Palau-Nautilus

Nautilus belauensis


© 2006 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)



Nur wenige Tiere verdienen die Bezeichnung «lebendes Fossil» so sehr wie die Mitglieder der Familie der Perlboote oder Nautilusse (Nautilidae). Tatsächlich lässt sich ihre Stammesgeschichte anhand von Fossilfunden mehr als 500 Millionen Jahre, bis ins Kambrium, zurückverfolgen.

Die heutigen Perlboote sind uns aufgrund ihrer hübschen Schalen, welche im indopazifischen Raum häufig - besonders nach Stürmen - an die Strände geschwemmt werden, von alters her bekannt. Erst in den letzten Jahrzehnten haben wir jedoch etwas über die Lebensweise dieser urtümlichen Meeresbewohner in Erfahrung bringen können. Die am besten untersuchte Perlbootart ist der Palau-Nautilus (Nautilus belauensis), welcher - wie sein Name andeutet - einzig bei der aus 241 Inseln bestehenden, politisch eigenständigen Republik Palau im westlichen Pazifik vorkommt. Von ihm soll hier berichtet werden.

 

Weichtier mit Schale

Die Perlboote gehören innerhalb des Stamms der Weichtiere (Mollusca) zur Klasse der Kopffüsser (Cephalopoda), welche in zwei Unterklassen gegliedert wird: erstens die Perlboote (Tetrabranchiata) und zweitens die Tintenfische (Dibranchiata). Die Perlboote unterscheiden sich von den Tintenfischen in einer ganzen Reihe wichtiger Körpermerkmale, was darauf schliessen lässt, dass die beiden Sippen schon sehr früh - möglicherweise vor 470 Millionen Jahren - eigene Entwicklungswege eingeschlagen haben.

Der augenfälligste Unterschied ist sicherlich der, dass die Perlboote im Gegensatz zu den Tintenfischen eine gut ausgebildete Aussenschale tragen. Diese ähnelt oberflächlich betrachtet der Schale anderer Weichtiere, insbesondere derjenigen der Schnecken (Klasse Gastropoda). Als einzige Weichtierschale ist sie innerlich jedoch in Kammern unterteilt. Die Zahl der Kammern nimmt bei jedem Individuum im Laufe des Lebens stetig zu, von ungefähr vier beim Schlüpfen bis auf über dreissig bei älteren Individuen. Das Tier bewohnt jeweils nur die letzte, äusserste Kammer. Bedingt durch sein Grössenwachstum verlängert und verbreitert es fortwährend die Aussenschale, und von Zeit zu Zeit scheidet es eine neue Zwischenwand hinter sich ab. Jede neue Kammer ist darum deutlich geräumiger als die vorhergehende. So vermag sich das Tier zeitlebens bei Gefahr vollständig in seine Schale zurückzuziehen und die Öffnung mit seinem lederartig zähen «Kopfschild» zu verschliessen.

Jede Scheidewand besitzt in ihrer Mitte ein kleines Loch, durch welches ein langer, röhrenförmiger Körperfortsatz des Tiers bis zum Schalenzentrum verläuft. Dieser Körperfortsatz (Siphunculus) verbindet die mit Gas (v.a. Stickstoff) und Wasser gefüllten hinteren Kammern mit dem Tier und erfüllt eine sehr bedeutsame Aufgabe: Er erlaubt es dem Perlboot, durch Verminderung oder Vergrösserung der Wassermenge in den unbewohnten Kammern, sein spezifisches Gewicht und damit seinen Auftrieb zu regulieren. So kann es im Meer schweben sowie aufsteigen oder absinken, ohne Schwimmbewegungen auszuführen und Energie aufzuwenden. Die gekammerte Schale erfüllt also eine ähnlich Funktion wie die Schwimmblase bei vielen Fischen.

Wie die Tintenfische verfügen die Perlboote rund um ihren Mund herum über Fangarme. Diese unterscheiden sich jedoch stark von denjenigen ihrer Vettern: Erstens sind es nicht bloss acht oder zehn, sondern bis zu neunzig an der Zahl. Zweitens tragen sie keine Saugnäpfe, sind dafür aber mundseitig mit einem Haftpolster ausgestattet, das einen klebrigen Schleim erzeugt und so das Ergreifen von Objekten erlaubt. Drittens sind sie kurz und bestehen je aus einem dicken Schaft und einem dünnen «Fühler» (wobei letzterer im Ruhezustand in den Schaft zurückgezogen wird).

Die Vorfahren der heutigen Perlboote waren einst über weite Bereiche sämtlicher Weltmeere verbreitet gewesen. Mehrere hundert fossile Arten sind bekannt, von denen einzelne eine Länge von mehr als zwei Metern erreichen konnten. Man geht davon aus, dass die Perlboote zusammen mit der anderen formenreichen Sippe beschalter Kopffüsser, den Ammoniten, während vieler Jahrmillionen die vorherrschenden marinen Beutegreifer darstellten. Die Blütezeit beider Sippen ist jedoch längst vorüber: Die Ammoniten starben vor rund 60 Millionen Jahren vollständig aus, und die Perlboote überleben nur in wenigen Arten von bescheidener Grösse (10 bis 27 Zentimeter Schalendurchmesser) und sehr ähnlichem Aussehen. Ihre Verbreitung ist zudem auf gewisse tropische und subtropische Bereiche des Indopazifiks beschränkt: Sie erstreckt sich von den Andamanen im Westen bis nach Fidschi im Osten, und von Südjapan im Norden bis zum Grossen Barriereriff (Nordostaustralien) im Süden. Alle Arten halten sich normalerweise an den küstenfernen Rändern der örtlichen Korallenriffe auf - dort, wo der Untergrund zumeist steil in die Tiefe abfällt.

Im Allgemeinen werden heute zwei Gattungen mit insgesamt sechs Arten unterschieden: der weit verbreitete Gemeine Nautilus (Nautilus pompilius), der Neukaledonische Nautilus (Nautilus macromphalus), der beim Grossen Barriereriff heimische Weissfleck-Nautilus (Nautilus stenomphalus), der Palau-Nautilus (Nautilus belauensis), der bei Neuguinea und den Salomonen heimische Salomons-Nautilus (Allonautilus scrobiculatus) und schliesslich der Bali-Nautilus (Allonautilus perforatus). Früher wurden die besonders grossen Exemplare des Gemeinen Nautilus, welche gelegentlich zwischen Indonesien und Nordaustralien auftreten, als eine separate, siebte Art namens Riesen-Nautilus (Nautilus repertus) eingestuft; davon ist man aber abgekommen.

Der Palau-Nautilus gehört zu den grösseren der heutigen Perlbootarten: Seine Schale kann einen Durchmesser von mehr als zwanzig Zentimeter aufweisen. Er sieht dem ähnlich grossen Gemeinen Nautilus sehr ähnlich. Tatsächlich lässt er sich nur im Labor durch unbedeutende Merkmale wie dem Bau seiner Raspelzunge von diesem unterscheiden. Wie bei den anderen Arten ist seine Schale mit rotbraunen zackigen Querbändern auf perlweissem Untergrund hübsch gezeichnet.

 

Rückstossschwimmer

Die Perlboote bewegen sich mittels «Düsenantrieb» im Wasser fort: Als Druck erzeugendes Organ setzen sie ihre so genannte Mantelhöhle ein, eine auf der Bauchseite befindliche Leibeshöhle, in welcher sich die vier Federkiemen befinden. Zunächst saugen sie durch den unterhalb der Fangarme befindlichen, nach vorn gerichteten Manteltrichter Wasser in die Mantelhöhle ein. Dann pressen sie dieses unter Druck durch denselben wieder aus. Da sie die stark verformbare Trichteröffnung in jede Richtung schwenken können, vermögen sie sich nicht nur rückwärts, sondern auch seitwärts und sogar vorwärts zu bewegen. Das abwechselnde Einsaugen und Auspressen von Wasser vermittelt den Perlbooten eine seltsam wippende Fortbewegungsweise. Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa zwei Zentimetern je Sekunde.

Obschon sich die Perlboote stets sehr gemächlich durch das Wasser bewegen, legen sie im Verlauf eines jeden Tages beachtliche Strecken zurück. Bei Untersuchungen in den 1980er Jahren wurden vier Palau-Nautilusse mit Sendern bestückt, um ihre täglichen Wanderbewegungen mitverfolgen zu können. Es zeigte sich, dass sie sich tagsüber typischerweise in Tiefen von 300 bis 500 Metern aufhielten, allnächtlich aber auf ungefähr 100 Meter, in Ausnahmefällen sogar auf etwa 70 Meter aufstiegen. Sie folgten stets in Bodennähe den schrägen Hängen an den Aussenrändern der Korallenriffe und legten innerhalb von 24 Stunden bis zu einem Kilometer zurück.

Viele mesopelagische, das heisst in den mittleren Tiefen des Meeres lebende Schwarmfische und frei schwimmende Krebstiere sowie Tintenfische zeigen ähnliche vertikale Wanderbewegungen: Sie alle suchen nachtsüber oberflächennahe Wasserschichten auf und kehren für den Tag wieder in grössere Tiefen zurück. Dieses Bewegungsmuster hat zum einen mit dem Nahrungserwerb und zum anderen mit der Feindvermeidung zu tun: In den Ozeanen befinden sich die reichsten Nahrungsgründe in den oberflächennahen, tagsüber vom Sonnenlicht durchfluteten Wasserschichten. Hier gedeihen Algen und andere planktonische Mikroorganismen in grossen Mengen und bilden die Grundlage für eine vielfältige, komplexe Nahrungspyramide, an deren Spitze mächtige Beutegreifer wie Tunfische, Haie und Delfine stehen. Da viele der grösseren Beutegreifer auf Sicht jagen, lohnt es sich für die mesopelagischen Tierarten, den Tag ruhend in den tieferen, dunklen Wasserschichten zu verbringen und erst nachts zwecks Nahrungsaufnahme in die oberen Wasserzonen aufzusteigen. Auch die Pendelbewegungen der Perlboote dürften hierauf zurückzuführen sein.

 

Er wittert seine Nahrung

Der Palau-Nautilus ernährt sich überwiegend von toten tierlichen Stoffen - vor allem von Tierleichen, aber beispielsweise auch von der Haut von Krebstieren, die von diesen beim wachstumsbedingten Häuten abgestossen wird. Falls sich die Gelegenheit ergibt, ergreift und verzehrt er zwar auch lebende Tiere. Eine gezielte Jagd auf solche scheint aber nicht stattzufinden.

Bei der Nahrungssuche verlässt sich der Palau-Nautilus hauptsächlich auf seinen Geruchssinn. Experimente haben gezeigt, dass sein Hauptsinnesorgan für die Wahrnehmung von im Wasser gelösten chemischen Stoffen, welche von seinen Nahrungsdingen ausgehen, die so genannten Rhinophoren sind. Es handelt sich um ungefähr fünf Millimeter lange, fleischige, fingerförmige Fortsätze, von denen sich je einer unter jedem Auge befindet. Die Rhinophoren weisen oben eine porenartige Öffnung auf und enthalten zahlreiche kolbenförmige, mit winzigen Geisselhärchen ausgestattete Sinneszellen. Mit ihrer Hilfe vermag der Palau-Nautilus Duftstoffe noch in Entfernungen von mehr als zehn Metern wahrzunehmen.

Wittert der Palau-Nautilus Nahrung, so spreizt er seine Fangarme und schwimmt mehr oder weniger geradlinig darauf zu. In der unmittelbaren Nähe des Objekts verlangsamt er seine Schwimmbewegung und spreizt seine Fangarme noch stärker als zuvor. Sobald nun ein seitlicher, mit Geschmacksknospen ausgestatteter Fangarm das Nahrungsding berührt, strecken sich weitere Fangarme in dessen Richtung, erfassen es und ziehen es zum Mund. Dort wird es mit den kräftigen, papageischnabelähnlichen Hornkiefern zerkleinert und anschliessend durch die löffelförmige Raspelzunge (Radula) in den Schlund befördert.

 

Ein Dutzend Eier im Jahr

Im freien Meer konnte die Fortpflanzung von Perlbooten noch nie beobachtet werden. Erfreulicherweise gelang aber ihre Nachzucht in zwei grossen, wissenschaftlich geführten Aquarien, nämlich dem von Waikiki auf Hawai'i (USA) und dem von Kamoike in Japan, weshalb wir heute über das ungewöhnliche Fortpflanzungsgeschehen bei diesen urtümlichen Weichtieren recht gut informiert sind.

Wie in so vielen anderen Aspekten unterscheiden sich die Perlboote auch hinsichtlich ihrer Fortpflanzung und ihres Lebenszyklus erheblich von den Tintenfischen. Die meisten Tintenfische haben eine geringe Lebensspanne: Sie wachsen rasch heran, erreichen nach wenigen Monaten die Geschlechtsreife, und sterben vielfach schon gegen Ende ihres ersten Lebensjahrs. Die Tintenfischweibchen pflanzen sich deshalb vor ihrem Tod meistens nur einmal fort, erzeugen dann aber eine grosse Anzahl Eier. Die Perlboote wachsen im Gegensatz hierzu sehr langsam heran, erreichen jedoch unter natürlichen Bedingungen ein Alter von mehreren Jahren. Demzufolge vermögen sich die Perlbootweibchen mehrmals fortzupflanzen, erzeugen aber jeweils bloss zehn bis zwölf Eier.

Bei der Paarung, welche sich über mehrere Stunden hinziehen kann, ergreift das Männchen die Schale des Weibchens mit seinen Fangarmen und führt dann ein Samenpaket (Spermatophore) in dessen Mantelhöhle ein. Dazu setzt er ein aus vier zusammengewachsenen Fangarmen hervorgegangenes Begattungsinstrument (Spadix) ein, das sich neben dem Mund inmitten der übrigen Fangarme befindet.

Nach der Befruchtung legt das Weibchen seine Eier einzeln ab. Mithilfe seiner Fangarme befestigt es sie auf anstehendem Fels, Korallenblöcken oder anderem festen Grund. Die Eier weisen einen Durchmesser von ungefähr zwei Zentimetern auf, womit sie zu den grössten aller Wirbelloseneier gehören. Jedes Ei ist von einer lederartigen, reissfesten Kapsel umhüllt, welche den Keimling während seiner Entwicklung schützt. Sie weist röhrenförmige Öffnungen auf, durch welche Wasser eintreten kann, damit der Embryo genügend Sauerstoff erhält. Die Keimlingsentwicklung dauert zwischen neun Monaten und einem guten Jahr. Während dieser ganzen Zeit zehrt der Embryo vom recht umfangreichen Eidotter.

Beim Schlüpfen weist der junge Palau-Nautilus eine Länge von etwa drei Zentimetern auf und sieht exakt gleich aus wie seine Eltern. Ein Larvenstadium fehlt also. In welchem Alter die Jungtiere die Geschlechtsreife erlangen und erstmals zur Fortpflanzung schreiten, wissen wir nicht. Fachleute schätzen jedoch, dass dies erst mit zehn bis fünfzehn Jahren der Fall sein dürfte. Auch hinsichtlich der mittleren Lebenserwartung ist noch nichts bekannt. Vermutlich liegt sie bei mindestens zwanzig Jahren, vielleicht gar erheblich höher.

 

Schale als Lampenschirm?

Man sollte eigentlich annehmen, dass die Perlboote im Bereich des Indopazifiks vom Menschen wenig belästigt werden, da sie sich ihr ganzes Leben lang in 100 bis 500 Metern Tiefe aufhalten. Tatsächlich gibt es gegenwärtig keine Hinweise darauf, dass eine der sechs Perlbootarten in ihrem Fortbestand unmittelbar gefährdet ist. Die Häufigkeit, mit welcher die Perlboote in Köderfallen geraten, welche zum Fang von Langusten und anderen Meerestieren ausgelegt werden, deutet sogar darauf hin, dass sie gebietsweise recht hohe Bestandsdichten aufweisen.

Gerade die Häufigkeit und Leichtigkeit, mit der sich die Perlboote fangen lassen, sind aber Besorgnis erregend. Denn obschon ihnen nirgendwo gezielt nachgestellt wird, sind sie als «Beifang» durchaus begehrt. Schliesslich lassen sich ihre hübschen Schalen jederzeit für gutes Geld auf dem Souvenir- und Kuriositätenmarkt absetzen. So werden alljährlich Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende von Perlbooten erbeutet und gehandelt, dies besonders in Indonesien, auf den Philippinen und auf Neukaledonien. Zu bedenken gilt es in diesem Zusammenhang, dass die Vermehrungsrate der Perlboote gering ist. Grössere Bestandseinbussen vermögen sie darum nur zögerlich oder - bei anhaltender Übernutzung - überhaupt nicht wieder auszugleichen.

Solange wir keine zuverlässigen Informationen über die Auswirkungen des gegenwärtigen Perlbootfangs haben, sollten unbedingt Handelsbeschränkungen eingeführt werden. Bis es soweit ist, ergeht die Bitte an alle, welche für diese «lebenden Fossilien» Sympathie hegen: Kaufen Sie niemals eine Perlbootschale, wo immer Sie diese auch angeboten sehen. Jeder Kauf führt unweigerlich zu neuen Fängen und gefährdet damit den Fortbestand dieser faszinierenden Geschöpfe.

 

 

 

 

Legenden

Der Palau-Nautilus (Nautilus belauensis) gehört innerhalb des Stamms der Weichtiere (Mollusca) zur Klasse der Kopffüsser (Cephalopoda) und da zur sechs Arten umfassenden Familie der Perlboote oder Nautilusse (Nautilidae). Mit einem Schalendurchmesser von bis über zwanzig Zentimetern gehört er zu den grösseren Mitgliedern seiner Sippe.

Der Längsschnitt durch die Schale eines älteren Perlboots zeigt deren Unterteilung in Kammern. Das Tier bewohnt jeweils nur die letzte, grösste Kammer; die anderen dienen als «Schwimmblase».

Die Heimat des Palau-Nautilus ist der aus 241 Inseln bestehende Palau-Archipel im westlichen Pazifik. Wie alle Perlboote bewohnt er die küstenfernen, zumeist steil nach unten abfallenden Ränder der Korallenriffe in Tiefen von 70 bis 500 Metern.

Die auffallend grossen Augen der Perlboote sind einfach gebaut. Sie besitzen weder eine Linse noch einen Glaskörper, sondern funktionieren eher wie eine Lochkamera: Das kleine Sehloch lässt auf der rückwärtigen Sinneszellschicht ein auf dem Kopf stehendes Bild der Umgebung entstehen, das ziemlich unscharf ist. Die Perlbootaugen erlauben wohl einzig das Erfassen der allgemeinen Licht- und Farbmuster der Umgebung und somit bloss eine grobe optische Orientierung im Raum.

Die jungen Perlboote schlüpfen nach einer Embryonalzeit von neun bis zwölf Monaten aus ihren Eikapseln. Sie weisen dann eine Länge von etwa drei Zentimetern auf und sehen genau so aus wie ihre Eltern. Ein Larvenstadium fehlt also. Diese Schale eines sehr jungen Gemeinen Nautilus (Nautilus pompilius) wurde nach einem Sturm an der Südküste Javas angeschwemmt.

Wo sich die Palau-Nautilusse in der freien Wildbahn paaren und wo die Weibchen ihre Eier ablegen, ist ein Rätsel. Marinbiologen haben jedoch festgestellt, dass sich das Fortpflanzungsgeschehen in Menschenobhut auslösen lässt, wenn die Wassertemperatur um ein paar Grad auf etwa 22 Grad Celsius angehoben wird. Auch der Entwicklung der Keimlinge war eine leicht erhöhte Wassertemperatur förderlich. Es ist darum anzunehmen, dass die Paarungen und die Keimlingsentwicklung in verhältnismässig seichtem, warmem Wasser stattfinden.




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