Grüner Hispaniola-Laubfrosch

Hypsiboas heilprini


© 2013 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)










Artwork © Owen Bell

 


Die Tier- und Pflanzenwelt auf Inseln unterscheidet sich im Allgemeinen nicht nur stark von derjenigen auf Festländern, sondern es bestehen hinsichtlich der Flora und Fauna auch erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Inseln auf unserem Planeten. Dies hat einerseits mit der geologischen Geschichte der jeweiligen Inseln zu tun, andererseits mit den regional vorherrschenden Umweltbedingungen.

Ein wesentlicher, nicht immer einfach zu erklärender Unterschied besteht zwischen Inseln, welche Amphibien beherbergen, und solchen, die dies nicht tun. Die grosse Mehrheit der Karibikinseln fällt in die erste Kategorie, wobei vor allem auf den Grossen Antillen überraschend viele Amphibien heimisch sind. So leben allein auf der Insel Hispaniola, welche eine Fläche von 76 480 Quadratkilometern aufweist und politisch in die Republik Haiti und die Dominikanische Republik zweigeteilt ist, etwa 60 Froscharten. Eine davon, der Grüne Hispaniola-Laubfrosch (Hypsiboas heilprini), soll auf diesen Seiten vorgestellt werden.

 

Kräftige Sprungbeine

Der Grüne Hispaniola-Laubfrosch gehört, wie sein Name vermuten lässt, zur Familie der Laubfrösche (Hylidae). Sie bildet mit rund 900 Arten die grösste der etwa 50 Familien von Fröschen, Kröten und Unken innerhalb der Ordnung der Froschlurche (Anura). Insgesamt umfasst die Ordnung zwischen 5000 und 6000 Arten und ist damit ihrerseits die grösste der drei Ordnungen in der Klasse der Lurche oder Amphibien (Amphibia). Der Ordnung der Schwanzlurche (Caudata) gehören nur knapp 600 Arten an, der Ordnung der Blindwühlen oder Schleichenlurche (Gymnophiona) sogar nur knapp 200.

Ihrer grossen Artenvielfalt zum Trotz bilden die Froschlurche körperbaulich eine recht einheitliche und darum leicht erkennbare Tiergruppe: Kaum jemand würde einen erwachsenen Froschlurch einer anderen Tiergruppe zuordnen als eben den Froschlurchen. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die Froschlurche sehr früh in ihrer Stammesgeschichte einen Körper entwickelt haben, der sich zum Springen eignet, wobei die Sprungkraft aus den Hinterbeinen gewonnen wird. Massgebend hierfür sind drei Faktoren: Erstens sind die Hinterbeine ausgesprochen gross und muskulös. Zweitens sind im Unterschenkel Schienbein und Wadenbein verschmolzen und bilden einen stabilen Unterschenkelknochen, welcher der starken mechanischen Beanspruchung gut standhält. Drittens sind die Mittelfussknochen stark verlängert und miteinander verschmolzen, so dass sie neben dem Oberschenkelknochen und dem Unterschenkelknochen einen dritten grossen Beinknochen bilden. Das Bein der Froschlurche verfügt mit diesem Mittelfussknochen über einen dritten starken Hebelarm und mit dem Fersengelenk über ein drittes, hebelwirksames Gelenk nebst dem Knie- und dem Hüftgelenk. Es ist vor allem diese letztgenannte körperbauliche «Erfindung», die den Froschlurchen einen enormen mechanischen Vorteil beim Springen und einen ebenso grossen ökologischen Vorteil im «Kampf ums Überleben» vermittelt - und sie überdies leicht erkennbar macht.

Die Froschlurche haben eine Reihe weiterer Gemeinsamkeiten. Unter anderem sind sie als erwachsene Tiere allesamt Beutegreifer, ernähren sich also von tierlicher Nahrung, und sie verlassen sich bei der Jagd primär auf ihre Sehkraft. Entsprechend gross und leistungsfähig sind ihre Augen. Sie ragen weit aus ihren Höhlen heraus und haben ein entsprechend weites Sichtfeld. Ausserdem ermöglichen sie - was beim Beutefang sehr wichtig ist - im vorderen Bereich stereoskopisches, räumliches Sehen und damit eine exakte Entfernungsmessung. Allerdings lassen sich die Augen der Froschlurche in ihren Höhlen kaum bewegen. Die Tiere müssen darum häufig ihren Kopf oder gar ihren ganzen Körper drehen, um ihren Blick neu auszurichten.

 

Einer von 80 Kolbenfingern

Die allgemeine Ähnlichkeit der Froschlurche untereinander hat lange Zeit dafür gesorgt, dass die Ordnung der Froschlurche von den Wissenschaftlern in eine recht kleine Zahl von Familien gegliedert wurde, von denen ein paar wenige die grosse Mehrheit aller Arten umfassten. Es handelte sich vor allem um die Echten Frösche (Ranidae), die Südfrösche (Leptodactylidae), die Laubfrösche (Hylidae) und die Kröten (Bufonidae). Innerhalb der Familien wurden oft Hunderte von Arten in einer einzigen Gattung zusammengefasst. Dies galt insbesondere für die Echten Frösche (Rana), die Eigentlichen Laubfrösche (Hyla), die Antillen-Pfeiffrösche (Eleutherodactylus) und die Echten Kröten (Bufo).

Jüngste molekulargenetische Studien haben unser Verständnis der verwandtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Ordnung der Froschlurche vollständig verändert. Sie haben gezeigt, dass die Froschlurche stammesgeschichtlich gesehen eine erheblich vielfältigere Tiergruppe bilden, als allgemein angenommen worden war. Ein Hauptergebnis dieses Befunds ist eine starke Zunahme der Zahl der anerkannten Froschlurchfamilien, nämlich von rund 25 in den frühen 1990er-Jahren auf aktuell über 50. Ein Grossteil der Zunahme hat sich aus der Aufgliederung der oben genannten, besonders artenreichen Familien in mehrere kleinere Familien ergeben. Allerdings blieb, eher überraschend, die Laubfroschfamilie hiervon verschont: Die molekulargenetischen Studien haben nämlich klar ergeben, dass die Laubfrösche tatsächlich eine grosse natürliche, beinahe weltweit verbreitete Verwandtschaftsgruppe bilden - mit Abstand die grösste Amphibienfamilie und eine der grössten Wirbeltierfamilien überhaupt.

Zwar ist die Familie der Laubfrösche nicht aufgespalten worden, sondern im Wesentlichen intakt geblieben. Innerhalb der Familie hat aber die Zahl der Gattungen durch die Aufsplitterung der ehemaligen Gattungen enorm zugenommen. Auch der Grüne Hispaniola-Laubfrosch ist davon betroffen: Früher gehörte er zusammen mit der überwiegenden Mehrheit der Familienmitglieder zur Gattung der Eigentlichen Laubfrösche (Hyla). Jetzt ist er - zusammen mit über 80 weiteren Froscharten aus Mittel- und Südamerika sowie der Karibik - in die einst abgeschaffte und nun wiederbelebte Gattung der Kolbenfinger-Laubfrösche (Hypsiboas) umgeteilt worden.

 

Oranger «Farbblitz»

Mit einer Kopfrumpflänge von etwas mehr als 5 Zentimetern ist der Grüne Hispaniola-Laubfrosch ein stattlicher Laubfrosch, wobei die Weibchen wie bei vielen Froscharten im Durchschnitt etwas grösser sind als die Männchen. Wie alle Laubfrösche ist er nicht nur ein kraftvoller Springer, sondern er kann auch behände klettern. Wie die meisten seiner Vettern verfügt er über grosse, kreisförmige Haftscheiben an seinen Finger- und Zehenspitzen, die für eine ausgezeichnete Haftung selbst an senkrechten Flächen sorgen.

Liegen die Gliedmassen in Ruhestellung dem Körper an, so weist der Grüne Hispaniola-Laubfrosch eine einheitlich grüne Färbung auf. Er ist dann im Blattwerk gut getarnt. Springt er jedoch oder beginnt er zu klettern, so offenbaren sich seine leuchtend orange-gelben Finger und Zehen, seine blass-orangen Oberschenkel und seine helle Unterseite. Diese Kontrastfärbung dürfte dem Schutz vor Fressfeinden dienen: Versucht sich der Grüne Hispaniola-Laubfrosch bei unmittelbarer Gefahr durch einen Sprung zu retten, erzeugt er einen orangen «Farbblitz», der mit etwas Glück den Feind ausreichend lange verblüfft und ablenkt, dass der Frosch unbehelligt landen und sich im Unterholz verstecken kann.

Das grüne Tarnkleid dient nicht allein dazu, den Grünen Hispaniola-Laubfrosch vor Feinden zu schützen, sondern ist auch eine grosse Hilfe bei der Jagd. Auf die Jagd nach Insekten, seiner Hauptspeise, geht er nämlich nicht aktiv, sondern er betreibt die passive Lauerjagd: Bewegungslos wartet er ab, bis ein ahnungsloses Beutetier in seine unmittelbare Nähe kommt, dann lässt er seine lange, paddelförmige, mit klebrigem Speichel benetzte Zunge herausschnellen. Das Insekt bleibt unweigerlich an derselben haften, wird augenblicklich in den Froschmund befördert und sogleich im Ganzen verschluckt.

Auf seiner Heimatinsel bewohnt der Grüne Hispaniola-Laubfrosch feuchte und dicht bewachsene Gebiete, welche viele kleine Bäche und Wasserbecken aufweisen. Solche Lebensräume findet er nicht allein in Naturwäldern, sondern oft auch in Pflanzungen und in Sekundärwuchs. Zwar ist er über ganz Hispaniola verbreitet, kommt also in der Dominikanischen Republik wie auch in der Republik Haiti vor, doch sind seine Bestände heutzutage stark fragmentiert.

 

Die Kaulquappen sind Vegetarier

Der Grüne Hispaniola-Laubfrosch kann sich zu jeder Jahreszeit fortpflanzen, tut dies aber hauptsächlich bei regnerischem Wetter. Zu diesen Zeiten positionieren sich die Männchen in der Nähe eines Kleingewässers und äussern laute, mechanisch klingende Rufe, um die Weibchen anzulocken. Hat sich ein Paar gefunden, sucht es eine seichte Stelle im Wasser auf, wobei das Männchen das Weibchen von hinten umklammert. Nach einiger Zeit presst das Weibchen einen kleinen Laichballen mit vielleicht ein paar Dutzend Eiern aus, die vom Männchen unverzüglich besamt werden.

Das Weibchen trägt den Laichballen anschliessend um seine Hinterbeine gewunden an eine feuchte, gut geschützte Stelle am Ufer des Bachs oder Teichs, beispielsweise in eine kleine Uferhöhlung oder zwischen überhängende Baumwurzeln, und klebt sie dort etwas oberhalb der Wasseroberfläche fest. So können sich die Keimlinge ausserhalb der Reichweite gefrässiger Fische entwickeln und gleichwohl nach dem Schlüpfen sofort ins Wasser gleiten und ihr aquatisches Leben als Kaulquappen beginnen.

Wie die meisten Amphibienlarven ernähren sich die Kaulquappen des Grünen Hispaniola-Laubfroschs zunächst vegetarisch, hauptsächlich von auf Steinen wachsenden Algen und von ins Wasser gefallenen, sich zersetzenden Pflanzenteilen. Anfangs haben sie keine Gliedmassen, können also nicht gehen. Dafür haben sie einen langen, seitlich abgeflachten Schwanz, den sie zum Schwimmen einsetzen. Später beginnen die Kaulquappen, auch tierliche Stoffe zu sich zu nehmen, insbesondere Teile von sich zersetzenden Kleintierleichen. In dieser Phase wachsen ihnen Arme und Beine, und ihr Schwanz beginnt zu schrumpfen. Wenn sie schliesslich wie Miniaturen ihrer Eltern aussehen, verlassen sie das Wasser, um ihr Leben an Land oder vielmehr in den Bäumen aufzunehmen.

 

Frösche sind keine Seefahrer

Die Notwendigkeit, sich in allen Phasen ihres Lebenszyklus in einer feuchten oder nassen Umgebung aufzuhalten, ist ein entscheidendes Merkmal aller Amphibien. Im Gegensatz zur wasserdichten und dadurch Schutz vor Austrocknung bietenden Haut der anderen höheren Wirbeltiergruppen - der Reptilien, Vögel und Säugetiere - ist die Haut der Amphibien wie beispielsweise auch diejenige der Schnecken sehr durchlässig und muss zu jeder Zeit feucht gehalten werden.

Obwohl eine feuchte Umgebung für die Amphibien überlebenswichtig ist, ist Salzwasser im Gegenteil fast immer tödlich. Ihr Organismus verträgt ausschliesslich Süsswasser. Von dieser Regel gibt es eine bemerkenswerte Ausnahme: Der in Südostasien heimische Mangrovenfrosch (Fejervarya cancrivora) kann in brackigen Küstengewässern gedeihen und sogar kurze Aufenthalte im Meerwasser überleben. Seine Toleranz gegenüber Salz scheint eine stammesgeschichtlich gesehen moderne und einzigartige Entwicklung zu sein. Alle anderen Amphibien sterben im Allgemeinen rasch, wenn sie in Meerwasser eintauchen oder von der Gischt nass gespritzt werden, egal ob es sich um Eier, Larven oder Erwachsene handelt. Dies bedeutet, dass für die Amphibien selbst schmale Meeresarme in der Vergangenheit unüberwindbare Barrieren bei der Besiedlung neuer Gebiete dargestellt haben.

Die Anwesenheit des Grünen Hispaniola-Laubfroschs wie auch der anderen Froschlurche auf der Insel Hispaniola ist daher ein Beweis dafür, dass Hispaniola wie die meisten Karibikinseln nicht immer eine isolierte Insel war, sondern irgendwann im Laufe seiner geologischen Entwicklung Teil eines Festlands. Dass für einmal nicht der Mensch seine Hand im Spiel gehabt, also nicht er die Frösche einst auf die Karibikinsel eingeschleppt hat, geht unzweifelhaft aus jenem in der Dominikanischen Republik gemachten Fossilfund eines winzigen, in Bernstein konservierten Froschs der Gattung Eleutherodactylus hervor, der ein Alter von etwa 35 Million Jahre aufweist, während der Mensch (in Gestalt von Arawak-Indianern) die Grosse Antilleninsel erst vor rund 5000 Jahren erreicht hat.

 

IUCN-Status: «Verletzlich»

Der Grüne Hispaniola-Laubfrosch ist nur eine von sehr vielen Amphibienarten weltweit, deren Bestandssituation sich stetig verschlechtert. Tatsächlich scheint es, dass die Amphibien stärkere Rückgänge erleiden als alle anderen landlebenden Tiersippen.

Eine Ursache hierfür ist zweifellos eine tödliche, durch den Pilz Batrachochytrium dendrobatidis hervorgerufene Hauterkrankung. Diese heimtückische Seuche hat sich als unbeabsichtigte Folge menschlicher Aktivitäten etwa seit den 1960er-Jahren schnell über die ganze Welt ausgebreitet und wird mit dem Aussterben verschiedener Amphibienarten in so weit voneinander entfernten Regionen wie Mittelamerika und Australien in Verbindung gebracht.

Der Pilz stammt ursprünglich aus Afrika und siedelt dort auf der Haut von Krallenfröschen (Xenopus spp.), die jedoch gegen seine Wirkung immun sind. Vom Menschen wurde der für Schwangerschaftstests verwendete Glatte Krallenfrosch oder «Apothekerfrosch» (Xenopus laevis) um die Mitte des letzten Jahrhunderts weltweit verbreitet - und mit ihm der Pilz. Da die Amphibien in anderen Gebieten keine Immunität gegen den Pilz besitzen, wurde so eine globale Epidemie ausgelöst.

Die Amphibienzahlen sind allerdings auch dort rückläufig, wo sich der Pilz bisher nicht ausgebreitet hat. Offensichtlich spielen also beim Niedergang der Amphibien noch weitere Schadfaktoren eine Rolle. Grundsätzlich scheint es, dass die Amphibien aufgrund ihrer Abhängigkeit von feuchten Lebensräumen besonders anfällig für Umweltveränderungen im Allgemeinen und Umweltverschmutzungen im Besonderen sind. Noch gilt der Grüne Hispaniola-Laubfrosch nicht als unmittelbar in seinem Fortbestand bedroht. Er wird aber von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als «Verletzlich» eingestuft. Schaut man sich das Schicksal einer zunehmenden Zahl seiner Verwandten an, kann seine Zukunft bestenfalls als ungewiss bezeichnet werden.

 

 

Legenden

Mit einer Kopfrumpflänge von etwas mehr als 5 Zentimetern ist der Grüne Hispaniola-Laubfrosch (Hypsiboas heilprini) ein stattlicher Laubfrosch, wobei die Weibchen wie bei vielen Froscharten im Durchschnitt etwas grösser sind als die Männchen. Wie alle Laubfrösche kann er nicht nur kraftvoll springen, sondern auch behände klettern und besitzt zu diesem Zweck grosse Haftscheiben an seinen Finger- und Zehenspitzen, die für eine ausgezeichnete Haftung selbst an senkrechten Flächen sorgen.

Wie sein Name andeutet, ist der Grüne Hispaniola-Laubfrosch auf der Insel Hispaniola im Karibischen Meer beheimatet. Dort bewohnt er feuchte und dicht bewachsene Gebiete, welche viele kleine Bäche und Wasserbecken aufweisen. Solche Lebensräume findet er nicht allein in Naturwäldern, sondern oft auch in Pflanzungen und in Sekundärwuchs. Zwar ist er über ganz Hispaniola verbreitet, kommt also in der Dominikanischen Republik wie auch in der Republik Haiti vor, doch sind seine Bestände heutzutage stark fragmentiert.

Das grüne Tarnkleid ist dem Grünen Hispaniola-Laubfrosch beim Nahrungserwerb sehr dienlich. Auf die Jagd nach Insekten, seiner Hauptspeise, geht er nämlich nicht aktiv, sondern er betreibt die passive Lauerjagd: Bewegungslos wartet er ab, bis ein ahnungsloses Beutetier in seine unmittelbare Nähe kommt. Im richtigen Moment lässt er dann seine lange, mit klebrigem Speichel benetzte Zunge zielsicher herausschnellen. Das Insekt bleibt unweigerlich an derselben haften und wird augenblicklich in den Froschmund befördert.

Die Larven des Grünen Hispaniola-Laubfroschs, die Kaulquappen, leben aquatisch und ernähren sich in den ersten Wochen hauptsächlich von Algen. Erst wenn die mehrtägige Metamorphose einsetzt, in deren Verlauf sie sich zu kleinen Fröschen umwandeln, beginnen sie auch tierliche Nahrung zu sich zu nehmen. Sobald nur noch ein kleiner Schwanzstummel an die ehemalige Kaulquappe erinnert, verlassen sie das Wasser, erklettern einen Baum und führen fortan ein Leben als Insektenjäger im Blattwerk der Bäume.

Die Anwesenheit des Grünen Hispaniola-Laubfroschs sowie weiterer rund 60 Froscharten auf Hispaniola ist der untrügliche Beweis dafür, dass die Grosse Antilleninsel nicht immer eine isolierte Insel bildete, sondern in grauer Vorzeit mit dem amerikanischen Festland verbunden war. Fossilfunde zeigen, dass seit mindestens 35 Millionen Jahren Frösche auf Hispaniola heimisch sind, während der Mensch (in Gestalt von Arawak-Indianern) die Insel erst vor rund 5000 Jahren erreicht hat.




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