Afrikanischer Steppenelefant
Loxodonta africana africana
© 2002 Markus Kappeler / Groth AG
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection,
Groth AG, Unterägeri)
Der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana)
und der Asiatische Elefant (Elephas maximus) sind die
beiden letzten Vertreter der einst artenreichen Ordnung der Rüsseltiere
(Proboscidea). Während der Asiatische Elefant nur mehr in
wenigen, weit verstreuten Restbeständen im südlichen
und südöstlichen Asien vorkommt, ist der Afrikanische
Elefant in Afrika südlich der Sahara noch immer weit verbreitet
und verhältnismässig zahlreich. Allerdings ist auch
seine Population in den vergangenen Jahrzehnten massiv geschwunden.
Beim Afrikanischen Elefanten unterscheidet man gewöhnlich
zwei Rassen: den Waldelefanten (Loxodonta africana cyclotis),
der in den Regenwäldern Westafrikas und des zentralafrikanischen
Beckens lebt, und den Steppenelefanten (Loxodonta africana
africana), der die weiten Graslandschaften im ganzen übrigen
Verbreitungsgebiet bewohnt. Zu den Steppenelefanten gehören
auch diejenigen Elefanten, welche in Mosambik, dem Ausgabeland
der vorliegenden Briefmarken, heimisch sind.
Die grössten landlebenden Tiere
Der Asiatische Elefant ist kleiner als der Afrikanische
Elefant, und der Waldelefant ist wiederum kleiner als der Steppenelefant.
Letzterer ist damit das grösste und schwerste Landsäugetier
unseres Planeten. Die durchschnittliche Schulterhöhe bemisst
sich bei den Männchen auf 3,2 Meter, kann aber in Ausnahmefällen
deutlich höher liegen. Den Rekord hält ein 1955 in
Angola erlegter Bulle mit einer Schulterhöhe von 4 Metern
und einem Gewicht von 6 Tonnen. Die Weibchen sind kleiner als
die Männchen: Sie weisen gewöhnlich eine Schulterhöhe
um 2,5 Meter auf und wiegen zwischen 2,4 und 3,5 Tonnen. Den
Grössenrekord unter den Weibchen hält eine Kuh mit
einer Schulterhöhe von 3,4 Metern.
Die meiste Zeit des Jahres ziehen die Steppenelefanten
in kleinen Gruppen von zumeist zehn bis zwanzig Individuen umher.
Die frühere Meinung, wonach die Gruppen von einem Leitbullen
geführt und verteidigt werden, ist längst widerlegt.
Wir wissen heute, dass die Elefantengesellschaft aus sehr stabilen
Weibchengruppen einerseits und aus losen Junggesellentrupps und
einzelgängerischen Männchen andererseits besteht.
Die Weibchen einer Gruppe sind im Allgemeinen eng
miteinander verwandt. Vielfach sind es zwei oder drei Schwestern
mit ihren Nachkommen, oft auch eine ältere Kuh mit einer
oder zwei Töchtern und deren Jungen. Angeführt wird
jede Weibchengruppe von einem grossen, älteren Weibchen,
der «Leitkuh» oder «Matriarchin». Sie
behält ihre Position in der Regel bis zu ihrem Tod, worauf
vielfach ihre älteste Tochter die Führung der Gruppe
übernimmt.
Die in der Gruppe aufgewachsenen Weibchen bleiben
nach der Geschlechtsreife normalerweise in der mütterlichen
Gruppe. Hat diese aber einmal eine gewisse Grösse erreicht,
so bilden sich allmählich Untergruppen, die sich schliesslich
voneinander lösen. Aus diesem Grund sind benachbarte Weibchengruppen
zumeist miteinander verwandt.
Nicht selten finden mehrere Weibchengruppen zeitweilig
zu Verbänden von fünfzig und mehr Individuen zusammen
und werden dann - bis zur Wiederaufspaltung - von einer der Matriarchinnen
angeführt. Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei um miteinander
verwandte Gruppen, also um Mitglieder des örtlichen «Clans»
handelt.
Im Gegensatz zu den Weibchen können die Jungbullen
nach dem Erreichen der Geschlechtsreife nicht in der Weibchengruppe
bleiben, in der sie aufgewachsen sind, denn sie werden von den
älteren Weibchen gezwungen, eigene Wege zu gehen. Sie schliessen
sich dann Junggesellentrupps an, deren Zusammensetzung ziemlich
veränderlich ist, da die Männchen untereinander nur
lose Beziehungen pflegen. Viele ältere Bullen lösen
sich sogar ganz von solchen Trupps und führen ein Leben
als Einzelgänger.
Zu den Weibchengruppen innerhalb ihres Streifgebiets
pflegen die erwachsenen Männchen keine ständigen Beziehungen,
sondern sie schliessen sich nur hin und wieder kurzfristig einer
Gruppe an, wenn eine der Kühe brunftig ist. Die Bindung
an die Gruppe dauert gewöhnlich bis zur Paarung mit dem
betreffenden Weibchen; danach wird das Männchen von der
Gruppe nicht mehr geduldet.
Dumpf grollt es durch die Savanne
Innerhalb jeder Weibchengruppe gestaltet die Matriarchin
den Tagesablauf. Sie bestimmt, wie lange und wo die Gruppe sich
der Nahrungsaufnahme widmet, wann ein Schlammbad fällig
ist, wann ein Ortswechsel stattfindet, in welcher Richtung marschiert
wird usw. Sie ist das unangefochtene Leittier, dem die anderen
«blind» vertrauen. Ihr kommt somit auch die ganze
Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Gruppenmitglieder
zu.
Bei Ortswechseln, beim Besuch von Suhlen und Tränken,
beim Ruhen und bei manchen anderen Gelegenheiten bleiben die
Mitglieder einer Weibchengruppe stets eng beisammen. Widmet sich
die Gruppe jedoch an einem günstigen Ort der Nahrungsaufnahme,
ist dies nicht der Fall: Jedes Individuum geht dann seinen eigenen
Pfad, und die Gruppe verteilt sich über ein Gebiet von oftmals
mehreren Quadratkilometern. Vor allem in dichten Baum- und Buschsavannen
deutet dann nichts darauf hin, dass die einzelnen Tiere über
den Standort der anderen Gruppenmitglieder Bescheid wissen -
und dennoch ist erkennbar, dass sie sich nach einem gemeinsamen
«Plan» verschieben und am Schluss auch wieder versammeln.
Wie ist das möglich?
Des Rätsels Lösung ist die erst in jüngerer
Zeit ins Bewusstsein der Zoologen gerückte «Elefantensprache».
Tatsächlich verständigen sich die Mitglieder einer
Elefantengruppe nicht nur durch eine reiche Gestik des Körpers,
sondern zusätzlich mittels vielfältiger Laute. Als
die frühen westlichen Naturforscher diese zumeist dumpfen
Töne hörten, die wir als «Rumpeln», «Kollern»,
«Grollen» oder «Schnurren» bezeichnen,
meinten sie, dass es sich um die Geräusche des Verdauungstrakts
der Elefanten handle. Das ist aber nicht richtig: Es handelt
sich dabei um die Elemente einer höchst komplexen Sprache.
Komplex nicht zuletzt deshalb, weil das menschliche Gehör
nur einen Teil der Elefantenlaute überhaupt wahrzunehmen
vermag. Viele weitere Laute liegen im Infraschallbereich, weisen
also so tiefe Frequenzen auf bzw. sind so langwellig, dass wir
sie gar nicht hören können. Wie bei Säugetieren
üblich, werden alle diese Niederfrequenztöne von den
Elefanten im Kehlkopf von den Stimmbändern erzeugt. Sie
werden aber nicht über den Mund geäussert, sondern
zunächst im Nasenraum, der als Resonanzkörper dient,
verstärkt und dann gebündelt über die Mitte der
Stirn ausgesandt. Filmt man laut grollende Elefanten, so sind
in der Zeitlupe die Vibrationen der Stirnmitte deutlich zu sehen.
Soweit wir heute wissen, können sich die Elefanten
mit denjenigen Niederfrequenztönen, die auch für den
Menschen hörbar sind, über Distanzen von zwei bis drei
Kilometern untereinander verständigen. Sie dienen der Kommunikation
innerhalb der Gruppe. Mit denjenigen Niederfrequenztönen,
sie sich im Infraschallbereich befinden und für den Menschen
nicht hörbar sind, vermögen die Elefanten sogar über
Distanzen von zehn bis dreissig Kilometern zu kommunizieren.
Sie dienen der Verständigung mit den weiter entfernt lebenden
Clanmitgliedern und den in der Nachbarschaft befindlichen Bullen.
Es gibt im Übrigen deutliche Hinweise darauf,
dass - ähnlich wie beim Menschen - jedes Individuum anhand
seiner Stimme erkennbar ist und dass jeder Elefant Dutzende von
anderen Individuen aufgrund von deren Stimmcharakteristika zu
identifizieren vermag. Jeder Steppenelefant scheint also stets
zu wissen, wer gerade «spricht». Hier hat sich -
ähnlich wie bei den Delphinen und Walen - ein spannendes
Forschungsfeld aufgetan!
Ein Zustand namens «Musth»
Die nicht trächtigen erwachsenen Elefantenweibchen
werden alle paar Monate für ein paar Tage brunftig, also
empfängnisbereit und paarungswillig. Die örtlichen
Bullen rivalisieren jeweils untereinander um das Vorrecht zur
Paarung mit den brunftigen Kühen. Interessanterweise ist
es keineswegs immer das kräftigste Männchen, das sich
durchzusetzen vermag, sondern eines, das sich im Zustand der
so genannten «Musth» befindet.
Es handelt sich dabei um einen hormonellen Zustand,
der sich bei den erwachsenen Bullen ab dem Alter von ungefähr
fünfundzwanzig Jahren etwa alle zwölf Monate ein Mal
einstellt, wobei keine saisonale Anknüpfung erkennbar ist.
Äusserlich zeigt sich die Musth anhand des dunklen, stark
riechenden Sekrets, das von den Schläfendrüsen der
betreffenden Männchen abgesondert wird und über die
Wangen hinunter rinnt. Bei verhältnismässig jungen
Bullen dauert die Musth gewöhnlich nur ein paar Tage oder
wenige Wochen, während sie bei alten Bullen drei bis fünf
Monate anhalten kann.
Während der Musth sind die Bullen überaus
aggressiv und selbstbewusst. Bei Ringkämpfen mit Rivalen
im «Normalzustand» sind sie fast ausnahmslos siegreich
- selbst wenn letztere ihnen kräftemässig überlegen
sind.
Die brunftigen Weibchen ihrerseits weisen gewöhnlich
die Annäherungsversuche von Männchen zurück, die
nicht in Musth sind. Ihre Gunst gilt in der Regel einem gross
gewachsenen Bullen, der erstens in Musth ist und den sie zweitens
bereits kennen. Zumeist lassen sie sich also mit einem älteren
«Herrn» ein, denn solche sind weit häufiger
im gewünschten Musth-Zustand als die jüngeren Mitbewerber.
Vom Wert des Alters
Aus dem bisher Gesagten geht deutlich hervor, dass
in der Steppenelefantengesellschaft - sowohl unter den Weibchen
als auch unter den Männchen - nicht in erster Linie die
Kraft zählt, sondern vor allem das Alter: Alte, teils nicht
mehr fortpflanzungsfähige Kühe führen weit kräftigere
andere Weibchen an, und alte Bullen erhalten vor stattlicheren
Mitbewerbern die Gelegenheit zur Fortpflanzung. Offenbar ist
für die Arterhaltung die Lebenserfahrung und Lebenstüchtigkeit
wichtiger als die schiere Kraft. Um dieses im Tierreich höchst
seltene Phänomen zu verstehen, müssen wir zwei Dinge
bedenken:
Erstens haben gesunde erwachsene Steppenelefanten
keine natürlichen Feinde zu fürchten. Eine Zuchtwahl
(«Selektion») hin zu noch mehr Kraft und Grösse
ergibt keinen Sinn, umso mehr, als die Kolosse bereits die Grenze
des biophysikalisch Möglichen erreicht haben.
Zweitens stellt sich in den meisten Bereichen des
Verbreitungsgebiets der Steppenelefanten eine saisonale Trockenzeit
ein, welche die grossen Säuger zwingt, zur Deckung ihres
Nahrungs- und Wasserbedarfs auszuweichen, das heisst jahreszeitliche
Wanderungen zu unternehmen. Meistens führen die Wanderbewegungen
bei Beginn der Trockenzeit zu Seen oder grossen Flüssen
und bei Beginn der Regenzeit wieder in die eigentliche Heimat
zurück. Mehrere hundert Kilometer kann das «Trockenzeitquartier»
vom «Regenzeitquartier» entfernt liegen. Bei besonders
weit umherziehenden Elefantengruppen bemisst sich darum das Jahreswohngebiet
auf über 3000 Quadratkilometer. Bei diesen Wanderungen zeigt
sich der enorme Wert des Alters und der Erfahrung der Matriarchin:
In ihrem langen Leben hat sie bereits weite Gebiete durchstreift,
bei Dürren auch die letzten Tränken kennen gelernt.
Dank des sprichwörtlich guten Gedächtnisses, das den
Elefanten eigen ist, kann sie sich an alle diese Orte sowie die
Pfade, die zu ihnen hinführen, erinnern - und vermag so
das Überleben ihrer Gruppe auch in Notlagen zu gewährleisten.
Dass für die Weibchen alte Bullen als Väter
ihrer Kinder von Vorteil sind, liegt daran, dass diese in ihrem
langen Leben ihre Überlebenstüchtigkeit unter Beweis
gestellt haben. In ihrem Erbgut besitzen sie offensichtlich optimale
Anlagen für ein gutes Langzeitgedächtnis wie für
körperliche Fitness. Beides hängt nicht notwendigerweise
mit Grösse und Kraft zusammen...
Halbierte Population
Die Verdrängung aus den angestammten Lebensräumen
durch die stark anwachsende und sich ausweitende afrikanische
Bevölkerung ist der eine wesentliche Faktor, unter dem die
Steppenelefanten in der jüngeren Vergangenheit gelitten
haben. Der andere ist der Abschuss der Tiere zur Gewinnung von
Elfenbein, Elefantenleder und Trophäen. Zusammen haben sie
bewirkt, dass die Gesamtpopulation der Steppenelefanten allein
zwischen 1980 und heute mehr als halbiert worden ist - von rund
1,3 Millionen Tieren auf unter 600 000.
In einigen Ländern ist der Prozentsatz sogar
noch bedenklicher. Zu diesen gehört auch Mosambik: Der lokale
Elefantenbestand ist von rund 55 000 Individuen im Jahr 1980
auf heute zwischen 15 000 und 20 000 gefallen, was noch rund
25 bis 35 Prozent des 1980er-Bestands entspricht. Schuld an diesem
starken Bestandsrückgang sind die während der 1970er-
und 1980er-Jahre in Mosambik wütenden Bürgerkriegswirren,
welche den Vollzug der Naturschutzgesetze in den meisten Landesteilen
praktisch zum Erliegen gebracht hatten.
Der grösste Teil der in Mosambik überlebenden
Steppenelefanten ist in den nördlichen Teilen des Landes
zu Hause. Der umfangreichste Restbestand, ungefähr 9000
Individuen, findet sich im grossflächigen, an Tansania grenzenden
Niassa-Wildschutzgebiet und der darum herum liegenden Pufferzone,
auf einer Fläche von insgesamt etwa 42 000 Quadratkilometern
(Schweiz: 41 285 km2).
Diese Naturlandschaft ist von den Plünderungen
während des Bürgerkriegs einigermassen verschont geblieben
und beherbergt deshalb weiterhin recht gesunde Bestände
der meisten Grosssäugetierarten, welche für diese südostafrikanische
Region typisch sind. Derzeit ist eine touristische Infrastruktur
im Niassa-Wildschutzgebiet erst in Ansätzen vorhanden. Das
Potenzial für die touristische Nutzung dieser herrlichen
Naturlandschaft ist aber zweifellos gross. Umsichtig und schonend
gehandhabt würde der Tourismus nicht nur zur Gesundung der
Staatskasse beitragen, sondern durch vielfältige Verdienstmöglichkeiten
auch zur Hebung des Lebensstandards der örtlichen Bevölkerung.
Beides hätte zweifellos positive Auswirkungen für die
ansässigen Steppenelefanten wie auch für ihre zahlreichen
tierlichen Leidensgenossen.
Kasten
Der Grosse Limpopo-Transfrontierpark
Die Steppenelefanten stehen derzeit im Zentrum des
wohl aufwändigsten Naturschutzprojekts, das gegenwärtig
in Afrika durchgeführt wird. Die Rede ist von der Schaffung
des Grossen Limpopo-Transfrontierparks (Great Limpopo Transfrontier
Park»), eines grenzüberschreitenden, 35 000 Quadratkilometer
grossen Naturschutzgebiets im Dreiländereck Südafrika/Simbabwe/Mosambik.
Der Krüger-Nationalpark bildet dessen südafrikanischen
Teil, der Gonarezhou-Nationalpark den simbabwischen und das Coutada-Wildnutzungsgebiet
den mosambikanischen.
Der Grosse Limpopo-Transfrontierpark soll zukünftig
als Einheit geführt werden. Die Grenzzäune sind bereits
entfernt, was ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass die
drei beteiligten Regierungen festen Willens sind, in friedvoller
Zusammenarbeit den natürlichen Reichtum in dieser Grenzregion
für die Nachwelt zu bewahren und ihn gleichzeitig in Form
eines massvollen Tourismus zu nutzen.
Das gewiss auffälligste Teilprojekt in der jetzigen
Startphase ist die Wiederbevölkerung des mosambikanischen
Parkteils mit Wildtieren aller Art, denn deren Bestände
waren während des langjährigen, bis 1992 dauernden
Bürgerkriegs fast vollständig vernichtet worden. Nicht
zuletzt sollen im Verlauf der nächsten zwei Jahre 1000 Elefanten
vom südafrikanischen Teil des Transfrontierparks (wo eine
Überpopulation existiert) in den mosambikanischen Teil übersiedelt
werden.
Der Anstoss für alle diese naturschützerischen
Aktivitäten im Dreiländereck Südafrika/Simbabwe/Mosambik
kam zur Hauptsache von der 1997 gegründeten Peace Parks
Foundation, einer Stiftung mit Sitz in Südafrika, welche
grenzübergreifende Naturschutzgebiete in Afrika nicht nur
als einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität,
sondern auch zur Friedensförderung zwischen den Staaten
betrachtet.
Patron der Stiftung ist Prinz Bernhard der Niederlande
(*1911), der von 1961 bis 1977 amtierende Gründungspräsident
des Weltnaturfonds (WWF). Er war im Oktober 2001 persönlich
vor Ort, als die ersten sieben Elefanten im mosambikanischen
Teil des Grossen Limpopo-Transfrontierparks in die Freiheit entlassen
wurden, um dort den Kern einer neuen Elefantengesellschaft zu
bilden.
Sonderblatt
SKH Prinz Bernhard und der Grosse Limpopo-Transfrontierpark
Der Grosse Limpopo-Transfrontierpark («Great
Limpopo Transfrontier Park») ist ein neu geschaffenes Naturschutzgebiet
im Dreiländereck Südafrika/Simbabwe/Mosambik. Der grenzüberschreitende
Park, durch den der wasserreiche Limpopo fliesst, vereint die
vielfältigen Naturlandschaften des südafrikanischen
Krüger-Nationalparks, des simbabwischen Gonarezhou-Nationalparks
und des mosambikanischen Limpopo-Nationalparks. Er weist heute
eine Gesamtfläche von 35 000 Quadratkilometern auf und soll
mit der Zeit sogar auf 100 000 Quadratkilometer anwachsen (vgl.
Karte). Die Einweihung des Grossen Limpopo-Transfrontierparks
fand im April 2002 statt - anlässlich der Entfernung der
Grenzzäune zwischen Südafrika und Mosambik.
Prinz Bernhard der Niederlande hat bei der Schaffung
des Grossen Limpopo-Transfrontierparks eine wesentliche Rolle
gespielt, denn er ist Mitgründer und Patron der Stiftung
für Friedensparks («Peace Parks Foundation»),
einer Organisation mit Sitz in Südafrika, die sich für
die Schaffung grenzüberschreitender Naturschutzgebiete in
von politischen Spannungen geprägten Regionen Afrikas einsetzt
und so zur Erhaltung der Biodiversität einerseits und zur
Friedensförderung andererseits beitragen will.
Dank einer Spende von 200 000 US-Dollar, welche Prinz
Bernhard anlässlich seines 90. Geburtstags im Jahr 2001
im Namen von 773 000 Mitgliedern des Welt Natur Fonds Niederlande
entgegennehmen durfte, konnte der entscheidende Schritt zur Verwirklichung
des Grossen Limpopo-Transfrontierparks unternommen werden. Mit
ihrer Hilfe war es nämlich möglich, im mosambikanischen
Parkteil (der damals noch Coutada-16-Wildnutzungsgebiet hiess)
ein wirksames Bewachungssystem aufzubauen. Durch das ehrgeizige
Projekt eröffnet sich nicht nur vielen hundert Savannenelefanten,
die bis anhin in zu grosser Bestandsdichte im Krüger-Nationalpark
gelebt haben, eine neue Heimat. Auch die schwache Wirtschaft
Mosambiks erhält einen wertvollen Schub, denn die (schonend
gehandhabte) touristische Nutzung dieser herrlichen Naturlandschaft
wird zukünftig nicht nur zur Gesundung der Staatskasse beitragen,
sondern durch vielfältige Verdienstmöglichkeiten auch
zur Hebung des Lebensstandards der örtlichen Bevölkerung.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Prinz Bernhard
mit grossem Engagement für das Wohlergehen der Afrikanischen
Elefanten eingesetzt hat. In den 1980er Jahren, nachdem die Elfenbeinwilderei
in Afrika ein erschreckendes Ausmass angenommen hatte, sah sich
der WWF gezwungen, ein vollständiges Verbot des Elfenbeinhandels
auf globaler Ebene zu erwirken. Dies gelang 1989 tatsächlich
- und zwar nicht zuletzt dank Prinz Bernhard, der dem WWF damals
wichtige Türen zu öffnen vermocht hatte.
Hans Voortman, der Direktor des Welt Natur Fonds Niederlande,
hat anlässlich des 90. Geburtstags von Prinz Bernhard dessen
bewundernswertes Engagement mit den Worten gewürdigt: «Noch
immer fühlt sich Prinz Bernhard dem Schutz der Natur auf
globaler Ebene stark verpflichtet, und er lässt nicht ab,
sich persönlich dafür einzusetzen. Sein diplomatisches
Geschick, sein Charme und sein warmherziger Einsatz bewirken,
dass er auch auf höchster Ebene Wohlwollen für die
Anliegen des Naturschutzes gewinnt.»
Legenden
Der Steppenelefant (Loxodonta africana africana),
eine von zwei Rassen des Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana),
ist das grösste Landtier unseres Planeten. Die durchschnittliche
Schulterhöhe bemisst sich bei den Männchen auf 3,2
Meter, bei den Weibchen auf 2,5 Meter. Die Hautfarbe der Kolosse
ist ein stumpfes Graubraun. Da sie aber gerne Schlamm- und Staubbäder
nehmen, entspricht ihre Färbung gewöhnlich der Farbe
des Bodens in ihrem Wohngebiet.
Die Steppenelefanten bewohnen - ihrem Namen zum
Trotz - alle möglichen offenen Landschaften südlich
der Sahara: von Feuchtgebieten über Baumsavannen und Heidegegenden
bis hin zu Halbwüsten. 200 bis 300 Kilogramm Pflanzenmaterial
verzehren die erwachsenen Steppenelefanten jeden Tag, wobei sie
wenig wählerisch sind und fast alles zu sich nehmen, was
ihnen vor den Rüssel kommt, namentlich Gräser, Blätter,
Äste, Wurzeln, Knollen, Rinden und Früchte.
Die Steppenelefanten-Gesellschaft besteht aus sehr
stabilen Weibchengruppen einerseits und losen Junggesellentrupps
und einzelgängerischen Männchen andererseits. Eine
Weibchengruppe (Bild) umfasst zumeist mehrere miteinander verwandte
Kühe und deren Nachkommen in verschiedenen Altersstufen.
Stets werden sie von einem älteren, erfahrenen Weibchen
angeführt, der «Leitkuh» oder «Matriarchin».
Deren Ortskenntnis ist für das Überleben der Gruppe
beispielsweise während Dürreperioden von grösstem
Wert.
Die Steppenelefantenkälber wiegen bei der
Geburt ungefähr hundert Kilogramm und sind etwa einen Meter
hoch. Bis zum Alter von mindestens zwei Jahren werden sie gesäugt.
Beim Saugen heben sie den Rüssel über den Kopf, um
direkt mit dem Mund von einer der beiden brustständigen
Zitzen ihrer Mutter zu trinken. Die Lebenserwartung in der freien
Wildbahn liegt bei maximal etwa siebzig Jahren.
Zur Hauptseite
|