder der Familie der Hornträger (Bovidae) mit Ausnahme der Wildrinder, Wildziegen und Wildschafe. Man gliedert sie in verschiedene Unterfamilien. Eine dieser Antilopen-Unterfamilien ist die der Ried- und Wasserböcke (Reduncinae), welche insgesamt acht Arten umfasst, nämlich drei Riedböcke in der Gattung Redunca und fünf Wasserböcke in der Gattung Kobus. Bei letzteren handelt es sich um die Moorantilope (Kobus kob), die Weissnacken-Moorantilope (Kobus megaceros), den Litschi (Kobus leche), den Puku (Kobus vardonii) und den «eigentlichen» Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus). Alle fünf Wasserbockarten bewohnen - wie ihr Name andeutet - Lebensräume im Umfeld von Gewässern.


Zwei Unterarten

In wie viele Arten und Unterarten der «eigentliche« Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) zu gliedern sei, war lange Zeit in der Fachwelt umstritten. Der rhodesische Zoologe und Wildhüter W.H.F. Ansell beispielsweise unterschied im 1972 erschienenen und allgemein anerkannten Bestimmungsbuch «The Mammals of Africa» zwei Arten, nämlich den Ellipsen-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) mit 4 Unterarten und den Defassa-Wasserbock (Kobus defassa) mit 9 Unterarten. Der aus Dresden stammende Zoologe Fritz Walther nannte hingegen im 1973 erschienenen Band 13 von «Grzimeks Tierleben» nur eine Art, nämlich den Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) mit 13 Unterarten, darunter der Ellipsen-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus ellipsiprymnus) und der Defassa-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus defassa).

Beide Einschätzungen sind in der Zwischenzeit erheblich vereinfacht worden. Anerkannt wird heute im Allgemeinen nur noch 1 Art mit 2 Unterarten: der Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) mit den beiden Unterarten Ellipsen-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus ellipsiprymnus) und Defassa-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus defassa). Für eine Hochstufung der beiden Unterarten in zwei separate Arten spricht zwar unter anderem, dass der Ellipsen-Wasserbock in seinen Zellkernen 50 bis 52 Chromosomen aufweist, während es beim Defassa-Wasserbock deren 53 bis 54 sind. Dagegen spricht unter anderem, dass sich die beiden Formen dort, wo ihre Verbreitungsgebiete überlappen, vielfach kreuzen und Mischlingsbestände bilden. So zeigt sich am Beispiel des Wasserbocks einmal mehr, dass sich die Natur nicht so einfach «schubladisieren» lässt, wie wir Menschen dies gern hätten. Sie stellt ein lebendiges, sich stetig wandelndes System dar, das weit mehr durch mannigfaltige Formvarianten und gleitende Übergänge zwischen denselben geprägt ist als durch eine deutlich abgestufte Gliederung.


Gerillte Hörner, strähniges Haar

Der Wasserbock ist eine robust gebaute Antilope - die grösste innerhalb ihrer Gattung und eine der stattlichsten in ganz Afrika. Das Gewicht der erwachsenen Individuen liegt zwischen 170 und 250 Kilogramm, die Kopfrumpflänge zwischen 180 und 220 Zentimetern und die Schulterhöhe zwischen 100 und 130 Zentimetern, wobei die Männchen im Durchschnitt etwa 10 Prozent grösser und 20 bis 25 Prozent schwerer sind als die Weibchen. Die Fellfarbe variiert von rotbraun über gelbbraun bis graurot und ist beim Defassa-Wasserbock gewöhnlich heller als beim Ellipsen-Wasserbock. Bemerkenswert ist die weisse Zeichnung auf dem Hinterteil: Beim Ellipsen-Wasserbock findet sich ein weisser Ring rund um den Schwanzansatz herum (die namengebende Ellipse), beim Defassa-Wasserbock ein flächiger weisser «Spiegel».

Wie bei den meisten Antilopen tragen nur die männlichen Wasserböcke Stirnwaffen. Es sind stark quer gerillte Hörner, welche sanft nach hinten oben geschwungen sind und bei den erwachsenen Tieren eine Länge von ungefähr 60 bis maximal 100 Zentimeter haben. Hingegen tragen beide Geschlechter ein langes, strähniges, «eingeöltes» Fell, welches einen unangenehmen Duft ausströmt, der selbst von der menschlichen Nase mehrere Meter weit wahrgenommen werden kann. Fritz Walther schreibt in «Grzimeks Tierleben» hierzu: «Krault man Wasserböcke im Zoo ausgiebig, so hat man bald eine dünne, bräunliche, teerartige Schmiere an den Fingern, die einen ganz eigenartigen Geruch nach Terpentin ausströmt.» Das ölige Sekret, mit dem das Fell durchtränkt ist, wird von speziellen Schweissdrüsen abgesondert. Es hat wasserabweisende Eigenschaften und gilt als Anpassung an den häufigen Aufenthalt der Wasserböcke im Feuchten. Ob auch sein strenger Duft einen Sinn macht, also beispielsweise der Feindvermeidung dient, ist nicht klar.

Der Wasserbock ist über weite Bereiche Afrikas südlich der Sahara verbreitet, und zwar von Meereshöhe bis in maximal 2100 Meter Höhe ü.M. (in Äthiopien). Die Defassa-Unterart kommt im westlichen, zentralen und nordöstlichen Afrika vor - von Senegal ostwärts bis nach Äthiopien und von da südwärts, und zwar westlich des Grossen Afrikanischen Grabenbruchs («Rift Valley»), durch Kenia, Uganda und Tansania bis nach Sambia und Angola. Die Ellipsen-Unterart ist demgegenüber im östlichen und südlichen Afrika heimisch: Sie kommt östlich des Grossen Afrikanischen Grabenbruchs von Kenia südwärts bis Südafrika und westwärts durch Simbabwe und Botsuana bis Namibia vor. Die Verbreitungsgebiete der beiden Wasserbock-Unterarten überlappen im nördlichen Tansania und in Teilen Kenias.

Ihrem Namen zum Trotz sind die Wasserböcke weniger stark an das Wasser gebunden als die anderen Mitglieder der Gattung Kobus. Während sich insbesondere die Litschis am liebsten in überfluteten Fluss- und Seeufermarschen aufhalten, bewohnen die Wasserböcke vorzugsweise mehr oder weniger trockene Strauch- und Waldsavannengebiete im Umfeld von ganzjährig bestehenden Gewässern. Sie ernähren sich an Land, benötigen aber das Wasser einerseits als Tränke und andererseits als Zufluchtsort: Werden sie aufgescheucht oder verfolgt, so flüchten sie meistens im gestreckten Galopp tief ins Wasser hinein und verstecken sich dort vor ihren Verfolgern im Röhricht.

Die Nahrung der Wasserböcke besteht fast ausschliesslich aus kurzen bis mittellangen Halmen diverser Gräser. Blätter, Knospen oder Triebe von Büschen oder Bäumen werden nur in geringen Mengen verzehrt. Die Wasserböcke unterscheiden dich hierin von zahlreichen anderen Antilopen, die sich mehrheitlich als «Browser» und weniger als «Grazer» betätigen.


Territoriale Männchen

Die Wasserböcke sind standorttreue Antilopen. Die kräftigsten der ausgewachsenen Männchen besetzen das ganze Jahr über Eigenbezirke, welche zumeist - je nach der örtlichen Lebensqualität und auch der örtlichen Bestandsdichte - eine Fläche von 25 bis 250 Hektaren aufweisen. Auf ihrem Grundstück dulden sie keine anderen geschlechtsreifen Männchen und halten diese mittels Imponier- und Drohverhalten, bei Bedarf aber auch mittels Horngefechten, fern. Ihr Vorteil gegenüber den besitzlosen Männchen besteht darin, dass sie das Vorrecht zur Paarung mit den brünftigen Weibchen haben.

Nur etwa sieben Prozent aller Männchen halten gleichzeitig ein Territorium besetzt, und nur ungefähr zwanzig Prozent aller Männchen schaffen es Zeit ihres Lebens, ein solches zu erobern. Die meisten geschlechtsreifen Männchen leben darum mit ihresgleichen in etwa zehn- bis fünfzehnköpfigen, streng hierarchisch geordneten Junggesellentrupps zusammen, welche ausserhalb des territorialen Netzwerks der dominanten Männchen in zumeist qualitativ minderwertigen Lebensräumen umherstreifen.

Interessanterweise dulden die territorialen Männchen oftmals ein jüngeres «Satellitenmännchen» innerhalb der Grenzen ihres Territoriums. Dieses hat Zugang zu allen Bereichen des Territoriums, hat sich aber dem Territoriumsbesitzer gegenüber stets unterwürfig zu zeigen und darf sich nicht mit den brünftigen Weibchen einlassen. Fremde Männchen, welche ins Territorium eindringen, werden oftmals nicht vom Grundstückbesitzer, sondern vom Satellitenmännchen verjagt. Indem der Grundstücksbesitzer ein zweites, untergeordnetes Männchen innerhalb seines Territoriums duldet, kann er somit zahlreiche Auseinandersetzungen mit fremden Männchen vermeiden und dadurch Energie sparen sowie das Risiko von Kampfverletzungen vermindern. Der hauptsächliche Vorteil des Satellitenmännchens besteht darin, dass es häufig das Territorium übernehmen - gewissermassen «erben» - kann, wenn die Kräfte des dominanten Männchens altershalber schwinden. Es profitieren also letztlich beide von der ungewöhnlichen Allianz.

Die weiblichen Wasserböcke bilden lockere Gruppen, die sich häufig aus fünf bis acht erwachsenen Individuen und ihren Jungen zusammensetzen. Innerhalb der Weibchenjungengruppen besteht keine Rangordnung, ja überhaupt keine engere Beziehung zwischen den Gruppenmitgliedern. Tatsächlich kommt es häufig vor, dass sich einzelne Weibchen aus einer Gruppe lösen und sich einer benachbarten anschliessen. Die Streifgebiete der Weibchenjungengruppen weisen im Allgemeinen eine Fläche zwischen 50 und 500 Hektaren auf und erstrecken sich gewöhnlich über die Grundstücke mehrerer territorialer Männchen.

Zwar versucht jedes Männchen, möglichst viele Weibchen in seinem Territorium zu beherbergen, um so die Gelegenheiten zur Weitergabe seines Erbguts zu erhöhen. Die Weibchen schenken den Bemühungen der Männchen, sie anzulocken bzw. sie vom Abwandern abzuhalten, allerdings wenig Beachtung. Sie orientieren sich bei ihren Streifzügen weit mehr an der Qualität des Lebensraums, insbesondere der Weide. Da nur die allerkräftigsten Männchen Territorien in den besten und begehrtesten Lebensraumstücken erobern und verteidigen können, erhalten diese somit die meisten Gelegenheiten zur Zeugung von Nachwuchs. So dient die Territorialität bei den Wasserböcken letztlich dem Erhalt einer möglichst kräftigen und fitten Art.


Hohe Jungensterblichkeit

In den äquatornahen Bereichen des Verbreitungsgebiets der Wasserböcke finden Paarungen und demzufolge Geburten mehr oder weniger das ganze Jahr über statt. In anderen Regionen ist - wie bei so vielen Tieren der afrikanischen Busch- und Grasländer - eine Zunahme der Geburten zu Beginn der lokalen Regenzeit feststellbar. Die Tragzeit dauert neun Monate. Fast ausnahmslos kommt je Geburt ein einzelnes Junges zur Welt. Kurz vor der Geburt zieht sich das trächtige Weibchen zurück, um sein Junges allein in einem Strauch- und Gräserdickicht zur Welt zu bringen. Das Junge bleibt nach der Geburt zwei bis vier Wochen lang in diesem Versteck liegen. Seine Mutter streift derweil in der näheren Umgebung herum und besucht ihr Junges drei bis vier Mal am Tag für kurze Zeit, um es zu säugen. Eines schönen Tages folgt es schliesslich seiner Mutter nach und wird von ihr zur Weibchenjungengruppe geführt. Obschon es schon bald beginnt, selbstständig Gräser zu sich zu nehmen, wird es erst im Alter von sechs bis sieben Monaten vollständig von der Muttermilch entwöhnt. Die Sterblichkeit der Jungen ist hoch: Etwa die Hälfte von ihnen überlebt das erste Lebensjahr nicht.

Ungefähr im Alter von neun Monaten beginnen bei den jungen Männchen die Hörner zu spriessen. Ab diesem Zeitpunkt werden sie von den territorialen Männchen nicht mehr auf ihren Grundstücken geduldet und müssen darum die mütterliche Gruppe und auch ihr Geburtsgebiet verlassen. Sie schliessen sich einem örtlichen Junggesellentrupp an, nehmen dort zunächst den letzten Rang ein und beginnen ihre jahrelangen Bemühungen um den Aufstieg in der Trupphierarchie. Im Alter von sechs bis sieben Jahren sind die Männchen vollständig ausgewachsen und im Vollbesitz ihrer Kräfte und nehmen in der Regel einen der vordersten Ränge im Trupp ein. Sie beginnen dann, territoriale Männchen herauszufordern. Gelingt es ihnen in dieser Lebensphase, ein Territorium zu erobern, so vermögen sie dieses gewöhnlich bis zum Alter von etwa zehn Jahren gegen ihre Rivalen zu verteidigen, erhalten also rund drei Jahre lang die Gelegenheit zur Fortpflanzung.

Die jungen Weibchen haben es etwas leichter als die jungen Männchen, denn sie verbleiben gewöhnlich ihr Leben lang in ihrem Geburtsgebiet oder in dessen Nachbarschaft. Im Alter von ungefähr 13 Monaten werden sie geschlechtsreif und bringen im Alter von etwa zwei Jahren ihr erstes Junges zur Welt. In Menschenobhut können Wasserböcke ein Alter von bis zu 18 Jahren erreichen; in der freien Wildbahn liegt die Lebenserwartung gewöhnlich bei zehn bis zwölf Jahren.

Die Hauptfressfeinde der Wasserböcke sind Löwen, Leoparden und Hyänen. Auch Wildhunde, Geparden und Krokodile erbeuten hin und wieder Wasserböcke. Die Jungtiere fallen mehrheitlich Hyänen zum Opfer; Löwen sind für die meisten Ausfälle bei den erwachsenen Individuen verantwortlich.


Mehr Schutzgebiete erforderlich

Der Wasserbock war einst in Guinea-Bissau, dem Ausgabeland der vorliegenden Briefmarken, weit verbreitet und verhältnismässig häufig, ist aber heute in manchen Bereichen des Landes selten geworden und gebietsweise, besonders im Norden, sogar ganz verschwunden. In guten Beständen kam er anlässlich einer Erhebung im Jahr 1998 nur noch in den Gebieten Cantanhez, Rio Corubal und Madina do Boé vor.

Nicht allein in Guinea-Bissau ist der Wasserbock heute seltener als früher, sondern auch im restlichen Verbreitungsgebiet. Der Gesamtbestand des Defassa-Wasserbocks wird gegenwärtig auf nur noch 95 000 Individuen geschätzt, derjenige des Ellipsen-Wasserbocks auf 105 000 Individuen. Bei beiden Unterarten leben inzwischen höchstens noch etwa vierzig Prozent aller Individuen ausserhalb von Schutzgebieten und von gut geschützten privaten Farmen, auf denen sie als einträgliches Ziel für Jagdtouristen gehegt werden. Kürzlich ist der Defassa-Wasserbock von der Weltnaturschutzunion (IUCN) in die Rote-Liste-Kategorie «Nahezu Gefährdet» eingestuft worden, weil seine Bestände offensichtlich rascher schwinden als die des Ellipsen-Wasserbocks. Letzterer gilt gegenwärtig noch, aber wohl nicht mehr lange, als «Least Concern».

Ausserhalb von Schutzgebieten und geschütztem privatem Gelände kommen Wasserböcke heute fast nur noch in dünn von Menschen besiedelten Gegenden vor, was klar darauf hinweist, dass die Bejagung die Hauptursache des Bestandsrückgangs bildet. Der unangenehme Geruch, den die Tiere ausströmen, schützt sie leider keineswegs vor der Verfolgung durch den Menschen, denn ihr Fleisch gilt als besonders schmackhaft. Die Ausweisung neuer und die Ausweitung bestehender Schutzgebiete sowie der verstärkte Vollzug der bestehenden Jagdgesetze bilden die vordringlichsten Massnahmen, um nicht allein der negativen Bestandsentwicklung dieser stattlichen Antilope, sondern auch derjenigen vieler weiterer Wildtierarten entgegenzuwirken.




Legenden

Der Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) ist eine stattliche Antilope: Das Gewicht der erwachsenen Individuen beträgt 170 bis 250 Kilogramm, die Kopfrumpflänge 180 bis 220 Zentimeter und die Schulterhöhe 100 bis 130 Zentimeter, wobei die Männchen im Durchschnitt etwa 10 Prozent grösser und 20 bis 25 Prozent schwerer sind als die Weibchen. Es werden zwei Wasserbock-Unterarten unterschieden: Der im östlichen und südlichen Afrika heimische Ellipsen-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus ellipsiprymnus; ohne Bild) zeigt auf seinem Hinterteil, rund um den Schwanzansatz herum, eine ellipsenförmige Ringzeichnung; der im westlichen, zentralen und nordöstlichen Afrika heimische Defassa-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus defassa; Bilder) weist hingegen einen flächigen weissen «Spiegel» auf.

Ihrem Namen zum Trotz sind die Wasserböcke weniger stark an das Wasser gebunden als die anderen vier Mitglieder der Wasserbockgattung (Kobus). Sie halten sich zwar ebenfalls stets in Gewässernähe auf, bewohnen aber dort weder den unmittelbaren Gewässerrand noch die direkt angrenzenden Feucht- und Sumpfwiesen, sondern die etwas weiter entfernten, mehr oder weniger trockenen Strauch- und Waldsavannengebiete. Das Wasser benötigen sie einzig als Tränke und als Zufluchtsort bei Feindgefahr. Ihre Nahrung setzt sich fast ausschliesslich aus kurzen und mittellangen Halmen diverser Gräser zusammen.

Die kräftigsten der ausgewachsenen männlichen Defassa-Wasserböcke besetzen Territorien in möglichst optimalem Habitat. Darin dulden sie zwar die in Gruppen umherstreifenden Weibchen mit ihren Jungen, jedoch keine Rivalen. Die «überzähligen», besitzlosen Männchen bilden Junggesellentrupps, die sich ausserhalb des territorialen Netzwerks der dominanten Männchen in qualitativ minderwertigen Lebensräumen umherbewegen.

Die jungen Defassa-Wasserböcke kommen nach einer Tragzeit von neun Monaten fast ausnahmslos als Einzelkinder zur Welt. Obschon sie bereits im Alter von etwa einem Monat anfangen, selbstständig Gräser zu sich zu nehmen, werden sie erst im Alter von sechs bis sieben Monaten vollständig von der Muttermilch entwöhnt. In der freien Wildbahn beträgt die Lebenserwartung der Wasserböcke zehn bis zwölf Jahre.

Wie bei den meisten Antilopen tragen nur die männlichen Defassa-Wasserböcke Stirnwaffen. Es sind stark quer gerillte Hörner, welche sanft nach hinten oben geschwungen sind und bei den erwachsenen Männchen eine Länge von ungefähr 60 bis maximal 100 Zentimetern haben. Das Bild zeigt ein halbwüchsiges Männchen beim Trinken im Lake-Nakuru-Nationalpark, Kenia.




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